Hallo…..es gibt uns noch!

Unglaublich aber wahr, wir haben es bis jetzt nicht zustande gebracht, unsere E-Mail-Kontakte aufrecht zu erhalten, bzw. ein Online-Tagebuch zu erstellen. Inzwischen haben wir Addis Ababa, die Hauptstadt Äthiopiens erreicht und ca. 11’000 km zurückgelegt. Von der technischen Seite haben wir so ziemlich alle Gebrechen, die man haben kann, erlebt. Die Verbindung Satelitentelefon-Laptop hat von anfang an nicht funktioniert. Die elektrische Stromversorgung über das Auto funktioniert nur zeitweise, da unser Auto sowieso so gut wie jeden 2. Tagen irgend einen Schaden hat. Stephan verbringt fast die gesamte Stehzeit unter der Motorhaube oder in Werkstätten, während Anita versucht, die Kinder bei Laune zu halten.

Die Länder Italien und Tunesien waren nicht besonders spektakulär und fast mit einem Badeurlaub zu vergleichen. Um nicht in jedem Land die Autopannen zu ewähnen, hier eine kurze Auflistung, was an unserem Auto schon alles kaputt war: Reifen, Lichtmaschine, Gaskabel, Anlasser, Batterie, Batterieregler, Kühler, Dieselleitung, Radnabe, Ölundichtheiten, Stromversorgung, Motoraufhängung, Federungen, Auspuff, Gebläse und zu guter Letzt jetzt kurz vor Addis Ababa zum 2. Mal die Wasserpumpe, die für die Kühlung des Motor zuständig wäre. D.h. wir sind wieder einmal voll motiviert unterwegs gewesen und waren froh, ausnahmsweise eine Strasse ohne halbmeter tiefe Schlaglöcher vorzufinden, als uns ein dumpfes Geräusch aus dem Motorraum und der plötzliche Stillstand des Motors zum Stehen brachte. Inzwischen können wir schon anhand der Geräusche feststellen, wie gross ungefähr der Schaden ist. Dieses Mal wussten wir…..ohje, gar nicht gut! Die Wasserpumpe hat sich in mehrere Bestandteile aufgelöst, der daran befestigte Gebläseventilator hat sich selbstständig gemacht und sich in den Kupferkühler reingefressen. Wir glauben, das waren genug technische Details, wir waren wieder einmal nahe an einem Motorschaden. Nun sitzen wir in Addis Ababa in einem abgefuckten Hotel fest und hoffen, dass wir das Ersatzteil bekommen.

In der Zwischenzeit haben wir es auch geschafft, das gesamte Tagebuch online zu stellen. Also für Leute, die es ganz genau wissen möchten, hier könnt ihr nachlesen. Keine Angst, es gibt auch eine Kurzfassung mit Bildern dazu.

Im Grossen und Ganzen verläuft die Reise durch die kleinen Gebrechen erheblich schwieriger als geplant und da wir ausser Auto richten auch noch was von den Ländern sehen möchten, haben wir die E-Mails und Berichte aufgrund dessen ziemlich vernachlässigt. Wir hoffen, ihr seid uns nicht böse. Und falls unser Auto wider Erwarten in den nächsten Wochen besser läuft, werden auch wir uns öfters melden. Abgesehen vom Fahrzeug geht es uns aber ausgezeichnet. Wir konnten viele neue Eindrücke in den verschiedenen Wüstenregionen Ägyptens und im Sudan sammeln, haben auch durchwegs positive Erfahurngen mit den Leuten vor Ort gemacht. Und inzwischen konnten wir sogar eine Woche Trekking in den wunderschönen Simien Mountains im Hochland Äthiopiens unternehmen. Äthiopien ist landschaftlich sicher das Highlight unserer letzten 2 Monate. Dafür sind die Äthiopier ziemlich mühsam, siehe Tagebuch.

Sina und Silas sind wohlauf und freuen sich immer wieder, wenn wir es schaffen, den einen oder anderen Tag ohne Panne mit Hippos schauen, Trekking oder Sanddünen skifahren zu verbringen. Abgesehen von den Flöhen, die Sina in den Simien Mountains beim Spielen mit den dortigen Kindern eingefangen hat und die uns bis jetzt nicht verlassen haben, geht es uns bestens.

Falls wir unser Auto wieder in Gang bringen und wir die Nerven (bezüglich Pannen) nicht endgültig über Bord werfen, werden wir uns in Kürze Richtung Kenia weiterbewegen.

Schöne Grüsse an alle und nicht böse sein, wenn wir uns zu selten melden.

Sina, Silas, Anita und Stephan

TAGEBUCH

Transafrika Tour 2007 Tagebuch

SA 09.06.07 20:10 Abreise von Kramsach
Strecke: Kramsach-Stans-Schwaz-Brenner-Bozen-Trento-Roveretto-Nago
Kilometer: 250
Zeit:  7Std.
Wir sind heute endlich mit fast einem Monat Verspätung losgefahren. Der Ausbau hat sich ein wenig verzögert und die Arbeit, die sonst noch angefallen ist, wollte auch nicht ausgehen. Was solls, jetzt sind wir unterwegs, mal schauen wie weit wir kommen. Voll motiviert und voll bepackt ging es als erstes nach Stans. Da wollte ich noch die Tanks mit einem Restposten Heizöl aus dem Lager vom Papa füllen. Das hat sich dann allerdings als etwas schwierig erwiesen, da die Handpumpe nicht wirklich funktioniert hat und mehr Heizöl nebenbei gespritz hat als in den Tank gegangen ist, so habe ich das bald aufgegeben. Batteriewasser, Kühlerwasser und Diesel um € 85 von der Tankstelle in Schwaz und dann ist es weitergegangen Richtung Brenner. Bei strömenden Regen haben wir nach 2 Stunden um Mitternacht den Pass erreicht. Irgendwie war dann zum ersten Mal Stromausfall im Auto und die selbstgemachte Tür zwischen Fahrerhaus und Wohnteil hat auch schon eingelassen. Die Kinder haben inzwischen im Wüstenschiff geschlafen und auch Anita hat sich nun zu ihnen gelget.
Ich habe versucht, trotz des Zeitverlust beim Tanken und in Stans mein erstes Tagesziel einzuhalten und so erreichten wir um 3 Uhr früh Nago am Gardersee. Parken am Strassenrand und extrem schief schlafen.

SO 10.06.07 6:00 Tagwache
Strecke: Nago-Laziese-Verona-Mantova-Modena-Pistoia-Florenz-Siena
Kilometer: 500
Zeit:  14,5 Std.
Ein erster Kontrollgang rund um das Auto erwies sich als sehr nützlich, der rechte Vorderreifen, genau der, der am neuesten ist, verliert schon Luft. Unser heutiger Tagesplan ist schwimmen am Gardersee und weiterfahren bis Florenz. Auf der Fahrt entlang des Gardersee haben wir jede einzelne Tankstelle angefahren, um Luft für meinen Reifen zu kriegen, allerdings total erfolglos, da alle geschlossen waren und die Luftanschlüsse ausser Funktion. Das gemütliche Frühstück am See ist ausgefallen, die Luft wurde irgendwie immer weniger und zu Mittag haben wir ohne schwimmen den See Richtun Florenz verlassen, um irgendwo Luft zu kriegen. Nach weiteren 100 Km und unzähligen Tankstellen haben wir dann auf einer DAF Werkstatt endlich die Luft bekommen. Aber die Freude dauert nur kurz an, der freundliche Besitzer der Werkstatt füllte mir 5 bar in den Reifen und als er den Schlauch abgeschlossen hat, ist die Luft Vollgas aus dem Ventiel gekommen. Auch das hat zuerst noch nicht nach einem Problem ausgeschaut, denn der Ventileinsatz war schnell ausgetauscht. Problem leider nicht behoben, der Schlauch ist hin. Wir werden noch zu einer Tankstelle gelozt, wo wir bis zum nächsten Tag warten können und am Montag nebenan den Reifen reparieren lassen können. Der Ersatzreifen auf dem Dach schaut extrem schlecht aus, runderneuert und ohne Profil und Luft ist auch fast keine drinnen – aber ich habe mir gedacht, bis Tunesien kommen wir sicher und dann lasse ich den Reservereifen da billig reparieren. Nun, in Tunesien sind wir noch lange nicht und ich brauch jetzt einen Reifen. Nach einer gemütlichen Jause auf dem Tankstellenparkplatz habe ich dann meine Arbeitsmontur eingeweiht und den 50 kg schweren Reifen vom Dach geholt. Anita gewöhnt sich in der Zwischenzeit schon ein wenig an den unvermeindlichen Dreck im Auto und muss unsere zwei kleinen Monster einwenig unter Kontrolle halten. Der Reifenwechsel hat sich dann aber sehr schnell erledigt und über den Luftdruckkompressor der Bremsanlage konnte ich dann auch die 4,5 bar ind den Reifen lassen. Nach dieser Zwangspause machten wir uns auf den Weiterweg Richtung Florenz. Die Freude über die erste behobene Panne wurde bald wieder kurzzeitig getrübt – Polizeikontrolle. Unsere 2 Monster haben zum Glück hinten geschlafen und den mehr als abgefahrenen Reifen haben sie auch nicht gesehen. Aber dafür wollten sie unbeding die Tachoscheibe sehen – das hat unser Mitte 40er allerdings nicht. Nach 10 Minuten Diskussion und der Erklärung, dass wir nach Afrika fahren, haben sie uns durchgelassen. Da wir laut Landkarte den kürzesten Weg machen wollten, ging es erstmal nach Modena, von da aus direkt nach Pistoia – ist ja am kürzesten!!! Was ich wiedereinmal nicht gesehen habe, wir haben die wunderschöne Panoramastrasse gewählt. Das heisst Durchschnittsgeschwindigkeit 30 Kmh über 4 Pässe und durch ein Schigebiet. Aber dafür war es kurz – zumindest die Strecke. Um 18 Uhr erreicht wir dann nach 10 Sdt und weitern 300 km Florenz. Auf einem Parkplatz mit Spielplatz haben wir uns dann für das Abendessen niedergelassen. Nach dem Abendessen sind wir dann noch weiter gefahren. Auf dem Weg von Florenz nach Siena haben sich dann ganz komische Geräusche aus dem Motorraum bzw. vom Getriebe gemeldet. Ich dachte mir, jetzt wird es Zeit, dass ich das Abschmieren laut Schmierplan bald mache. Meine Überlegung war folgende – die kurze Pause beim Abendessen hat das Getriebe ein wenig abkühlen lassen und da ich noch nie geschmiert habe, gibt es nun einige Geräusche. Um das Fahrzeug nicht mehr abkühlen zu lassen, habe ich beschlossen, noch heute bis zum Campingplatz nach Orbetello durchzufahren. Doch kurz nach Siena wurde das Geräusch dann immer lauter und Anita konnte mich dazu überreden, doch einmal in den Motoraum zu schauen. Das hat sich als sehr nützlich erwiesen. Die zu Hause erst neu montierte Lichtmaschiene hat sich von der Halterung verabschiedet und es sind nur noch lose Befestigungsteile und Lichtmaschine im Motorraum gelegen. Nun war klar, dass wir nicht mehr weiter fahren sollten. Der nächste Parkplatz direkt neben der Strasse war unser Nachtplatz.

MO 11.06.07 6:00 Tagwache
Strecke: Grosseto-Orbetello
Kilometer: 70
Zeit:  2,5Std.
Die Reperatur der Lichtmaschine war schnell erledigt, da ich das ja zu Hause schon geübt habe. So haben wir unser vorläufiges Ziel schnell erreicht und waren schon um 8:30 auf dem Campingplatz am Meer. Hurra, wir sind der Fähre schon zimlich nahe gekommen, wo doch alle gesagt haben, ob wir 4 Monate am Gardasee Urlaub machen. Das Meer ist so wie es immer ist an solchen Plätzen. Flacher Strand, Sonnenschirm an Sonnenschirm, viel Sand, viele Leute, Strandgymnastik und Kiddyclub und dazu Bon Jovi. Was solls, wir sind im Urlaub. Jetzt hatten wir gerade Mittagspause im Camper und nun summst Sina schon seit geräumiger Zeit, wann gehen wir jetzt endlich an den Pool – also gehen wir jetzt. Im Pool waren dann alle glücklich und wir konnten die Tänze der Animateurer genießen. Abendessen am Campingplatz und im Anschluss Sonnenuntergang am Meer und eisessen.

DI 12.06.07 7:30 Tagwache
Ruhetag für Motti
Der heutige Tag ist Servictag für unser Fahrzeug, abschmieren, Batteriewasser nachfüllen, Strom richten,…. und im Anschluss ans Meer. Komisch, keiner mag das Meer wirklich – Wind, Sand, unheimliche Tiere im Wasser … und dann noch ein exclusiv Platz für Hotelbewohner und ….. Also haben wir uns nur bis Mittag am Meer aufgehalten, Sina hat ihren ersten Krebs gefangen. Den Nachmittag haben wir wieder am Pool verbracht.

MI 13.06.07 6:30 Tagwache
Strecke: Orbetello-Chevitavechia
Kilometer: 70
Zeit:  1,5Std.
Heute werde ich noch eimal das Auto durchkontrollieren, Bremsflüssigkeit nachfüllen und Diesel umtanken und dann schauen wir weiter. Das Auto war schnell gewartet und wir haben noch einmal eine Tag am Meer und Pool verbracht. Um 15:30 haben wir den Campingplatz verlassen und um 17 Uhr waren wir in Chevitavechia und das ganz ohne Panne und ohne einmal in Italien zu tanken. Auf der Suche nach dem Coop sind wir durch den ganzen Ort gefahren. Wir haben noch einmal Eis und sonstige wichtige Dinge gekauft und sind dann 2 Std später am Hafen gestanden. Beim Zusammensuchen der Bekleidung für das Boot hat Anita herausgefunden, dass ich keine T-Shirts mit habe und das war gar nicht gut. Um 22:30 war es dann endlich soweit und wir konnetn nach der Polizeikontrolle auf das Boot. Das Boot war nicht ganz so wie wir es von anderen Fähren kannten und so haben wir wieder einmal nicht die richtigen Dinge mitgenommen. Sitzplatz ist da auch Sitzplatz mit Nummer wie im Flugzeug und das ganze klimatisiert wie im Kühlschrank und mit überdimensionalem Fernseher. Aber wir konnten die ziemlich schlaflose Nacht überstehen und hatten dann ein ziemlich windiges Frühstück an Deck.

DO 14.06.07
Tag auf der Fähre und Ankunft in Tunise
Strecke: Tunise-Susse
Kilometer: 120
Zeit:  6,5Std.
Die Fahrt ging trotz allem sehr schnell vorbei und wir erreichten pünktilch im 16 Uhr Tunis. Beim Verlassen des Bootes ist es für uns dann nicht mehr ganz so schnell gegangen, denn ich hatte keinen Diesel mehr im Haupttank, das heisst wir sind mit dem letzten Tropfen an Bord gekommen. Schon wieder einmal einen satten Schluck Diesel aus dem Reservetank, um den Schlauch anzusaugen und dann unter Hilfe der sehr freundlichen Fährarbeiter 10 Flaschen Diesel umfüllen. Anita durfte in der Zwischenzeit wieder einmal mit den Kindern im jetzt schon heissen Moti auf mich warten. Bis wir vom Boot kamen waren schon alle weg und ich habe fast nicht zur Passkontrolle gefunden. Aber dann hat es doch noch geklappt und wir waren überrascht wie schnell das gegangen ist, dass wir einen Stempel im Pass hatten. Der Kontrollposten ist erledigt dachten wir und haben wieder einmal nicht mehr weitergefunden. Nach mehrmaligen hin und herlotzen, haben wir es dann geschafft und sind am nächsten Kontrollposten gelandet. Zoll war angesagt, ein freundlicher Beamte hat mir durch die ganzen Formaltitäten geholfen. Anita hat die Zeit genutz und ein tolles Foto gemacht – aber nur eines, denn es ist bei der Frau Zoll nicht so gut angekommen. Ich wurden dann nur noch gefragt, ob wir einen Funk dabei haben, musste noch die Läden öffnen, bekam dann noch den ein oder anderen Stempel und um 17:30 waren wir durch. Das ganze war völlig unproblematisch und ausser 10 Euro Trinkgeld und einer Flasche Bier auch noch fast kostenlos. Die Kinder waren nach der Nacht auf der Fähre stinkfaul und als Sina stehend beim Fensterschauen eingeschlafen ist, hat sich Anita mit ihnen nach hinten gelegt und ich bin drauflosgefahren. Die erste Tankstelle habe ich gleich links liegen lassen – denn die ist sicher zu teuer und dann schnurstracks in die Hauptstadt. Die Wegweiser sind auf Arabisch und Französisch, also a gmate wiesn für mi. Nach 45 min ist Anita auch wieder bei mir vorne angekommen und sie konnte eine herrliche Stadtrundfahrt geniessen – Moti im Abendmark, Moti in der Seitengasse, Moti in der Einbahn, Moti im absoluten Verkehrschaos und schlussendlich Moti nach 2 Std. ohne Tanken wieder zurück im Hafen. Das war nicht wirklich geplant, da ich eigentlich heute noch Richtung Sousse fahren wollte. Beim 2. Versuch hat es dann besser geklappt und wir haben die richtige Strasse gefunden. Nachdem wir vollgetankt haben gings dann los am Highway nach Afrika. Das Tanken ist übrigens genial billig 0,79 Dinar pro Liter. 1,3 Dinar ist 1 US Dollar, also habe ich um 120 Euro 180l Diesel getankt. Wir sind dann noch bis fast 11 Uhr durchgefahren und verbrachten dann unsere erste Nacht neben einem Sportstation knapp vor Susse. Die Nacht war am Anfang sauheiss und als ich endlich eingeschlafen bin, hat mich Anita auch schon wieder aufgeweckt. Stephan, Stephan rüttel und schüttel, vor dem Fenster rotes Drehlicht und ich fast nackt im Halbschlaf. Hurra, die Polizei ist da und das um 2 Uhr in der Nacht. Als ich dann endlich mein T-Shirt gefunden habe und geöffnet habe, kamen mir einige französische Begrüssungssätze entgenen und ich darauf nur englisch? Der Herr Schandi dann sleeping? und i jess! Das war es dann auch schon, bis auf das Hundebellen hatten wir dann für den Rest der Nacht Ruhe.

Fr 15.06.07
Strecke: Susse-Gabes
Kilometer: 280
Zeit:  10Std.
Wir waren heute erst um 8 Uhr wach, nach einem Kontrollgang rund um das Auto machten wir uns wieder auf den Weg. Um 10 Uhr haben wir es dann endlich geschafft, ein kleinen Geschäft am Strassenrand zu finden. Ich bin mit den Kindern im Auto an der Kreuzung stehen gebleiben und Anita hat Brot und Wasser um 17 Dinar besorgt . Super, beide keine Ahnung von der einheimischen Währung und nicht einmal die Münzen haben wir gekannt. Aber ca. 12 Euro für ein Brot und 2 Liter Wasser, das kann nicht ganz stimmen. Und so sind wir nach einigen Kilometern noch einmal umgedreht. Ich schon wieder einmal voll zorrnig und grantig, aber schlussendlich doch nicht gewalttätig, im Geschäft. Anita neben mir, da ich ja nicht ein wort französisch kann – aber das umdrehen hat sich gelohnt und wir haben fast 10 Dinar retour bekommen. Wir waren wieder vollgas unterwegs und konnten uns köstlich über eine 20 Personen Tourigruppe beim Kamelreiten amüsieren. Irgendwie kann ich es nicht glauben, wie es manche Menschen immer wieder schaffen, bei ihren Reiseberichten so tolle Fotos von Jausen- und Schlafplätzen zu machen. Ich schaffe das scheinbar nicht, denn wir haben unser verspätetes Frühstück, bzw. verfrühtes Mittagessen am Strassenrand unter einem Baum zu uns genommen. Aufgrund der nicht ganz so gut gelungenen Stromversorgung ist unser Kühlschrank schon fast zum Backrohr umfunktioniert und wir müssen schauen, dass wir unsere nicht so gut haltbaren Lebensmittel so schnell wie möglich aufessen. Nach der Pause habe ich auch dem Moti noch drei Liter Wasser in den Kühler gegossen und dann ging es weiter bis Mahdia, wo wir im Vorbeifahren ein Schild „Touristeria“ gesehen haben. Das wollten wir doch nicht auslassen und so haben wir umgedreht und sind in die Touristzone gefahren. Ein Hotel am Anderen, abgegrenzt vom Rest Tunesiens, saubergehalten und von der Polizei kontrolliert. Wir haben da eine Gasse gefunden, wo wir zwischen 2 Hotelanlagen bis ganz an den Strand fahren konnten und unsere Mittagspause zwischen Sonnenschirm, Strand, Wasserbananen, Beachparagleitern und fetten Obenohne-Touris verbringen konnten. Aber die Abkühlung im Meer war super. Nach 2 Stunden haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Das Land ist sehr öde und abgesehen von unzähligen Olivenplantagen gibt es nicht sehr viel. Irgendwann habe ich dann die glohrreiche Idee gehabt, quer durch eine Olivenplantage ans Meer zu fahren. Das ist nach einem mehr oder weniger abenteuerlichen Kreuz und Quer und Auf und Ab dann aber an einem Dorf weit weg vom Meer abgebrochen worden. Anita hat die Gelegenheit genutz und hat die ersten Meter unseren Motti durch die Gegend gesteuert. 2 Std. später haben wir es dann kurz vor Gabes noch einmal versucht und tatsächlich das Meer erreicht. Nur waren wir da nicht in einer Touristzone und so hat der Strand ehrer einer Mülldeponie geglichen. Aber das war uns für den Moment egal und wir haben uns 20 Meter vom Meer entfernt niedergelassen. Die Kinder konnten ein wenig spielen und wir haben in der Zwischenzeit Spagetti gekocht. Der nicht gekühlte Kühlschrank hat seinen Höhepunkt errreicht und ein umgefallenes Pesto ist ausgelaufen. Nach dem Abendessen hatten wir dann noch einen Kampf mit dem Moskitonetz und konnten dann schlussendlich in der Sauna einschlafen.

SA 16.06.07
Strecke: Gabes-Insel Jerba
Kilometer: 185
Zeit:  8Std.
Wieder erst um 8 Uhr losgefahren. Ich war total erfreut, zum erstenmal seit wir von zu Hause weggefahren sind, funktionieren alle Bremsen am Motti. Das heisst, es zieht mich nicht mehr mit jedem Bremsen nach rechts weg. Super, endlich mal was, das sich am Auto verbessert anstatt verschlechtert. Der Kühler ist dafür nicht mehr ganz dicht und der Reifen wird es auch nicht mehr lange machen. Anita hat heute in einem Supermarkt für 12 Liter Wasser weniger bezahlt als gestern für 2 Liter – aber wir lernen dazu. Wir kommen bis Mittag ziemlich gut voran und 20 km vor Jorf; dem Ort an dem wir auf die Fähre müssen; kommen schon wieder einmal ziemlich komische Geräusche aus dem Motorraum. Ein Blick auf die Batteriekontrollanzeige stimmt mich auch nicht wirklich positiv – sie zeigt 0 Power an. Wir fahren wieder einmal rechts ran und ein Blick unter die Motorhaube bestätigt meine Befürchtungen, die Lichtmaschiene hat sich wieder verabschiedet und auch sonst muss sich was verabschiedet haben, da die Batterie Null anzeigt. Das heisst, wir können unser Gefährt nicht mehr abstellen und müssen schauen, dass wir im Schongang nach Jorf kommen. Was jetzt noch beunruhigend dazu kommt, ist, dass der rechte Vorderreifen schon erste Anzeichen von sich in Luftauflösen macht – und ich ein leichtes Schlagen beim Lenken wahrnehmen kann. Wir haben dann Jorf sehr schnell erreicht und noch schneller waren wir beim Einspuren für die Fähre. Das war eigentlich nicht so geplant, da ich ja angesichts der Null Energiephase das Auto nicht mehr abstellen kann – sonst geht nichts mehr mit starten. Aber was solls, jetzt waren wir schon da, also gehen wir auch aufs Boot. Anita hat schon mal das Ticket im 0,85 Dinar gelöst und nach einer kurzen Wartezeit waren wir dann mit laufentem Motor auf der Überfahrt. Auf Jerba angekommen haben wir am ersten Eisenladen gehalten und Anita hat Schrauben besorgt, damit ich die Lichtmaschine wieder Fixieren kann. Dann sind wir wieder einmal drauflos gefahren, um einen netten Platz in der Touristzone am Meer zu finden. Das haben wir auch relativ schnell geschafft. Um 16 Uhr waren wir dann am Strand zwischen 1000 und einem Touri. Als sich die Sonne verzogen hat, habe ich mich ans Autorichten gemacht und Anita hat die Kinder versorgt – was angesichts unseres Standplatzes im Meersand gar nicht ganz so einfach war. Nun ist es halb 11 und wir liegen bei Disco Sound in unserem Auto am Strand.

SO 17.06.07
Strecke: Jerba-Jerba
Kilometer: 5
Zeit:  1/2Std
Heute haben wir nur den Standplatz gewechselt und dabei Geld abgehoben und Brot gekauft. Der neue Standplatz ist direkt am Meer ca. 10m vom Wasser entfernt. Ausser faulenzen und sonnen hatten wir nicht sehr viel auf dem Programm. Am Abend ging es dann noch in die Stadt zum Schauen  ob wir irgendwo einen Internetshop finden und gemütlich abendessen. Das Ganze ist schon wieder ziemlich ungemütlich losgegangen. Damit wir unseren Beach-Platz verlassen konnten, habe ich zuerst einmal den Allrad zum Einsatz gebracht, das hat super funktioniert – aber als wir dann wieder auf die normale Strasse gekommen sind, ist der Allrad nicht mehr rausgegangen und so sind wir dann die 12 Km bis in die Stadt mit 35 Kmh und Allrad gefahren. In der Stadt haben wir dann ein paar Runden gedreht mit dem Moti und schlussentlich tatsächlich ein Internetcafe gefunden. Wir habe die Bestätigung von unserer Agentur in Lybien erhalten, mit unseren Visas soll alles klar sein. 

MO 18.06.07
Strecke: Jerba-Ras Jadir
Kilometer: 200
Zeit:  3 Std.
Auch heute gab es nicht sehr viel neues ausser super Wetter, Strand und Bekannte aus Breitenbach. Ich bin gerade am Auto gestanden, da sind 2 Leute zu uns gekommen. Bist du der Keck vom Lawinenkurs im Alpbachtal? Ja, der bin i. Eine halbe Stunde tratschen folgte. Den Rest des Tages haben wir gemütlich am Strand verbracht. Schwimmen, Strandzeichnungen, Wanderung am Beach entlang, Kamel fotografieren und um 16:00 h dann Abfahrt Richtung Grenze Lybien. Und da wir unser Auto an diesem Tag erst am Abend bewegen mussten, konnte ich zur Abwechslung bei einem Einheimischen helfen, den Reifen zu wechseln. Es folgte ein geruhsamer Abend am Strand. Die Fahrt zur Grenze verlief problemlos. Im letzten Ort vor der Grenze wollte ich noch schnell unseren in Italien kaputt gegangenen Reifen reparieren lassen. Wir haben auch einige Reifenrichter gefunden. Irgendwann bin ich dann am Strassenrand stehen geblieben und habe versucht, mich mit den Monteuren zu verständigen. Der erste hat mich gleich auf die andere Seite der Strasse geschickt, der 2. hat dann nach langem hin und her und deuten den Reifen sehen wollen. Gesagt getan, ich habe das schwere Teil heruntergeholt und über die Strasse zur Werkstatt gerollt. Er hat den Reifen gesehen und auf seine Maschine gedeutet und mir dabei klar gemacht, dass dieser Reifen für seine Werkstatt und seine Werkzeuge zu gross ist. Wunderbar, ich habe mich mit meinen Reifen wieder verrollt und das 50 Kg Teilchen wieder am Dach versorgt. Wir erreichten dann um 19:00 h die Grenze. Nachdem wir ja ein Mail erhalten haben, dass alles gut gegangen ist mit unserem Visa, haben wir uns nicht mehr weiter um die Sache gekümmert und erst jetzt an der Grenze versucht, unseren Führer für Lybien zu erreichen. Das gestaltete sich allerdings ziemlich schwierig und nach ca. 20 Telefonaten mit Handy und Satelitentelefon habe ich wieder einmal alle Leute verflucht, wenn der morgen in der Früh nicht hier ist, fohr i hoam. Irgendwie ist dann scheinbar doch eines unserer SMS bei der Agentur angekommen und um halb 2 Uhr morgens hat uns der Chef der Agentur zurück gerufen und Anita erklärt, dass Saleh unser Guide in einer Stunde an der Grenzen sein kann. So schnell wollten wir das dann doch wieder nicht haben. Anita konnte den Termin auf Morgen um 10 Uhr fixieren. Die Nacht war extrem laut von den LKWs, die an uns vorbei gerauscht sind.

DI 19.06.07
Strecke: Ras Jadir-Triboli
Kilometer: 200
Zeit:  10 Std.
Der Tag hat schon sehr früh begonnen, um 5 Uhr sind wir bereits vom Lärm an der Grenze aufgewacht und nach einigem hin und her drehen bin ich dann um 6 Uhr aus dem Auto gestiegen. Ich dachte mir, das reicht leicht zeitlich. Aber der erste Bilck rund um unser Auto liess mich schon fast ein wenig zweifeln. Wir mit unserem Moti ganz am Strassenrand, neben uns eine kilometerlange Schlange LKWs, die sich keinen cm vom Fleck rühren und hinter den LkWs 6-spuriger kilometerlanger PKW-Stau. Um 7 Uhr bin ich dann schon etwas unruhig geworden und habe mich auf den Weg gemacht, um nachzusehen, ob sich die LKWs nicht vielleicht doch irgendwann bewegen anfangen. Um 7 Uhr 30 war es dann so weit, einer der Brummifahrer ist nach vorne gefahren und ich konnte mich in die PKW Spur rausdrängen. Da ist es schon ein Vorteil, wenn man ein altes Riesenmonster hat. Mit Gehupe und Gedränge erreichten wir dann um 8 Uhr den tunesischen Grenzposten, ca. 50m von unserem Nachtparkplatz entfernt. Vor mir steht nur noch ein Auto und dann sind wir endlich an der Reihe. Um etwas Geld zu sparen, habe ich nicht mehr in Tunesien getankt – ich wollte zwar sogar das restliche tunesische Geld verbrauchen, aber der Grenzort ist nicht wirklich ein Ort und somit gibt es hier eben überhaupt nichts, natürlich auch keine Tankstelle. Wie sollte es auch anders kommen, genau in dem Moment, wo wir zum Grenzposten vorfahren sollen, saugt unser Moti die letzten Tropfen Diesel aus dem Tank. Ein paar Stotterer und die Kiste steht. Nachdem wir ja auf der Fähre schon geübt haben, wie man das Problem schnell löst, hatten wir ruckzuck aus dem Reservetank 20 l Diesel in den Haupttank gefüllt und konnten unauffällig und problemlos die Grenze passieren. Die Stempel im Pass gab es schnell, der Zoll und die Autobesichtigung dauerte etwas länger, doch um 9:30 h war an der tunesischen Grenze alles erledigt. Vom lybischen Grenzgebäude lacht ein überdimensionaler Gadafi herunter. Wir fahren bis zum Grenzposten der Lybier vor, geben unsere Pässe und die Kopie der Visabestätigung ab. Ein freundlicher Beanter verschwindet für 5 Minuten. Nach der Rückkehr gibt es ein kurzes Telefonat mit unserem Guide und nach einer weiteren 1/2 h stehen wir nach der Grenze und montieren unsere Kennzeichen. Saleh unser Guide hat an der Grenze ruckzuck alles organisiert. Wir mussten die Versicherung für das Auto bezahlen, die Kaution für die Nummertafeln und die Visastempel. Dann ging es los Richtung Tripoli. Nach ca. 15 km haben wir unsere leeren Tanks gefüllt und ich war positiv über den Dieselpreis überrascht: 100 l für 10 Euro. Ein weiterer kurzen Zwischenstopp erfolgte in einem kleinen Ort, wo wir die Agenturkosten von Euro 550.– bezahlt haben und einen Snack gegessen haben. 100 km Vollgas, sprich ca. 75 kmH reichten aus, dann hat sich die Lichtmaschine schon wieder verabschiedet. Ein lautes Krachen aus dem Motorraum und ein Zusammenzucken unserer Guides waren die Folge. Zufälligerweise hat es genau an dieser Kreuzung 2 Werkstätten, die uns helfen konnten. Nach 2 h provisorischem Schrauben und Elektroschweissen ging es die restlichen 50 km weiter bis Tripoli. Das erste Hotel, das wir anfahren ist ein staatliches und leider wegen einem afrikanischen Kongress ausgebucht. Zu diesem Zeitpunkt war die provisorische Repartur der Lichtmaschine schon wieder im Arsch. Eine kurze Stadtrundfahrt ging sich noch aus und wir erreichten einen Stellplatz mitten im Stadtkern Tripolis in einem Park mit Spielplatz. Super für die Kinder, nach fast einem ganzen Tag im Auto konnten sie sich austoben. Am Abend haben wir dann noch die Medina mit Markt durchstreift und die ersten Souvenirs gekauft. Wir konnten wahrscheinlich auch den einzig funktionierenden Bankomat finden und haben uns mit lybischen Dinaren eingedeckt. Nach einem Abendessen mit 2 übermüdeten Kindern haben wir uns dann bei einer Affenhitze um 23:00 h ins Auto verdrückt. Es folgte eine Nacht mit Disco und Sauna. Der Park war gegen 22:00 h nachts übervoll mit Menschen, die ihre Picknick-Decken ausgebreitet haben. Popcorn-Stände, Pferde reiten, Kutschen fahren, Luftballons, es war wie an einem Volksfest. Anscheinend ist das jeden Abend so und Donnerstag ganz besonders, weil die islamische Bevölkerung am Freitag Sonntag hat.

MI 20.06.07
Strecke: Tripoli – Tripoli
Kilometer: 40
Zeit:  2 Std.
Um das Problem an der Lichtmaschine zu beheben, bin ich schon um 6:00 h zum Auto. Ich hatte den Motorraum kaum geöffnet, hatte ich schon einen pakistanischen Gehilfen. Sehr hilftbereit organisierte er sofort einen Mechaniker, einen Inder, der den Autopark seiner Firma betreut. Der Mann sollte anscheinend megagut sein. Er tauchte dann auch bald auf und begann sein Handwerk an unserem Auto. Mit Bindetreten und Kabelbindern gab er sein bestes. Saleh ist dann auch um 10:00 h aufgetaucht und da mir die Reparatur der Lichtmaschine nicht gefiel, haben wir uns auf die Suche einer Werkstatt gemacht, um das Problem endgültig zu lösen. Nach 2 Std. durch die Stadt kurven, haben wir die dann auch gefunden und die Arbeit hat begonnen. Tee trinken, Schatten sitzen, Teile besorgen, Teile herausschrauben, Teile einbauen und das alles x-mal und um 12:00 h nachts hatte ich immer noch keine Lichtmaschine im Auto. Wir haben direkt neben der Werkstatt auf einer Schotterstrasse übernachtet. Anita hat an diesem Tag mit den Kindern und Saleh den Strand besucht.

DO 21.06.07
Strecke: Tripoli – Leptis Magna
Kilometer: 150
Zeit:  2 Std.
Auch dieser Tag hat wieder sehr früh begonnen, die Hitze war schon um 6:00 h morgens zu spüren. Ich habe alles hergerichtet und schon zu basteln begonnen, bis dann auch die Mechaniker um 7:30 h aus ihrem Schlaflager in der Werkstatt auftauchten. Anita habe ich mit Saleh und den Kindern ins Museum geschickt und abgemacht, sie gegen Mittag im besagten Park abzuholen. Für die Lichtmaschine wurde eine komplett neue Konsole in den Motorraum gebaut und sie läuft jetzt nicht mehr über eine Welle sondern über einen Keilriemen. Hurra! Hoffe, das Ding hält jetzt. Auch den kaputten Reifen, der schon seit Italien längstens fällig war, konnten wir reparieren lassen. Mit etwas Verspätung und 250 Euro weniger sowie einem runderneuerten Moti konnten wir Anita um 16:00 h im Park abholen. Auch unseren pakistanischen Freund war mit Frau und Tochter da, um sich von uns zu verabschieden. Die 150 km nach Leptis Magna gingen dann problemlos und wir erreichten am Abend unser Summer Village, an dem wir zum ersten Mal seit Italien wieder einmal richtig duschen konnten. Zum Abendessen gab es Spaghetti und nachdem es Dunkel wurde, habe auch ich mich ins Wasser getraut. Der Strand ist voll mit Männern und Jungs und es gibt unter 1000 vielleicht 2 vermummte Frauen, die auch ins Wasser dürfen. Samt Bekleidung und Kopftuch stehen sie dann im Meer. Der Abend war wie schon gewohnt unerträglich heiss.

FR 22.06.07
Strecke: Leptis Magna – Nähe Surt
Kilometer: 250 km
Zeit:  5 h
Am Vormittag haben wir die Ruinenstätten von Laptis Magna gesichtigt. Gleich am Anfang wollten sie uns schon einen Guide für 50 Dinar aufs Aug zu drücken. Daraufhin haben wir beschlossen, weiterzufahren. Schlussendlich haben wir einen Guide für 20 Dinar bekommen, allerdings nur für 1 1/2 h. Das hat aber völlig ausgereicht. Die Bauten stammten grösstenteils aus der Römerzeit und waren zum Teil sehr gut erhalten. Aber nach 1 1/2 h rumlatschen in der Hitze hatten wir auch schon wieder genug davon. Auf unserem Weiterweg legte wir noch eine kurze Pause am Meer ein, wo Anita das erste Mal im T-Shirt und Shorts zwischen den muslimiscen Frauen ins Wasser stieg. Unser Weiterweg führte uns zwischen Küste und Wüste in einem ziemlich trostlosen Gebiet bis Benghazi. Doch der heutige Tag endete für uns kurz vor Surt, da wir bei voller Fahrt einen Reifenplatzer auf der rechten Hinterachse hatten und dieses schon fast tägliche Gebrechen am Auto kostete uns wieder eine Menge Zeit. Bei Dunkelheit erreichten wir einen ziemlich schmutzigen stinkigen abgeschiedenen und verwahrlosten Standplatz am Meer.

SA 23.06.07
Strecke: Surt – Benghazi
Kilometer: 650 km
Zeit:  12 h
Einige Worte zu unserem Guide Saleh: Ich denke wir haben Glück gehabt, die Organisation und Abwicklung ist perferkt, nur die Standplätze sind ähnlich wie in Burma, wahrscheinlich staatlich vorgegeben und man kann auf dieser Route nur in Summer Villages übernachten und aus diesem Grunde fühle ich mich schon wieder ziemlich eingeengt. Er versucht auf jeden Fall, immer und überall das Beste herauszuholen, Zeit und Geld zu sparen und er gibt sich die beste Mühe, die besten Mechaniker zu finden, was leider nicht immer so gut klappt. Der heutige Tag bestand nur aus fahren fahren fahren. Die einzige Abwechslung waren Kamele, ein kleinerer Sandsturm und die Überraschung, dass an diesem Tag am Auto nichts mehr zusätzlich kaputt gegaben ist und alle Reifen die lange Belastung ausgehalten haben. Beim Dunkelwerden erreichten wir das nächste Summer Village in Benghazi. Das schöne an den Summer Villages ist, man hat immer eine Dusche und ein Klo. Was dabei aber extrem wichtig ist, man darf dabei überhaupt keine Ansprüche an Sauberkeit oder auch nur annähernd halbwegs hygienische Ansprüche haben.

SO 24.06.07
Strecke: Benghazi
Kilometer: 20 km
Zeit:  2 h
Beim Aufstehen am Morgen haben wir festgestellt, dass die lange Fahrt für unser Auto doch nicht ganz so super war. Die komplette rechte Seite von Moti war von oben bis unten voll mit Diesel und Ölflecken und auch unter dem Auto hatten wir einen mittelgrossen See. D.h. wir verlieren Öl und Diesel. Auch die Nabe an linken Vorderreifen hat sich gelöst und muss wieder verschweisst werden und wir haben wieder einmal einen Reifen zum Reparieren. Irgendwie kommt es uns schon so vor, als würden wir in Lybien nur eine Werkstätten-Sightseeing machen. Anstatt wie geplant weiterzufahren, haben wir uns schon um 9:00 bei der ersten Werkstätte angestellt. Da wurde dann innerhalb von 4 h die Benzinleitung ausgebaut und gelötet und sämtliche Lecks im Ölbereich repariert. Im Anschluss gings um die Ecke weiter und eine weitere Stunde wurde in die Schweissarbeiten der Nabe investiert. Anita konnte während dieser Zeit 2 h in der Hitze des Tage in einem Park geniessen und schlussendlich haben wir dann noch eine letzte Werkstätte gefunden, die unser Reifenproblem löste. Während der Arbeiten am Reifen hat sich Silas im Auto nicht mehr so richtig wohl gefühlt und bei einer Sekunde wegschauen selbständig gemacht und dabei das Auto im Sturzflug verlassen. Das war dann kurzfristig der Höhepunkt an Pannen.Silas war zwar nicht bewusstlos, aber ziemlich abwesend und wir haben das Auto in Panik verlassen, um das nächste Krankenhaus aufzusuchen. Während der Fahrt ins Krankenhaus und auch im Krankenhaus war er dann die meiste Zeit im Halbschlaf. Der erste Check vom Arzt war allerdings schon etwas erleichternd und wir mussten dann noch eine Stunde warten, bis die Röntgenabteilung geöffnet hatte. Während dieser Zeit habe ich unser repariertes Vehikel abgeholt und Anita musste alleine mit den KIndern im Krankenhaus bleiben. Um 17:00 h fand dann noch ein Schädelröntgen statt und im Anschluss folgte die Diagnose, dass alles in Ordnung sei und wir konnten das Krankenhaus verlassen. Wir haben 2 Medikamente in der Apothke abgeholt. Da ich der Diagnose nicht so ganz traute, haben wir dann noch eine weitere Nacht in Benghazi verbracht, um den Krankenhaus nahe zu sein.

MO 25.06.07
Strecke: Benghazi – Apollonia
Kilometer: 300 km
Zeit:  5 h
Auf der heutigen Tagesstrecke haben wir den Jebel Akhdar überquert und das kostete natürlich mit unserem Fahrzeug etwas mehr Zeit. Temperaturen um die 40 ° und starke Steigungen bremsen die Motorleistung unseres Moti sehr stark ein. Anita verbrachte die ganze Fahrt im hinteren Teil des Autos bei den Kindern. Das ist in Lybien leider immer so, da auf dem zweiten Vordersitz unser Guide einquartiert ist. Nach 4 h Fahrt erreichten wir um ca. 13:00 h bei der ärgsten Mittagshitze die Ruinen von Cyrene. Anita war so übermotiviert und wir so nicht motiviert, dass es nicht lange dauerte und sie sagte, wir sollen beim Auto warten. Aber wir sind dann doch alle gemeinsam aufgebrochen, um die Steinhaufen anzusehen. Ausser schwitzen und fotografieren und das Einpacken eines Souveniersteines gab es für mich nicht viel zu tun. Die Ausgrabungen liegen an einem sehr schönen Ort. Für mich ist es allerdings schwer, bei den Temperaturen die Besichtigung zu geniessen. Im Anschluss haben wir noch etwas getrunken und ich konnte das Green Book in englischer Version erwerben. Eine weitere Stunde im Auto und ein schneller Tankstopp, dann erreichten wir ein weiteres Summer Village in Apollonia. Ein Strand, ziemlich überfüllt, und ein mickriges Dusch- und WC-Haus sowie eine Open-air-Leinwand  waren das Ambiente unseres nächsten Standplatzes. Sina und Silas haben den Strand und das Meer genossen, Sina mag inzwischen sogar die Wellen und war fast nicht mehr aus dem Wasser herauszubekommen. Anita konnte das Baden wieder in voller Bekleidung geniessen, da wir anscheinend die einzigen Touristen in diesem Land sind. Der Abend war wieder ziemlich laut und heiss.

DI 26.06.07
Strecke: Apollonia – Tobruk
Kilometer: 200 km
Zeit:  4 h
Da das Meer und der Strand hier wirklich sehr schön waren und wir heute keine lange Strecke hatten, haben wir die Morgenstunden noch am Meer genossen und konnten den Strand fast für uns alleine haben. Sina hat zum ersten Mal ihre Flossen und Taucherbrille getestet und Silas war im Sand beschäftigt. Um 10:30 h waren wir wieder startklar, doch unser Moti wieder einmal nicht. Nach mehreren Startversuchen und entlüften der Dieselanlage sowie Starthilfe von einem kleinen LKW war die Batterie ausgesaugt und es rührte sich gar nichts mehr. Die eifrigen Helfer hatten schon wieder jede Menge Diagnosen parat, vom Batteriewechsel bis zum Austausch der Einspritzpumpe, ….. Einer hatte das Problem allerdings richtig erkannt und festgestellt, dass wir wahrscheinlich mit Wasser gestreckten Diesel auf der letzten Tankstelle erhalten haben. Das hat mir sehr gut eingeleuchtet, da es mit starten bis jetzt absolut keine Probleme gab. Es kam dann ein grösserer LKW, der uns nach mehreren Versuchen 20 m durch den Sand gezogen hat und damit das Wasser aus dem Motor verdrängte und die Kiste ist wieder gelaufen.  Die Fahrt nach Tobruk verläuft dann wieder einmal zwischen Meer und Wüste. Wir haben dann noch einen Ort durchfahren, an dem wir nicht anhalten durften, da es in den letzten Tagen einen Bombenanschlag gab. Gegen 16:00 h erreichten wir Tobruk und nach einigen Einkäufen für das Abendenssen fanden wir was ganz Neues, zur Abwechslung mal ein Sommercamp zum Übernachten, diesmal ohne Duschen und WC. Und Saleh musste sich zuerst erkundigen, ob Anita überhaupt ins Wasser darf. Die Lage des Sommercamps war ausgesprochen Moti-unfreundlich, da der Parkplatz ca. 100 m steil nach unten am Meer lag. Nach unseren Dieselproblemen gefiel mir der Platz gar nicht. Nach dem Schwimmen und Abendessen habe ich dann noch einmal versucht, das Monster zu starten, was dann auch gelang. Aber nicht wirklich problemlos. Was ich auch Saleh mitteilte und ihn darauf hinwies, ob wir nicht oben parken sollten. Dieser und der ägyptische Bademeister waren sich aber einig, dass das alles kein Problem ist und ich so parken soll, dass ich ihn anrollen kann….5 m! Das Abendessen war wieder einmal sauheiss, man schwitzt beim Essen schon wieder die halben Kalorien raus. Der Hautausschlag auf Sinas Händen hat sich seit Italien nicht gebessert und inzwischen auf Anitas Hände übertragen. Silas und ich sind noch seuchenfrei.

MI 27.06.07
Strecke: Tobruk – Mussa’it – Sallum – Marsa Matruh
Kilometer: 300 km
Zeit:  14 h
Am heutigen Tag sind wir etwas früher aufgestanden, um rechtzeitig an der Grenze zu sein. Wieder einmal steht ein bürokratisches Abenteuer auf dem Tourenplan – Grenzübergang Lybien/Aegypten. Das frühe Aufstehen war allerdings vergebens, denn unser Moti war nach wie vor nicht mit dem Diesel zufrieden. Es folgten wieder zahlreiche Startversuche, bis sich irgendwann die Batterieleistung wieder in Luft auflöste. Sina konnte die Zwangspause noch einmal zum Baden nutzen und dasselbe wie eh schon bekannt, folgte. Ein LKW hat uns angezogen. Wenn der Motor einmal läuft, ist es kein Problem mehr und wir erreichten relativ schnell den letzten Ort vor der Grenze. Dort hat Saleh beim letzten Polizeiposten die Kennzeichen abgegeben und die Kaution zurück erhalten. Während dessen dachte ich mir, dass die Batterie nun lange genug aufgeladen wurde und ich machte eine Abstellprobe…..grosser Fehler! Die Batterie zeigt voll an, aber am Starter rührt sich nichts mehr. Der Starter ist tot. Judihuii! Ein weiterer LKW zieht uns an, allerdings wissen wir noch nicht genau wie der scheinbar etwas länger dauernde Grenzübergang ohne Motorabstellen stattfinden soll. Aber was solls, wir werden schon einen LKW finden, der uns wieder ein paar Meter weiter zieht. Saleh erledigt an der lybischen Grenze noch alle Ausreiseformalitäten, inkl. das Abstempfeln des Carnet des Passage und verabschiedet sich dann bei uns. Wir rollen Aegypten, und das ohne Visa, entgegen. Da in den Reiseführern angegeben ist, dass ein Visum auf dem Landweg nicht möglich ist (entgegen der Information der Botschaft in Wien), schwitzt Anita schon seit Tagen. Die ersten Beamten begrüssen uns mit Welcome in Egypt, begutachten unsere Pässe, fragen sicher 20x ob wir aus Australien kommen und winken uns dann weiter zum Zoll, bzw. zur Visa-Abteilung. Das Visa erhalten wir relativ schnell und problemlos, wir müssen nur die US$ 15.– Visa-Gebühr bezahlen, dann werden wir etwas langwierig registriert und nach 1 h ist die Personeneinreise erledigt. Unser Moti steht in der Zwischenzeit in der ärgsten Hitze mit laufendem Motor auf dem Parkplatz.  Da die Reperatur des Ölverlustes nicht so ganz erfolgreich war, hinterlassen wir auf jedem Parkplatz einen kleinen Ölsee. Nachdem wir nun das Visa schon mal hatten, begannen die Zollformalitäten für das Auto. Diese Prozedur dauerte dann schon ein wenig länger, aber auch das ging vorbei und nach 3 h hin und her laufen, Formulare ausfüllen, Geld abliefern, Versicherungen abschliessen und Motornummer registrieren haben wir dann tatsächlich die aegyptischen Nummern erhalten. Ein letzter Gegencheck beim Chef des Zolls und ich erhalten auch noch einen arabischen Führerschein. Moti ist die 4 h problemlos durchgelaufen und wir konnten ohne grössere Zwischenstopps um 10:00 h abends Marsa Matruh erreichen, wo wir auf einer Tankstelle übernachteten.

DO 28.06.07
Strecke: Marsa Matruh – Kairo
Kilometer: 570 km, plus 100 km in Kairo
Zeit:  8 h
Aufgrund des toten Starters begann unsere Weiterreise wieder mit einem freundlichen LKW-Fahrer, der uns einige Meter abschleppte. Für die Kinder ist es wieder ein ziemlich langweiliger Tag. Da wir trotz der Fahrt am Meer entlang nirgends halt machen können. Wir haben zwar versucht, in einem aegyptischen Summer Village baden zu gehen, wo wir nur bis zum Eingangstor kamen, wo es dann hiess „only for diplomats“. Als Trost haben wir dann zumindest Chickenwurst, frisches warmes Brot und frische Früchte gekauft und ausgiebig gefrühstückt. Die Fahrt nach Kairo ging flott und kurz vor der Einfahrt ins Zentrum haben wir dann noch einmal bei laufendem Motor unser lybisches Benzin aus dem Reservekanister nachgetankt, um einer Panne im Verkehrschaos von Kairo zu entgehenl. Wieder einmal war ich ausgesprochen froh, dass wir ein uraltes Riesenmonster als fahrbaren Untersatz haben, denn in Kairo gilt die Regel, wer bremst, der verliert. Bei der Einfahrt in Kairo konnten wir schon die Pyramiden von Gizeh sehen, doch um das zu geniessen, beibt keine Zeit…..drängen, hupen, stauen und die Suche  einem Hotel hat begonnen. Nach einer Stunde Kemikazienfahrt sind wir daraufgekommen, dass es das von uns gesuchte Hotel nicht mehr gibt. Wir haben den Platz ganz genau gefunden, sind ca. 250 m gegen die Einbahn bis vor die Tür des Hotels gefahren, wo wir dann von einem freundlichen Polizisten darauf hingewiesen wurden, dass es das Hotel nicht mehr gibt, und wir auf einer One-Way-Strasse in der falschen Richtung unterwegs sind. Mühsames Umdrehen und eine Stunde weiteres Suchen hat dann ergeben, dass es auch das zweite von uns ausgewählte Hotel nicht mehr gibt. 2 h Verkehrschaos mit unserem Auto und die Gewissheit, dass wir unser Auto nicht abstellen können, da es am nächsten Tag nicht mehr zum Starten geht, zwingen uns dann, eine Werkstatt zu suchen und auf das Hotel zu verzichten. Eine weitere Stunde verstreicht, bis wir zufällig auf einer Stadtausfahrt am Strassenrand einige halb bzw. fast ganz zerlegte LKW’s sehen. Das Fragen lohnt sich, die Leute sind gut organisiert, es gibt ca. 20 Mechaniker und 1 -2 Bosse, das ist nicht ganz durchschaubar, und wir können sofort vorfahren, um das Problem zu beheben. Der Starter wird blitzschnell ausgebaut, zerlegt, ein durchgebranntes Kabel ausgetauscht und wieder eingebaut. Das alles ohne Arabisch-Kenntnisse, ohne Kosten, dafür mit ausgiebiger Belehrung über den Koran und Allah. Einer der Chefs hat mich ausführlich über die Würde Allahs belehrt und mir dafür die Reperaturkosten nicht verrechnet. Denn ein guter Moslem muss mindestens einmal am Tag etwas Gutes tun und wir sind scheinbar gerade rechtzeitig gekommen für die gute Tat des Bosses. In der Zwischenzeit ist es schon dunkel geworden und wir machten uns auf die Suche nach einem Schlafplatz. Wieder sind wir eine Stunde durch Kairo gekurvt bis wir hoch über Kairo einen Standplatz auf einem Schotterfeld gefunden haben. Froh aus dem Lärm der Stadt geflüchtet zu sein, konnten wir in aller Ruhe unter Sternenhimmel duschen und bei offenen Läden schlafen gehen. Sina hat zu Hause angerufen und es ist mehr oder weniger alles klar. Die Nachtruhe dauerte nicht sehr lange an und wir bekamen Besuch von zwei älteren Herren, die uns darauf aufmerksam machten, dass wir hier nicht wirklich erwünscht sind. Mit Händen und Füssen machten wir ihnen dann mitten in der Nacht klar, dass wir hier nur schlafen wollen und morgen früh schon wieder um 6 Uhr weg sind. Es machte ganz den Anschein, dass das OK ist. Sie sind wieder verschwunden und wir konnten weiterschlafen. Aber nur eine Stunde, dann sind sie schon wieder ums Auto geschlichen. Wir haben uns schlafend gestellt. Um 1 Uhr morgens habe ich dann den Schlafplatz verlassen und wir sind zurück in das Stadtzentrum gefahren. Eine etwas unruhige Nacht – aber um 2 Uhr hatten wir dann einen relatiev ruhigen Platz nahe einem Krankenhaus in Garten City erreicht.

FR 29.06.07
Strecke: Kairo
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Den heutigen Tag nutzen wir, um die sudanesische Botschaft ausfindig zu machen. Bei extremer Hitze, ca. 40 Grad im Schatten haben wir unsere 2 Kinderlein kreuz und quer durch die Stadt geschliffen. Während unserer Suche kamen wir bei sämtlichen Botschaften und Konsulaten vorbei. Dabei mussten wir auch feststellen, dass die Amerikaner für ihre Botschaft ein ganzes Viertel absperren müssen. Schlussendlich konnten wir dann die Botschaft von Sudan finden, wo uns zwei freundliche Soldaten darauf aufmerksam machten, dass die Botschaft erst wieder am Sonntag geöffnet hat. Das ganze ohne Englisch, nur in Zeichensprache. Daraufhin haben wir beschlossen, die ethiopische Botschaft gar nicht mehr aufzusuchen und haben bei Kentucky Fried Chicken unser Mittagessen eingenommen. Den Nachmittag verbrachten wir im ägyptischen Nationalmuseum.

SA 30.06.07
Strecke: Kairo
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nachdem wir für unsere Visas heute sowieso nichts erledigen können, haben wir beschlossen, die Pyramiden von Gizeh zu besichtigen. Schon früh am Morgen sind wir mit einem Taxi zu den Pyramiden losgefahren. Wir sind noch gar nicht ganz aus dem Auto ausgestiegen, hatten wir schon den ersten, Kutschen-, Kamel- und Pyramidenführer am Hals. Stolz, ihn ganz schnell abgeschüttelt zu haben, lösten wir unsere Eintrittskarten. Wir haben es gar nicht ganz bis zum Fusse der Pyramiden geschafft und Sina hatte schon einen Scarabeo-(Glückskäfer)-Verkäufer am Hals. Er drückte ihr 2 Käfer in die Hand und schwafelte etwas daher von „everything free“ (gratis) daher. Zuletzt wollte er dann natürlich eine Spende. 7 Pfund (1 Euro) waren aber nicht ausreichend, er hatte eine genaue Vorstellung von der Höhe der Spende. Es folgten die üblichen Fotos und wir machten uns wie alle Touristen bei brütender Hitze die 3 Pyramiden zu umrunden. Man kann keine 2 m gehen, ohne dass nicht jemand etwas verkaufen will, bzw. Kamel oder Pferd reiten, Special offer, everything free, just for photo, etc. Sina durfte dann doch noch auf einem Kamel reiten und dann war definitiv Schluss. Von diesem Zeitpunkt an haben wir die Leute einfach ignoriert. Um ca. 13 h hatten wir dann dieses eine der 7 Weltwunder auch gesehen und uns wieder auf den Weg retour ins Zentrum gemacht. Nach einer kurzen Pause im brühtend heissen Motti ging es dann weiter zum Markt in die Old City. Es ging da gleich weiter wie am Vormittag bei den Pyramieden, es ist einfach nicht möglich etwas nur anzusehen oder einfach irgendwo vorbei zu gehen, ohne dass man aufdringlich zum Kauf beworben wird. Die 2 Mädels haben es dann doch noch geschafft, das eine oder andere Souvenier zu kaufen und neben einer unnötigen Ramschschau kamen wir zumindest in ein nettes Marktlokal zum Abendessen. Auf dem Rückweg hat Anita im Gedränge ihre Schuhsohle verloren. D.h. der fast neue, ca. 6 Jahre alte Outdoor Survival Sandale hat den Geist aufgegeben. Das war fast ein Drama. Trotzdem konnten wir es noch bis zum Moti retour schaffen. Es folgte eine weitere Katastrophen nach im brütend heissen Moti.

SO 01.07.07
Strecke: Kairo
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute war für uns der grosse Tag der Entscheidung. Bekommen wir die Visas für die weiteren Länder oder nicht. Wieder einmal sind wir zeitig früh morgens losgelaufen, um die sudanesische Botschaft aufzusuchen. Eine Menge Leute waren schon vor uns da, aber wir wurden schon gleich am Eingang von einem freundlichen Herrn empfangen. Die Pässe werden eingesammelt, es wurden Kopien gemacht und ich dachte schon, es läuft alles wie am Schnürchen. Bis dann die Frage kam, wo das Einladungsschreiben ist. Aber auch das war nur ein kurzer Schock, denn ich wurde sofort freundlich darauf hingewiesen, dass ich mir dieses Schreiben gleich bei der Österreichischen Botschaft in Kairo abholen kann. Gesagt getan, ab ins Taxi und zur Österreichischen Botschaft. Das Schreiben wurde problemlos innerhalb einer Stunde für uns 4 ausgestellt und wir konnten wieder retour zur sudanesischen Botschaft. Ich musste pro Pass 100 Dollar bezahlen und 2 Stunden später war alles erledigt. Wieder einmal nahmen wir unser Mittagessen ganz typisch ägyptischen bei McDonalds zu uns. Was tut man nicht alles für die lieben Kinderlein. Positiv überrascht machten wir uns nachher auf die Suche nach der ethiopischen Botschaft. Auch da wurden wir äusserst freunlich empfangen. Eien Dame händigte uns die Formalre aus, die wir am nächsten Morgen mit Fotos und 35 Dollar pro Pass wieder bringen sollen. Also machten wir uns auf den Weg retour zu unserer Sauna auf 4 Rädern. Rechtzeitig zum Sonnenuntergang machten wir dann noch eine Bootsfahrt auf dem Nil. Das war überraschend angenehm und gemütlich. Den Tag liessen wir dann bei Pina Colada, Steak und Coca Cola im Hard Rock Cafe ausklingen.

MO 02.07.07
Strecke: Kairo – Gizeh
Kilometer: 40 km
Zeit:  2 h
Zeitig in der Früh bin ich diesmal alleine aufgebrochen, um einen Traveller Check einzulösen und die nötigen Formulare an die ethiopische Botschaft abzugeben. Ich dachte mir, ich kann die Pässe gleich wieder mit den Visen mitnehmen. Dem war aber nicht so, ich musste bis zum nächsten Morgen warten und so ging ein weiterer Tag drauf. Da wir nicht mehr länger bei fast 50 Grad Sightseeing machten wollten, konnte ich Anita für eine Nacht im zum Hotel umgebauten ehemaligen Jagdschloss des Königs von ägypten am Fusse der Pyramiden von Gizeh überreden. Das hat zwar ziemlich Überredungskunst gebraucht, da nicht gerade billig, aber der Pool für die Kids und auch die Aussicht auf eine Dusche konnten überzeugen. Nachdem wir ca. 2 h in den Vorstadt-Slums verloren gegegangen sind, hat uns die staubige Strasse dann gnädigerweise irgendwo auf einer Asphaltstrasse im Zentrum wieder ausgespuckt. Es war wieder einmal unglaublich zu sehen, wie sich die Menschenmassen rund um eine Grossstadt bei katastrophalen Bedingungen niederlassen. Schlussendlich sind wir dann mit unserem Gefährt im Nobelhotel vorgefahren, wurden sofort auf einen Parkplatz verwiesen. Und nachdem Anita schon vor 2 Tagen nach dem Preis fragte, welcher 180 Dollar pro Nacht beträgt, habe ich noch einmal mein Glück versucht. Der in Thailand gefälschte Journalistenausweis hat sich wieder einmal bezahlt gemacht. Nachdem ich dem Herrn an der Reception erklärt habe, dass ich eine Nacht bleiben möchte und er mir auch sagte, dass der Raum 180 Dollar kostet, habe ich meinen 3-Dollar Ausweis gezückt und gefragt, ob es denn keinen Rabatt für Journalisten gäbe. Daraufhin bekamen wir prompt 50 % Ermässigung. Den Nachmittag haben wir dann am Pool genossen und zum Abendessen sind wir gleich um die Ecke in eine ägyptisches Lokal gegangen. Es folgte dann noch ein intensives Fotoshooting der Pyramiden bei Nacht. Die Nacht im klimatisierten Zimmer und frischer Bettwäsche war Dank Strassenlage nicht gerade sehr ruhig und Silas wollte uns partout keine gemütliche Nacht gönnen.

DI 03.07.07
Strecke: Kairo – Deser Road Richtung Bawiti
Kilometer: 220 km
Zeit:  4 h
Anita hat sich trotz Widerspengstigkeit überreden lassen, noch einen halben Tag mit den Kindern alleine am Pool zu verbringen, während ich versucht habe, das Foto-Wirrwarrr am PC zu sortieren. Anschliessend machte ich mich auf den Weg, die Pässe auf der ethiopischen Botschaft abzuholen. Pünktlich um 12:00 h haben wir ausgescheckt, denn Nachmittag aber noch bis ca. 16:00 h am Pool verbracht. Motiviert und in der Hoffnung, dass unser Auto durchhält, haben wir uns dann auf den Weg in die Wüste gemacht. Nach einer Stunde Fahrt auf der Desert Road mit fast ausschliesslich arabischen Strassenschilder hat uns dann eine Tafel mit der Aufschrift Assuit darauf hingewiesen, dass wir in die falsche Richtung fahren. Also hiess es umdrehen. Ein Abkürzer über die 2 Hauptfahrspuren liess unseren Moti fast umkippen. Ein lautes Knacken und die erste Auspuffaufhängung hat schon 50 km nach Kairo den Geist aufgegeben. Wir sind dann bis in die Nacht hinein, ca. 24:00 h mit einer kleinen Zwischenpause für das Abendessen bei Sonnenuntergang gefahren. Es folgte eine relativ ruhige Nacht bei sternenklarem Himmel und endlich offenen Fenstern in der Wüste.

MI 04.07.07
Strecke: Deser Road – Bawiti – Schwarze Wüste
Kilometer: 300 km
Zeit:  5 h
Bereits um 4:00 h morgens bei der ersten Dämmerung haben wir uns wieder auf den Weg gemacht. Als erstes wie immer Motorhaube auf, Check Dieselpumpe und entlüften, Kühlerwasser nachfüllen und hoffen, dass die Karre läuft. Problemlos startet unser Monster und wir können bei noch angenehmen Temperaturen die ersten Meter weiter in die Wüste zurücklegen (ich in der Fahrerkabine, der Rest der Familie hinten noch gemütlich schlafend). Zu Sonnenaufgang hat mich dann die endlose Steinwüste verführt und ich habe die Hauptstrasse verlassen, um ein paar Fotos zu machen. Dabei ist dann auch der Rest der Familie aufgewacht. Wunderschöne Landschaft und eine gute Strasse und tadellos funktionierendes Fahrzeug und wir erreichten schon um 10:00 h die Oase Bahariya (Bawiti). Um der ärgsten HItze zu entgegen, wollten wir zuerst eine heisse Quelle aufsuchen. Aufgrund der superguten Beschreibung unserer Führer – oder unserers Talents – waren wir allerdings nicht in der Lage, diese zu finden. Stattdessen fanden wir aber ein nettes kleines Hotel, das Old Oasis, das ebenfalls einen Pool, gespeist von einer heissen Quelle im Garten hatte. So verbrachten wir den Tag im Schatten von Dattelpalmen und konnten zwischendurch immer wieder ein ca. 45 Grad heisses Bad nehmen. Das Angenehme an einen 45 Grad heissen Bad ist, dass einem beim Heraussteigen die 40 Grad Lufttemperatur angenehm kühl vorkommt. Gegen 16:00 h machten wir uns dann auf den Weiterweg Richtung Oase Farafra. Nach einem Polizei-Check-Point, wo wir unsere ersten Kulis loswerden, führt uns der erste Teil der Strecke durch die schwarze Wüste. Nach ca. 100 km folgte der 2. Check-Point und kurz darauf sollten angeblich die Twin-Peaks sein. Diese haben wir aber nicht wirklich gesehen, dafür fanden wir aber einen wunderschönen Stellplatz in den Ausläufen der weissen Wüste. Nach einem gemütlichen Abendessen verbrachten wir die erste angenehm kühle, extrem ruhige, einsame Nacht in der Wüste.

DO 05.07.07
Strecke: Schwarze Wüste – Weisse Wüste – Oase Farafra – Oase Dakhla – Oase Kharga
Kilometer: 650 km
Zeit:  16 h
Nach dieser aussergewöhnlichen Nacht in der Wüste wollten wir zuerst am Morgen einer Piste quer durc die weisse Wüste nach Farafra folgen. Doch schon bald stellte sich heraus, dass unser Moti für Sanddünen, die mehr als 25% Steilheit aufweisen, untauglich ist. Zuerst habe ich mich noch fast geärgert, doch dann haben wir festgestellt, dass die Landschaft auch entlang der Hauptstrasse überwältigend schön ist. Wir machten noch einen weiteren Abstecher von der Hauptstrasse in die Wüste, wo wir eine gewaltige Sanddüne gefunden haben, die wir zum Skifahren nutzen konnten. Sina und ich haben versucht, einige Schwünge in en Sand zu ziehen. Im Nachhinein müssen wir sagen, dass wir da ruhig noch einen Tag länger hätten bleiben können. Doch wir machten uns auf den Weiterweg durch die weisse Wüste Richtung Oase Farafra, wo wir eigentlich unsere nächste Nacht geplant hätten. Die Landschaft bis Farafra war wirklich spektakulär, doch in Farafra selbst konnten wir weder ein geeignets Hotel noch einen Platz im Schatten finden und so sind wir einfach weitergefahren. Die Strasse führte uns durch eine endlose Sandwüste bis zur Oase Dakhla. Irgendwann auf der Fahrt haben wir dann unseren Zeitplan überdenkt und aufgrund keiner für uns passende Übernachtungsmöglichkeiten beschlossen, dass wir versuchen werden, schon am nächsten Montag mit dem Boot in den Sudan zu fahren. Also ging unsere Fahrt an diesem Tag noch bis weit in die Nacht hinein weiter. In Kharga kamen wir um 22:00 h an, wo wir dann noch Wasser kaufen wollten. Auf der Fahrt durch festliche Stadt (da ja wieder einmal Donnerstagabend = Partytime) hatten wir plötzlich ein Anhängsel mit Blaulicht. Was einerseits gar nicht so über war, da wir uns in der gar nicht so kleinen Oase etwas verfahren haben. Wir haben der Polizei ein Hotel angeben müssen, wo wir hinfahren (haben wir einfach wahllos aus dem Führer herausgelesen) und die Polizeieskorte hat uns am Stadtrand dann wieder verlassen. Weitere 40 km Fahrt und wir fanden dann einen Platz, wo wir uns dann endgültig niedergelassen haben.

FR  06.07.07
Strecke: Paris – Luxor
Kilometer: 360 km
Zeit:  6 h
Aufstehen bei Sonnenaufgang, der übliche Check des Autos, einsteigen und abfahren……wäre die Idee gewesen! Leider haben wir wieder einmal bei einer nächtlichen Schmuddeltankaktion in einem Vorort der Oase Kharga schlechten Diesel erwischt und Moti wollte nicht anspringen. Was dann noch dazukam, ist, dass die Batterieleistung ziemlich weit unten war und ich nur einen Startversuch hatte. Die Leistung der Batterie war, wie ich dann schnell herausgefunden habe, wegen einem losen Kabel an der Lichtmaschine nicht vorhanden. Doch schon nach einer Stunden fanden wir einen freundlichen LKW-Fahrer, der versuchte, uns anzuziehen. Der Motor war schon fast routinemässig entlüftet, die Ketten zum Ziehen angebracht, er hat mich ca. 5 m gezogen, dann gab es ein kurzes Knacken und das Gaspedal ging leer durch. Hurra, das Gaskabel ist abgerissen. Mit einer Kabelklemme konnte ich das Kabel provisorisch reparieren, allerdings war die Einstellung des Standgases nicht gerade das Gelbe vom Ei. D.h. ich konnte nicht mehr wirklich vom Gaspedal weggehen, was sich beim Herunterschalten und an Kontrollstellen der Polizei als ziemlich mühsam erwies. Nach 2 h Fahrt und einer Kontrollstelle erreichten wir einen Platz in der Wüste, der meines Erachtens hoch genug war, um die Maschine zu stoppen und das Standgas einzustellen. Falls die Batterieleistung noch nicht ausreichend wäre, konnten wir Moti anrollen lassen. Anita gefiel der Gedanke gar nicht. Ich habe mein Bestes gegeben und konnte das Standgas trotzdem nicht richtig einstellen. Die Kinder haben wir in der Zwischenzeit auf einer Sanddüne spielen lassen und ein Startversuch über die Batterie ist fehlgeschlagen. Ich habe dann versucht, das Auto alleine vom Stehen ins Rollen zu bringen, was überraschenderweise ziemlich einfach gelang. Es half dann nichts mehr, als die Kinder spielen zu lassen, Anita musste ins Auto springen, um zu lenken. Als Moti im Rollen war, bin ich dann zu Anita hinaufgesprungen und wir rollten den Hügel hinunter, in der Hoffnung, das Auto zum Laufen zu bringen. Nach 50 m tuckerte das Auto zum Glück wieder, dafür haben wir bei Sina wahrscheinlich einen bleibenen Schock hinterlassen. Sie hatte die ganze Aktion beobachtet und stand schliesslich weinend am Strassenrand, weil sie dachte, dass wir sie und ihren kleinen Bruder in der Wüste zurücklassen. Bis zur Ortseinfahrt Luxor ging dann alles gut und genau bei Polizei-Check- Point ist mir dann wegen meines Standgasproblems die Karre wieder abgestorben. Da sich die Batterie leider immer noch nicht erholt hatte, wollten uns die freundlichen Herren Polizisten anschieben, was bei einem Gesamtgewicht von 4500 kg natürlich nicht möglich war. Es fand sich ein weiterer LKW-Fahrer, der uns aus der Scheisse half. Ich beschloss dann, bevor wir weiter in die Stadt nach Luxor hineinfahren, dass Standgas zu reparieren. Wir stellten unseren Moti unter eine Palme am Strassenrand, Anita musste das Gas unter Kontrolle halten und ich habe bei laufendem Motor die Klemmen geöffnet und neu nachgestellt und es dann schlussendlich tatsächlich geschafft, dass wieder alles in Ordnung kam. Gegen 14:00 h fuhren wir dann auf den Campingplatz in Luxor, ein ganz nettes Hotel mit Abstellplatz für Wüstenfahrzeuge oder Zelt und ein Hit für die Kinder – es war ein Pool da und 2 junge Hunde. Wir haben Strom bekommen, konnten endlich wieder alle unsere Geräte aufladen, schwimmen im Pool, duschen und ausgezeichnet gut ägyptisch abendessen.

SA  07.07.07
Strecke: Luxor
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Da wir nicht genau wissen, ob wir auf dem selben Weg zurückreisen, haben wir uns heute vorsichtshalber mal auf den Weg gemacht,  unser Agypten-Visum zu verlängern, bzw. in ein Re-Entry umzuändern. Auf dem Weg zu den Behörden, haben wir versucht, eine Bakery oder ein Frühstückslokal zu finden, was uns nicht wirklich geglückt ist. Nach 2 h durch die Gegend latschen, bei schon fast unerträglicher Hitze, haben wir uns dann in einem Mövenpick Lokal niedergelassen, wo es zumindest der Karte nach Yogurt mit frischen Früchten geben sollte. Sina bekam das bestellte Omlet, Silas einen ägyptischen Kuchen, den niemand essen wollte und ich bekam einen Fruchtjuice, einen Milchshake und eine Cola. Damit war wenigstens der Flüssigkeitsbedarf gedeckt, die frischen Früchte blieben ein Traum. Nach diesem nicht gerade geglückten Frühstück am Nil wurde meine Geduld noch von einer fetten ägyptischen Beamtin auf die Probe gestellt, indem ich pro Pass 3 Formular ausfüllen musste und wir schlussendlich die Pässe da lassen mussten, nur um sie 2 h später wieder abzuholen. Am Nachmittag folgte dann eine weitere Bootsfahrt zur Banana Island und auf dem Rückweg kämpften wir uns durch einen fast endlosen Markt mit 2 ägyptischen Begleitern bis zu unserer Unterkunft.

SO  08.07.07
Strecke: Luxor – Assuan
Kilometer: 224 km
Zeit:  4 h
Heute hiess es zeitig aufstehen, da wir schon um 7:00 h am Polizei-Check-Point bereitstehen mussten, um uns im Konvoi nach Assuan einzureihen. Dieser Konvoi fand dann tatsächlich wie in allen Führern beschrieben statt und los ging die Fahrt mit ca. 10 Fahrzeugen. Am Anfang konnten wir noch mithalten, doch schon nach der ersten Zwangspause an einem Touristenlokal zog sich dann der Konvoi ziemlich auseinander, bis wir dann schlussendlich den Anschluss leider komplett verloren haben. Bei der Ankunft in Assuan machten wir uns sofort auf die Suche nach der Bootsagentur, um die Tickets für die Fähre nach Wadi Halfa (Sudan) zu organisieren. Dabei stellte sich heraus, dass der Kaptain persönlich das Auto begutachten muss und dann entscheidet, ob wir Platz bekommen oder nicht. D.h. für uns, abwarten und Tee trinken. Den Nachmittag habe ich dann wieder – wie so oft genutzt – um Moti wieder ein paar Reparaturen zu verpassen. Anita durfte die ganze Zeit in einem Park auf einer Decke mit den zwei kleinen Monstern verbringen. Das Reparaturprotokoll enthält neben Motorhaubendeckel schweissen, Auspuff schweissen, Spiegel besorgen, Tanken und Wassertanks auffüllen, einem weiteren Versuch, das Standgas zu optimieren. Nach getaner Arbeit versuchen wir dann einen netten Standplatz für die Nacht zu finden, bzw. ein Hotel mit Pool für die Kinder. Am Anfang sah es ganz so aus, als würden wir das nicht schaffen, doch dann finden wir doch noch ein erschwingliches Hotel mit einem Pool auf dem Dach. Die Aussicht war fantastisch. Nach der Abkühlung im Pool, machten wir uns auf den Weg in die Stadt zum Abendessen. Schnell haben wir ein nettes Lokal gefunden.

MO  09.07.07
Strecke: Assuan – Wadi Halfa (per Fähre über den Nasser Lake)
Kilometer: 350 km
Zeit:  17 h
Wieder einmal sind wir zeitig aufgestanden, damit wir ja rechtzeitig am Hafen ankommen und wir ein Ticket zur Überfahrt, bzw. nachschauen können, ob unser Auto überhaupt aufs Boot passt. Der Hafen liegt ca. 1/2 h ausserhalb von Assuan. Da wir natürlich wieder einmal nach dem Weg suchen mussten, sind wir u.a. auf der Zufahrt zum Assuan-Staumdamm gelandet. Dort musste man Maut zahlen. Ich habe geweigert und dabei fast einen Kontrolleur niedergefahren. Irgendwann haben wir dann gemerkt, dass es nicht die richtige Strasse sein kann und haben umgedreht. Trotzdem waren wir schon 8:30 h am Hafen. Dort herrschte schon reges Treiben und es dauerte einige Zeit bis ich den richtigen Ansprechspartner fand. Dann wurde der Bootskapitän aufgetrieben, das Auto wurde abgemessen und es gab zum Glück ein ok für die Weiterfahrt. Das hiess für mich, die ägyptischen Autonummern abmontieren, per Taxi zurück in die Stadt und auf dem Police Office abgeben. Die Kaution habe ich natürlich nicht mehr erhalten. Als ich danach fragte, wurde ich mit einem hochnäsigen Winken abgewiesen. Nachdem ich keine Zeit hatte und mir wichtiger war, dass wir aufs Boot kommen, habe ich mir gedacht, die Aersche sollen das Geld behalten. Ich fuhr mit dem Taxi zurück in den Hafen und dort ging dann die Bürokratie erst richtig los: Ticket kaufen (ca. 500 €), Carnet abstempfeln, Zollkontrolle, zum ersten Mal mussten wir sämtliche Türen, Kästen, Fässer etc. öffnen, sogar das Warndreieck musste ich auspacken. Dann gings zum Pass abstempeln, eine Kopie dort, eine Kopie da, ein Stempel da und ein Stepmpel dort, ein paar Pfund da und ein paar Pfund dort und nach ca. 2 h waren wir dan offiziell aus Ägypten ausgereist. Wir fuhren mit dem Auto noch ein Stück vor und erreichten das Mega-Chaos der Schiffbeladung. Ich wurde darauf hingewiesen, dass zuerst alles andere aufgeladen wird und wir dann zuletzt aufs Boot fahren können. Zu diesem Zeitpunkt war es 12:00 h, um diese Zeit sollte das Boot gemäss Fahrplan auslaufen. Wir hatten dann allerdings den ganzen Nachmittag Zeit, von unserem Moti aus die herankommenden LKW’s und Träger zu beobachten, wie sie vom Kochtopf bis zur Gefriertruhe über Computer und Klimaanlage alles kreuz und quer ohne System auf die Fähre häuften. Wir hatten immer wieder die Hoffnung, dass das Passagierschiff ohne uns losfährt und wir auf dem Materialboot mitfahren könnten, da die Überfahrt über den Nasser See für Mensch und Fracht getrennt erfolgt. Der Wunsch ging leider nicht in Erfüllung und um 18:00 h mussten wir dann unseren Moti auf das übervolle Frachtboot stellen. Wie durch ein Wunder – für uns unerklärlich – ist genau die Lücke für unser Auto freigeblieben. Das Passagierschiff war mehr als übervoll und es waren nicht nur Menschen drauf, sondern auch da jeder Winkel mit Gepäck vollgestopft. Da wir als letzte an Bord gingen, war natürlich die „Logenplätze“ an Deck schon vergeben und wir machten es uns auf verschiedenen Säcken und Kisten bequem. Da wir so spät gebucht haben, gab es nur noch eine Kabine mit 2 Schlafplatz. Einer davon war von einer Engländerin belegt, den anderen durfte sich Anita sich mit den beiden Monstern teilen. Die Kabine liess Wasser ein und war ca. 2 x 3 m gross und das Bett kleiner als ein normals Einzelbett. Alles war total verschmutzt und das in der First Class. Toll! Nach Sonnenuntergang an Deck lösten wir unsere Essensgutscheine an. Es gab ein hartgekochtes Ei, Linsenbrei, ein gemischter Salat und eine kleine Kugel Undefinierbares. DAs wars dann auch schon. Ich habe aufs Abendessen verzichtet und die anderen haben auch nur so getan, als würden sie essen. Noch dazu kam, dass wir eh schon ziemlich verspätet unsere erste Dosis Lariam (Malariamittel) zu uns nehmen mussten. Für Anita, Sina und mich war das recht problemlos, doch Silas musste ich an Deck wie ein wildes Tier halb betäuben, danach war er von oben bis unten voll durchnässt mit Wasser und Saft und ich bin mir sicher, dass er nicht die ganze Dosis zu sich genommen hat. Für mich folgte eine den Umständen entsprechend gemütliche Nacht in der Hängematte an Deck. Auf für Anita und die Kinder war die Nacht überraschend gut.

Di  10.07.07
Strecke: Wadi Halfa
Kilometer: 350 km
Zeit:  17 h
Um ca. 9:00 h sind meine Monster an Deck auftaucht und haben mich aus der Hängematte geschüttelt. Dabei haben wir die Vorbeifahrt an den berühmten Ruinen von Abu Simel verpasst. Nach einem fast gleich guten Frühstück wie Abendessen ging die Fahrt zügig voran. Schon um 11:00 h erreichte das Boot Wadi Halfa. Nachdem wir unsere Pässe schon am Vortag abgeben mussten, bekamen wir sie 5 Minuten vor Anlegen des Schiffes nach einer zusätzlichen Kontrolle von einem zugestiegenen Offizier wieder retour. Das hiess für uns, hurra aussteigen, wir sind da – Sudan wir kommen. Unser Gepäck hatten wir schon im Vorfeld gepackt und nun mussten wir nur noch den Ausgang finden, nur noch mit 500 Personen durch ein 1,5 x 2m grosses Ausstiegsloch an Land gehen. Man kann sich sicher vorstellen, was passiert, wenn so viele Leute zu gleich rauswollen. Das kleine Loch ist wie ein Trichter und es wird unglaublich eng und das bei 45 Grad Celsius im Schatten unter Deck eines alten stinkigen, dreckigen Bootes mit ebenso stinkigen, dreckigen 500 Leuten. Doch das kleine Problem mit dem Ausstiegsloch war noch nicht alles, irgendwie war es nicht einfach so, dass alle zum Ausgang draengen konnten und irgendwann durch das Loch ausgespuckt werden. Nein das waere ja zu einfach. Zwei Herrschaften im Tarnanzug blockierten den Ausgang und öffneten die Türe immer wieder für einen kleinen Spalt für einzelne Herren in Anzug, die dann von ganz hinten nach vorne drängen mussten und Auslass bekamen. Wir haben uns gefühlt wie in einem Tiertransporter. Nach einer Stunde hin und her quetschen, Körper an Körper mit allen anderen vor Schweiss tropfenden Personen kam plötzlich hinter uns eine Schlägerei auf, da scheinbar nicht nur wir das dubiose Ausstiegsverfahren nicht begreifen konnten, hat sich endlich ein Einheimischer gefunden, der sich das nicht mehr länger gefallen lassen wollte und so begann es endlich rund zu gehen. Silas begann zu schreien, wir standen mit unseren 2 Säcken und Sina mittendrinnen und das Ganze begann auszuarten. Die Türe 2 m vor mir ging dann einen kleinen Schlitz auf. Ich nutzte die Gelegenheit, riss Silas aus Anitas Armen, boxte mich mit dem Seesack zur Tür durch, packte den Uniformierten beim Kragen und drängte ihn zur Seite. Fast auf allen Vieren erreichte ich den sicheren Boden vom Sudan. Welcome to Sudan. Kaum draussen und endlich nach frischer Luft ringend schrie mich der kleine uniformierte Wicht an, ich soll wieder aufs Boot kommen und ihm einen Zettel geben. Ich hatte darauf nur noch ein ziemlich agressives Shut up übrig und schon standen auch Anita und Sina bei mir. Unglaublich aber wahr, wir hatten es geschafft. Wir konnten dann ganz fein mit den restlichen, besser situierten Sudanesen einen Bus besteigen und zur Zollbaracke fahren. Da wurde dann nach weiterem Warten das Gepäck und der Pass kontrolliert und wir konnten endlich die Beamten um ca. 14:00 h hinter uns lassen. Inzwischen hatte es sicher um die 50°, brühtende Hitze in der sudanesischen Wüste. Das Hafengelände liegt ca. 4 km von der Ortschaft Wadi Halfa entfernt und wir waren auf der Suche nach einem Taxi. Schon ziemlich genervt von der Hitze und den restlichen Erlebnissen kam dann noch die Draufgabe, dass ein Taxi für 4 km pro Person 2,5 US$ kostet. Daraufhin habe ich wieder einmal auf stur geschaltet, das ganze Gepäck und meine zurecht motzende Familie genommen und wir sind drauflos marschiert. Anita sagte immer wieder, dass das nicht geht in dieser Hitze mit den Kindern, aber es fruchtete nicht. Wir kamen bis zum Ausgangsschranken des Hafengebietes, wo wir wieder von einem Uniformierten angehalten wurden. Ganz allergisch auf die Uniform bin ich schnurstracks an ihm vorbeigegangen, ohne zu hören, was er sagte. Bis Anita protestierte und mich dazu bewegen konnte, dem Herrn zuzuhören. Der nette Mann hielt einen Pick-up auf und zwei Minuten später sassen wir auf der Ladefläche und wurden gratis ins Dorf gefahren. Wadi Halfa besteht aus schäbigen Baracken, Staub, Sand, Wind und Hitze. Der Pick-up lud uns beim erstbesten Hotel ab, wo wir ein Zimmer nahmen, da wir ja bis zum nächsten Tag auf unser Fahrzeug warten mussten. Der restliche Tag verlief ruhig und zum Abendessen bekamen wir sogar ausgezeichneten Fisch mit Beilagen. Die Nacht verlief äusserst ungewöhnlich und lustig. Zuerst hat es ewig gedauert, bis wir alle einschlafen konnten aufgrund der Hitze. Um ca. 1 Uhr morgens gings dann los. Zuerst hörten wir nur lautes Reden, dann wurde mit lautem Quitschen ein Bett quer durchs Hotel ins Freie gezerrt und in weiterer Folge musste eine ca. 10-köpfige Familie nacheinander oder miteinander aufs Klo. Normalerweise würde man sich ja nichts denken, wenn 10 Personena aufs WC gehen, aber wir kamen uns vor, wie in der Geisterbahn. Da der Ventilator ab 24:00 h abgeschalten hatte, haben wir die Zimmertür offen – um wenigstens etwas Luft zu bekommen – und hatten so einen Logenplatz. Eine uralte Frau wurde von 2 nicht wesentlich jüngeren Frauen mit lautem Tratsch und Krawall zum Klo begleitet. Das Geschäft am Klo dauerte sicher eine halbe Stunde und hörte sich für uns so an wie ein Tratsch auf dem Markt. Wenn man bedenkt, wie gut es auf diesen Klos riecht und wie sauber es das ist, ist es schon verwunderlich, warum seinen Familientratsch ausgerechnet da und dieser Nachtzeit abhalten muss. Irgendwann schleiften sie die alte Dame dann wieder retour und das ging dann noch 2 oder 3 Mal so hin und her, bis sich dann 2 Touris, die im Freien neben den Klos übernachteten, über den Lärm beschwerten. Wir jedenfalls haben uns köstlich amüsiert.

MI  11.07.07
Strecke: Wadi Halfa – Richtung Dongola
Kilometer: 100 km
Zeit:  3 h
Nach einem ausgezeichnetem Frühstück bestehend aus einer Dose Pfirsch und einer Flasche Cola habe ich mich alleine auf den Weg zum Hafen gemacht, um unser Auto abzuholen. Da ich nicht gewillt war, irgendeinem Taxifahrer etwas zu zahlen, bin ich zu Fuss zum Hafen gegangen. Ich war schon um 9:00 h da und ausser mir waren schon ziemlich viele Träger da, die die Lasten vom Boot holen wollten. Um 10:30 h tauchte dann Haider auf. Haider ist der Mann, der uns schon am Tag zuvor am Boot empfangen hat und uns darauf hinwies, dass er der Guide ist, der alles klärt, damit wir unser Auto durch den Zoll bekommen. Es ist auch absolut ein Ding der Unmöglichkeit, wenn man glaubt, das alleine erledigen zu können. Das Boot kam schon um 11:00 h an und 15 min später stand ich mit unserem Gefährt schon vor der Zollhalle. Dort gab es dann noch etliche Formulare auszufüllen, ich musste nicht nur sämtliche Türe beim Auto öffnen, es wurde auch in sämtliche Kästchen und Regale hineingeschaut. PC, Fotoapparat, Videokamera und Satelitentelefon wurden separat aufgeführt und ich musste dafür einen extra Einfuhrzoll bezahlen. Um 15:00 h war dann der ganze Zauber vorbei, ich musste insgesamt 250 US$ bezahlen, darin enthalten ist die Hafensteuer, die Einfuhrzölle und der Lohn für Haider. Während der Warterei im Hafen konnte ich den Keilriemen von der Lichtmaschine reparieren, Kühlflüssigkeit nachfüllen und das Auto sozusagen wieder startklar für das nächste Abenteuer machen. Vor uns lag eine Strecke von ca. 350 km auf einer laut Touristenangabe katastrophalen Strasse ohne grösseren Dörfer. Voll motiviert, diese Strecke bis zum darauffolgenden Tag am Abend zurücklegen zu können, machten wir uns auf den Weg. Wir kauften auf dem Markt von einen Wasservorrat, Obst und Gemüse und eine Schaufel für alle Fällen und machten dann schlussendlich noch einen kurzen Abstecher zum Passport Office, um ums für weitere US$140.– registrieren zu lassen. Dies ist eine Vorschrift und muss von jedem Tourist innerhalb von 3 Tagen erledigt werden. Am Anfang schlängelt sich die Strasse im Zustand einer Forststrasse wie wir sie kennen durch die Wüste. Doch schon bald verwandelte sie sich zu einer Waschbrettstrasse mit tiefen Schlaglöchern und Steinen. Da tauchte für unseren Moti schon das erste kleine Problem auf. Auf Waschbrettstrasse sollte man mind. 80 Kmh fahren, um immer auf den oberen Kanten der Wellen dahinzugleiten. Dies war bei unserem Fahrzeug mit der absolusten Höchstgeschwindigkeit von 70 Kmh bergab nicht möglich. Doch ich versuchte mein Bestes und gab voll Gas bis im wahrsten Sinne des Wortes die Fetzen flogen. Nach 3 h Schüttelralley waren wir alle komplett durchgerüttelt, hatten im Auto mehr Staub und Sand als ausserhalb und machten uns mit Vollgas bei schönster Abendstimmung über die für den heutigen Tag letzte Steigung. Denn unser Moti hat mein Bestes Wollen nicht so ganz vertragen und stellte auf halben Weg der letzte Steigung bei 110 ° Motortemperatur und Verdacht auf Motorschaden plötzlich und unangemeldet ab. Super, wir haben 100 km geschafft. Nach meinen Witzen in Wadi Halfa sind wir doppelt so weit gekommen als erwartet. Nachdem ich die Motorhaube geöffnet habe, hörte ich aus dem Motor ein Brutzeln und Zischen, wie man es sonst von einer Fritöse kennt. Also das Motoröl kocht, mir war in dem Moment gar nicht mehr zu Witzen zumute und ich musste unsere gesamten 100 Liter Duschwasser zum Abkühlen das Motors verwenden. Nachdem der kalt war, konnte ich auch das Problem erkennen, warum unser Auto so heiss wurde. Durch das Rütteln und Schütteln hat sich der Kühlerschlauch vom Motor gelöst und das ganze Kühlerwasser ist verdampft. Das konnte ich aber schnell reparieren und ich stieg mit einem bangen Gefühl zurück ins Auto, um einen Startversuch zu machen. Komm, komm, komm und wie durch ein Wunder begann der Motor wieder zu scheppern. Wir konnten noch 2 km zurücklegen und dann hatten wir schon wieder 110 Grad auf der Anzeige. Daraufhin haben wir die Piste verlassen und uns schon fast im Dunklen zum Übernachten parat gemacht. Anita hat noch gekocht und ich habe schon mal begonnen, den Kühlerschlauch auszutauschen und die Kühlerdichtung zu erneuern, denn die hat sich bei den heutigen Temperaturen ins Nichts aufgelöst. Es folgte eine ruhige Nacht in der Wüste.

DO  12.07.07
Strecke: Wadi Halfa – Richtung Dongola (Akasha)
Kilometer: 35 km
Zeit:  10 h
Bei Sonnenaufgang stand ich schon wieder auf der Stosstande unseres Motis und machte die Reparaturarbeiten fertig. Nach Beendigung weckte ich voll motiviert den Rest der Familie auf. Anita hatte zu diesem Zeitpunkt die erste grössere Krise und einen Tiefpunkt erreicht. Wir machten uns auf den Weiterweg. Da wir nicht die Möglichkeit hatten, 80 Kmh zu fahren, unser Moti 50 kmH nicht überlebt und wir irgendwie weiterkommen mussten, war es klar, dass die Geschwindigkeit für die weiteren 250 km 10 – 20 Kmh sein wird. Die Gegend war zwar landschaftlich gewaltig schön, aber wenn man mit 10 Kmh unterwegs ist, hat man es irgendwann auch gesehen. Wir schlichen von einem Schlagloch ins andere und hin und wieder übersieht man ein Loch, hebt vom Sitz ab, schlägt mit dem Kopf an die Decke, beisst die Zähne zusammen und hofft, dass Moti diesen Zwischenfall überlebt hat. Nach 3 h Fahrt kamen wir an einem kleinen Dorf vorbei und winken noch ganz stolz aus unserem Gefährt und lassen es dann hinter uns liegen. Dank der amerikanischen Sanktionen kommt noch ein kleines erschwerendes Hindernis auf dieser Route dazu, das GPS-Gerät und die Kartendaten stimmen nicht überein, das unsere Freunde aus den Staaten etwas an den Sateliten manipuliert haben. Somit wissen wir auch nie ganz genau wo wir sind. Himmelsrichtung und Fahrkilometer geben uns eine ungefähre Orientierung. 5 km nach Akasha, dem letzen Dorf, das wir passierten, ging es dann wieder einmal über eine Steigung hinauf und da war es wieder, unser altes Problemchen. Moti wurde es zu heiss – 110 ° und somit Motorstillstand. Der Blick in die Motorhaube gab dieses Mal auch mir den Rest. Der Anschlussstutzen des Kühlers ist komplett abgebrochen und kann nur noch durch Löten repariert werden und somit ist auch der Kühler im Arsch und ohne Kühler kein Fahren. Nach einer einstündigen Pause im brütend heissen Auto und kurzzeitigen Überlegungen, das Fahrzeug in die Luft zu sprengen, haben wir beschlossen, dass wir versuchen müssen, ins letzte Dorf zurückzukehren und da evtl. die Reparaturen durchzuführen. Ich habe den Kühler mit den letzten Wasserreserven gefüllt, das Auto umgedreht und hoffte, die 5 km zurück ins Dorf mit einer Ladung Kühlerwasser zu schaffen, bevor alles verdampft ist. Wir kamen ziemlich genau 300 m, dann lief die Maschine plötzlich auf Vollgas. Es war nicht mehr möglich, das Gaspedal zu lösen, bzw. die Drehzahl runter zu bringen. Es half nur noch eines, auf die Kupplung zu steigen, die Handbremse zu ziehen, voll auf die Bremse zu steigen und hoffen, dass das Auto abstirbt. Das gelang dann zum Glück auch. Wieder raus aus der Karre, Motorhaube auf und ein weiterer Blick auf den Motor und die Vorstellung jemals mit diesem Auto nach Dongola zu kommen verlief im ewigen Sand der Wüste. Die Motoraufhängung war jetzt auch gebrochen, dadurch hat sich das Gaskabel verklemmt. Ausserdem war auch der Keilriemen der Dieselpumpe futsch. So, fassen wir noch einmal kurz zusammen: 136 km in der Wüste ohne Navigation mit einem ziemlich toten Moti, das war nun wirklich nicht sehr berauschend. Nach kurzem Überlegen habe ich beschlossen, die restlichen km zum Dorf zu Fuss zurückzulegen, um Hilfe zu holen. Anita und die Kinder mussten diese Zeit bei ca. 50 ° Aussentemperatur im Auto auf mich warten. Was zu den technischen Problemen noch dazukam, unser kleinstes Minimonster hatte inzwischen Durchfall und erbracht auch noch, kurz bevor ich das Auto verliess. Mit einem ziemlich unguten Gefühl im Magen machte ich mich auf den Weg. Nach 1 Stunde erreichte ich das Dorf, genau rechtzeitig mit dem letzen Tropfen Wasser aus meiner Flasche. Im Dorf angekommen konne natürlich keiner Englisch. Mit Händen und Füssen schaffte ich es dann, den Männern zu erklären, um was es geht. Wir stiegen in einen Range Rover, der nur noch aufgrund der Karroserie als Range Rover zu erkennen war und fuhren zurück zum Auto. Nachdem alle 5 den Motorraum begutachtet haben, mussten sie dasselbe wie ich feststellen, dass da nichts mehr zu machen war. Wir warteten auf den nächsten LKW, der uns dann an meinem 40m Halbseil bis Akasha retour schleppte. Da begann dann das halbe Dorf am Moti zu werken, der Kühler wurde ausgebaut und die Federung vermessen und dann gab es nur eine Möglichkeit, ich musste retour nach Wathi Halfa, um den kaputten Kühler reparieren zu lassen. Da Silas nicht gerade im besten Zustand war, haben wir uns gedacht, dass es wohl am besten ist, wenn ich noch heute mit dem LKW retour fahre und der Rest der Familie im Dorf auf mich wartet. Gesagt getan, ich habe noch für Silas die Spritze zur Einnahme des Imodiums hergerichtet – da er es auf dem Normalweg nicht nimmt und bin dann losgefahren. Anita hatte nun das Dorf für sich alleine und ich erreichte im Dunklen wieder Wathi Halfa. Ich verbrachte eine Nacht im Freien.

FR  13.07.07
Strecke: Wadi Halfa – Richtung Dongola (Akasha)
Kilometer: 35 km
Zeit:  10 h
Anita hatte einen ungemütlichen Tag im Dorf, das Wasser ging schön langsam dem Ende zu und Silas war nicht viel besser unterwegs als am Vortag und so verbrachte sie fast den ganzen Tag im Auto. Sina konnte mit dem Kindern vom Dorf spielen und am Nachmittag hat sich dann auch Anita noch unter das Volk gemischt. Da unsere Handys nicht funktionieren, war Anita den ganzen Tag im Ungewissen und ich bin erst wieder um 20 Uhr kurz vor dem Dunkelwerden aus Wadi Halfa retour gekommen. Die Idee, allein da hin zu fahren und schnell alles zu erledigen, um dann wieder zurück zu kommen, war zwar gut, aber wir haben dabei nicht bedacht, dass heute Freitag ist und das ist hier gleich Sonntag bei uns. Es war fast nicht möglich, die Sachen zu erledigen, da alles zu war und was noch viel schwieriger war, es gab so gut wie kein Fahrzeug, das in meine Richtung Wadi Halfa verlassen hat. So musste ich den ganzen Tag damit verbringen, Teile für unser Auto zu suchen und hatte dann doch noch Glück, einen Spezialisten zu finden, der in der Lage war, meinen Kühler zu richten. im Anschluss ist dann aus dem Nichts wieder einmal ein Guide aufgetaucht, der mir helfen wollte, eine Mitfahrgelegenheit zu finden. Das war absolut nicht möglich und um 16 Uhr half es dann nichts mehr und ich musste ein Privattaxi um 200 US$ nehmen, um heute noch nach Akasha retour zu kommen. Um 20 Uhr war ich dann wieder bei der Familie und dem Moti und ich war heilfroh, dass es Silas und dem Rest gut geht.Es war schon fast dunkel und so ging nicht mehr viel bei Moti. Es folgte eine weitere heisse Nacht in der Wüste.

SA  14.07.07
Strecke: Akasha – Richtung Dongola
Kilometer: 120 km
Zeit:  7 h
Nachdem wir unsere Probleme unter Mithilfe der halben männlichen Dorfbewohner behoben haben und unser Moti wieder halbwegs fahrtauglich war, konnten wir nach einem typischen sudanesischen Mittagessen um ca. 14:00 h das Dorf verlassen. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Menschen in Akasha war beeindruckend und bis jetzt auf unserer Reise unvergleichlich. Als kleines Danke-schön haben wir Nudeln, Zucker, einen Leathermen, eine Zitronen-Handwaschpaste und einen Weltatlas verschenkt. Sina hat einen Teil ihrer Farbschachtel sowie einen Schreibblock für die Kinder geopfert, da die Kinder (und die Erwachsenen) immer wieder ihre Zeichnunen bewundert haben. Siri und seine Familie waren sichtlich erfreut über die kleinen Geschenke. Da wir den Motor nur mit Repschnur am Fahrgestell befestigt haben und die Strasse keineswegs besser wurde, bewegten wir uns mit ca. 15 kmH weiter Richtung Dongola. Die Steinwüstenlandschaft ist beeindruckend, aber bei diesem Tempo wird die schönste Landschaft irgendwann öde. Gegen Abend erreichten wir Abri. Auf der Suche nach einem Hotel musste Anita wieder einmal den Teil des Auskundschaftens übernehmen und landete schnurstracks im Bezirksgericht bei der Anfrage nach einem Zimmer – nicht aufgrund eines Verbrechens sondern eher weil das Gebäude einem Hotel glich. Nachdem wir das Hotel nicht fanden, beschlossen wir weiterzufahren. Allerdings mit einem etwas ruhigeren Gewissen, da ich im Dorf Original Landrover Motorbefestigungen kaufen konnte und mit diesen im Falle des Falles die Repschnüre im Motorraum ersetzen kann. Kurz vor Sonnenuntergang fanden wir ein Plätzchen fürs Abendessen und zum Duschen. Da ich ohnehin nur 15 kmH fahren kann, konnte ich Anita überreden, auch in der Nacht noch ein Stück weiterzufahren. Aufgrund der megaschnellen Gewindigkeit kann ja nicht wirklich etwas passieren. Doch unser Moti wollte nach dem Abendessen schon wieder nicht mehr wirklich weiterfahren. Mit dem letzten Saft aus der Batterie konnte ich ihn gerade noch starten. Wieder einmal hat sich scheinbar schlechter Diesel eingeschlichen. Bei unserer Fahrt durch die nächtliche nubien Desert haben wir dann zum ersten Mal Skorpione gesehen. Auch der ein oder andere Hase querte die Strassse. Um ca. 22:00 h konnten wir dann einen Standplatz auf einem Hügel finden, wo wir mit ruhigem Gewissen schlafen gehen konnten, da wir wussten, dass wir bei Startschwierigkeiten am nächsten Morgen das Auto anrollen lassen konnten. Allerdings seit der Sichtung der Skorpione machte uns das nächtliche Pinkeln gehen nicht mehr so viel Spass.

SO  15.07.07
Strecke: Abri – Richtung Dongola
Kilometer: 150 km
Zeit:  12 h
Bei Sonnenaufgang haben wir als erstes wie schon fast gewohnt, unserem Fahrzeug das nötige Kühlwasser nachgefüllt und siehe da, er startete problemlos. Die Landschaft wurde dann etwas abwechslungsreicher. Wir kamen durch mehrere Dörfer und immer wieder in die Nähe des Nils. Wir könnten auch wieder einmal kalte Getränke kaufen,  mmmhh war das ein Genuss. Anita nutzte die karge Landschaft schamlos aus, um uns ausgiebig bei einem Toilettengang zu fotografieren. Zum Glück haben wir keine Diafilme mehr, sonst wären beide sicher 2 Filme draufgegangen. Je näher wir nach Dongola kamen, desto dichter war das Land besiedelt. Am späten Nachmittag überraschte uns dann ein ziemlich heftiges Gewitter als Vorbote der Regenzeit. Dabei mussten wir feststellen, dass Moti – und wir – nun ein Problem mehr kriegen wird. Denn der selbst ausgeschnittene Durchgang zum Führerhaus hat durch die extreme Belastung der schlechten Strassen seine Dichtheit inzwischen schon fast zur Gänze aufgegeben. D.h. bei solchen Regengüssen steht unser Wohnzimmer innerhalb von Minuten komplett unter Wasser. Das Hochwasser im Auto löste bei Anita eine mittelstarke Folgekrise bei Anita aus. Im ärgsten Regen und Sturm haben wir dann eine Plane montiert, die das gröbste Abfing. Rechtzeitig zum Fertigwerden des Provisoriums hat es dann wieder aufgehört zu regnen und wir waren geduscht. Aber nicht nur unser Moti hat Probleme mit dem starken Regen, auch das nicht vorhandene Strassennetz verwandelt sich im Nu in ein Schlammschlachtfeld. Apropos Strassen, je näher wir Dongola kommen, desto enger und kleiner werden die Strassen.  Komisch, eigentlich haben wir erwartet, dass die Strasse besser wird. Ca. 1 h vor Dongola haben wir es dann endlich geschafft und stehen rechtzeitig zum Abendessen auf einem Acker, die Strasse ist endgültig aus. Inzwischen nehmen wir solche Sachen aber ziemlich locker und unter den Blicken eines halben Dorfes haben wir unser Abendessen gekocht und gegessen – Rösti mit Spiegelei. Ein kleiner Fehler ist mir allerdings unterlaufen, indem ich den Fotoapparat zur Hand nahm. Denn ich musste dann von jedem einzelnen ein Portrait machen, welches dann gleich am Display von der Kamera unter grossem Gelächter von der ganzen Meute betrachtet wurde. Die Leute waren nichts desto trotz sehr freundlich und lustig. Nicht nur das halbe Dorf auf menschlicher Basis war vertreten, sondern sie brachten auch ihre Kühe und Esel mit, sehr zur Freude von Sina und Silas. Nachdem wir alle fotografiert hatten und Berge von Süssigkeiten los waren, wollten wir eigentlich die restlichen 20 km nach Dongola weiterfahren. Aber da war es wieder unser nun schon fast tägliches Problem. Das Monster auf 4 Rädern wollte sich nicht mehr bewegen. Nachdem die Batterie komplett leer war und das Auto immer noch nicht starten wollte, versuchte nun das halbe Dorf, uns anzuschieben.  Vom Kleinkind bis zum Grossvater legten alle Hand an und so machten wir ca. 500 m Fortschritt, doch der gewünschte Erfolg blieb aus. So beschlossen wir, auf dem Feld zu übernachten mit der Hoffnung, am nächsten Morgen einen Truck zu finden, der uns anzog. Ich musste noch mit ins Dorf, um einen Mechaniker zu suchen. Doch das gelang nicht mehr, stattdessen wurden wir mit kaltem Wasser, Brot und Streichkäse versorgt, was ich unter keinen Umständen bezahlten durfte. Beim Auto angekommen, tauchten die nächsten Leute auf mit einer riesigen Strohmatte, einer Platte mit Fleisch, Brot und einer undefinierbarten Sauce. Also hiess es für uns, noch einmal bei Kerzenlicht im Freien Abendessen auf sudanesisch. Wieder einmal konnten wir die ausserordentliche Gastfreundschaft der sudanesischen Landbevölkerung geniessen.

MO  16.07.07
Strecke: Dongola – Abu Dom
Kilometer: 200 km
Zeit:  18 h
Schon früh morgens versammelte sich wieder das halbe Dorf um unser Auto. Natürlich gab es keine Möglichkeit, sich in irgendeiner Form zu verständigen. Jeder gab sein bestes, es wurde geschoben, die Motorhaube ging auf und zu, es wurde geschraubt, aber am Moti ging nichts. Bis ich irgendwann nach 2 Std. beinahe die Geduld verloren habe. Aber es ist ziemlich schwierig, denn man kann den Leuten fast nicht böse sein, denn sie wollen ja nur helfen und meinen es gut. Wenn man aber genau weiss, wo das Problem liegt und wie man es beheben kann und es den vielen Helfern einfach nicht klar machen kann, kann es ganz schön mühsam werden. Irgendwann war es dann soweit und um ca. 9:00 h nach 3 h und einer extra Dorfrundfahrt am Seil hinter einem Traktor begann Moti wieder zu laufen. Trotz der Gastfreundschaft waren wir nun schlussendlich froh, wieder weiterfahren zu können. Irgendwie schafften wir es auch, wieder auf die etwas breitere Strasse Richtung Dongola zu kommen. Aufgrund der starken Regenfälle am Vortag hat sich diese allerdings zum Teil in schier unpassierbare Teilstücke verwandelt. Wir mussten durch bis zum 80 cm tiefen Schlamm fahren, wobei wir trotz Allrad fast nicht mehr weiter kamen. 50 m neben der Piste entdeckten wir dann frohen Mutes eine nigelnagel neue Asphaltstrasse die Richtung Dongola führte. Wir kämpften uns quer durch den Schlamm auf diese sich noch im Bau befindende Strasse und waren froh, unser eh schon angeschlagenes Fahrzeug nicht weiter belasten zu müssen. Doch die Freude war von kurzer Dauer, schon nach 3 km gab es eine Strassensperre und wir wurden höflich aufgefordert, uns wieder auf die alte Piste zu verrollen. Das wollte ich allerdings nicht wirklich wahrhaben. Eine ziemlich lautstarke Diskussion begann und endete damit, dass ich wieder zurückfahren musste und die schöne Strasse verlassen musste. Der freundliche Herr versicherte mir, dass das alles kein Problem sei und dass alle Fahrzeuge ganz easy durchkommen. Doch schon alleine das Verlassen der neuen Strasse schaute für mich nach einem Problem aus und ich versuchte, ein 2. Mal die Strassensperre zu passieren. Da reden nichts nützt, habe ich mir gedacht, ich könnte es ja mit Vollgas versuchen. Aber die Herrschaften blieben hart und da es wahrscheinlich nicht unbedingt ratsam ist, im Sudan jemanden totzufahren, fuhren wir schlussendlich doch wieder im slalom und zick-zack weiter durch den Schlamm Richtung Dongola. Gegen Mittag erreichten wir dann doch tatsächlich schon den Fährhafen, um über den Nil nach Dongola überzusetzen. Wir konnten uns auch ziemlich vorne einreihen, aber 1 1/2 bewegte sich gar nichts, denn es wurde gewartet, bis der Wasserstand ein wenig ansteigt, damit die Fähre auf unserer Seite richtig anlegen kann. Anita nutzte die Gelegenheit, um Wasser und Obst zu besorgen. Und ich machte mich mit dem Fotoapparat auf die Jagd. Das hatte zur Folge, dass ich auch den Polizeiposten kennenlernen durfte. Direkt am Hafen ist ein Militär- oder Polizeiposten und das Fotografieren von Brücken oder sonstigen strategischen Punkten ist in solchen Ländern – wie man ja wissen sollte – nicht erlaubt. Einder der bewaffneten Freunde forderte mich auf, mitzukommen. Da aber niemand dieser uniformierten Wichtigtuer englisch konnten, hatte sich das Problem irgendwie wieder im Sand verlaufen. Nach weiterer Wartezeit von 3 h und einem Wutausbruch bei Anita, der darin endete, dass sie fast einen Uniformierten erwürgte, schafften wir es schliesslich an Bord zu kommen und den Nil zu überqueren. In Dongola angekommen freuten wir uns schon auf eine laut Führer fantastische Asphaltstrasse. Doch zuerst mussten wir noch unsere Passdaten abgeben und Wasser besorgen. Danach fuhren wir ca. 1 km auf einer fantastischen Asphaltstrasse, dann hatten wir wieder Sand und Schotter unter den Rädern. Da die Strasse auf unserer Karte ziemlich knapp am Nil eingezeichnet war, dachte ich mir, es kann nicht falsch sein, wenn  man den Nil sieht. So fuhren wir ca. 40 km auf einem landschaftlich unglaublich schönen Feldweg, der immer wieder in einem Acker oder buschartigem Buschgelände verschwand und wieder aufgetaucht ist. Irgendwann hat Anita dann den Nerv verloren und mich höflich aufgefordert, im nächsten Dorf Richtung Landesinnere zu fahren, dann es kann nicht möglich sein, dass dieser Gehweg die Hauptverbindung nach Karthoum sein soll. Gesagt getan, wir fuhren kreuz und quer durch das nächste, menschenleere Dorf und endeten auf einer scheinbar endlosen feinsteinigen Wüstenlandschaft. Auf gut Glück fuhren wir dann pistenlos quer durch die Wüste Richtung Landesinnere und siehe da, nach ca. 3 km erreichten wir tatsächlich die alsphaltierte Hauptverbindungsstrasse. Der einzige Anhaltspunkte der in einer Linie verlaufenden Strommasten hat sich doch als richtig erwiesen. Hurra, jetzt Vollgas nach Karthoum. Doch zu früh gefreut. Wie sich schon nach weiteren 3 km herausstellte, haben wir gerade noch die letzten paar Meter der 45 km langen Asphaltstrasse erwischt und befanden uns danach schon wieder auf einer im Bau befindenen Wüstenstrasse. Über Staub und Schotter ging es dann weiter Richtung Abu Dom. Da ich nicht herausfinden konnte, warum unsere Batterie nicht mehr nachlädt, haben wir dann bei laufendem Motor, ein Stückchen abseits der Piste zu Abend gegessen. Während ich am Motor herumschraubte, bereitete Anita Spaghetti zu. Zum ersten Mal querte auch ein Militärjeep mit übergrossem Maschinengewehr unseren Weg – komisches Gefühl. Nach dem Essen ging es dann weiter. In der Abenddämmerung kamen wir an 2 verunfallten LKW’s vorbei. Im Abendlicht sah es so aus, als würde ein überschlagender Reisebus im Sand liegen und ich dachte mir, da kann ich nicht einfach vorbeifahren. Doch es war zum Glück nichts weiter als Blechschaden. Wir gaben eine Flasche Wasser ab und ich wollte weiterfahren. Inzwischen war es schon fast dunkel und wir bemerken, dass unser Moti nicht nur ein Startproblem hat, sondern auch ein Lichtproblem. Fieberhaft versuchte ich mit der Stirnlampe das Problem zu finden, doch ausser einer riesigen Menge Insekten und einem Skorpion, der ca 5 cm an meinen Zehen vorbei ging, rührte sich vorerst nichts. In der Zwischenzeit sind auch die Fahrer der verunfallten LKW’s bei uns aufgetaucht und irgendwie schaffte es dann einer, meine Lichtmaschine so kurz zu schliessen, dass wir wieder beleuchtet weiterfahren können. Weiter gehts durch die nächtliche Wüste bei einem extremen Sandsturm, der uns teilweise zwingt, trotz recht guter Strasse im Schritttempo zu fahren. Um ca. Mitternacht versuchen wir dann in der Nähe von Abu Dom einen Schlafplatz zu finden. Nachdem ich es beim ersten Versuch irgendwie geschafft habe, unseren Schlafplatz vor einer Kaserne auszuwählen, was bei den Soldaten nicht so gut ankam, konnten wir uns beim 2. Versuch am Strassenrand in einem nicht allzu dicht besiederlten Teil niederlassen. Guter Hoffnung, am nächsten Tag von einem LKW angezogen zu werden, gingen wir schlafen.

DI  17.07.07
Strecke: Abu Dom – Karthoum
Kilometer: 385 km
Zeit:  7 h
Schon früh waren wir wieder munter, da wir ja heute wieder einen Truck brauchen, um uns anziehen zu lassen. Bei Tageslicht mussten wir feststellen, dass wir am Strassenrand einer ziemlich geraden und guten Strassen übernachtet haben. Schon bald war der erste LKW in Sicht und optimistisch stellte ich mich an den Strassenrand, um ihn anzuhalten. Aber oha, der Truck fuhr in einem recht hohen Tempo an uns vorbei. Das war uns nun noch nie passiert, das konnte ja heiter werden. Und tatsächlich fuhr ein LKW nach dem anderen in einem Höllentempo an uns vorbei. So kannten wir die sudanesische Freundlichkeit noch gar nicht, aber wahrscheinlich lag es an der Strasse, dass die Fahrer ihr Tempo nicht verlangsamen wollten. Endlich, nach ca. 1 h erbarmte sich einer, hielt an und zog uns an. Na also, geht ja doch. Auf einer recht guten asphaltierten Strasse trafen wir schliesslich gegen 16:00 h problemlos in Karthoum ein. Den Campingplatz fanden wir ebenfalls auf Anhieb. Allerdings mussten wir dafür eine Strasse passieren, in der Regierungsgebäude standen. Es gab jede Menge Absperrungen und Polizisten, die versuchten, uns anzuhalten. Genervt ignorierte ich diese Wichtigtuer schliesslich und fuhr unbeirrt den Weg, den Anita mir aus dem Führer ansagte. Der Campingplatz war einigermassen ok. Wir hatten einen Standplatz unter Bäumen, konnten duschen und bekamen auch Strom. Der Platz war direkt am Nil gelegen und es gab sogar einen riesengrossen Rasen zum Spielen für die Kinder und einen kleinen Kinderspielplatz. Wir versuchten dann noch Geld zu wechseln oder einen Bankomaten zu finden, der unsere Karte akzeptierte. ATM’s gab es jede Menge, aber leider nur für einheimische Karten. Die Geschäfte hatten schon alle zu, aber nach langem Suchen konnten wir auf der Strasse Geld eintauschen. Nach einer guten Pizza (trotz total schlechter Laune meinerseits) sind wir zum Campingplatz zurückgegangen und bald war Nachtruhe.

MI  18.07.07
Strecke: Karthoum
Kilometer: km
Zeit:  h
Diesen Tag sind wir erstmal ruhig angegangen mit schlafen und alles ein bisschen gemütlicher nehmen. Hatten wir wenigstens vor. Ich habe ihm Führer von einem Supermarkt gelesen und den wollten wir aufsuchen, um unsere Vorräte ein bisschen aufzustocken. Kein Taxifahrer kannte jedoch den Platz und so beschloss ich, dass wir zu Fuss gehen (sollte ja nicht allzu weit sein – dachte ich). Wir liefen und liefen und liefen, bis ich mich allmählich überhaupt nicht mehr auskannte. Die gesamte Familie summste allmählich und ich wurde immer grantiger. Irgendwann haben wir ein sehr nettes und sauberes Lokal gefunden mit Bäckerei, in dem wir zur Mittagszeit Frühstück und Mittagessen in einem assen. Sogar eine Kugel Eis gab es für jeden. Gestärkt machten wir uns erneut auf die Suche. Irgendwann fragten wir auf der Strasse und ein übereifriger Sudanese fragte Freunde und Chefin und alle gemeinsam entschieden schliesslich, dass wir am besten ein Taxi nehmen. So haben wir es dann gemacht und für 5 Minuten Fahrt wahrscheinlich gleichviel bezahlt, wie wenn wir vom Campingplatz aus eines genommen hätten. Der Supermarket war dann schliesslich auch noch eine Enttäuschung, nun ja, wir haben dann doch für 40 US$ eingekauft. Am Abend haben wir dann in unseren neu gekauften Vorräten geschlemmt. Ausserdem habe ich mich wiedereinmal mit unserem Fahrzeug beschäftigt und die schon lange überfällige Motoraufhängung repariert, in diesem Zuge habe ich auch noch den ganzen überflüssigen Ramsch aus dem Motorraum entfernt – Heizung, Elektrokabel…..

DO  19.07.07
Strecke: Karthoum
Kilometer: km
Zeit:  h
Da ich gestern mit den Reperaturarbeiten nicht fertig wurde sollte ich mich heute wieder um Moti kümmern, da wir ja immer noch die Startschwierigkeiten haben. In der Früh fuhr ein kleiner LKW in den Hof, der Ware für den Campingplatz auslud. Anita hat sofort mit den Boys gesprochen. Der LKW zog uns an und ein Taxifahrer wurde organisiert, mich in eine Werkstatt zu lotsen. So gegen 9:00 h verliess ich den Platz, Anita und die Kinder blieben mit einem Rucksack voll Spielzeug und einer Picknick-Decke zurück. Wir kamen relativ schnell in der Werkstattgasse an. Man muss sich das so vorstellen, es gibt jede Menge kleiner Shops mit Ersatzteilen und jede Menge Mastermechaniker und das eine ganze Strasse entlang. Man stellt sich irgendwo hin und schon kommen die diversen Spezialisten. 2 Mechaniker für das Elektrische, 2 Mechaniker für die Dieselleitung, 1 Mechaniker für den Auspuff und im Nu ist das halbe Auto zerlegt. Die einen sind gut, die anderen sehr gut und dann gibt es natürlich auch solche, die es nicht wirklich draufhaben und so geht die Zeit weg wie im Flug. Doch wir konnten an diesem Tag so einiges erledigen, Auspuffanlage erneuern, Dieselleitung löten, Batterieregler austauschen, Batterieanschlüsse erneuern. Als ich 12 h später bei Dunkelheit wieder auftauchte, war Anita schon ziemlich aufgelöst. Den ganzen Tag alleine mit den Kindern ohne Behausung, Silas wollte nicht schlafen und so lange ohne Nachricht von mir, das war nicht so gut. Nun ja, auf jeden Fall war Moti wieder fahrtauglich und wir konnten am nächsten Tag die hässliche Stadt wieder verlassen. Viel haben wir nicht gesehen von Karthoum, aber wir denken, dass wir nichts verpasst haben.

FR  20.07.07
Strecke: Karthoum – Migreh
Kilometer: 288 km
Zeit:  7 h
Freitag ist ja der islamische Sonntag und so hatten wieder alle Geschäfte geschlossen. Da uns die Reparatur wieder eine Stange Geld gekostet hat, mussten wir noch einmal Geld wechseln und sind eine Runde durch die Stadt spaziert. Geld haben wir wieder auf der Strasse gewechselt und schliesslich haben wir noch einen offenen Souvenierladen entdeckt. Anita wollte gerne noch ein Souvenier aus dem Sudan kaufen, da wir ja bald an die ethiopische Grenze kamen. Also haben wir uns ein paar nette Sachen herausgesucht und ich habe einen guten Preis ausgehandelt. Anita hat sich total gefreut und ist mich den Kindern schon mal raus gegangen. Zu ihrer grossen Enttäuschung kam ich dann auch mit leeren Händen zurück, denn es hat sich herausgestellt, dass wir bei der Preisverhandlung nicht von 15 Dinar gesprochen haben, sondern von 150. Die spinnen doch, die Sudanesen! Schliesslich haben wir uns auf den Weg gemacht. Bevor wir zur Stadt rauskamen, wollten wir am Strassenrand noch ein paar Früchte und Gemüse einkaufen. Die Stände waren sehr schön und üppig aufgebaut. Anita ist hinausgesprungen und hat sich ein paar leckere Sachen herausgesucht and abwägen lassen. Der Preis war wieder überdimensional hoch, mehr noch als wir zu Hause im Interspar zahlen würden. Diesmal liess sie sich nicht verarschen, liess die Strassenhändler mit den vielen Plastiksäcken stehen und auf und davon waren wir. Anita war schon wieder sehr enttäuscht, da sie sich so auf die leckeren Früchte gefreut hat und ich war schon wieder sauer. Die spinnen doch, die Sudanesen! Mit Vollgas brausten wir der ethiopischen Grenze entgegen. Das Land wurde immer grüner und fruchtbarer, wir sahen riesige Herden von Schafen, Ziegen, Kühen, Kamelen, Pferden und Eseln. Wir merkten, dass wir nun der Regenzeit entgegenfuhren. Plötzlich türmten sich riesige Wolken auf und ein Gewitter zog auf. Schnell hielten wir an, um noch regenfrei essen zu können. Wir fanden einen wunderschönen Ausstellplatz, Anita kochte und ich und die Kinder erforschten die Gegend, machten Fotos und betrachteten die vielen Tiere…und auch ein paar Menschen. Wir fuhren dann im Regen noch ein wenig weiter, bis wir einen Platz für unser Nachtlager fanden, unsere letzte Nacht im Sudan.

SA  21.07.07
Strecke: Migreh –  ethiopische Grenze – Richtung  Gonder
Kilometer: 454 km
Zeit:  12 h
Wir erreichten schon zeitig die Grenze, wo die Zollformalitäten beiderseits erstaunlich schnell vorbei waren. Die beiden Grenzdörfen waren katastrophal. Menschen und Tiere drängten sich dicht aneinander auf schmalen, dreckigen, schlammigen Strassen, es herrschte das totale Chaos. Wir fuhren schnell weiter und erfreuten uns an der wahnsinnig tollen und grünen Landschaft. Was für ein Kontrast im Gegensatz zu dem, was wir in den letzten paar Wochen gesehen haben. Ein kurzer Zwischenstopp für ein Fischsandwich und sonst fuhren wir immer weiter Gonder entgegen. Als die Dunkelheit aufkam, haben wir uns einen Platz zum Übernachten gefunden, der entgegen allen Erzählungen menschenfrei war. Wir haben im Vorfeld nämlich immer wieder gehört und gelesen, dass man in Ethiopien keine Sekunde alleine ist und immer und überall von Menschen verfolgt wird. „Wenn die Menschen lästiger werden als die Fliegen, bist du in Ethiopien“.

SO  22.07.07
Strecke: Gonder
Kilometer: 120 km und 2200 Hm
Zeit:  7 h
Schon zeitig machten wir uns wieder auf den Weg, um endlich Gonder zu erreichen. Aber der Weg zog sich durch eine landschaftlich supertolle Gegend endlos lange hin. Hinter jedem Hügel hofften wir Gonder zu erblicken. Nachdem sich das Gaskabel 2x verabschiedete und ich inmitten einer Horde von Ethiopiern die Reparatur erledigte, erreichten wir gegen ca. 15:00 h endlich unser Ziel. Nachdem wir ein Hotel gefunden haben, wo wir auch Moti einstellen konnten und geduscht hatten, machten wir uns auf den Weg in die Stadt. Dabei erfuhren wir zum ersten Mal das Problem der ethiopischen Gastfreundschaft. Man kann sich in dieser Stadt fast unmöglich ohne Schatten bewegen. D.h. man hat fast immer und überall jemanden, der hinter einem herrennt und einem irgendwas andrehen will; Guide, Hotel, Burgführung, Mechaniker….. Wahrscheinlich sind wir für die Leute hier nicht wirklich freundlich, da wir jeden, der nur irgendwie näher kommt, sofort abwimmeln. Wir haben dann ein typisch ethiopisches Lokal gefunden und in der Kellerstube mit 2 völlig übermüdeten Kindern zu Abend gegessen. Danach ging Anita mit den Kindern schlafen (in den Moti, nicht etwas im Hotelzimmer) und ich habe noch 2 h im Internet verbracht, um diverse Probleme meiner supertollen Bergführervereinigung zu beantworten und zu lösen.

MO  23.07.07
Strecke: Gonder
Kilometer:
Zeit:
Der heutige Tag sollte sich eigentlich nur auf Sightseeing und Erledigungen beschränken. Nachdem wir unsere Begleiter und Führer am Ausgang des Hotels sofort abschüttelten, machten wir uns auf den Weg zum Frühstücken. Unser Weiterweg zur Burg führte an einer Wäscherei vorbei, wo wir schnell unsere schmutzige Wäsche loswerden wollten. Dies erwies sich allerdings schon wieder als fast unmöglich und Anita bekam eine mittelgrosse Krise. Die Leute in der Wäscherei sind unglaublich arrogant, überheblich und die Preise sind wie alle Touripreise hier im Ort unverschämt hoch. Grundsätzlich kann man sagen, dass man beim Kauf irgendwelcher Dinge als Tourist jeden angegebenen Preis um 50 – 80 % reduzieren kann. Dann liegt man ungefähr da, wo der normale Preis für Einheimische liegt. Wir haben es dann aufgegeben, unsere dreckige Wäsche abzugeben und verbrachten ein paar schöne Stunden auf der Burg von Gondar. Wenn  man früh genug dort ist, ist noch nicht sehr viel los und es ist wirklich ganz gemütlich erholsam und nett. In der Burganlage gibt es auch einen Souvenirladen mit Handwerksprodukten, die direkt vor Ort gemacht werden. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmt und man kann angenehm und in Ruhe aussuchen, ohne das Gefühl zu haben, dass einem alles aufgeschwatzt wird. Dementsprechend haben wir zugeschlagen. Nach dem Sightseeing konnten wir noch Geld wechseln und dann machten wir uns zurück ins Hotel, um die Kinder niederzulegen und die Zeit zu nutzen, um endlich mal das Tagebuch niederzuschreiben. Danach ging es noch einmal ab in die Stadt, wo ich unbedingt noch eine Simien Mountain Map finden wollte. Das gelang uns nicht. Abendessen, Moti, Ice Age 2, schlafen.

DI  24.07.07
Strecke: Gonder – Debark
Kilometer: 88 km – 600 Hm
Zeit:  6 h
Nachdem ich mich am Morgen noch einmal auf die Suche nach einer Simien Mountain Map machte und im Tourist Office tatsächlich die Möglichkeit fand, eine Map mit 10 Teilen zu kopieren, machten wir uns um ca. 10:00 h auf den Weg Richtung Debark. Die Ortsausfahrt von Gonder war schneller erreicht als wir glaubten und ich habe weder meine Tanks voll aufgefüllt noch haben wir Futtervorräte für das Trekking eingekauft. Anita wurde schon ein wenig nervös und ich habe einen auf ganz locker rausgelassen „das kriegen wir alles noch überall“. Auch die Strasse machte uns einen kleinen Strich durch die Zeitrechnung, da sie nicht wie in der Karte angegeben asphaltiert, sondern wieder einmal nur eine Schotterpiste war. Unser Moti hatte ziemlich mit der Höhenluft zu kämpfen und wir krochen im Schneckentempo durch die wunderschöne Landschaft des ethiopischen Hochlandes. Nach einem Zwischenstopp fürs Tanken aus den Reservetanks und einem kurzen Stopp zum Jausnen erreichten wir um ca. 16:00 h Debark. Das einzige brauchbare Hotel im Ort haben wir schnell gefunden und auch das Nationalpark Office ist nicht zu verfehlen. Im Nationalpark Office sind die Leute sehr hilfsbereit und entgegenkommend und die Beratung ist gut. Nach einem ausführlichen Gespräch mit den Guides entschliessen wir uns für einen 7-tägigen Aufenthalt in den Simien Mountains. Da die Guides hier im Moment fast keine Arbeit haben entschliessen wir uns, neben dem verpflichtend mitzunehmenden Scout (bewaffneter Militarist) auch einen Guide anzuheuern. Es gilt die Regel, pro 5 Personen ein Scout, des weiteren pro 2 Esel ein Eseltreiber, das haben wir allerdings erst am nächsten Tag vor Ort herausgefunden. Nachdem wir im Nationalpark Office alles abgeklärt haben, gings weiter zum Hotel, wo wir unser Fahrzeug hinter den Hotelmauern sichern parken konnten. Dann haben wir noch begonnen, unsere ganzen Sachen herauszukramen; Schlafsäcke, Rucksäcke, Isomatten, Zelt, Kocher, Gas, Futter für 7 Tage, etc. Nach dem Abendessen im Hotel haben wir uns dann früh ins Bett verkrochen. In der Nacht begann es stark zu regnen und da unser Moti mit der Schnauze nach unten stand, hatten wir wieder einmal Hochwasser im Auto.

MI  25.07.07
Strecke: Debark – Sankaber
Kilometer: 45 km
Zeit:  4 h
Nach einem scrambeld egg Frühstück im Hotel, den nun schon fast obligatorischem Lariam-Dünnpfiff der halben Familie und dem restlichen Zusammenkramen unserer Ausrüstung tauchte unser Guide Bego pünktlich um 9:00 auf. Ich machte mich auf den Weg, um mit ihm die restlichen Nahrungsmittel für uns, den Guide, den Scout und den Eseltreiber zu besorgen, während Anita eine letzte Dusche im Hotel genoss. Wir kamen mit einer riesigen Schachtel Futter zurück zum Auto und verstauten das alles, zusätzlich mussten wir noch das Equipment von Guide und Scout ins Auto stopfen. Dann wollten wir uns auf den Weg Richtung Sankaber machen. Überraschung….man glaubt es nicht……aber unser Moti wollte wieder einmal nicht. Es war unmöglich, ihn zu starten. Da wir in der steilen Einfahrt des Hotel standen, blieb uns keine andere Möglichkeit, als wieder einmal ein anderes Fahrzeug zu suchen, das uns zurück auf die Hauptstrasse zog. Dabei lernten wir schnell etwas Neues kannen. Man braucht sich nicht erwarten, dass man in Ethiopien Menschen findet, die freundlich und Hilfsbereit sind, ohne den Aspekt, dafür Geld zu kriegen. Um für 2 Mintuen Auto aus dem Hof ziehen, legt man dann schnell mal zwischen 40 und 200 Birr ab. Aber der viel lustigere Teil kommt dann noch, wenn man auf der Hauptstrasse steht und das Auto immer noch nicht läuft. So schnell kan man gar nicht schauen, hat man schon 50 arbeitslose Dorfbewohner am Auto hängen, die einem natürlich gerne durch das halbe Dorf schieben, in der Hoffnng, 5 – 10 Birr pro Person abzustauben. So schnell kan man gar nicht schauen, hat man mit Servicegeld da und Servicegeld dort und Geld für kleine Hilfsdienste 100 € los. Irgendwann haben wir es dann tatsächlich geschafft und unser Auto läuft wieder. Auf dem Weg durch das Dorft kaufen wir dann noch Eier und Brot sowie 3 Regenschirme und fahren über eine fast unpassierbare Strasse durch dichtes Menschen- und Tiergedränge über den Hauptmarktplatz durch 1/2 m tiefe Schlaglöcher und Schlammseen aus dem Zentrum. Lt. Karte soll es hier zwar eine Tankstelle geben. Diese ist aber nicht wirklich vorhanden und unser Guide gibt sich alle Mühe, um auf dem Schwarzmarkt 80 l Diesel um – eh schon wissen – zum doppelten Preis als üblich aufzutreiben. D. h. 80 l kosten 800 Birr, sozusagen derselbe Preis wie daheim. Endlich haben wir alle erledigt und kommen auf eine relativ passable Strasse aus dem Dorfleben heraus. Eine steile Strasse schlängelt sich die Strasse hinauf. Noch bevor wir den Eingang zum Nationalpark erreichen, müssen wir in einem Zwangsstopp bei Motortemperaturen 110 ° einlegen. Auf ca. 3000 m Höhe wird die Strasse dann relativ flach und unser Auto erholt sich schnell. Die Landschaft ist wie überall hier grandios und traumhaft schön. Aber auch die Strasse ist wie überall hier fürchterlich für unser Auto. Nach einem kurzen Fotostopp bei den Baboons am Strassenrand erreichen wir um ca. 14:00 h im dichten Nebel einen schönen Lagerpatz in Sankaber auf 3200 m. Nachdem wir die ganzen Essensvorräte und unser Gepäck sorgfältig verpackt haben, sollte Bego nun 2 Esel und einen Eseltreiber organisieren. Und schon kommt die erste Überraschung: Man braucht pro Esel einen Eseltreiber. D.h. meine Kalkulation und der unendliche Geldfrass für die Hilfsbereitschaft in Ethiopien, eröffnet für uns ein neues kleines Problem. Wir haben nicht mehr genug Birr, um 2 Eseltreiber und 2 Esel und einen Extra-Scout, der unser Auto während der 5 Trekkingtage bewachen soll, bezahlen zu können. Ziemlich sauer über diese ausserordentlich komischen Parkregeln, mache ich Bego klar, dass wir in diesem Fall die Hälfte von dem für uns alle gekauften Proviantes, im Auto lassen müssen. Somit konnten wir nur die Ausrüstung sowie das Essen für uns mitnehmen. Bego versuchte uns klar zu machen, dass er ganz auf unserer Seite ist und sie sowieso nicht damit gerechnet haben, dass wir die Verpflegung für sie mitnehmen. Dann begann für uns noch einmal ein grosses Umpacken und am Abend kochten wir dann doch für alle das Abendessen; Püree mit Rührei. Das Wetter war neblig, feucht und kalt und die ersten Regengüsse schwallten in den Moti. Nachdem ich dann noch mit Sina und Silas zur Quelle ging, um unsere Wasservorräte aufzufüllen, machte ich noch einen Rundgang um unser Auto, wo ich feststellen musste, dass irgendwas mit der rechten Hinterfederung nicht ganz ok war. Dies behielt ich aber für mich, da Anita ohnehin schon halbs die Krise bekam, wie wir unser Vehikel wieder aus dem Park kriegen sollen. Wir verbrachten eine kalte, feuchte Nacht im Moti.

DO  26.07.07
Strecke: Trekking Sankaber – Gich
Kilometer: 10  km / 500 Hm
Zeit:  6 h
Pünktlich um 8:00 h war der Guide mit Scout, Eseltreiber und Träger bei uns am Auto. Das Gepäck wurde peinlich genau mit einer herangeschliffenen überdimensional grossen Waage gewogen und aufgeteilt. Es war nicht möglich, unser Auto ohne zusätzlichen Scout stehen zu lassen und da wir ein bisschen einen Birr-Engpass hatten, gab es eine ewige Diskussion, wie es mit der Bezahlung weitergeht. Bis wir uns darauf einigten, nach der Rückkehr noch einmal Geld zu wechseln und dann alles zu bezahlen. Unser heutige Trekkingtag begann im dichtesten Nebel und die ersten 3 View Points waren leider absolut ohne Sicht. Dann hatten wir etwas Glück und konnten den in 700 m stürzende Jimbar Wenz Wasserfall für eine halbe Stunde beobachten. Auf der Strecke tauchten immer wieder Kinder auf, die beim Viehhüten waren und ihre Handarbeitsgegenstände verkaufen wollten. Da wir einen Guide und Scout dabei hatten, hielten aber alle Einheimischen ziemlich dezent Abstand zu uns. Da wir wegen diesen Leuten einen Extra-Scout brauchten, der unser Auto bewachen musste, waren wir nicht gerade gut auf die Bevölkerung zu sprechen und liessen sie einfach links liegen. Um nach Gich zu gelangen, mussten wir den Jimbar Wenz Fluss im oberen Bereich überqueren. Der Aufstieg über die Felder und vorbei an Wassergumpen und dem kleinen Dorf Gich war landschaftlich sehr schön. Auch das Wetter hatte sich im Laufe des Tages gebessert und wir konnten einige Stunden Sonnenschein geniessen. Als wir gegen 15:00 h den Lagerplatz erreichten, stand unser Zelt schon. Da ich ja nun wusste, dass für jeden kleinen Hilfsdienst zu zahlen ist, waren mir die hilfsbereiten Leute gar nicht mehr so recht. Ich versuchte, das dem Guide klar zu machen, bedankte mich aber trotzdem für die nette Hilfe. Wir haben den Rest des Tages damit verbracht, die nähere Umgebung des Lagerplatzes auszukundschaften, überdimensional grosse Vögel zu füttern und mit unseren Kindern im Zelt Ramba-Zamba zu machen. Nach einem gemütlichen Abendessen folgte eine eine ruhige, enge und kühle Nacht. Besonders zu erwähnen ist, dass Sina den heutigen Tag ohne sumsen und meckern die gesamte Strecke in unserem Tempo easy mitgemacht.

FR  27.07.07
Strecke: Trekking Gich Rundtour mit Imet Gogo (3926 m), Saha (3785 m), Kedadit (3760 m)
Kilometer: 4 km / 400 Hm
Zeit:  4 h
Nachdem wir Teekochen, Frühstücken und Sandwich machen hinter uns gebracht haben, sind wir um 9:00 h aufgebrochen, um weitere View Points in der Nähe des Lagers Gich aufzusuchen. Ausserdem standen 3 3000er Gipfel auf dem heutigen Tagesprogramm. Beim Weggehen war das Wetter noch ziemlich ungemütlich, feucht, kalt und nebelig. Doch schon bald konnten wir die afro-alpine Gebirgslandschaft bei schönstem Sonnenschein geniessen. Der Aufstieg zum Imet Gogo ist im Nachhineingesehen sicher eines der lohnensten Ziele in den Simien Mountains. Atemberaubende Tiefblicke über die vom Hochplateau fast senkrecht bis zu 1500 m abstürzenden Felswände, eine unglaublich bizarre Welt von Felstürmen im Spiel der von der Thermik aufsteigendem Nebel. Wo wir hinblickten war einfach alles grün. Hunderte von verschiedenen Grüntönen überziehen das Hochplateau und die darunter liegende Hügellandschaft.  Neben den bizarren Landschaftsformen können wir auch einige verschiedene Vogelarten beobachten, vom kleinsten Flatterling bis zum 2m-Spannweite-Greifvogel. Nachdem wir am Gipfel des 3926 m hohen Imet Gogo eine ausgiebige Pause gemacht haben und sich Anita wieder langsam an die Höhe gewöhnt hat, ging es gemütlich am Rande der Felsabstürtze weiter zum nächsten Gipfel. Man muss nicht weit auf und ab gehen und hat immer eine grandiose Aussicht. Auf dem Weg zum 3785m hohen Saha haben wir wieder einige Zeit damit verbracht, eine grosse Galada Baboons Familie zu beobachten. Wir konnten viele paralellen zwischen diesen zottigen Bergaffen und den Meschen feststellen. In der Nähe vom Saha konnten wir dann am Rande einer riesigen Schlucht unsere Sandwich geniessen. Auch am letzten Aussichtspunkt bzw. Gipfel hatter der Wettergott Gnade mit uns und wir konnten noch ein paar Sonnenstrahlen am Kedadit geniessen. Den Nachmittag verbrachten wir dann gemütlich im Lager. Das Wetter wurde ziemlich wechselhaft von Wind und Regen bis Sonnenschein alles innerhalb kürzester Zeit. Beim Abendessen hat uns dann unser kleiner Zappel Silas einen Streich gespielt. Nachdem wir gemütlich Püree mit Ei und Würstel gespeisst hatten, gab es vor dem schlafen gehen noch eine Pilzsuppe. Doch der Suppentopf wurde zum Ziel eines Sturtzfluges unseres kleinen Monsters und im nun war das Chaos perfekt. Eine Hand in der kochend heissen Suppe, der Rest der Suppe im Zelt verteilt, die Laune von mir und Anita im Keller, Sina geschockt “ i bins nit gwesn“ und der kleine brüllt wegen etwas zu heiss gewordenen Fingern. Bis sich wieder alles gelegt hat, war es dann Nacht. Silas hat das Abenteuer zum Glück ohne nennenswerten Schaden überstanden.

SA  28.07.07
Strecke: Trekking Gich – Chennek mit Inatye (4070 m)
Kilometer: 15 km / 900 Hm
Zeit:  7 h
Den heutigen Tag starteten wir in strömendem Regen. Da für heute eine längere Etappe angesagt war, waren meine Krieger schon beim Frühstück nicht gerade voll motiviert. Nach den üblichen Käse- und Marmeladebrötchen machten wir uns daran, bei strömendem Regen das Zelt abzubauen. Da das Schlechtwetter genau aus der Richtung kam, in die wir gehen sollte und es ziemlich stürmte, hat Bego vorgeschlagen, eine andere Variante zu gehen. Wir haben alle unsere Regenschirme aufgespannt und sind losmarschiert. Die neue Variante ging dann 300 m hinunter, wo wir einen Bach überquerten und Anita ab der Hälfte des Abstieges ziemlich zu meutern begann, da wir die Abstiegsmeter auf der anderen Seite zusätzlich aufsteigen müssen und die Tagesetappe so so lang genug war. Bis wir die verlorenen Hm auf der anderen Seite des Baches wieder aufgeholt hatten, hat sich die Meuterei ein wenig gelegt und auch das Wetter wurde ein wenig besser. Wir gingen ewig lang auf einem Grasrücken zwischen grasenden Pferden, Schafen, Ziegen und Kühen und vielen einheimischen Kindern gegen den Wind unserem heutigen Gipfelziel zu. Nachdem sich Anita wieder beruhigt hatte, meldete sich bei Sina der innere Schweinehund, den sie dann schliesslich aber auch wieder überwand. Gegen Mittag erreichten wir den 4070 m hohen Inatye bei 5 m Sichtweite und starkem Wind. Als wir Mitten beim Jausnen waren, begann es dann als Draufgabe auch noch zu regnen, bzw. fast zu hageln an. Nun begann auch noch Silas zu motzen und im Nu war alles zusammengepackt und unsere Regenschirme wurden wieder aufgespannt. Die Technik, mit einem Regenschirm bei waagrecht fliegenden Regentropfen gegen den Wind zu kämpfen, gab uns immer wieder ein bisschen ein Rätsel auf. Besonders Anita kämpfte immer wieder mit ihrem widerspengstigen Regenschirm gegen den Wind an. Von den laut Karte und Führer angegebenen Aussichtspunkten hatten wir leider gar nichts. Der restliche Abstieg bis Chennek verlief im strömendem Regen, Sturm und Nebel. In Chennek angekommen besserte sich das Wetter zumindest so, dass es aufhörte zu regnen. Wir konnten unser Zelt an einem ausgesprochen schönen Lagerplatz aufstellen. Anita konnte nicht mehr aufhören zu schwärmen: der Bach, die Palmen, ein Greifvogel im Nebel, etc. Es folgte eine Nacht mit starkem Regen.

SO  29.07.07
Strecke: Trekking Chennek – Mt. Bwahit (4430 m)
Kilometer: 10 km / 800 Hm
Zeit:  4 h
Auch beim Aufwachen war immer noch Regen angesagt und die Sicht war wieder gleich null. Sinas Motivation war ebenfalls gleich null. Trotzdem haben wir es dann geschafft und sind um ca. 9:00 h zu unserer nächsten Tagestour aufgebrochen. Landschaftlich war es schön wie immer, nur der Regen und der starke Wind waren wieder gegen uns. Man kann den Weg so wählen, dass man am Rande der Abbrüche auf einem Fussweg gemütlich nach oben gehen kann. Leider führt bei dieser Tagesetappe auch die Passstasse unweit des Gehweges nach oben. Auf halben Weg nach oben sehen wir jede Menge Steinböcke und wieder die Baboons und verweilen für kurze Zeit für einige Fotos. Auf ca. 4200 m wird es dann richtig unangenehm kühl, winidig und nass. Silas beginnt Vollgas zu rebellieren und auch bei Sina braucht man nicht lange, um sie zum Umkehren zu überreden. So übernimmt Anita die Kraxe und geht mit Bego und den Kindern schon mal voraus retour zum Lagerplatz. Ich kann mit unserem Scout die restlichen 200 m auf den Mt. Bwahit machen und die mässige Aussicht (wetterbedint) von dort oben geniessen. Der Abstieg geht dann flott und wir machten unweit des Lagerplatzes Mittagspause. Am Nachmittag bessert sich das Wetter dann doch noch und bis zum Abend hin sind die Wolken zur Gänze verschwunden. Wir haben den Rest des Tages für Sachen trocknen und Fotos machen genutzt. Unserer Mannschaft ist inzwischen das Geld ausgegangen und so sitzen sie ohne Feuer in der Buschhütte. Ich hatte Mitleid und zahle die 12 Birr für Brennholz, damit sie über Nacht Feuer haben. Es folgte eine sternenklare und windstille Nacht.

MO  30.07.07
Strecke: Trekking Chennek – Sankaber
Kilometer: 20 km / 500 Hm
Zeit:  8 h
Die heutige Tagesetappe würde uns fast zur Gänze über die Schotterstrasse zurück nach Sankaber führen. Da das Wetter nicht schlecht ausschaute, beschlossen wir nach Abbrechen unseres Lagers, noch einmal die Etappe Richtung Saha (wie am 3. Tag) zu machen, damit wir die verpassten View Points doch noch sehen können. Es hat sich rendiert, denn im Aufstieg haben wir wieder einmal grandiose Tiefblicke über senkrecht abstürzende Felspassagen bekommen und ausserdem haben sich auch noch einige Lämmergeier blicken lassen. 100 Hm vor dem Gipfel hat es allerdings wieder begonnen zuzuziehen und unser Guide, der so schon nicht recht glücklich mit dieser Variante war, hat beschlossen, dass es sich nicht lohnt, bei diesem Wetter auf den Gipfel zu gehen. Wir querten dann noch einige Kilometer Wiesen der Hochlandschaft, bis wir schlussendlich auf der Schotterstrasse endeten, wo wir die restlichen 10 km bis zum Auto zurücklegten. Gegen 16:00 h erreichten wir unseren völlig durchnässten Moti wieder. Dieser Lagerplatz meinte es nicht gut mit uns, wir haben ihn noch nie ohne Nebel und Feuchtigkeit gesehen. Leider ist unser Moti auch innen nicht viel trockener als die Umgebung draussen. Ich versuchte, die Federung am Auto ein wenig zu reparieren, damit zumindest die 40 km nach Debark zurücklegen können. Anita kochte unterdessen das Abendessen. Zum Starten versuchte ich gar nicht erst, da dies sowieso unmöglich sein wird. Wir verbringen auf feuchten Matrazen.

DI  31.07.07
Strecke: Sankaber – Debark
Kilometer: 45 km
Zeit:  6 h
Um 8:00 h beginnt sich das halbe Dörfchen um unser Auto zu versammeln. Inzwischen wissen alle schon, dass es Hilfe braucht, damit wir hier wieder weg kommen. Anita und die Kinder können aus dem Auto aussteigen und Moti und ich wurden zum Beginn einer steilen Schlammstrasse geschoben, wo wir den ersten Startversuch wagen. 50 m geht’s mit Rutschen und Schleudern hinunter, dann steckt unser Moti 40 cm tief im Schlamm. Einer der Leute im Dort hat zum Glück einen Toyota-Jeep, mit dem er es tatsächlich schafft, unser Monster wieder aus der Scheisse zu ziehen. Wir verbringen weitere 2 h damit, unser Auto über den Hügel hinunterrollen zu lassen und wieder hinaufzuziehen, bis er dann endlich läuft. Nach 3 h Schleichfahrt erreichten wir dann kurz vor dem totalen Kollaps der Federung Debark. Den Rest des Tages verbringen wirw damit die Federung zu reparieren, Anita und die Kinder versteckt im Auto. Es ist unglaublich, aber man kann keinen Schritt machen, ohne dass man nicht mind. 20 Leute hinter sich hat, die blöd gaffen. Wenn man die Autotür öffnet, kann man sie fast nicht mehr schliessen, da alle hereindrängen und schauen. Rechtzeitig zum Dunkelwerden und wir werden zum Hotel geschoben. Eine Tischlerei von nebenan gibt uns Strom, damit wir versuchen können, die Batterie aufzuladen. Nach einem Abendessen mit Guide und Mechaniker haben wir tatsächlich vollzählig Debark erreicht, inkl. Auto und gehen schlafen.

MI  01.08.07
Strecke: Debark – Gonder
Kilometer: 88 km
Zeit:  10 h
Der heutige Tag beginnt schon wie gewohnt mit schieben. Irgendwie kann aber den Menschen nicht klar machen, dass man ein 4000 kg schweres Auto, das nur im ersten Gang angezogen werden dann, da sonst der Motor nie anläuft, nicht händisch durch das halbe Dorf schieben muss, da es sowieso nichts bringt. So wird wieder einmal geschoben, Motorhaube auf, Batterie raus, Batterie rein und irgendwann ist die Geduld bei mir am Ende. Ich verschliesse das Auto und versuche, das gestern vergessene Seil wieder aufzutreiben. Anita und die Kinder sind wie üblich wieder einmal alleine im Auto und kämpfen mit der ländlichen Bevölkerung, die es lustig finden, Steine und Schlamm auf unser Auto zu werfen. Das Seil habe ich nicht mehr bekommen, aber dafür haben wir einen Jeep-Fahrer gefunden, der versuchte, uns anzuziehen. Wie immer läuft Moti ziemlich schnell, wenn er von einem anderen Fahrzeug angezogen wird, aber leider kommen ziemlich dubiose Geräusche aus dem Motorraum. Beim Öffnen der Motorhaupe muss ich feststellen, dass sich das Kühlergebläserad ganz komisch dreht und auf der Welle der Benzinpumpe streift. Es hilft nichts, ich muss den Motor noch einmal abstellen. Im Anschluss versuche ich, die Gebläseblätter ein wenig auszubiegen und wir starten das Monster noch einmal, allerdings soll das das letzte Mal sein für die nächsten 3 Tage. Es machte einen lauten Krach, der Ventilator frisst sich in den Kühler ein, unter dem Auto rinnt das ganze Wasser aus und einige Kugeln eines Kugellagers kullern davon. Somit ist der Kühler hin, das Gebläse hin, Wasserpumpe hin und es gibt keinen Möglichkeit für uns, auch nur noch einige Meter weiterzufahren. Doch es dauerte nicht lange und schon findet sich ein hilfsbereiter LKW-Fahrer ein, der uns für 300 Euro am Seil nach Gonder ziehen will. Nach einer kurzen Preisverhandlung einigen wir uns auf 200 Euro. Ich machte ihm dann klar, dass wir auch eine Eisenstange brauchen, da der Weg nach Gonder oft abwärts führte und ich die Bremsen nicht auch noch hin haben wollte. Nach einer 1/2 h ist auch die Eisenstange da und auch 2 -3 freundliche Helfer des Dorfes ein, die natürlich nur aus Freundlichkeit und zum Helfen mit nach Gondar wollen und wir tuckern mit 20 kmH los. Die nächsten 5 h können wir noch einmal die herrliche Landschaft geniessen, wobei ich immer wieder die Angst hatte, dass wir an einer Abgasvergiftung sterben werden. Kurz vor Dunkel werden erreichen wir dann tatsächlich die Werkstatt in Gondar, wo gleich 10 Leute eifrig am Auto zu schrauben beginnen. Dabei wird festgestellt, dass es viele, sehr neue Teile brauchen wird, damit unser Auto wieder fahren kann. Und die Reparatur mind. 750 Euro kosten wird. Was man dabei wissen muss, dass die 3 Helfer, der LKW-Fahrer und sein Helfer alle eine Provision erwarten, weil lsie mich ja hingebracht haben. Ich schaffe es tatsächlich noch, den Preis auf 500 Euro hinunterzudrücken. Da wir keine andere Möglichkeit haben, müssen wir nehmen, was wir kriegen. Wir übernachten in der schlammigen Gasse der Werkstatt und kochen auf einem völlig schiefen Parkplatz Spaghetti mit dem letzten von zu Hause mitgebrachten Sugo. Es folgte eine gemütliche Nacht auf dem Parkplatz.

DO  03.08.07
Strecke: Gonder
Kilometer: km
Zeit:  h
Schon um 6.00 h morgens sind wir wieder wach, wir beginnen in  unserem Auto aufzuräumen, die Wäsche herzurichten und verlassen dann um 8:00 h unser Wrack. Es geht in die wunderbare Stadt Gonder zum Frühstücken, Wäschewaschen, Hotelsuche und wieder einmal Geld wechseln. Der restliche Tag spielt sich zwischen Werkstatt, Hotel, Internet-Cafe und Lokal ab. Wobei ich in der Werkstatt feststellen muss, dass in mein Auto absolut keine neuen Teile eingebaut werden, sondern slowly slowly die alten Teile mehr oder weniger gut repariert und wieder eingebaut werden. Wir verbringen den halben Abend damit, unser Tagebuch nachzuschreiben. Zum Glück haben wir wenigstens ein Hotel gefunden, bei dem man die Kinder rauslassen können, ohne dass sie nach 5 Minuten ausschauen wie die Schweine.

FR  03.08.07
Strecke: Gonder
Kilometer: km
Zeit:  h
Der heute Tag verläuft beinahe komplett gleich wie der vorherige. Mit dem kleinen Unterschied, dass unser Moti gegen 16:00 h mehr oder weniger fertig ist. Wenn man davon absieht, dass die Kühlerleistung nicht mehr diesselbe ist wie davor, die Wasserpumpe nach wie vor nicht mehr ganz dicht ist und die Federung provisorisch mit einem Profileisen verkürzt wurde. Nachdem keine neuen Teile in mein Auto kamen, war es für mich leicht, noch einmal über den Preis zu verhandeln. Ich machte dem Mechaniker klar, dass ich nicht bereit bin, irgend eine Provision für die unerwünschten Helfer zu zahlen und auch für den LKW-Fahrer, der bereits 200 Euro für die Abschleppdienst erhielt, gibt es keine Provision. Nach längerem Hin und Her können wir uns total friedlich und zu aller Zufriedenheit auf 300 Euro einigen. Ich verlasse die Werkstatt, fahre ins Hotel, wo Anita und die Kinder zusteigen und machten eine Probefahrt auf einer Schotterpiste. Dabei kauften wir auch gleich noch einige Souvenirs ein. Am Abend bin ich froh, dass Moti hinter den Mauern des Hotels steht, da ich mir nicht sicher war, ob die unerwünschten Helfer das eine oder andere Problem herbeirufen können. Es folgte ein weiterer Abend am PC mit Tagebuch schreiben.

SA  04.08.07
Strecke: Gonder – Bahir Dar
Kilometer: 160 km
Zeit:  4 h
Nach einer letzten Dusche im Hotel machten wir uns ein letztes Mal auf nach Gondar, um Geld zu wechseln, die Wäsche zu holen und zu frühstücken. Im Anschluss sind wir wieder mit unserem Moti unterwegs. Es ist unglaublich, wie schön es sein kann, wenn man fast problemlos auf einer guten Asphaltstrasse durch die Hochlandschaft fahren kann. Bis auf einmal Kühlerwasser nachfüllen und absolutes Schneckentempo bei grösseren Steigungen erreichen wir problemlos Bahir Dar. Anita lotst mich auf schnellstem Weg zu einem Hotel, wo wir auch Campen dürfen und wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag. Am Abend versuchten wir dann noch ein wenig die Gassen der Stadt auszukundschaften, doch mich nerven relativ schnell die Leute und das Ortsbild von Bahir Dar kann mich auch nicht wirklich mit Schönheit überzeugen. Um 19:00 h kommen wir wieder zurück ins Hotel und essen an der Uferallee zu Abend. Es folgte seit langem wieder eine Moskitonacht.

SA  05.08.07
Strecke: Bahir Dar
Kilometer: km
Zeit:  h
Frühmorgens haben wir uns schon auf dem Weg in die Stadt gemacht, um eine Bootsfahrt zu den anscheinend sehr sehenswerten Klostern am Tana See, dem grössten See Ethiopiens, zu organisieren. Der See verspricht laut Führer wirklich sehr viel sehenswertes, von Hippos über Krokodile und Vögeln verschiedenster Art bis Papyrusboote und nicht zuletzt den Ursprung des blauen Nils. Nach einem Frühstück mit Black Forest Torte teilten wir uns das nächst beste Boot mit einer einheimische Familie und fuhren los. Die Hippos haben wir von weiter Ferne gesehen, die Kloster hätte ich meines Erachtens überhaupt nicht sehen müssen. Bis auf den Ursprung des Nils war die Tour für mich nicht gerade umwerfend. Es folgte ein Mittagessen im Hotel und jetzt haben wir es tatsächlich das erste Mal seit unserer Abreise geschafft, das Tagebuch auf den aktuellen Stand zu bringen. Am späten Nachmittag gab es dann noch einen Versuch, Hypos am See zu sehen. Leider nicht sehr erfolgreich, denn wir haben die Tier nur aus ca. 50m Entfernung gesehen. Ein abendlicher Seespaziergang und ein ungemütliches Abendessen im Hotel endeten den Tag ab.

MO  06.08.07
Strecke: Bahir Dar – Blue Nile Falls – Dembache
Kilometer: 250 km
Zeit:  13 h
Zum heutigen Geburtstag von  Anita verlassen wir Bahir Dar wieder. Nach einem Frühstück in einer Fruchtbar haben wir uns noch den Hauptmerkato angesehen. Der Weg war allerdings umsonst. Das was wir kaufen wollten, haben wir im Saustall nicht gefunden und ansonsten versinken sowohl die Menschen als auch die Waren im ewigen Dreck. Die Leute sind nicht einmal in der Lage, ihre eigenen 2m Marktfläche sauber zu halten oder den Boden vom Schlamm zu befreien. Rechnen ist am Markt auch nicht gerade groß geschrieben, aber zum Bescheissen reicht es aus. 1kg Gewürz kostet für einheimische 14 Birr und für den dummen Touri – falls er es sich gefallen lässt, 80 Birr. Wir haben darauf verzichtet. Auf dem Rückweg sind wir dann noch in einen sogenannten Supermarkt gegangen und wollten für Anitas Geburtstagsessen etwas besorgen, aber das war auch nicht gerade erfolgreich, denn es gab nicht wirklich etwas. Wir haben dann Mars, Twix, scharfe Sosse, Chips und Klopapier gekauft. Allerdings war die nette Dame im Laden etwas überfordert und war nicht in der Lage, die paar Dinge zusammenzuzählen. Nach etwas hin und herräumen hiess es dann 100 Birr. Wir haben es ihr dann auf einem Zettel ausgerechnet und unsere 80 Birr bezahlt. Dann gings ab zum Auto und weiter zu den Blue Nile Falls. Die Landschaft ist wie überall in Äthiopien wunderschön, es ist grün und überall sieht man verschiedenste Vogelarten. Für uns ist es nach wie vor unerklärlich, warum man Äthiopien immer mit Hunger verbindet. Wir sehen nur sehr fruchtbares Land und wohlgenährte Menschen, die aus der jahrzentelangen Entwicklungshilfe scheinbar nichts anderes gelernt haben, als am Strassenrand zu stehen, die Hände aufzuheben und Hey you give me zu schreien. Wir erreichen nach 25km Schotterbiste Isat Aby, den Ort, in dem man den Eintritt für die Nile Falls bezahlen muss und das Auto parken kann. Die Strasse führt direkt zum Eingang des Kraftwerkes bei dem auch das Touristoffice ist. Wir werden gleich von den Guides abgefangen, bezahlen die 30 Birr eintritt, erklären den eifrigen Führern, dass wir den Weg auch alleine finden und fahren dann die restlichen 500m durch ein im Schlamm versinkendes Dorf zum Parkplatz. Noch gar nicht ausgestiegen warten die Souvenierverkäufer, Guides und Autowächter schon wie die Gaier auf uns. Wir nehem unser Kinderlein und machen uns alleine auf den Weg zu den Aussichtspunkten. Ein guter Fussweg geht vom Parkplatz hinunter zu einer portogiesischen Brücke, es kommen uns viele Frauen mit riesigen Holzpaketen auf dem Kopf entgegen – die Firewood Carryer. Schöne Wege führen über die hügelige Landschaft vorbei an riesigen Bäumen und einem kleinen Dorf bis wir das Wasser der Falls rauschen hören. Zum Glück sind wir zur Regenzeit da, denn es kommt richtig viel Wasser herunter. Durch den Bau des Kraftwerkes ist der ehemalige Riesenwasserfall von 400m Breite in der Trockenzeit zu einem 4m breiten Minispektakel geschrumpft. Für uns zeigt er sich aufgrund der Regenzeit auf einer Breite von ca. 100m. Da es überraschend nett ist, beschliessen wir den Rundgang nicht wie geplant hier zu beenden, sondern machen die gesamte Wanderung weiter. Wir müssen noch einen Bach überqueren, schlammige Felder queren und uns wiedereinmal von einigen Guides wehren und erreichen dann die Absturzkante des Wasserfalls. In der Zwischenzeit hat es zu regnen begonnen und wir versinken fast bis zu den Knien im Schlamm. Sina sieht aus wie eine Schlammwühlmaus. Zuguter letzt muss man dann noch mit dem Boot retour in den Ausgangsort. Da haben wir Glück, denn es fahren englischsprachige Einheimische mit uns und so wissen wir, dass die Überfahrt nur 5 Birr kostet. Aber das Wissen nützt uns nichts, denn für Tourists kostet das natürlich a little more – 100% more, aber was solls, das kennen wir von diesem Land inzwischen ja schon. Am anderen Ufer angekommen erwarten uns schon die Dorfbewohner mit lautem Lachen – die, die in Drecklöchern wohnen, können sich köstlich über unseren Dreck amüsieren. Anita rastet fast aus, wir werden wieder auf Schritt und Tritt belagert und hey you, hey you give, me give me und das von Kindern, die nicht im geringsten unterernährt oder auch nur annähernt dünn sind. Wir sind richtig froh, als wir wieder im Auto sind und unser Moti proplemlos anspringt – fluchtartig verlassen wir den Ort. Die Witerfahrt verläuft relativ problemlos, wenn man davon absieht, dass wir keinen gemütlichen Platz für ein Geburtstagsabendessen finden. Wir fahren und fahren und fahren immer ein Auge auf ein ruhiges Plätzchen gerichtet. Aber an der Strasse gibt es absolut keine Möglichkeit irgendwo zu parken und zu geniessen, da direkt neben der Strasse links und rechts ein 1m tiefer Wassergraben verläuft. Die Möglichkeit in einem Dorf stehen zu bleiben gibt es für einen asozialen Menschen wie mich auch nicht. Denn ich mag es einfach nicht, wenn man wie ein Tier im Zoo in seinem Auto sitzt und runderherum das ganze Dorf versammelt ist und nur da steht und schaut. Die können tatsächlich mehrere Stunden dastehen und schauen, wie wenn es ein Livekonzert gäbe. So haben wir es dann irgendwann beim Dunkelwerden doch geschafft, 2m Strassenrand zu finden, wo wir uns niederlassen und Kartoffelgulasch kochen. Es beginnt zu regnen und unser Motti steht mit der Schnautze nach unten – das heisst Hochwasser, Silas ist wieder einmal übermüde und dementsprechend gut drauf beim Abendessen und Sina ist auch nicht wirklich begeistert von dem, was es gibt – also ein richtig gelungenes Geburtstagsabendessen im Hochland von Äthiopien am Strassenrand mit Hochwasser für Anita. Nach dem essen gehen die Kinder schlafen und wir fahren noch bis fast Mitternacht weiter. Zum Glück läuft wenigstens unser Moti bis auf 2x Kühlerwasser nachfüllen problemlos. Zu guter letzt schaffen wir es wieder einmal fast nicht, einen Schlafplatz zu finden. Wir bleiben dann in einem Dorf in einer Reihe LKWs stehen und verschwinden ohne auszusteigen in unser Bett. Es dauert nicht lange und zum Abschluss des Tages klopft es natürlich noch einmal am Auto und wir hören hey you, hey you, hey you.

DI  07.08.07
Strecke: Dembache – Fiche(bzw. 10km davor)
Kilometer: 350 km
Zeit:  12 h
Schon sehr früh haben wir uns heute wieder auf den Weg gemacht. Noch in der Morgendämmerung bin ich nach vorne gekraxelt und habe unseren Moti, oh Wunder, schon wieder zum laufen gebracht. Anita und die Kinder haben die ersten Kilometer verschlafen. Die Strasse führt wieder einmal durch sehr schöne Landschaft, allerdings heute wiedereinmal bei ziemlich starken Regen. Das kommt uns gerade recht, denn so haben wir überall die Möglichkeit Kühlwasser nachzufüllen. Überraschung, noch bevor wir Debre Markus erreichen, verlässt und die Asphaltstrasse zuerst nur für kurze Stücke dann für längere Stücke und ab Debre Markos für 20km 1000Hm bergab und 1000 Hm Bergauf: Hurra, mit 10 kmH geht es bergab mit 1000 Schlaglöchern und vorbei, wie schon gewohnt, an zahlreichen HEY YOU. Aufgrund meines Schneckentempos finden es die Kinder lustig, hinter dem Auto herzulaufen und versuchen aufzuspringen. Ein ziemlich gemeiner Vollbremser von mir beendet das Schauspiel. Scheinbar ist einer auf den Reservekanister aufgelaufen und dann fanden sie es auch nicht mehr so lustig. Am Ende der Talfahrt von 1000 m erreichten wir wieder einmal den Blue Nil, der sich durch eine tiefe Schlucht schlängelt. Eine japanische Baufirma ist dabei, eine riesengrosse Brücke zu bauen und auch die zur Zeit nicht asphaltierte Strasse zu sanieren. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses schlängelt sich dann die Strasse wieder hinauf. Unser Moti schafft das überraschend gut und wir fahren über zahlreiche Serpetinen bei strömendem Regen den Berg hinauf. Oben angekommen, hurra, wieder Asphalt. Natürlich haben wir während dieser Berg- und Talfahrt hin und wieder Wasser nachfüllen müssen, aber damit können wir inzwischen auch sehr gut leben. Voll motiviert, dass wir endlich wieder Asphalt unter den Rädern haben, rauschen wir Addis Ababa entgegen. Die Fahrt durch das Hochland ist wie jeden Tag wunderschön und abwechslungsreich. Kurz vor Fiche tuckert unser Moti dann steil bergauf und bleibt plötzlich stehen. Der Diesel ist aus und das schon bei 550 km. Normalerweise sind wir immer 750 km gefahren, aber die steilen bergauf- und bergauf Passagen haben wahrscheinlich etwas mehr Sprit gebraucht. Zum Glück kann ich noch aus einem der Reservetanks die letzten 15 l Diesel holen und unser Auto springt nach entlüften der Dieselanlage wieder problemlos an. Ich hoffte, mit dem restlichen Diesel den nächsten grösseren Ort – Fiche – erreichen können. Doch keinen km nach dieser kleinen Panne kam ein lautes Krachen aus dem Motorraum. Da ich im Rückspiegel nichts sehe, was wir verloren haben und auch keinen Flüssigkeitsverlust bemerkte, denke ich mir, nur noch weiterfahren und hoffentlich Addis Ababa erreichen. Doch der Wunsch geht nicht in Erfüllung. Weitere 300 m weiter ein erneutes Krachen und beim Aussteigen hat sich das Kühlwasser schon wieder unter das Auto verabschiedet. Ein neues altes Problem. Die Wasserpumpe ist zerbrochen, die Ventilatorblätter abgebrochen und der Kühler im Arsch. Super, 550 km ohne Werkstätte. Nach einer Stunde am Strassenrand bleibt ein LKW stehen, der uns behilflich ist. 2 h werken wir am Auto herum und erreichen mit zwischenzeitlichen Motortemperaturen von 140 ° das letzte Dorf vor Fiche, wo wir dann bei einer Tankstelle stehen bleiben und nach Spagetthi wieder einmal die Nachtruhe an einem Strassenrand in einem Dorf geniessen.

MI  08.08.07
Strecke: Fiche(bzw. 10km davor) – Addis Ababa (50 km davor)
Kilometer: 100 km
Zeit:  4,5 h
Der heutige Morgen begann mit – eh schon wissen – HEY YOU. Zuerst dachten wir, wir können warten bis ein LKW vorbei kommt, an den wir uns hängen können und er uns nach Addis Ababa bringen. Doch im Laufe des Vormittags mussten wir erkennen, dass es diese Möglichkeit wohl nicht gibt. Nach mehreren Versuchen im Dorf nach Nummern zu suchen, die zu einem Abschleppservice in Addis Ababa führt – leider erfolglos – haben wir in unseren schlauen Reisebüchern nachgeforscht, ob wir die Telefon-Nr einer unserer Botschaften finden können. Die österreichische Botschaft ist natürlich wieder einmal glohrreich nirgends vertreten, aber Anita konnte das zum Glück mit der Schweizer Botschaft abklären und gegen Mittag erhielen wir dann tatsächlich eine Abschlepp-Nr. Nach einem kurzen Telefonat mit Samson – so heisst der Fahrer des Abschleppwagens, der ausgezeichnet Englisch spricht – hatten wir eine Zusage, dass sie uns um 15 h für „lächerliche“ 3000 Birr abholen werden. Um 16:00 h sind sie dann tatsächlich aufgetaucht, das Abschleppfahrzeug hatte dasselbe Alter wie unser Fahrzeug und wir verlassen am Kran das Dorf. In Fiche gibt es dann einen kurzen Zwischenstopp mit Spagetti und dann gehts noch weiter bis ca. 50km vor Addis, wo wir am Strassenrand übernachten.

DO  09.08.07
Strecke:  – Addis Ababa
Kilometer: 50 km
Zeit:  2 h
Pünktlich wie abgemacht gehts um 7 Uhr weiter. Die letzten Kilometer nach Addis Ababa sind schnell geschafft und wir fahren direkt in die Werkstatt. Samson ist sehr hilfsbereit und auch die restlichen 20 Mechaniker sind sofort da zum schauen. Die Wasserpumpe wird allerdings eventuell ein kleines Problem werden, denn reparieren kann man sie nicht mehr und ein Hanomag ist in Addis Ababa nicht bekannt. Als erstes gehen wir mal mit Samson Frühstücken, danach muss Anita wiedereinmal mit den Kindern im Auto bleiben und die Sachen fürs Hotel herrichten, während ich mit Samson und einem Mechaniker eine Stadtrundfahrt mache, um eine Hanomag Wasserpumpe zu finden. Wir fahren ca. 15 Ersatzteilläden an, die meisten wissen nicht einmal, was ein Hanomag ist, bis wir beim letzten dann erfahren müssen, dass er bis vor 2 Jahren Ersatzteile hatte. Diese Ersatzteile wurden aber in den letzten 20 Jahren nicht gebraucht und so hat er sie entsorgt. Es gibt also keine orginale Ersatzpumpe und auch keine, die so ähnlich ist. Trotzdem sind die Mechaniker bester Laune und sagen mir, sie werden eine Fiatpumpe auf Hanomag umbauen und ich werde spätestens übermorgen wieder weiterfahren können. Hurra, die Frage ist nur wie weit. Cool bleiben und Familie abholen und dann im sindflutartigen Regen ab ins Hotel. Anita ist wieder einmal im Hochwasser-Moti, als ich sie abhole und da der Taxifahrer schon wartet, ist es eine Hauruckaktion und wir sind weg. Im ersten Hotel gibt es leider keine Zimmer, doch im 2. schaffen wir es dann tatsächlich, für 2 Nächte Platz zu finden.  Für 270 Birr bekommen wir ein abgefacktes, aber relativ sauberes Zimmer mit kalter Dusche und Sateliten-TV mit 3 Sender. Da unser Geld schon wieder beim Ausgehen ist aufgrund von unvorhergesehener Autoreparaturen machen wir uns auf den Weg in die Stadt um einen ATM zu finden oder die Traveller Checkst zu wechseln. Wir müssen aber schnell herausfinden, dass auch das in Ethiopien nicht ohne Probleme funtkioniert. ATM’s gibt es in den Banken nur für einheimische Karten und in den Nobelhotels Hilton und Sheraton nur für Visa und Master Kreditkarten. Die normale Bankomatkarte wird nicht akzeptiert. Also kein Geld vom Automaten. Traveller Checks werden akzeptiert, bei Western Union mit 2,5% Provision und in den lokalen Banken mit 0.5% Provision – allerdings braucht man nicht zu glauben, dass man für US Dollar Chechs auch US Dollar kriegt, es wird nur in Birr ausgezahlt – cool, ab er man kann sich mit den ausgezahlten Birr Dollar kaufen – Hurra, die Äthiopischen Banken sind ja wiedereinmal super schlau. Wir kommen nicht darum herum und wechseln 500 Dollar. Weiter gehts vorbei an drei im Lonly Planet, der sogenannten Traveller Bibe,l beschriebenen wunderschönen Parks, die eigentlich keine Parks sondern Minikäfige mit Eintrittsgebühr sind, in die Hauptstrassen Addis Ababas. Nach einem kurzen Snak besuchen wir noch einen Supermarkt und dann gehts retour ins Hotel. Duschen, vielleicht mit Warmwasser, Tagebuch schreiben, E-mails vorbereiten,…jetzt gehen wir Abendessen zum Chinesen – lass dich übellaschen.

Das Abendessen war überraschend gut und so konnten wir tatsächlich noch das Geburtstagsessen von Anita nachholen. Es folgte ein Abend im Hotel mit PC arbeiten, damit wir es endlich schaffen, was von unseren Aufzeichnungen und Bildern online zu stellen.

FR  10.08.07
Strecke:            Addis Ababa
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nach einer warmen Dusche am Morgen und einem Frühstück im Hotel habe ich mich wieder einmal den halben Tag mit Ersatzteilsuche und Werkstätte beschäftigt, während Anita mit den Kindern im Hotel kämpfen musste. Das Ersatzteil für einen Hanomag gibt es in Ethiopien nicht, d.h. es muss modifiziert werden, lass dich überraschen. Nachdem die Werkstätte erledigt war, bin ich mehr oder weniger direkt ins Internet Cafe, um endlich Berichte online zu stellen, Fotos auf die Website zu laden und schon längst überfällige E-Mails zu beantworten. Aufgrund des supergeilen Highspeed-Internets verbrachte ich da den ganzen Nachmittag bis zum Abend. Am Abend sind wir dann noch mit einem Minibus zum Plazza gefahren, wo wir bei strömendem Regen ein Lokal suchten, was wir schlussendlich auch geschafft haben. Das Abendessen war gut und es folgte ein langer Fussmarsch zurück ins Hotel. Es gibt unzählig viele Obdachlose in den Strassen, von Kleinkindern bis zu Frauen, die mit Babies auf dem Gesteig schlafen und alle Art von verkrüppelten Menschen, man wird laufend angebettelt. Neben den sehr viel bettelnden Meschen haben wir in den letzten Tagen aus sehr viele westliche Menschen gesehen, hauptsächlich mit kleinen ethiopischen Kindern. Schon am ersten Tag in der Hauptstadt sind uns sicher 20 Adoptivfamilien über den Weg gelaufen. Irgendwie ist das ein eigenartiger Anblick. Wir bekommen fast den Eindruck, als gäbe es hier einen Kinderabholmarkt. Wir möchten aber niemandem etwas unterstellen und gehen davon aus, dass dabei für alle Beteiligten nur das Beste geschieht.

SA  11.08.07
Strecke:            Addis Ababa
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Hurra, heute sollte es laut Mechaniker wieder weitergehen. Nach dem Frühstück im Hotel verbringen ich noch einen weiteren halben Tag im Internet, während Anita versucht, in einem Supermarkt unsere Lebensmittel-Vorräte aufzustocken. Kurz vor 12:00 h habe ich es dann tatsächlich geschafft, alle Reiseberichte bis Ethiopien online zu stellen. Wir checken im Hotel aus und fahren mit dem Taxi in die Werkstatt. Im Motorraum sieht es gleich aus wie am Vortag. Wir werden bis zum späteren Nachmittag vertröstet. Daraufhin nutzen wir die Zeit, fahren noch einmal in die Stadt und gehen auf Souvenirjagd. Als wir am Abend zurückkommen, ist das Auto – wie ich mir schon fast vorgestellt habe – noch nicht fertig. Nun heisst es, dass es morgen Nachmittag sicher fertig ist. Wir verbringen eine weitere Nacht in einer Garage und  machen es uns im Moti gemütlich.

SO  12.08.07
Strecke:            Addis Ababa – Koka
Kilometer: 110 km
Zeit:  4 h
Der heutige Tag startet gemütlich mit einem Frühstück in einer Bäckerei in der Nähe der Werkstatt. Im Anschuss versorgen wir unseren Moti mit Strom und laden alle Elektrogeräte auf, damit wir dann mit vollen Akkus auf Fotojagd zum Markt gehen können. Die Fahrt mit dem Sammeltaxi von der Werkstatt zum Markt dauert fast eine halbe Stunde und kostet nur 3,2 Birr (25 Cent). Der Markt ist sehr ernüchternd. Da heute Sonntag ist, haben fast alle geschlossen und die paar wenigen, die geöffnet haben, sind nicht wirklich sehenswert. Wir schlendern durch ziemlich abgefuckte Gassen, vorbei an Mülldeponien und halten uns schlussendlich Richtung Plaza. Auf dem Weg dorthin schaffen wir es dann tatsächlich noch, dass wir 2 Taschendiebe erfolgreich abwimmeln. Ein junges Bubi, chick gekleidet mit Jacke lässig über die Schulter ehängt, schleicht sich von hinten an und verschwindet ganz unauffällig mit den Fingern in den Gesässtaschen meiner Jeans. Leider nicht unauffällig genug, denn ich spürte seine Finger sofort. Er hatte sein Handwerk scheinbar nicht wirklich gut gelern und hat Glück gehabt, dass ich Silas auf dem Arm hatte. Am liebsten hätte ich ihm eine Mitten auf die Nase geschlagen. Keine 50 m weiter ein erneuter Versuch, diesmal im Team. Man wird von einer Seite angerempelt, während von der anderen Seite ein Zweiter mit der Hand in meinen Hosensack greift, aber auch dieses Mal erfolgreich abgewimmelt. Die Nase voll von den Leuten, die stehlen, betteln oder sonst extrem lästig sind,  erreichen wir den Plaza. Wir versuchten eine neue Touri-Gasse und haben uns auf den Rückweg zum Auto gemacht. Da Sina wieder einmal dringend Gagga musste, suchten wir 2 Kaffeehäuser auf, da wir es nicht schafften, beim ersten eines mit WC zu erwischen. Noch ein kurzer E-Mail-Check und dann ging es zu Fuss zurück zum Auto. Auf dem Weg zurück konnten wir noch Brot kaufen, das war das letzte Highlight des Tages. Dann verfärbte sich der Himmel schwarz und schwärzer, bis es goss wie aus Kübeln. Anita konnte mich trotz mehrmaligen Versuchen nicht überzeugen, mit einem Taxi zurückzufahren. So erreichen wir komplett durchnässt unseren Moti und Anita rastete endgültig aus – alles nass, alles kaputt, alles schmutzig, kein Bargeld mehr, Scheissauto…….und der Koller von 4 Tagen in der Stadt sitzen und warten mit den beiden kleinen Monstern und dann noch ein Mann, der nicht auf sie hört und ein Taxi nimmt, wenn es zu regnen beginnt.Das war zuviel! Natürlich war unser Auto auch noch nicht fertig, aber nach Suppe und Sandwich hatte sich die Lage wieder normalisiert, das Auto wurde fertig, der Preis war fast doppelt so hoch wie vereinbart (nicht anders zu erwarten bei einem Ethiopier) und wir konnten losbrausen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass man als Tourist in Ethiopien für eine Dienstleistung oder für einen Einkauf und ganzs besonders in einer Werkstatt mindestens den doppelten bis vierfachen Preis bezahlt und extrem schlechte Arbeit bekommt. Aber in unserem Fall muss man trotz allem immer wieder froh sein, wenn man es irgendwie schafft, das Auto wieder fahrbar zu machen. Bei Dunkelheit verlassen wir Addis Ababa. Schon mit Hinausfahren aus der Stadt müssen wir feststellen, dass die letzte Starthilfe in der Werkstatt aufgrund von einer Überdosis Strom unseren Batterieregler zerstört hat. Auf der nächst besten Tankstelle schaffe ich es aber und überbrücke das Teil. Somit haben wir wieder ausreichend Licht und Strom. Wir fahren noch am selben Tag ca. 110 km bis in die Nähe von Koka und übernachten am Strassenrand.

MO  13.08.07
Strecke:            Koka – Awasa – Boditi
Kilometer: 220 km
Zeit:  10 h
Schon um 6:00 h morgens konnten wir unseren Moti problemlos starten und losfahren. Voll motiviert und auf einer guten Strasse kamen wir flott voran und erreichten schnell Shasheme. In diesem Ort ist die Abzweigung nach Arba Minch, wo wir den Corcodile Markete besuchen wollten. Wir haben es in diesem Ort auch tatsächlich geschafft, frisches Brot zu kaufen und sind dann in vollem Tempo unsrem Ziel entgegen gefahren. Nach weiteren 40 km und dem genaueren Vergleich mit der Karte mussten wir feststellen, dass wir die Abzweigung in Shasmene nicht getroffen haben und wir schon auf der Hauptstrasse in Richtung Moyale zur kenianischen Grenze unterwegs waren. Aber das macht vorläufig noch nichts, denn in Kürze sollte eine zweite Verbindungsstrasse quer durchs Land führen und uns auch nach Arba Minch bringen. Wir finden die Abzweigung tatsächlich, aber schon nach 5 km geben wir das Unterfangen auf, denn unser Moti würde diese schlechte Strasse sicher nicht überleben. Da wir Arba Minch und den Crocodile Markt nicht auslassen wollen, fahren wir die 40 km zurück, kommen dabei an einem schweren LKW-Unfall vorbei und finden dann auch die richtige Abzweigung, wo es dann auf gutem Asphalt bis ca. 80 km vor Sodo weitergeht. Nachdem wir an diesem Tag nur einmal einen Kotflügel verloren haben, war es dann schon wieder mal an der Zeit, dass was Gröberes ansteht. Wieder einmal verschwand das Kühlerwasser unter unsererm Auto. Die gerade gestern fertig montierte Wasserpumpe hat sich vom provisorischen Flansch gelöst und somit gab es für uns wieder Stillstand und 500 Euro im Arsch. Zuerst glaubte ich noch, das Ganze selber richten zu können. Ich baute auf der Strasse direkt am Dort unter Mithilfe des einzigen freundlichen Ethiopiers, der wirklich nur helfen wollte und dann dafür gar kein Geld annahm, den Kühler, die Wasserpumpe und den Ventilator aus. Doch dann musste ich feststellen, dass eine Schraube im Motorblock gebrochen war. Ende der guten Hoffnung. Schon wieder ging es am Abschleppseil eines LKW’s zurück in den nächsten Ort, wo wir an der lokalen Werkstätte endeten. Überraschend schnell haben sie es geschafft, die abgebrochene Schraube aus dem Gewinde zu lösen. Allerdings war es mir nicht möglich, den vielen Mechanikern klar zu machen, dass ich den Rest der Reparatur selber mache und keine weitere Hilfe benötige. D.h. im Klartext, 5 Mechaniker stecken den Kopf in die Motorhaube und schrauben alle zugleich alle etwas herum. Dementsprechend schnell, aber auch wieder schlecht verarbeitet, ist der ganze Krempel wieder eingebaut. Es wird Wasser in den Kühler eingefüllt und schon läuft der Motor. Inzwischen ist es wieder Dunkel geworden und ausser dem Motor, läuft auch das Kühlwasser wieder aus. Schnell werden 2 Dosen Lickstop gesorgt, um das Problem zu beheben. Für einen kurzen Moment hört es sogar auf zu tropfen und rinnen, doch dann übersehe ich kurz, dass einer der übereifrigen Mechankiker ins Führerhaus steigt und das ganze mit Vollgas testen möchte. Damit hat sich wieder einiges erledigt. Ein lauter Krach, die Ventilatorblätter fliegen durch die Luft, der nigelnagelneue Kühler, der erst einen Tag alt ist, hat die ersten Löcher und die Wasserpumpe hängt wieder nur auf 3 Schrauben. Voll frustriert knalle ich die Motorhaube und die Moti-Tür hinter mir zu und verschwinde bei meinen Monstern. Doch es dauert nicht lange, dann klopft es und die gesamte Manschaft steht vor der Tür, sie werden es morgen schnell und billig richten. Billig ist besonders wichtig, denn wir haben nur noch etwa 1000 Birr für unsere weiterfahrt bis Mojale. Da wir ja den letzten Travelercheck nicht wechseln können und auch sonst keine ATMs haben, geht die Kasse langsam aus. Es folgt eine weitere Nacht am Strassenrand vor einer Werkstätte.
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DI  14.08.07
Strecke:            Boditi – Dila
Kilometer: 250 km
Zeit:  6 h
Es dauert heute bis 16:00 h nachmittags bis unser Moti tatsächlich wieder läuft. Mit einem gelöteten Kühler, einem provisorisch zugeschnittenem Ventilator und mit einem jetzt hoffentlich gut verklebt und angeschraubten Wasserpumpen-Flansch machen wir uns mit grossen Bauchschmerzen auf den Weg nach Yabelo. Wir haben geplant, von da weg mit einem Isuzu-Truck einen 2-Tagesausflug nach Arba Minch zu machen. In Awasa haben wir dann noch unsere Wassertanks aufgefüllt, die letzten 500 Birr in Diesel investiert und sind über eine relativ gute Strasse recht flott vorangekommen. Während der Fahrt habe ich mir kurzfristig gedacht, wir schaffen es sicher, ein ruhiges Plätzchen zu finden, wo wir Abendessen können. Anita sollte schon mal während der Fahrt zu kochen beginnen. Nach 2 h mit 2 Pfannen in der Hand haben wir es aufgegeben, entlang dieser Strasse einen Rastplatz zu finden. Anita hat dann nur die Würstchen an die KInder verfüttert. Das Püree und die Eier haben wir verschoben. Irgendwann mitten in der Nacht erreichten wir dann wieder einmal ein stilles Plätzchen am Strassenrand.

MI  15.08.07
Strecke:           Dila – Jumba
Kilometer: 120 km
Zeit:  10
Wie schon fast üblich ging es um 6:00 h weiter. Fast schon über eine Passstrasse – könnte man sagen – quälten wir unser Fahrzeug über 1500 Hm hinauf und dann ging es mehr oder weniger hügelig immer im Auf und Ab weiter. Gegen Mittag erreichten wir Yabelo. Wir fanden auch schnell das Hotel, wo wir unser Hotel stehen lassen wollten. Doch dann, beim Versuch im Ort die Bank zu finden, um unseren letzten Traveller Check zu wechseln, ging es dann für mich nicht mehr. Ich halte diese Ethiopier nicht mehr aus und bin irgendwie nicht mehr in der Lage, von diesen Leuten irgendetwas zu wollen oder zu erfragen. Somit war Arba Minch und der Crocodile Markt endgültig gestrichen. Somit gab es zwar eine mittelschwere kurze Diskussion, aber in Anbetracht unseres sehr desolaten Autos, unserer zu Ende gehender Bargeldreserven und meinen Nerven in Bezug auf die immer und überall hilfsbereiten Ethiopier war die Entscheidung wahrscheinlich die Beste. Wir fuhren dann noch 2 h weiter und schafften es tatsächlich, das erste und letzte Mal in Ethiopien einen Standplatz in wunderschönem Gelände bei absoluter Ruhe – und niemand, der schon einmal hier war wird uns dies glauben – ohne auch nur einen einzigen Ethiopier zu finden. Ein gemütlicher Spätnachmittag mit Essen bei offenem Rollladen (auch das erste Mal in Ethiopien) und Duschen am Strassenrand waren für uns der absolute seelische Hochgenuss. Nicht einml ein Blick unter die Motorhaube konnte dieses Gefühl schmälern, denn es war tatsächlich auch dort noch alles in Ordnung. Landschaftlich war es auf unserer ganzen Reise durch Ethiopien immer und überall sattgrün und sehr fruchtbar. Jetzt allerdings, auf den letzten 200 km bis zur Grenze wird die Vegetation sehr spärlich, es wird extrem trocken und wieder eher wüstenartig.

DO 16.08.07
Strecke:           Jumba – Moyale
Kilometer: 250 km
Zeit:  6 hl
Voll motiviert starten wir um 6:00 h morgens los Richtung Moyale – unser letzter Tag in Ethiopien. Die Strasse wird abwechslungsreicher, aber nie wirklich schlecht und so kommen wir sehr gut voran. Ausser der Landschaft ändert sich auch die Tier- und Menschenwelt wieder ein wenig. Die HEY-YOU, GIVE ME Menschen werden weniger, d.h. die Leute die wir sehen, sind eher zurückhaltend und eben ganz anders als alle anderen Ethiopier, die wir bis jetzt gesehen haben. Was die Tierwelt betrifft, tauchen plötzlich wieder Kamele auf. Fast schon glauben wir, dass wir uns verfahren haben. Gegen Mittag erreichen wir dann Moyale, wo wir als aller erstes versuchen, Geld aufzutreiben, damit wir die Visakosten für Kenia bezahlen können. Das läuft ziemlich problemlos, wir stellen unser Auto zum Zoll in Ethiopien, gehen zu Fuss über die Grenze nach Kenia, dort in die nächst beste Bank und erhalten problemlos per Kreditkarte 85`000 kenianische Shilling. Das sind 1000 Euro. Leider erhalten wir aber keine US Dollar. Es ist auch hier wieder nicht möglich, einen US DollarTraveller Check in Dollar zu wechseln oder Dollar abzuheben. So gehen wir mit unseren Taschen voller Geld wieder zurück nach Ethiopien, wechseln noch einmal im Niemandsland bei den Schwarzwechslern soviel Geld, dass wir noch einmal unsere gesamten Dieselvorräte auffülen können (kostet in Ethiopien genau halb soviel wie in Kenia), essen unsere letzten ethiopischen Spaghetti in einem Lokal, an dem ca. 20 Prostituierte aufgefädelt an der Wand sitzen, füllen unser Auto mit 10 Liter Trinkwasser, Cola und Miranda sowie spärlichen Speisevorräten, verbringen noch 2 h am Zoll und Passamt und verlassen dann tatsächlich dieses Land wieder. Um 17:00 h betretten wir das Passbüro in Kenia. Wir bekommen unsere Visa-Formulare, die wir schnell ausgefüllt haben und wollen dann die 150 US Dollar Visagebühr mit 10’000 Kenia Shilling begleichen. Der etwas überhebliche Gott im Office will mir klarmachen, dass ich noch einmal runter soll zur Brücke und am Schwarzmarkt Dollar kaufen soll, da er gesetzlich keine Kenia Shilling annehmen darf. Dass es gesetzlich verboten ist, auf dem Schwarzmarkt zu wechseln, ist ihm egal. Ich fragen dann auch noch, ob ich für den Zoll Dollar brauche, daraufhin bekomme ich aber keine wirkliche Auskunft mehr. Der Zoll ist nicht besetzt und wir warten ca. 1 Viertelstunde auf dem Gehsteig, während uns unser Passport-Freund grinsend unter einem Baum sitzend beobachtet. Irgendwann denke ich mir dann, dass der mir den Schuh aufblasen kann, wenn er so blöd grinst. Wir haben unsere Visastempel ja bereits im Pass und den Zoll kann ich auch in Nairobi erledigen. Also steigen wir ein und fahren. Wir kommen ca. 50 m, dann zucken sämtlich in zivil gekleidete, auf dem Gesteig sitzenden Beamten auf und blockieren die Strasse. Und plötzlich ist auch der Zoll besetzt. Der Mann im Zoll ist das krasse Gegenteil, ist extrem freundlich, rechnet – obwohl er das auch nicht dürfte, in Kenia Shillilng ab und die Sache wäre in 5 Minuten erledigt gewesen. In der Zwischenzeit ist es 18:00 h, wieder einmal fast dunkel und wir bekommen natürlich keine US Dollar mehr und haben noch eine grobe Diskussion mit 2 ziemlich korpulenten, von sich stark eingenommenen Passoffice-Beamten, bis wir dann zum ersten Mal eine Nacht direkt beim Grenzposten verbringen müssen, dürfen oder sollen.

FR 17.08.07
Strecke:           Moyale – Dida Galgalu Desert
Kilometer: 120 km
Zeit:  9 h
Unser heutige Tag beginnt mit einem Gang zur Bank. Da wir allerdings viel zu früh dran sind, geniessen wir unser erstes kenianisches Kaffeehaus-Frühstück im einzigen halbwegs normal aussehenden Dorfcafe in Moyale – ziemlich graussiger Tee mit Kuchen. Im Anschluss hat die Bank offen und ich versuche erneut, mit einem US Dollar Traveller Check US Dollar zu bekommen. Doch sie bleiben hart und ich muss mit den gestern gekauften Kenia Shilling US Dollar kaufen. Mit 150 Dollar im Sack geht es zurück zum Passamt, das Visum wird bezahlt und um 10:00 h können wir Moyale endlich verlassen. Das heisst u.a. auch Asphalt ade, es folgen mindestens 300 km Katastrophenstrasse, wobei wir uns nicht sicher sind, ob es noch mehr sind, da wir verschiedene Angaben erhalten haben und die Strassenkarten nicht immer stimmen. Wir kommen keine 200 m, da werden wir von einem Polizeiposten angehalten und nach dem Security Guard gefragt, da wir nicht im täglich Konvoi mitfuhren. Normalerweise fahren alle Fahrzeuge, die Moyale verlassen in einem Konvoi mit bewaffnetem Militär- oder Polizeischutz bis zum nächsten Ort Marsabit, der 250 km entfernt liegt. Da wir für den heutigen Konvoi zu spät dran waren, unser Auto eh nicht in der Lage ist, in einem Konvoi zu fahren und wir das auch gar nicht wollen, stehen wir also ohne Begleitung da. Laut Führer und Touristenguides müssten wir uns in diesem Fall einen privaten Guard nehmen. Die 2 am Polizei stehenden Herrschaften, einer vom Militär und einer von der Polizei, hatten eine kurze Diskussion miteinander, worauf es hiess, wir müssen keinen Guard mitnehmen, wir können auch ohne losfahren. Das haben wir dann auch getan. Die Strasse ist schon wie erwartet katastrophal und wir verlassen mit 10 bis max. 15 KmH Moyale Richtung Marsabit, bzw. in die Dida Galgalu Desert. Anita ist es bei unserer Abfahrt nicht ganz wohl. Erstens geht es wieder einmal in eine Wüste, zweitens wissen wir nicht, ob unser Moti überhaupt auch nur 50 km auf dieser Strasse schafft und drittens erreichen wir niemals in einem Tag den nächsten Ort Marsabit, d.h. wir müssen irgendwo auf der Strecke mitten in der Wüste alleine ohne Begleitschutz übernachten und das, obwohl in jedem Führer steht, dass es hier noch üblich, dass Banditen ihr Unwerk treiben und viertens schwitzt Anita erheblich wegen unserer Wasser- und Speisevorräte, die im Falle des Falles einer gröberen Panne evtl. nicht ausreichen könnten. Aber es hilft alles nichts, wenn wir nach Nairobi wollen, müssen wir es zumindest versuchen. Wir sind um jeden km, den unser Auto schafft, froh und bewegen uns mit 10 KmH buchstäblich in Zeitlupe durch die Wüste. Nicht nur, dass es extrem langsam geht, es rüttelt und schüttelt und es ist auch noch wahnsinning laut im Auto. Und was noch dazu kommt, es ist natürlich wieder einmal nicht ganz einfach, unsere 2 kleinen Monster den ganzen Tag im Auto zu beschäftigen. Denn wenn wir irgendwie unser ZIel erreichen wollen, müssen wir leider die nächsten Tage täglich 10 – 12 h fahren, damit wir zumindest 100 km täglich schaffen. Das einzig positive in dieser Wüste ist, dass die Lufttemperaturen bei weitem nicht so heiss sind wie im Sudan oder Ägypten. Bis auf eine gerissene Gasrückholfeder, die im Nu repariert ist, haben wir am ersten Tag problemlos 120 km zurückgelegt und stehen um 19:00 h abends ganz ganz ganz ganz alleine am Strassenrand und rund um uns in alle Richtungen mindestens 120 km niemand. Es ist dann doch ein etwas komisches Gefühl, die Nacht hier zu verbringen. Das Auto wird rundherum verschlossen, Schlüssel und Pfefferspray griffbereit zum Flüchten und so begeben wir uns in die Nachtruhe.

SA 18.08.07
Strecke:           Dida Galgalu Desert – Richtung Archers Post – Koroli Desert und Kaisut Desert
Kilometer: 150 km
Zeit:  12 h
Beim ersten Morgengrauen steige ich in die Fahrerkabine und wir verlassen erleichtert unseren ersten Übernachtungsplatz ohne irgendwelche Zwischenfälle. Unser Auto startet absolut problemlos und die Strasse geht wie schon gewohnt im Katastrophenzustand weiter. Hätten wir nicht schon die Wüste in Ägypten und Sudan gesehen, würden wir uns bestimmt wahnsinnig über die Landschaft hier freuen. Doch wenn man wirklich den ganzen Tag nur im Schneckentempo fahren kann, geht einem die Landschaft irgendwann am Arsch vorbei und zählt jeden km auf dem Tacho mit und ist immer wieder sehr froh, dass das Auto wider Erwarten nicht zusammenbricht. Wir kommen gar nicht schlecht voran und erreichen gegen Mittag Marsabit. Um das Auto zu schonen, überlegen wir zuerst, eine Nacht im  Marsabit Nationalpark zu verbringen, doch die Strassenverhältnisse lassen es wieder einmal nicht zu, bzw. ist uns das Risiko zu gross, dass wir unser Auto bei der Fahrt ins Camp kaputt geht und so verzichten wir wieder einmal. Wir fahren noch gute 30 km weiter und können gleich nach Marsabit unsere ersten Fotos von typischen afrikanischen Stammesfrauen machen. Nachdem Anita ihre ersten Erfahrungen mit Fotos machen und dafür ein bisschen Geld geben gemacht hat und wir dabei drauf gekommen sind, dass man nie genug geben könnte, haben wir beschlossen, in Zukunft wieder einfach abzudrücken. Schliesslich finden wir einen schönen Platz unweit von der Hauptstrasse, wo wir unser Nachtlager aufstellen. Ausser Wüste vereinzelte Gazellen und Kamele gibt es hier nichts und wir verbringen eine friedliche Nacht.

SO 19.08.07
Strecke:           Kaisut Desert – Richtung Archers Post
Kilometer: 160 km
Zeit:  11 h
Wie schon gewohnt geht es um 6:00 h morgens im Schneckentempo weiter unserem Ziel entgegen. Aber das Tempo ist inzwischen schon vollkommen egal, es geht nur noch darum, unseren Moti heil von A nach B zu bringen. Jeden km, den wir schaffen, könnten wir eigentlich feiern. Trotzallem ist die staubige holprige Fahrerei ziemlich mühsam. Wir fahren fast nonstop und bewegen unser Auto wie ein rohes Ei und man kann sagen was man will, aber es ist schon ziemlich überraschend, dass wir es schlussendlich wieder geschafft haben, einen Tag ohne Pannen zu überstehen. Die Landschaft ist, wenn man schneller fahren könnte, abwechslungsreich. Für uns, da wir uns sehr langsam bewegen, kann es auch vorkommen, dass es einschläfernd wirkt. Von Wüste bis Berglandschaft mit grünem Bewuchst, vereinzelten Gazellen bis zu afrikanischen Ureinwohnern können wir alles in voller Länge geniessen. Gegen 16:00 h finden wir dann ein feines Plätzchen, wo wir die Rollläden nach oben Kurbeln und die letzten Sonnenstrahlen geniessen. Nach dem Abendessen kriege ich als Belohnung für das geduldige Fahren noch eine Genickmassage von Anita. Das ist aber super.

MO 20.08.07
Strecke:           Archers Post – Samburu National Reserve
Kilometer: 60 km
Zeit:  6 h
Da wir es heute nicht mehr soweit bis zum Saburu National Park haben und unser Auto überraschend gut zusammenhält, beschliessen wir, diesen Park zu besuchen. Scheinbar soll es da Elefanten, Nashörner, Zebra, Giraffen, Büffel, etc. geben. Wir haben es nun tatsächlich geschafft und stehen kurz davor, mit unserem Moti auf Safari zu gehen. Die 20 km bis zum Parkeingang sind schnell zurückgelegt – haha in 2 h -. Das Einkaufen in Archers Post haben wir uns geschenkt, da wir wieder einmal von ziemlich vielen Menschen umringt wurden. Der Eintritt im Park war überraschend günstig und es ging alles problemlos und schnell. Gleich am Gate haben wir die ersten Affen und Gazellen gesehen und es dauerte nicht lange und der Fotoapparat klickte beim ersten Zebra. Anita war hellauf begeistert und voll zufrieden und so tuckerten wir einen Special Loup nach dem anderen durch den Park. Auch Sina und Silas waren sehr begeistert als wir dann tatsächlich die erste Giraffe vor unserem Auto hatten, bzw. kurz danach ca. 2 m vor unserem Auto riesige afrikanische Elefanten vor unserem Auto vorbeispazierten. Wir konnten wirklich den ganzen Tag über wahnsinnig viele Tiere beobachten und erreichten am Nachmittag einen schönen Campingplatz. Da ein starker Wind ging, konnten wir allerdings nicht wie erhofft bei offenen Rollläden den Nachmittag geniessen, da wir sonst den ganzen aufgewühlten Sand im Auto gehabt hätten. Während wir unsere Spaghetti im Auto essen, tummeln sich zahlreiche Affen rund um unser Auto und auch oben drauf. Die Tiere sind so frech, dass es nicht möglich ist, ein Fenster oder eine Türe offen zu haben, wenn man keine uneingeladenen Besucher haben möchte. Nach einem Rundgang durch das Camp parken wir unser Auto noch einmal um an einen windstilleren Platz, nehmen eine kalte graussige Dusche und bekommen dann noch von einem freundlichen kenianischen Parkangestellten, 2 Bier und 2 Cola serviert. Es folgte ein gemütlicher Abend an einem absolut ruhigen und für uns sicheren Ort.

DI 21.08.07
Strecke:           Samburu National Reserve – Naro Moro
Kilometer: 147 km
Zeit:  11 h
Bei Sonnenaufgang konnten wir unseren Moti wieder einmal mit leichten Problemchen starten und wir machten uns auf den Weg für ein paar Extrarunden durch den Nationalpark. Neben grossen Antilopen, Wasserbüffeln, einem Fuchs und zahlreichen Elefanten konnten wir einige ziemlich schlechte Wege im Buffalo Springs National Park entdecken. Die Suche nach den Löwen war vergebens und so waren wir froh, als wir wieder den Hauptweg erreichten und gegen 10:00 h den ersten Nationalpark erfolgreich hinter uns liessen. Es folgten noch ca. 40 km extrem schlechte Strasse, wobei wir schon bei jedem Hügel im spiegelnden Sonnenlicht Asphalt zu sehen hofften. Gegen MIttag war es dann tatsächlich soweit und wir erreichten bei Isiolo wieder eine Asphaltstrasse. Hurra! Die Freude war von kurzer Dauer, denn ein Einkaufen in Isiolo warf uns schon wieder ein wenig aus dem sozialen Gleichgewicht. Kinder, die mit Steinen und Stöcken auf das Auto schlugen, bzw. auf dem Weg zum Einkaufen lästig an dir zerren und Kenia Shillinge fordern, bis sie dann, wenn du nichts gibst FUCK YOU schreiend hinter dir herlaufen. Nachdem ich Anita vor meinem Einkaufsgang schon ziemlich genervt habe, waren dann die Steine werfenden Kröten noch die Draufgabe. Nach mehrmaligen verbalen Vertreibungsversuchen kam dann, bevor die erste Scheibe zu Bruch gehen konnte, der Pfefferspray zum Einsatz. Als ich vom Einkauf um die Ecke zurückkam war eine aufgebrachte Kinder- und Menschenmenge um das Auto, einer davon brüllte wie am Spiess und Anita gab mir beim Hineinreichen des Einkaufsackes kurz Bescheid, was gelaufen ist. Ich verliess das Auto noch einmal kurz, um Brot zu kaufen und dann verliessen wir den Ort fluchtartig. Einige Kilometer weiter war Motis Motor durch die steil aufsteigende Strasse schon wieder recht heiss und wir nutzen einen Zwischenstopp, um unsere Reservekanister umzufüllen. In den weiteren kleinen Ortschaften kauften wir noch Obst und Gemüse sowie zuletzt in Naro Moro die restlichen Konserven und Suppen, damit wir wieder ausgerüstet sind, um zum nächsten Trekking – zum Mt. Kenya – zu starten. Da unser Auto überraschend gut gelaufen ist und wir somit recht gut im Zeitplan liegen, haben wir beschlossen, den Mt. Kenya auf dem Weg nach Nairobi gleich mitzunehmen. Mit voll aufgefüllten Vorräten erreichen wir gegen 18:00 h die Naro Moro River Lodge, wo wir uns einen Campingplatz für 20 Dollar leisten. Zum ersten Mal seit längerer Zeit gibt es wieder frisches Essen – nicht nur aus der Dose oder dem Sackerl – nämlich „Hoasgsottne“ oder „Gschwellti“ mit frischen Avocado, Fisch und Silberzwiebeln. Wir versorgen noch einmal unsere gesamten Geräte mit Strom, bereiten die Essensvorräte für das Trekking vor, schreiben wieder einmal einige Tage Tagebuch nach und gehen dann schlafen.

MI 22.08.07
Strecke:           Naro Moro – Mt. Kenya Nationalpark Gate – Trekking
Kilometer: 18 km (Auto)  /  9 km Gehen und 400 Hm Aufstieg
Zeit:  2 h / 4 h
Auch heute waren wir schon wieder um 6:00 h munter und zwischen Aufräumen, Duschen und Zusammenpacken verging die Zeit wie im Nu. Der Mt. Kenya war am Morgen wolkenfrei und wir hatten eine super Aussicht. Gegen 9:30 h haben wir es dann geschafft und waren abfahrbereit. Auf der Strecke zum Gate auf halbem Weg kamen wir am Mt. Kenya Safari Club vorbei, wo Guide und Träger vermittelt werden. Wir mussten nicht einmal aus dem Auto aussteigen. Ein Stopp 50 m nach dem Eingang reicht und innerhalb von 5 Minuten haben wir einen Träger für 3 Tage um 2500 Kenia Shilling. Auf dem Weiterweg gab es dann noch 2 Zwischenstopps, um das Gepäck von Jeffrey abzuholen und Essen für ihn zu kaufen. Gegen Mittag erreichten wir das Gate, wo wir noch einmal 120 US Dollar ablegten und dann konnte es losgehen. Die erste Überraschung trat auf, als wir unser Gepäck aus den Auto holten, dass ich wie immer in einem wasserdichten Seesack verpackt hatte und unser Träger keine geeignete Trageausrüstung dafür hatte. Doch auch das konnten wir schnell lösen. Geld macht alles möglich und um 15 Dollar konnten wir einen Rucksack mieten. Die ersten 9 km auf der Naro Moro Route führen zur Gänze über eine Forststrasse bis zur Meteo Station auf 3048 m. Wir haben Glück und können unser Zelt ganz alleine auf einer wunderschönen grünen Wiese unmittelbar vor der Meteo Station aufbauen. Traumhaftes Wetter und eine herrliche Abendstimmung sowie vereinzelte Antilopen, ein Wasserbüffel und ein paar Affen rundeten das idyllische Lagerleben ab. Zu unserer Freute gab es sogar noch Coca Cola zum kaufen. Nach dem Kochen und Abendessen haben wir uns schnell im Zelt verkrochen, da es rasch abkühlt und wir am nächsten Morgen sowieso früh rausmüssen. Ausser dass man in der Nacht die Stirnlampe unbedingt mitnehmen muss, wenn man pinkeln geht aufgrund der Büffel, die in unmittelbarer Nähe unserers Zeltes grasen, verläuft die Nacht friedlich.

DO 23.08.07
Strecke:           Naro Moro Route /  Meteo Station (3048m) – Mackinders Camp (4300 m)
Kilometer: 10 km / 1250 Hm Aufstieg
Zeit:  6 h
Da heute ein langer Tag vor uns liegt, geht es schon wieder um 6:00 h los mit Tee kochen, Rasselbande aus dem Zelt treiben und frühstücken. Im Anschluss bauen wir unser mit Frost belegtes Zelt ab, packen alle Sachen zusammen und marschieren los. Am Anfang geht noch eine Forststrasse, doch schon bald geht es über auf einen kleinen, nassen, schlammigen Fussweg, der extrem steil nach oben führt. Wir gehen durch einen dicht verwachsenen – man könnte fast sagen „Zauberwald“ – überall in den Bäumen hängen Flechten und Moose und beim Betrachten könnten man in der schönen Morgenstimmung fast die Anstrengung des Aufstieges vergessen. Nach der Baumgrenze geht es über in grosse weite Feld- und Sumpfflächen und wenn man nicht aufpasst, steht man bis zu den Knien im Schlamm. Auf halbem Weg finden wir an einem kleinen Bächlein einen Rastplatz, wo wir unsere Jause geniesen. Am späten Vormittag beginnt es bereits zuzuziehen und überall türmen sich dunkle Wolken auf. Auf 4000 m wird der Weg dann ziemlich flach und geht für die restlichen km leicht bergauf und bergab bis zum Mackinders Camp. Wir erreichen im dichten Neben, aber zum Glück ohne Regen, das Camp und können unser Zelt im Trockenen aufstellen. Zahlreiche Vögel und Klippenschliefer beobachten uns und nutzen jede Gelegenheit und nutzen jede Gelegenheit, um Essensreste, bzw. auch unser Essen zu klauen. Am späten Nachmittag kommt dann noch einmal die Sonne heraus und wir können noch für eine Stunde das herrliche Panoramo und die Abendsonne geniessen. Silas hat während des gesamten Aufstieges nur gemotzt, aber hier oben am Lagerplatz fühlt er sich zum Glück recht wohl. Sina ist den gesamten Aufstieg problemlos und locker in unserem Tempo mitgegangen, ohne auch nur einmal zu jammern (ausser kurz am Morgen, als sie ihre Finger wegen der Kälte nicht mehr spürte). Ich habe mich ein wenig – ziemlich – über Silas Gesumse in der Kraxe genervt und Anita braucht da wieder einmal nicht nur die Kraft zum Aufsteigen, sondern muss auch noch mich und die Kinder ertragen. Es gibt ziemlich graussige Hochlager- Spaghetti und nachdem die Sonne weg ist, wird es sofort saukalt und wir liegen schon um 19:00 h eingemummt in unsere Schlafsäcke im Zelt.

FR 24.08.07
Strecke:           Naro Moro Route /  Mackinders Camp (4300 m) – Mt. Kenya (Lenana Pt. – 4948 m) und zurück zum Gate
Kilometer: 19 km / 1800 Hm Abstieg (Gipfeletappe 700 Hm)
Zeit:  6 1/2 h Abstieg (Gipfeletappe gesamt 5 h)
Um 2:00 h morgens piepst mein Wecker und es ist wieder einmal ziemlich graussig und kalt zum Aufstehen. Das Wetter ist klar, aber der Mond ist nicht vorhanden. Schnell bin ich angezogen und mit einem kleinen Rucksack und einer Stirnlampe unterwegs zum Gipfel. Schon bald habe ich in der Dunkelheit und im Wirrwarr mehrerer vorhandener Wege den richtigen verloren und muss ziemlich steil und weglos durch Schotterhalden hinauf. Trotzdem komme ich ziemlich schnell voran und bin schon nach 2 h bei der Austria-Hütte. Von da weg kann man den Weg nicht mehr verfehlen. Es geht über einen Grat und felsdurchsetztes Gelände zum 3. höchsten Punkt des Mt. Kenya. Um 5:30 h bei Saukälte stehe alleine am Gipfel. Erst nach einerm halben Stunde beginnt der Horizont rot zu werden und die Sonne kommt. Mit der Sonne kommen auch noch 3 andere kleine Gruppe von der anderen Seite des Berges zum Gipfel. Es folgen zahlreiche Fotos und nach einer Stunde Gipfelpause geht es im Laufschritt nach unten. Da fast der gesamte Abstieg über Schotterhalden führt, bin ich schon nach 45 Minuten, um 7:30 h zurück beim Zelt. Nach einem spärlichen Frühstück mit Tee bauen wir den Lagerplatz ab und sind fertig für den Abstieg. Was uns fehlt, ist unser Jeffrey. Unser Träger hat sich scheinbar in Luft aufgelöst. Nachdem er um 9:00 h – wie eigentlich abgemacht gewesen wäre – noch immer nicht da war, haben wir alle unsere Sachen selber aufgebunden und sind fluchend losmarschiert. Doch schon nach einem Kilometer taucht unser Träger schwitzend hinter uns auf. Es gibt keine Diskussionen, wir laden das Gepäck um und es geht weiter Richtung Tal. Beide Kinder sind überraschend gut drauf und wir kommen gut voran. Schon nach 4 h sind wir wieder bei der Meteo Station, wo wir eine halbe Stunde Coca Cola Pause machen und dann geht es weiter die restlichen 9 km zum Auto. Um 16:00 h erreichen wir ziemlich müde unseren Moti. Unser Moti lässt sich zur Abwechslung wieder einmal nicht starten. Aber unser Träger und zwei drei Ranger sind uns schnell zu Hilfe gekommen und die nötigen 20 m bis die Strasse bergab geht, waren schnell geschafft. Die Batterie war wieder einmal vollständig leer, doch beim Runterrollen ist er schnell angesprungen. Wir haben unseren Träger auf dem Weg nach Naro Moro bei seinem Dorf aussteigen lassen und erreichten bald wieder die Asphaltstrasse Richtung Nairobi. Nur noch auf der Suche nach einem Hügel, wo wir am Morgen anrollen können, fanden wir nach ca. 50 km einen geeigneten Platz. Wir waren alle ziemlich müde und haben uns nach dem Abendessen schnell niedergelegt.

FR 24.08.07
Strecke:           die letzen 160 km nach Nairobi
Kilometer: 160 km
Zeit:  5 h
Heute sind wir tatsächlich bis 7 Uhr liegen geblieben und nach einer Dose Ananas zum Frühstück wollten wir losfahren. Doch die Strasse nach unten war zu kurz zum Starten und so waren wir wieder einmal auf einen LKW angewiesen. Nachdem die ersten 3 vorbeigerast sind, hatte der 4. erbarmen mit uns und zog uns 50m um 1000 Kenian Schilling (15$) an. Die Asphaltstrasse ist ziemlich schlecht und es kommen noch einige Schlaglöcher auf uns zu, auch die Wegweiser sind nicht vorhanden. Das heisst, wenn du an einer Verzweigung kurz anhältst, um in der Karte zu schauen, hast du schnell einen Helfer vor der Tür. Nairobi, yes right side – super, thank you – no no give me a little, i need breakfast – das heisst im Klartext, erwarte dir in Afrika von Äthiopien abwärts einfach nirgendwo irgendeine Form von Gefallen oder Hilfsbereitschaft gratis. Wenn du weisse Hautfarbe hast, bist du nämlich so etwas, wie ein wandelnder Geldesel oder Spendenautomat. Wir spenden für diese Auskunft natürlich nichts und fahren weiter Richtung Nairobi. Schon 20 km vor der Stadt nimmt das Verkehrsaufkommen zu und im Nu stehen wir inmitten des Nairobi Trafficjam. Anita weist mir den Weg aus der Karte hervorragend und wir erreichen ohne einmal falsch zu fahren zu Mittag den Campingplatz in Nairobi. Hurra, geschafft, unser Auto hat uns tatsächlich an ein vorläufiges Ziel gebracht. Wir geniessen ein Tourimittagessen am Campingplatz. Der Nachmittag vergeht im Nu mit endlich wieder einmal duschen, Wäsche waschen, Tagebuchschreiben und Fotos sortieren. Die Kinder geniessen die Wiese und wir das eingezäunte sichere Arial, wo sie sich wieder einmal austoben können. Es folgt ein gemütlicher Abend mit Essen im Campingrestaurant und ein Schlummertrunk bzw. ein Trink zur Feier des Tages darf heute natürlich auch nicht fehlen.

SA 25.08.07
Strecke:           Nairobi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Gemütliches Aufstehen – nachdem wir am Vortag gesehen haben, wie lange man hier auf das Essen wartet, haben wir den Versuch, das Frühstück zu bekommen, schnell abgebrochen und uns auf den Weg in die Stadt gemacht. Zu unserer Überraschung haben wir auf dem Weg in die Stadt ziemlich schnell einen für unsere Bankomatkarte funktionierenden ATM gefunden. Somit konnten wir unsere Geldreserven wieder einmal aufstocken. Den Rest des Tages verbrachten wir mit der Suche nach verschiedensten Dingen wie Bäckerei für das Frühstück, Internet und Supermarkt. Nachdem ich wieder einmal den ganzen Tag im Internet verbracht habe und Anita zum Campingplatz zurückgekehrt ist, habe ich es rechtzeitig zum Abendessen retour geschafft und wir konnten noch einmal ein überdimensional langes Abendessen (nicht gerade gut) geniessen.

SO 26.08.07
Strecke:           Nairobi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute haben wir einen gemütlichen Tag auf dem Campingplatz verbracht und mehr oder weniger gefaulenzt. Am späten Nachmittag wieder in die Stadt aufgebrochen. Eigentlich wollte ich in ein Fish’n’Chips Lokal. Doch ganz unverhofft hat es uns dann in eine noble Trattoria gezogen, wo wir zum 2. Mal auf dieser Reise wirklich ausgezeichnet gegessen haben. Ein gemütlicher Abend bei Musik im Moti folgte.

MO 27.08.07
Strecke:           Nairobi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute geht unser erster Weg zur österreichischen Botschaft, wo ich den von meinem Vater gesandten Lariam-Nachschub (Anti-Malaria) abholte. Auf dem Weg zur Botschaft gab es noch ein gutes Frühstück im ausgezeichneten Cafe Lavazza und während Anita das Frühstück bestellt hat, bekam ich im Handumdrehen die Malaria-Tabletten problemlos ausgehändigt. Anita hat sich dann auf den Weg durch die Stadt gemacht und ich den Tag wieder im Internet-Cafe verbracht. Am späteren Nachmittag haben wir uns wieder getroffen und wir haben ein saugrausiges Fastfood-Hendl mit extrem fettigen Fastfood Pommes am Strassenrand gegessen. Da wir nun ja schon länger in Nairobi sind, haben wir uns tatsächlich getraut, auch bei Dunkelheit mit vollen Einkaufstaschen quer durch die halbe Stadt zu gehen. Und wir wurden tatsächlich nicht ausgeraubt. Unglaublich aber wahr! Fazit: Man muss nicht immer alles glauben, was im Reiseführer steht oder was andere Traveller an Märchenstories erzählen.

DI 28.08.07
Strecke:           Nairobi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nachdem wir am Vortag vergessen haben, etwas für das Frühstück zu organisieren, sind Anita und Silas schon früh losgegangen, um in der Stadt in die Bakery zu gehen. Sina hat in der Zwischenzeit wieder einmal ein paar Kunstwerke gemalt und ich am Moti rumgewerkelt. Gegen Mittag haben wir uns in die Stadt aufgemacht und haben uns durch verschiedene Souvenirmärkte gekämpft. Ein relativ kurzer Abstecher ins Internet folgte. Dabei konnten wir auch unsere Rückflüge buchen, d.h. Mitte Oktober geht es mit den Emirates tatsächlich wieder zurück nach Österreich. Das heutige Abendessen in einem Fastfood-Restaurant war um einiges besser als gestern. Wieder folgte ein nächtlicher Spaziergang zurück zum Camping.

MI 29.08.07
Strecke: Nairobi – Moshi
Kilometer 575 km
Zeit:  11 h
Abdüsen nach Moshi steht auf dem Plan – doch unserem Moti war es natürlich wieder einmal nicht ums Düsen. Nicht einmal zum Starten war er bereit. Auf dem Campingplatz stand ein anderer LKW, der von einem Südafrikaner und seinem Sohn durch das Land geführt wird. Eigentlich wollten wir uns von diesem Anziehen lassen, der hatte aber auch Problem mit der Dieselleitung. Daraufhin haben wir uns entschlossen, für Moti eine neue Batterie zu kaufen. Das war sehr schnell erledigt. Auch der Einbau ging schnell, aber unser Reisebudget wurde dadurch wieder um 200 Dollar gekürzt. Mit der neuen Batterie startet unser Moti problemlos und wir können uns gegen Mittag tatsächlich auf den Weg Richtung Moshi/Tansania machen. Die Strassen aus der Stadt waren wie ein Glückspiel, denn Wegweiser gibt es hier so gut wie überhaupt nicht. Nachdem wir uns ein paar Mal verfahren hatten – wodurch wieder eine Stunde verloren ging, haben wir es dann endlich geschafft und wir waren unterwegs Richtung Grenze. Die Fahrt bis zur Grenze verlief dann problemlos und wir erreichten gegen 16:00 h die Grenze. Die Abfertigung auf der Kenia-Seite ging auch überraschend flott und problemlos. Doch in Tansania durften wir wieder tief in dieGeldtasche greifen. 50 US$ pro Visum und 20 Dollar für den Zoll und das, obwohl es ein Abkommen gibt zwischen Tansania, Kenia und Uganda, das besagt, dass man nur eines der Visen braucht und dann in alle anderen Länder reisen darf. Aber davon wissen die Damen und Herren Zöllner nichts und es ist wieder einmal saugut, dass ich nicht bewaffnet bin. Nach 1 1/2 h Zeitverlust und 170 Dollar Geldverlust fahren wir dann tatsächlich auf der ersten Tansania Strasse weiter Richtung Moshi. Da es schon abend wurde, haben wir beschlossen, am Strassenrand stehen zu bleiben zum Kochen und den restlichen Diesel aus Ethiopien in den Tank zu füllen. Natürlich dauert es nicht lange, auch wenn man glaubt, fernab von jeder Zivilisation im Busch zu stehen, bis der erste Massai im roten Rock und mit Speer vor der Tür steht. Ich habe mich erstaunlich schnell von den Grenzformalitäten erholt und habe mir wieder einmal gedacht: neues Land – neuer Anfang. Zuviel helfen wollte ich mir allerdings nicht lassen und ausser dass er einmal einen Dieselkanister unaufgefordert 1 m von Punkt A nach B gestellt hat, musste er nicht wirklich arbeiten. Im Grossen und Ganzen verlief die Bekanntschaft mit dem Massai vorerst recht nett. Wir haben ihn zum Spaghettiessen eingeladen, eine Rolle Kekse geopfert und einen Sack mit Donuts (zugegeben – die waren nicht mehr die jüngsten). Nachdem der 2 Teller Spaghetti gegessen hatten und wir glaubten, er gäbe uns per Handzeichen zu verstehen, dass das alles sehr super und gut ist, habenw wir alle frohen Mutes begonnen, zusammenzuräumen und uns auf die Weiterfahrt vorzubereiten. Der Massai beobachtete alles aus nächster Nähe und bewegte sich, trotzdem er eigentlich satt sein sollte, keinen Zentimeter von  meiner Seite. Kurz vor dem Einsteigen gab er uns dann mit einem typisch internationalen Zeigefinger-Daumen-Zeichen zur verstehen, dass er jetzt auch noch Cash will. Doch nicht einmal das konnte mich mehr wirklich ärgern. Mit einem Lachen im Gesicht steige ich ins Auto und wir fahren weiter. Wieder ein Massai mehr, den wir nicht wirklich glücklich machen konnten, obwohl wir uns sehr bemühten. Bald wurde es dunkel und die Strasse wurde  schmäler und schlechter. Mit Erstaunen musste ich feststellen, dass es in Afrika tatsächlich auch Schlangen gibt, eine ca. 2 m lange Mamba kroch gemütlich im Schweinwerferlicht über die Fahrbahn. Eigentlich wollten wir an diesem Tag nur bis Arusha fahren, doch irgendwie habe ich es nicht geschafft, bei Nacht und Verkehr die Ortseinfahrt zu finden. Plötzlich fuhren wir am Kilimanjaro International Airport vorbei, welcher nur noch 30 km vor Moshi liegt. Aufgrund dessen, dass wir nicht wissen, ob unser Auto morgen auch noch geht, war dieser Umstand auch nicht so schlecht, so erreichen wir schon heute den Platz, an dem morgen meine Kibo-Gruppe ankommen wird. Nach einer Fahrt durch das nächtlice Moshi auf der Suche nach Wasser haben wir tatsächlich einen Bankomat gefunden und konnten unsere Wasservorräte im einzigen offenen Lokal – im örtlichen Nachtclub – auffüllen. Es folgte wieder einmal eine Nacht am Strassenrand.

DO 30.08.07
Strecke:           Moshi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Hurra, unser Auto startet tatsächlich. So machen wir uns auf den Weg in die Stadt, um Internet und Frühstück aufzusuchen. Da ich den aktuellen Wechselkurs Dollar/Euro/Tansania Shilling brauche, um die restliche Abrechnung mit der Agentur zu machen, verbringe ich eine ziemlich lange Zeit im Internet. Für Anita folgt wieder ein besonders angenehmer Tag mit den Kindern am Strassenrand, während ich eine Zeit mit Agentur, Internet und Auto verbringe. Was das Auto betrifft, müssen wir zur Vollständigkeit halber erwähnen, dass er nach dem Frühstück in der Stadt wieder einmal nicht zum Starten war. Nach den Verhandlungen in der Agentur, welche überraschend easy und super war, haben wir das Hotel Keys Annex bezogen, wo wir den Nachmittag am Pool verbrachten. Um 18:00 h habe ich mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht, um die OEAV-Gruppe abzuholen. Abraham von der Agentur war pünktlich mit drei Minibus im Hotel und die Fahrt zum Flughafen verlief problemlos. Um 20:10 waren die ersten Leute durch den Checkpoint und um 21.00 Uhr ging es Vollgas retour nach Moshi. Ein gemütliches Abendnessen im Hotel folgte. Und zu später Stunde ging es dann ab ins komfortable Hotelbett.

FR 31.08.07
Strecke:           Moshi – Ngorogoro Farmhaus
Kilometer: 270 km
Zeit:  4 h
Heute hatten wir einiges zu erledigen, Besprechung Programm, Geldwechseln, Packen für die Safari…. und so machten wir uns gleich nach dem Frühstück auf in die Stadt. Die Truppe konnte Afrika in vollen Zügen geniessen und gegen Mittag erreichten wir wieder das Hotel. Nach dem Mittagessen machten wir uns in 3 Minibussen auf den Weg. Den ersten Stopp machten wir schon in Moshi in einem Supermarket, um noch einige Einkäufe zu erledigen. Einer unserer Fahrer war wahrscheinlich gerade im Training für das erste Tansania Formel Eins Rennen und dieser Teil der Gruppe war für den Rest des Tages verschwunden. Die etwas langsameren Fahrer, wo auch wir dabei waren, machten Stopps bei diversen Sehenswürdigkeiten wie Affenbrotbaum, Massai, Giraffen und auch bei nicht so sehr sehenswürdigen Touristen Souvenirshops. Kurz vor Dunkel werden erreichten dann auch wir die wunderschöne Ngorogoro Farmers Lodge. Für uns war das die beste Unterkunft seit Kairo. Noble kleine Häuschen mit Terasse, superschönen sauberen Bädern, Betten  mit Moskitonetzen. Auch das Abendessen war nicht zu verachten, Buffet vom Feinsten und es wurde in vollen Zügen geschlemmt. Zum Abschluss gab es dann noch auf der Terasse traditionelle Maissai Musik bei Lagerfeuer und Tusker Bier. Von Safari haben wir zwar am ersten Tag nicht viel gesehen, doch für die Anreise in das Gebiet und den diversen Zwischenstopps muss man eben eine gewisse Zeit einplanen. Dafür war die Lodge um so besser.

SA 01.09.07
Strecke:           Ngorogoro Krater
Kilometer: 70 km
Zeit:  8 h
Schon um halb sechs geht der Wecker ab. Kurzes Zusammenpacken und Treffpunkt um 6:00 h beim Frühstücksbuffet, welches wieder ausserordentlich gut ist. Nach dem Ausfassen der Lunchbox und dem Zusammensammeln der Gruppe ging es dann los zum Gate des Nationalparks. Nach dem Einchecken und der Sichtung der ersten Affen ging es bei dichtestem Nebel auf wilder Strasse bergauf an den Kraterrand. Es dauerte nicht lange und der erste Elefant querte die Strasse. Kurz darauf folgte auch schon zu unser aller Überraschung der erste Löwe. Gemütlich kam er uns auf der Strasse entgegen, unbeeindruckt von den Autos und Menschen zog er einen Meter neben uns vorbei. Die Weiterfahrt ging am Kraterrand entlang, wo wir einige Zebras und ein Massaidorf gesehen haben. Die Leute in unserem Bus wollten das Dorf nicht von der Nähe aus betrachten, so haben wir uns den Tiroler Abend auf Afrikanisch erspart. Es ist unglaublich, wie relaxt man über die wildeste und steilste, sich in einem katastrophalen Zustand befindende Strasse in ein einen Vulkankrater hineinfahren kann, wenn man weiss, dass einem das Auto nicht unter dem Arsch zusammenbricht, bzw. dass das egal ist, da ja genügend andere Autos da waren und die Agentur sich um alle Eventualitäten kümmern muss. Auf dem Kratergrund haben wir dann den ganzen Tag damit verbracht, unzählig viele Gnus, Zebras, Wildschweine, Hippos, Gazellen, Elefanten sowie zahlreiche Vögel zu beobachten. Zu unserer grossen Freude konnten wir auch ein Rudel Löwen beim Verzehr eines Gnues beobachten. Nicht nur wir haben das beobachtet, auch Hyäne, Jackal und Geier sassen in sicherem Abstand da und warteten geduldig auf die Überreste. Nach einem ganzen Tag Safari erreichten wir am Abend die Lodge, die nicht mehr ganz so überwältigend schön war. Doch wenn man müde und erschöpft ist, fällt man am Abend so oder so gemütlich ins Bett. Bevor es soweit war, durften wir allerdings noch ein Abendessen vom Buffet geniessen und wieder einmal eine tradidionelle Massai-Tanzvorführung geniessen.

SO 02.09.07
Strecke:          Ngorogoro Krater – Lake Manyara Nationalpark – Moshi
Kilometer: 320 km
Zeit:  8 h
Wieder hiess es um 6:00 h aufstehen, frühstücken und Abfahrt, damit wir innerhalb der 24-h-Frist, in der das Ticket gilt, den Nationalpark verlassen können. Auf dem Weg nach draussen sahen wir noch einmal Wasserbüffel, Affen und Löwen. Das Verlassen des Parkes und die Fahrt zum Lake Manyara verliefen problemlos und schnell befanden wir uns wieder zwischen Elefanten, Girafen, Hippos, Gazellen…..im Lake Manyara Nationalpark. Die Rundfahrt durch den Park verlief etwas hastig, da wir schon am frühen Nachmittag wieder im Hotel zurück sein mussten. Vorbereitungsarbeiten der Agentur, Ausrüstung der Mannschaft packen  und schwimmen im Pool standen auf dem Programm. Ein letztes gemütliches Abendessen im Hotel folgte. Unser Moti, der natürlich in der Zwischenzeit nie gestartet wurde, stand auf dem Parkplatz und ich war wieder einmal voll davon überzeugt, dass ich ihn morgen früh sicher starten und umparken kann, damit Anita und die Kinder einen Standplatz etwas näher zur Standt kriegen. Das Hotel lag ca. 2 km ausserhalb. Aufgrund von Schwimmen mit den Kindern und sonstigen wichtigen Dingen habe ich mir natürlich wieder nicht die Zeit dazu genommen, meine Sachen für die Bergtour zusammenzusuchen. Das heisst, morgen etwas früher aufstehen.

MO 03.09.07
Strecke:           Moshi – Machame Gate – Machame Camp
Kilometer: 20 km    –    9 km
Zeit:  1/2 h     –     4 h / 1200 Hm
Schon um 5:30 h war ich im Moti, um die 7 Sachen für die Tour zu packen. Der Versuch, im Anschluss das Auto zu starten, ist allerdings wieder einmal – wie es mir Anita schon prophezeit hat – fehlgeschlagen. Es folgte eine mehr oder weniger kurze intensive Diskussion und dann kam heraus, dass Anita mit den Kindern für die Dauer der Tour (7 Tage) am Hotelparkplatz campieren wird. Man muss sich darunter aber nicht einen asphaltierten Platz vorstellen. Das Auto steht im Hinterhof des Hotels, auf einem Schotterplatz, unweit dahinter befindet sich eine grosse grüne Wiese und das Hotelschwimmbad können sie auch benutzen. Nur eben, der Weg in die Stadt ist ziemlich weit, das Auto hat keinen Strom und zum Duschen müssen sie über die Strasse zum nächsten Campingplatz – Gehzeit 3 min. Um 10:00 h, nachdem alle gefrühstück haben, steht unser Bus bereit zur Abfahrt. Die Fahrt zum Gate mit Family wie geplant, fand dann aufgrund Platzmangels auch nicht statt. Silas fand das Verschwinden von mir im Bus nicht so witzig. Die Verabschiedung fiel dementsprechend kurz aus und wir waren unterwegs zum Kibo. Relativ schnell kamen wir am Gate an, doch bis das ganze Gepäck aufgeteilt war und wir bei den Parkrangern registriert waren, wurde es 12:00 h. Es ist natürlich nicht ganz so einfach, wenn sich 120 Menschen, die am gleichen Tag und Ort starten, alle mit Passnummer, Geburtstags, Beruf, etc. in ein Buch eintragen sollen. Dabei habe ich da noch gehofft, dass sich die ganze Menge von Menschen am Berg etwas aufteilen wird. Dem war leider nicht so. 700 Menschen starten heute vom Machame Gate zum Kibo. 120 Bergsteiger und 580 Träger/Guides/Köche. Landschaftlich ist es wieder einmal wunderschön, wenn man sich die ersten paar 100 Hm durch den Regenwaldgürtel Richtung Machame Camp bewegt. Bäume voll Moos und Lianen, Affen, Nebelschwaden und zu meinem Leidwesen eine Unmenge von schwitzenden und keuchenden Menschen. Auf den ersten 1200 Hm gibt es keine 5 m, die man alleine gehen könnte. Gegen 16:00 h erreichen wir das Machame Camp, eine riesige Schlange von Trägern steht an, um das Gepäck erneut zu wiegen. Schon am Eingang wurden die Lasten peinlichst genau auf 20 kg pro Mann aufgeteilt und in jedem weiteren Lager sowohl bei der Ankunft wie auch beim Abmarsch wieder gewogen. Damit soll vermieden werden, dass Träger mehr Gewicht für mehr Lohn tragen. Scheinbar hat es in den letzten Jahren durch solche Dienstleitungen einige tote Träger gegeben. Dichter Nebel und hohe Luftfeuchtigkeit begrüssen uns auf fast 3000 m. Der erste Lagerplatz liegt auf einem dunkelbraun erdigen Boden. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit ist der Boden im Nu ein Schlammplatz und die Zelte stehen nicht nur schief, sondern auch Mitten im Dreck. Die Küche zauberte ein hervorragendes Abendessen und für die Gruppe folgte die erste Nacht im Zelt auf Isomatten. Für mich war es auf dieser Reise das erste Mal, dass ich ein 3-Mann-Zelt für mich alleine nutzen darf oder muss. Es ist sehr ruhig und kein Stress, aber trotz der Zapplerei von den beiden Kids hätte ich sie doch lieber alle 3 bei mir.

DI 04.09.07
Strecke:           Machame Camp – Shira Camp
Kilometer: 9 km / 900 Hm
Zeit:  6 h
Schon sehr früh geht das rumoren vor den Zelten los. Ein kurzer Blick auf die Uhr, es ist 5 Uhr und ich drehe mich noch einmal um und schlafe weiter. Kurz vor 7 h geht dann mein Wecker ab. Draussen ist schon die Hölle los. Im Nu habe ich meine Sachen zusammengepackt und sitze bei der Mannschaft im Frühstückszelt. Das Pulsoximeter geht die Runde und viele glauben weder die Pulsangabe noch finden sie, dass die Sauerstoffsättigung stimmen kann. Es folgen einige Fragen und Erklärungen und die Formulare für die Studie werden ausgefüllt. Im Anschluss werden die restlichen Sachen gepackt und wir machen uns im Gänsemarsch mit 720 Menschen auf ins nächste Lager. Es ist unglaublich, bzw. unvorstellbar, wenn man das nicht selber sieht. Eine Menschenschlange fast durchgehend vom Machame Camp zum Shira Camp. 720 Menschen mit 1 m Abstand sind 7,2 km. Wir haben alle gewusst, dass am Kibo viele Leute unterwegs sind. Aber mit so etwas haben wir nicht gerechnet. Die Gruppe nimmt den Menschenauflauf zu meiner Überraschung relativ gelassen und alle bewegen sich bei guter Laune und bester körperlicher Verfassung Richtung Lager 2. Wir machen einige Pausen, damit wir den Flüssigkeitshaushalt ausgleichen können. Zu Mttag gibt es eine ausgiebige Pause an einem Lunchplatz, wo es eine chinesische Gruppe tatsächlich schafft, das Mittagessen im Mannschaftszelt mit Stühlen und Tischen zu sich zu nehmen. Am frühen Nachmittag erreichen wir das Shira Camp und es bleibt genügend Zeit für Erkundungen rund um das Lager, zum Lesen oder einfach nur zum Faulenzen. Den ein oder anderen Teilnehmer quält inzwischen leichte Kopfschmerzen, Überkeit und einer hat wohl zuviel gegessen (wir wissen alle, um wen es sich handelt, du bist uns sicher nicht böse). Die Begleitmannschaft unserer Truppe ist ausgesprochen hilfsbereit. Immer wenn wir ein Lager erreichen, stehen alle Zelte und innerhalb von kurzer Zeit gibt es heissen Tee oder Schokolade, Popcorn und Nüsse. Auch Waschschüsseln mit heissem Wasser zum Hände und Füsse waschen, stehen immer schnell bereit. Zum Abendessen werden wir immer mit Suppe, Hauptspeise und Nachspeise verwöhnt. Nach dem Essen gehen schnell alle Lichter aus und die ganze Gruppe verkriecht sich in den Zelten. Nach einem wunderschönen Sonnenuntergang wird es in dieser Höhe schon ziemlich schnell kühl und so finden es wohl alle gemütlicher im Schlafsack zu liegen.

MI 05.09.07
Strecke:           Shira Camp – Lava Tower – Barranco Camp
Kilometer: 12 km / 700 Hm
Zeit:  8 h
Nach einem gemütlichen Frühstück werden die Zelte in der Morgensonne abgebrochen und wir machen uns über Lavagestein mit spärlichem Grasbewuchs auf den Weg Richtung Lava Tower. Der Weg zieht sich gemütlich stetig leicht steigend in östliche Richtung zum Kibo hin. Wieder gehen wir die ganze Sache extrem gemütlich an, machen zahlreiche Pausen zum Trinken und erreichen gegen Mittag den Lava Tower Lagerplatz. Ein Teilnehmer hat die Abkürzung mit den Trägern genommen, um Kräfte zu sparen. Vom Lagerplatz kann man den 50 m hohen Lava Tower südseitig mit leichten Klettereien besteigen. Während die Truppe das Lunchpaket geniesst, habe ich Zeit, den Weg auszukundschaften und es stellt sich heraus, dass man wirklich schnell und easy den höchsten Punkt erreichen kann. Nach der Rückkehr zum Lunchplatz entschliesst sich der Grossteil der Gruppe, diesen Aussichts-Kletterfelsen zu besteigen. Der erste Gipfel ist gemacht. Im Anschluss folgen noch ca. 2 h Abstieg und wir erreichen das Barranco Camp, eine riesige Zeltstadt. Das liegt daran, dass an diesem Punkt die Machame Route und die Umbwe Route zusammentreffen. Das heisst, es sind noch viel mehr Leute an einem Platz. Die Tier- und die Pflanzenwelt ist ähnlich wie am Mt. Kenia. Und der Lagerplatz liegt ausgesprochen schön mit guter Sicht auf Moshi. Als wir im Lager ankommen, zieht gerade ein Bartgeier seine Runden. Wie immer suche ich mir einen etwas abseits gelegenen Platz für mein Zelt und schaffe es dieses Mal tatsächlich, mein Zelt so zu platzieren, dass ich bei geöffnetem Einstieg vor mir nur den Sonnenuntergang und ein Blick auf Moshi habe. Es kommt noch dazu, dass ich weit genug Abstand zu den anderen Zelten habe und nichts davon höre. Kurz könnte man glauben, man ist alleine am Berg. Einige der Teilnehmer haben ziemlich schlechte Sauerstoff-Sättigungswerte, aber Kopfschmerzen und sonstige Anzeichen von Höhenkrankheit halten sich in Grenzen. D.h. im Grossen und Ganzen fühlen sich noch alle gut.

DO 06.09.07
Strecke:           Barranco Camp – Zwischen Camp zur besseren Akklimatisation
Kilometer: 6 km / 400 Hm
Zeit:  5 h
Beim Aufstehen sind die Pflanzen rund um das Zelt mit einer Eisschicht bedeckt und auch die kaktusähnlichen Palmengewächse sind mit einer Kristallschicht überzogen. Heute folgt ein besonders schwieriger Tag für die Träger. Der Weg ist zwar ncht lang, dafür sind die 400 Hm mit 20 kg Last auf dem Kopf in extrem steilem Gelände zu bewältigen. Dementsprechend früh machen sich die Trägerhorden auf den Weg. Als wir unser Frühstück beendet haben, sind unsere Zelte schon abgebaut und ein Teil der Mannschaft schon unterwegs. Vom Lagerplatz aus geht eine Menschenschlange über die 400 m felsdurchsetzte Steilwand 2,5 km Mensch an Mensch und an manchen Stellen mehr als 30 Menschen auf 20 Hm, über- unter- und nebeneinander. Unsere Truppe kommt gut voran, nur ein Teammitglied leidet an starken Kopfschmerzen und Übelkeit. Die Tagesetappe ist landschaftlich wieder einmal sehr schön, nur die extrem, extrem, extrem vielen Menschen muss man sich einfach wegdenken. Am frühen Nachmittag erreicen wir den nächsten Lagerplatz. Direkt unter den Gletschern des Kilimanjaros. Die extrem gut angelegten Wege und die klimatischen Bedingungen machen es bis jetzt möglich, dass ich alle Tagesetappen in kurzer Hose und MBT-Sandalen zurücklegen konnte. Ich musste mir zwar immer wieder dumme Sprüche von zahlreichen anderen deutschsprachigen Gruppen anhören. Und ich denke, dass es nicht unbedingt für jedermann zu empfehlen ist, mit Sandalen bergzusteigen, doch – ohne Werbung machen zu wollen, und nicht nur weil ich gesponsort bin von MBT – möchte ich hier erwähnen, dass sich die Schuhe für einen halbwegs sicheren Geher bei diesen Temperaturen und Wegen ausgezeichnet eignen. Die Füsse danken es einem, wenn sie nicht den ganzen Tag in Bergschuhen eingeschlossen sind und schwitzen müssen. Die kurz gehaltenen Tagesetappen ermöglichen es jedem, bei ausreichenden Ruhezeiten Körper und Geist zu erholen. Auch wenn der Geist bei manchen mit Kartenspielen ziemlich gefordert wird. Inzwischen gibt es 2 – 3 Personen, die leichte Höhenprobleme haben, bzw. eine Person, die aufgrund grösseren Höhenproblemen den ganzen Nachmittag liegend im Zelt verbringt. Auch das Abendessen lässt der ein oder andere aus. Und beim Dunkelwerden verschwinden wir wieder alle schnell in unsere Schlafsäcke.

FR 07.09.07
Strecke:           Zwischencamp – Barafu Camp
Kilometer: 4,5km / 300Hm
Zeit:  3,5 h
Tagwache 7 Uhr, 71% Sauerstoffsätigung, 126 Ruhepuls, starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwächegefühl bei leichtem Anstieg – nach der Einnahme von Aspirin keine Verbesserung des Zustandes und eine ausgesprochen schlechte Nacht auf 4300 m- das sind Gründe genung, um eine werdende Höhenkrankheit vorrauszusagen. Diese Anzeichen und ein leichtes Rasseln auf der Lunge eines Teammembers brachten mich zur Entscheidung, dass es besser ist, abzusteigen. Die Entscheidung wurde mit Enttäuschung, aber mit voller Vernunft und Verständnis aufgenommen und so waren wir nach dem Frühstück nur noch 15 + Guide auf dem Weg zum Kibo. Dieser Abbruch gab dem ein oder anderen Teilnehmer in der Gruppe auf dem Weg zum letzten Hochlager doch ein bisschen zu denken. Wir legten die letzte Etappe wieder extrem langsam und schonend zurück. 3 – 4 Liter Flüssigkeit waren ein Muss für jeden. Kurz nach Mittag erreichten wir unser höchstes Lager auf 4600 m. Wie nicht anders zu erwarten, war auch dieser Lagerplatz extrem überbevölkert und leider auch dementsprechend verschmutzt. Nichts desto trotz kann man auch in dieser Situation das Lager so einrichten, dass man freie Sicht und Blick auf das Wolkenmeer im Tal hat. Ausserdem hatten wir zum Greifen nahe den Mt. Mawenzi vor uns stehen. Nervosität machte sich langsam in der Gruppe breit. Ablenkungen wie Karten spielen, lesen und Lager auskundschaften standen auf dem Programm. Schon um 17:00 h gab es Abendessen – Nudeln, um den Kohlehydrat-Haushalt aufzustocken. Das frühe Abendessen war eigentlich dafür gedacht, dass man früher ins Zelt kann, um ein paar Stunden vorzuschlafen. Mir ist das glücklicherweise gut gelungen, doch wie ich am nächsten Tag erfahren musste, haben einige Teilnehmer gar nicht geschlafen, viele nur 1 – 2 Stunden und mehr als 3 Stunden niemand. Schon um 23:00  ging wieder der Wecker ab und wir fanden uns im Mannschaftszelt zu einer spätabentlichen, bzw. frühmorgentlicher Frühstücksversammlung ein. Ein Teilnehmer fühlt sich nach der Nacht in dieser Höhe und aufgrund einer mitgebrachten Verkühlung nicht sehr gut und verzichtet auf einen Gipfelversuch. Manchmal ist es schwieriger, im richtigen Moment abzubrechen, als das Ziel um jeden Preis zu erreichen. Ich bin froh, dass ich in dieser Gruppe durchwegs sehr vernünftige Bergsteiger habe.

SA 08.09.07
Strecke:           Barafu Camp – Uhure Peak – Mweka Camp
Kilometer: 5 km / 1200 Hm – Abstieg 3000 Hm
Zeit:  6:15 h bis zum Gipfel  –  2 h retour bis Barafu Camp – 5 h bis Mweka Camp
00:15 h – alle stehen bereit vor dem Mannschaftszelt und wir reihen wieder in eine endlos lange Lichterkette ein. Die ersten Meter nach dem Lager gehen durch ziemlich felsdurchsetztes, steiles Gelände ca. 100 Hm nach oben. An dieser Stelle kommt es bereits zu ersten Staus. Wir haben Glück, es ist nicht sehr kalt und es geht absolut kein Wind. Somit sind die Stauzeiten zwar vom Rythmus her schlecht, aber ansonsten gut erträglich. Es ist eine sternenklare Nacht und bei wolkenlosem Himmel kann man das Lichtermeer von Moshi und Arusha erkennen und sogar den Kilimanjaro Airport sehen. Wir kommen gut voran, obwohl wir immer wieder langsamere Gruppe im unwegsamen Gelände überholen. Diese Überholmanöver sind ziemlich mühsam, doch die ständigen Pausen und das unrythmische Gehen der anderen Gruppen sind auf Dauer auch nicht besser. Der gesamte Weg bis zum Stella Point führt durch eine extrem steile Schotter- und Lavagesteinhalde nach oben. Es gibt keine Flachstellen zum Ausrasten. Ich versuche gezielt, alle 150 Hm eine Trinkpause einzulegen und das Tempo so zu regeln, dass es den Konditionsstarken nicht zu kalt wird und den etwas Schwächeren nicht zu schnell geht. Bei einer Pause auf 5400 m beschliessen 2 weitere Teilnehmer aufgrund von Übelkeit und Schwindel sowie Kopfschmerzen umzukehren. Einer unserer Lokal Guides übernimmt die beiden und steigt mit ihnen zurück ins Lager ab. Der Rest der Gruppe kämpft sich Schritt für Schritt dem Sonnenaufgang entgegen. Kurz vor 6:00 h erreichen wir alle den Stella Point. Von da aus geht es dann noch ca. 1 km fast flach bis zum Uhuru Peak. Bei Sonnenaufgang stehen 12 Teilnehmer, 4 Lokal Guides und ich am höchsten Punkt Afrikas – dem 5895 m hohen Uhuru Peak. Der ein oder andere Teilnehmer ist sicher hart an seine Grenze gekommen, aber im Grossen und Ganzen ist mehr oder weniger alles im grünen Bereich. Bei bester Fernsicht, wundervollem Sonnenaufgang, fast keinem Wind und erstaunlich wenig Leuten können wir fast eine halbe Stunde am Gipfel geniessen. Erst im Abstieg kommen uns wieder ganze Kolonnen von Menschen entgegen. Wir hatten den Gipfel tatsächlich für 10 Minuten für uns alleine. Im Abstieg hat sich das Team unter der Aufsicht unserer Lokal Guides und mir etwas auseinandergezogen, doch um 9:30 h sind dann die letzten wieder heil im Barafu Camp angekommen. Nach einer Stunde Ruhepause gab es Tee und Suppe und im Anschluss wurde das Camp abgebaut und wir machten uns auf den Weg, die restlichen 1800 m bis ins Mweka Camp abzusteigen. Keine Erfrierungen, keine akute Höhenkrankheit, 75 % Gipfelerfolg – eine sichtlich erleichtert und entspannte Truppe macht sich auf den Weg nach unten. Noch einmal muss ich meine MBT’s loben. Ein absolut schmerzfreier und erholsamer Abstieg für Gelenke und Muskeln sind die Folgen dieser Schuhe. Gegen 16:00 h erreichten die letzten Teilnehmer das Mweka Camp. Nachdem wir uns alle registriert hatten, konnten wir Cola, und wer wollte Bier, geniessen. Beim wieder einmal Karten spielen wurden dann die restlicen Futterreserven – Landjäger, Speck und Schnaps – sowie das ein oder andere Biel gekippt. Zum Abendessen gab es einen traditionellen Suppeneintopf und es folgte eine Nacht, in der wirklich alle gut und tief und fest – auch ohne Schlaftabletten  – schlafen konnten.

SO 09.09.07
Strecke:           Mweka Camp – Mweka Gate – Moshi
Kilometer: 9 km / 1400 Hm Abstieg
Zeit:  4 h
Schon um 7 Uhr sassen wir wieder alle gemeinsam beim Frühstück. Die für Afrika übliche Trinkgelddiskussion konnte beginnen. Laut Angabe von Literatur und von Erfahrungswerten des Schwazer OEAV-Leiter sollte jeder zwischen 50 und 70 Dollar als Trinkgeld einplanen. Da ich früher noch nie in Afrika war und auch ich solche Angaben in Büchern gelesen habe, sind wir alle davon ausgegangen, dass dies vollkommen reichen sollte. Doch noch einem Gespräch mit Balthasar – unserem Lokal Chef-Guide – sahen die Fakten gänzlich anders aus. In unserer Mannschaft waren 37 Träger, 2 Köche, 2 Hiltsköche, 2 Campingcrew, 4 Guides, 2 Hilfsguides, das sind insgesamt 49 Personen. Ein Träger erwartet sich hier gleichviel Trinkgeld pro Tag wie Verdienst, d.h. 8 Dollar pro Tag und Träger. Trinkgelder für Köche, Hilfsköche, usw. sollen sich auf mind. 15 Dollar pro Tag und Kopf belaufen. Und die Lokal Guides sollten mind. 120 Dollar Trinkgeld für die ganze Woche erhalten. Nach einer kleinen Rechenaufgabe stellte sich heraus, dass unsere 16 Teilnehmer bei diesen Forderungen je 200 Dollar Trinkgeld bezahlen müssten. Für mich war das nicht wirklich neu und gewohnt, afrikanisch unverschämt. Ich habe die Tatsachen beim Frühstück angesprochen und war wieder einmal überrascht, dass die Leute durchaus bereit waren, statt den geplanten 70 US Dollar 100 Dollar pro Person für Trinkgelder locker zu machen. Das Geld wurde eingesammelt und vor versammelter Mannschaft wurde der Verteilungsschlüssel verkündet. Somit weiss jeder, wieviel gegeben wurde und wieviel jeder kriegen sollte. Irgendwie ist es schade, dass man – egal was man gibt – nie ein zufriedenes und glückliches Lächeln kriegt, dann man könnte nie genug geben. Doch auch das nimmt man hin und für mich ist klar, dass ein gewisser Anteil der Trinkgeldforderungen bei zukünftigen Afrikareisen in das Reisebudget eingerechnet werden muss. Dann gibt es keine bösen Überraschungen. Ich bin überzeugt davon, dass bei den hohen Agenturpreisen nicht jeder bereit ist, ein so hohes Trinkgeld zu geben. Was man aber fairerweise sagen muss, die Leistungen und der Service der Träger und des gesamten Teams waren ausgezeichnet. Das Ständchen, das die Träger zum Kilimanjaro für jede Gruppe singen, ist relativ mickrig ausgefallen. Das führt sicherlich auf die Unzufriedenheit der Träger zurück. Wir hatten eine tolle und recht erfolgreiche Woche am Berg und nachdem wir es geschafft haben, hin und wieder die Menschenmengen zu vergessen, wird es auch kein Problem sein, die Trinkgeldgeschichte zu vergessen. Es folgte wieder einmal eine wunderschöne Etappe durch den Regenwald mit unzählig verschiedenen Pflanzen und Tieren. Gegen 12:00 h waren wir dann vollzählig am Mweka Gate, wo wir uns in 2 Nationalpark-Büchern registrieren mussten. Im Gegenzug dafür bekam ich die 13 Uhuru Peak Urkunden und musste feststellen, dass unsere Gruppe in diesem Jahr mit unserem Gipfelerfolg an 13’000 – vierhundert und noch ein paar zerquetschten – Stelle lagen. Unglaublich aber wahr! Die Rückfahrt ins Hotel ging schnell und um 14:00 h standen sicher schon alle unter der heissen Dusche. Ein Sprung in den Pool, ein Mittagssnack und die Urkundenverteilung mit Sekt folgten. Im Anschluss ging es ab in die Stadt zum Souvenir kaufen und Abendessen. Da es aber Sonntag war, ist das Souvenir kaufen ziemlich spärlich ausgefallen. Dafür fanden wir einen netten Platz mit ausgezeichnetem Abendessen. Nur die Biertrinker hatten Pech, denn in diesem Lokal gab es keinen Alkohol. Doch auch dieses Manko konnte schlussendlich bei einem langen gemütlichen Abend im Hotel noch ausgeglichen werden. Beinahe hätten wir für den ein oder anderen ein Fixseil bis ins Zimmer einrichten müssen.

MO 10.09.07
Strecke:           Moshi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute standen nur noch ein paar organisatorische Dinge wie Ansichtskarten und Souvenir kaufen, Zimmer räumen, Kaffee trinken, Schwimmen im Pool, Besichtigung einer Kaffeeplantage etc. auf dem Prgramm und für mich das Checken des Outlooks im Internet-Cafe sowie eine kurze Aktualisierung der Homepage auf dem Programm. Der Tag verging sehr schnell und um 16:00 h ist die Schwazer OEAV-Gruppe dann wieder abgereist. Wir nutzen die Gelegenheit und fuhren noch mit dem Gruppenbus bis nach Moshi zum Abendessen. Im Anschluss habe auch ich wieder unseren Moti bezogen. Ursprünglich wollten wir schon heute weiterfahren, doch dieser Plan ist aufgrund der üblichen Startprobleme und sonstigen Dingen, die noch zu erledigen sind, ins Wasser gefallen.

DI 11.09.07
Strecke:           Moshi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Ganz relaxt und gemütlich und ohne irgend einen Zeitdruck vergeht der Tag mit Zelt reinigen, Souvenir kaufen, Internet und schwimmen. Irgendwie haben wir jetzt tatsächlich die gröbsten Ziele der Reise erreicht und können jetzt nur noch gemütlich bis Sansibar weiterreisen. Und so sind wir noch eine Nacht in Moshi geblieben.  Zum Abendessen hat uns dann noch der Chef der Agentur besucht.Wir haben zwei schöne Holzskulpturen geschenkt bekommen und ich konnte ein interessantes Gespräch über Investment Changen in Tansania führen. Zu später Stunde und ziemlih müde folgte eine weitere Nacht auf der Hotel Campsiste.

MI 12.09.07
Strecke:           Moshi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Internet aktualisieren, der Versuch, unseren Moti zu reparieren, der Genuss des Hotelpools und eine Panne am Bankomat halten uns noch eine letzte Nacht in Moshi. Beim Gang zum Abendessen wollten wir bei einem internationalen ATM Geld rauslassen, der Bankomat hat den Code problemlos angenommen und auch die Bestätigung für 390 000.– abgehobene Tansania Schilling ist problemlos herausgekommen, nur das Geld ist nicht heraus gekommen. Anstatt dessem erschien am Bildschirm nur noch THE SYSTEM IS DOWN. Hurra, allso dürfen wir morgen Früh noch einmal das Bankoffice aufsuchen. Ein weiters gemüdliches bendessen erfolgt in unserm Stammlokal. Der Rückweg ins hotel erfolgt wieder in stockdunkler Nacht am Rand der Hauptstrasse von Moshi. Im Auto angekommen gönnen wir uns noch eine neu erstandene DVD. Seit wir unterwegs sind, ist es das zweite Mal Fernseh schauen. Aber uns geht es überhaupt nicht ab.

DO 13.09.07
Strecke:           Moshi – Makuyuni
Kilometer: 250 km
Zeit:  5 h
Wieder sind wir früh in Mosi unterwegs. Der erste Weg führt auf die Bank und der Manager erklärt mir, dass der Code auf dem Ausdruck besagt, dass das System down war und kein Geld von unserem Konto abgebucht wird. Im Moment hilft es nichts anderes, als zu glauben was er sagt und die Bankzettel aufbewahren. Ein gemütliches Frühstück mit obligatorischem Internet-Besuch folgt und dann geht es zurück ins otel. Der hoteleigene Unimog steht gerade bereit und wir nutzen die Gelegenheit und lassen uns anziehen. Am Seil startet unser Monster problemlos. Eine letzte Fahrt zur Agentur, sauteures Tanken in Tansania und tatsächlich haben wir es geschafft, wir verlassen Moshi. Die Batterieladung scheint laut Anzeige zu funktionieren und wir kommen gut voran. Gegen 16:00 h finden wir eine Campsite, unweit von der Hauptstrasse, wo wir uns auf eine schöne grüne Wiese parken. Während Anita kocht bastle ich wieder am Auto herum und die Kinder spielen in der Wiese. In der abendlichen Dämmerung kommen sie dann plötzlich ganz aufgeregt retour zum Auto mit den Worten: „Mama, Mama eine riesengrosse Schlange!“ Sina zitterte immer noch, da sie ja nur einen Gürtel aufheben wollte, der dann aber plötzlich zischte und eilig davonkroch. Es gibt hier tatsächlich mehr Schlangen als wir glaubten. Schnell packten wir die Kinder ins Auto, in Zukunft gibt es kein Spielen mehr draussen ab Sonnenuntergang. Es folgte trotzdem eine ganz gemütliche Nacht ohne Albträume.

FR 14.09.07
Strecke:          Makuyuni – Daar es Salaam
Kilometer: 320 km
Zeit:  8 h
Voll motiviert standen wir am Morgen auf. Zur Verbesserung der Sichtverhältnisse habe ich noch die Frontscheiben geputzt. Aber dann – wie sollte es auch anders sein – unser Moti lässt sich nicht starten. Irgendwie kriege ich das Elektroproblem nicht mehr in den Griff. Doch auch die Motivation, den Fehler zu finden, ist nicht mehr wirklich gross, weil wir das Fahrzeug ja höchstens noch 3 – 4 Mal starten müssen, bis er auf das Boot kommt oder er verkauft wird. Der Junior der Agentur in Moshi wollte ihn glatt um US$ 2500.00 kaufen. Wir möchten ihn lieber nach Hause verschiffen, doch wir haben dafür noch kein Angebot erhalten. Nachdem uns auf der Campsite niemand helfen kann oder will (das Personal ist wieder äusserst arrogant und desinteressiert), versuche ich, das Auto etwas anzuschieben, um auf die Hauptstrasse zu kommen. Doch das 1-Personen-Anschieben funktioniert nicht. Anita macht den Vorschlag, dass sie helfen kann, dass Auto bis zur abschüssigen Stelle zu bringen. Das kostet mich nur ein Lachen:“Du kannst es ja probieren, wenn du unbedingt willst, aber es wird sicher nichts nützen!“ 5 Minuten später stand unser Auto auf der Hauptstrasse. Fazit: Man soll Frauen-Power nicht unterschätzen! Eine halbe Stunde Stehzeit und schon finden wir eine freundliche LKW-Fahrer Mannschaft, die uns gerne für 10 Dollar und einen HMS-Karabiner 50 m anzieht. Unser Auto läuft wieder und wie immer wenn es läuft, können wir uns problemlos weiterbewegen. Die Fahrt nach Dar es Salaam verläuft durch ausgeprochen schönes, fruchtbares Land. Auch die von Sina schon gestern gesichteten Tiere begegnen uns häufig auf der Strasse. Wir konnten die ein oder andere tot gefahrene Puffotter am Strassenrand sehen. Am Nachmittag erreichten wir dann Dar es Salaam, wo wir eine Sonderrunde drehten, um unsere Lebensmittel-Vorräte im Supermarkt aufzustocken. Im Anschluss ging es ab zur Fähre, wo wir fast eine Stunde warten mussten auf die 5-minütige Überfahrt über die Hafenbucht. Wieder einmal konnten wir den Motor auf der Überfahrt nicht abstellen, da wir nicht wussten, ob unser Auto wieder anspringt. Es folgen noch knapp 8 km und wir haben es geschafft, wir erreichen das Sunrise Beach Resort am indischen Ozean. Schneeweisser, endlos langer Beach, Kokosnusspalmen, Strohhütten, türkisblaues glasklares Meer, Sonnenschein und fast keine Touristen…..das Paradies. Eine erstklassige und saubere Anlage mit abgegrenztem Nobelbereich und wir können als Camper für wenig Geld alles mitbenutzen. Wir haben noch gar nicht richtig geparkt, verschwinden unsere Kinder schon mit dem Sandspielzeug am Strand. 20 m Abstand vom Meer, Palmen und ein Sonnenstrohdach, das ist genau der richtige Parkplatz für uns. Im Moment sind wir uns gar nicht sicher, ob wir überhaupt noch nach Sansibar weiter wollen, denn besser kann es gar nicht mehr werden.

SA 15.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:   h
Faulenzen, liegen, essen, spielen, schwimmen, lesen und sonst noch ein paar nette Dinge…….

SO 16.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Faulenzen, liegen, essen, spielen, schwimmen, lesen und sonst noch ein paar nette Dinge…… Unglaublich aber wahr, es stimmt tatsächlich, was im Reiseführer steht. Alles was nicht angebunden ist, wird gestohlen. Sogar die beiden Sandschaufeln unserer Kindern, die während des Mittagessens bei der Sandburg liegen geblieben sind, waren nach einer Stunde verschwunden, obwohl wir nur ein paar Meter weiter hinten sassen.

MO 17.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Die Sonne geht um 7 Uhr auf und scheind uns direkt ins Auto auf den Bauch, man hört nichts ausser das rauschen der Wellen, gleich gefolgt vom zappeln unserer zwei Kinderlein. Ein weiterer Tag Sonne, Strand und Meer warten auf uns. och vorher geht es ab in die Stadt. Da wir es ja nun wieder einmal geschaft haben unser Tagebuch zu aktualisieren wollen wir das auch online stellen. Auch unsere Essensvorräte müssen noch einmal aufgestockt werden da wir länger als geplant dableiben werden. Also auf ins gedümmel Fischmarkt, Tourimarkt, Internet…….. Die naechsten News gibts in Kürze.

DI 18.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nachdem die Sonne aufgegangen ist und unsere Kinder zu zappeln beginnen, bauen wir das Mückennetz ab und geniessen die ersten Sonnenstrahlen beim Frühstück am Strand. Um das Frühstück noch etwas mehr aufzuwerten, klauen wir uns eine Kokosnuss von der nächst gelegenen Palme. Spielen, Fotografieren und Spielen am Strand sowie erste Pläne und Arbeiten für unsere Ankunft zu Hause gestalten mehr oder weniger unseren Tagesablauf. Zum ersten Mal seit unserer Reise haben wir tatsächlich auch Zeit, dass zumindest einer von uns ein Buch lesen kann. Die letzten Vorräte aus dem Auto werden verkocht und so gibt es tatsächlich am heissen Beach Kaiserschmarrn mit Ananaskompott. Der Strand ist absolut menschenleer und genial zum Ausspannen und Erholen, wir geniessen es in vollen Zügen.

MI 19.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Wieder kitzeln uns die ersten Sonnenstrahlen und eine leichte Brise vom Meer wach. Eigentlich sollte ich ja wieder in die Stadt gehen, um den Verbleib unseres Motis abzuklären, bzw. weitere Versuche zu starten, das Tagebuch zu aktualisieren. Doch das schöne Wetter und die Ruhe am Strand halten uns davon ab, in den städtlichen Rummel von Dar es Salaam einzutauchen. Anita geht wider Willens mit Sina auf die nahe gelegene Dorfstrasse und versucht, frische Früchte und Gemüse zu finden. Ein kleiner Verkaufsstand ist schnell gefunden und die Preise stimmen einigermassen. Die Frau ist sogar ungewöhnlich freundlich und gibt uns die ganze Staude Bananen mit, obwohl das Geld nicht ganz ausreicht. Hier werden wir bestimmt wieder einkaufen! Mit Taschen voll von Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Bananen und Paprika treten wir den Rückweg an. Dieser Einkauf ist erstaunlich gut verlaufen. Silas hat in der Zwischenzeit geschlafen und als wir zum Auto zurückkehrten, lag Papa neben ihm und beide schnarchten zufrieden vor sich hin. Endlich kein Sackerlfutter mehr! Heute gibt es zum Abendessen wieder einmal Hoas-Gsottne mit frischem Gemüse und Käse. Gemütliches Herumhängen am einsamen Strand unter sternenklarem Himmel beenden einen wunderschönen Tag am Strand.

DO 20.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Da uns das Brot und der Kuchen für unser all morgentliches Frühstück nun ausgegangen ist und ich mich nun doch endlich darum kümmern sollte, was mit unserem Moti geschieht, muss ich wohl oder übel wieder in die Stadt. Aufgrund des herrlichen Wetters und des mega-geilen Strandes sind wir inzwischen gar nicht mehr so motiviert, diesen Platz zu verlassen und nach Sansibar zu gehen. Doch wie so oft auf Reisen, ist man an einem Ort und es gibt Dinge, die man einfach gesehen haben muss. Auch für unsere Fahrt nach Sansibar sollten wir schon langsam Informationen sammeln. Doch mein Tag in der Stadt ging mehr oder weniger komplett mit der Suche nach einem Frächter drauf. Stundenlanges Taxifahren bei 35 ° Hitze und mit einem Taxifahrer, der nicht wirklich gut englisch konnte und allem Anschein nach auch nicht wirklich wusste, wo die von uns herausgefundenen Büros liegen. Zu guter Letzt haben wir dann doch noch ein Danzas Büro gefunden, wo ich bei einer netten Dame alle Details zum Rücktransport abgegeben habe. Wie sich später herausstellte, war auch dieser Aufwand für die Fische, denn wir haben nie mehr wieder etwas von Danzas gehört. Die Zeit, die übrig blieb, nutzte ich noch, um frisches Brot von einem französischen Bäcker zu kaufen und natürlich verbrachte ich wieder die eine oder andere Stunde im Internet – mehr oder weniger erfolglos. Nach einer gemütlichen Fähre über die Hafenbucht ging es mit dem Sammelbus zurück zum Beach, wo ich noch die letzten Abendsonnenstrahlen mit Anita und den Kindern geniessen konnte. Zum Glück sind sie heute am Strand geblieben. Als besonderes Special haben wir uns zum Ausklang des heutigen Tages von der superguten indischen Küche des Sunrise Beach Resorts verwöhnen lassen. Es ist schon super, wenn man mit dem Auto direkt am Meer steht, ganz alleine ist, ein paar Palmen herumstehen und man das Abendessen mit Cocktail von einem erstklassigen Restaurant servieren lassen kann.

FR 21.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nach einem Tag Stadt folgte wieder ein Tag am Strand. Herrlich!

SA 22.09.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Da wir ja unbedingt nach Sansibar wollen, haben wir uns nach einem schon fast zur Gewohnheit gewordenen Frühstück am Strand alle gemeinsam auf den Weg in die Stadt gemacht. Das Treiben am Fährhafen ist immer wieder lustig zu beobachten und da wir inzwischen auch die Preise mehr oder weniger kennen, schlagen wir das ein oder andere Mal zu und geniessen ein paar frisch geröstete Nüssen. Die Fähre ist vollgestopft wie immer und wir erreichen schon recht zeitig die Stadt. Unser erster Gang war zum Fischmarkt, bewaffnet mit Fotoapparat und Videokamera. Die Atmosphäre und die Vielfalt der Fische, die man dort kaufen kann, sind unbeschreiblich…..und auch der Gestank! Danach machten wir uns auf ins Internet. Wir haben einen Platz gefunden mit Fastfood, Internet, Souvenirs und hurra einer Hupfburg. Der ideale Platz, damit die Kinder während der endlosen Warterei beschäftigt sind. Nach einer schnellen Pizza haben wir noch Geld besorgt und unsere Fahrkarten für die Überfahrt nach Sansibar. Am frühen Nachmittag waren wir wieder zurück am Strand, wo wir unsere 7 Sachen für eine Woche Sansibar zusammenpacken. Leider bleibt es wieder einmal nicht bei den 7 Sachen und so liegen ein Seesack, ein Rucksack und ein kleiner Kinderrucksack mit Spielsachen für den morgigen Abtransport bereit. Wir dürfen unseren Moti direkt am Strand stehen lassen und er wird von einem der zahlreichen Wächter speziell bewacht. Ein vorläufig letzter gemütlicher Abend am Sunrise Beach folgt.

SO 23.09.07
Strecke:           Dar es Salaam – Sansibar Stone Town
Kilometer: Überfahrt mit dem Boot
Zeit:  3 h
Wieder einmal muss eine frische Kokosnuss zum Frühstück her. Die Sachen werden noch einmal hin und her gepackt und es bleibt sogar noch Zeit, um noch einmal ins Meer zu springen. Dann geht’s los und im Handumdrehen wird uns bewusst, wie bequem es wir trotz allem mit unserem Moti hatten. Einen 25 kg schweren Seesack auf den Schultern, zwei Kindern zum Hüten und ein weiterer schwerer Rucksack auf Anitas Rücken bei ca. 40 ° Hitze ist nicht das, was verwöhnte Selbstfahrer-Touristen gewohnt sind. Wir quetschen uns mit unserem Gepäck und den Kindern in einen heillos überfüllten Dalla-Dalla. Für alle, die nicht wissen, was ein Dalla-Dalla ist, hier eine kurze Umschreibung. Es handelt sich um einen 9-Sitzer Toyota-Bus, der in der Regel mit 20 Personen vollgestopft wird und dann mit kaputten Stossdämpfern Vollgas über eine Strasse mit zahlreichen Schlaglöchern durch die Gegend fährt. Es folgt eine Bootsüberfahrt über die Hafenbucht wie schon gewohnt in einem nicht weniger vollgestopften Boot und dann noch 1 km Marsch bis zur Ablegestelle der Sansibar-Fähre. Ein Taxi wäre ja Luxus gewesen! Obwohl wir, wie für uns eigentlich nicht üblich, schon eine Stunde vor Abfahrt beim Boot waren, haben wir es gerade noch geschafft, die letzten Sitzplätze zu ergattern. Die Überfahrt verlief problemlos und mir wurde es nicht einmal richtig schlecht. Nach den Grenzformalitäten im Hafen von Sansibar, die auf einem internationalen Flughafen nicht schlimmer ausfallen könnten, begaben wir uns durch die Hafentore in eine Unmenge von Menschen, die mehr oder weniger alle Hotelguides, Tourguides oder Taxifahrer waren. Es ist sogar für uns unmöglich, den Hafen ohne Guide zu verlassen. Wir niesten uns im Kids Play Hotel ein. Bald stellen wir aber fest, dass das Hotel absolut nichts mit seinem Namen zu tun hatte. Das ganze war eine grosse Täuschung und wir endeten in einem islamisch geführten Hotel mit Zimmern ohne Fenster, ohne funktionierender Klimaanlage und kalter Dusche. Letzteres ist jedoch bei den Temperaturen vor Ort nicht weiters schlimm. Aufgrund des Ramadan gibt es allerdings in unserem Hotel kein Früstück. Später haben wir dann festgestellt, dass es in der ganzen Stadt kein Frühstück gibt, weil nämlich Ramadan. Bei unserem ersten Rundgang durch die Stadt auf der Suche nach dem abentlichen Fischmarkt, war es uns nicht einmal möglich, in einem Geschäft etwas zu trinken zu kaufen. „Es ist Ramadan und solange die Sonne noch nicht untergegangen ist, verkaufen wir nichts!“ Super! Die vielen engen und verwinkelten Gassen sind wie ein Labyrinth und es passiert unglaublich schnell und man hat sich total verirrt. Nach langem Umherirren haben wir es dann tatsächlich geschafft und sind in der Dunkelheit beim Fisch-Fressalien-Markt angekommen. Von Tintenfisch bis Thunfisch über Krebs, Langusten, Shrimps und unaufzählbaren vielen anderen Fischsorten, gibt es alles, was der Schlemmer wünscht. Als Beilagen kann man währen von Reis über Kartoffeln bis Gemüseleibchen und sogar Pommes für die Kids sind zu haben. Die ganzen Meeresgetiere werden auf grossen Tischen ausgebreitet, man kann sich einen bunten Mix aus allem zusammenstellen und dann wird alles frisch gegrillt. Zum Essen darf man allerdings nicht sehr zimperlich sein. Man sitzt rund um einen schmuddeligen, um nicht zu sagen grausigen Tisch bei Dunkelheit und weiss nicht wirklich genau, was man gerade zu sich nimmt. Aber es schmeckt ohne Ausnahme alles hervorragend und wir geniessen dazu einen frisch gepressten Zuckerrohrsaft. Wenn man nach dem Essen noch die restlichen Stände besichtigt, gelangt man irgendwann auch noch zur passenden Nachspeise: frische Früchte und Kokosmilch. Unheimlich überfressen rollen wir dann schlussendlich durch den Irrgarten der vielen Gassen mehr oder weniger erfolgreich zurück ins Hotel.

MO 24.09.07
Strecke:           Sansibar Stone Town
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute beginnt der Tag mit der Suche nach einem Frühstück. Es ist unglaublich aber wahr, nach 2 h haben wir die Suche nach einem Lokal mit Frühstücksangebot aufgegeben. Durch Zufall konnten wir versteckt in einer Gasse einen Bäcker finden, der zwar offiziell auch geschlossen hat, aber Anita schaffte es dann, ein paar Schoko-Croissants für uns zu organisieren. Weiterhin besuchten wir zahlreiche Souvenir-Shops, die Burgruine von Stone Town, organisierten ein Mietauto für die nächsten Tage sowie Kartenmaterial, damit wir uns auf der Insel zurechtfinden. Der ein oder andere Cafe in einem Touri-Lokal sowie sonstige kleine Imbisse waren an der Tagesordnung. Am Abend zieht es uns wieder zum Fischmarkt, wo wir dieses Mal nicht nur wieder herrlich gegessen haben, sondern auch das eine oder andere Souvenir an den Massai-Ständchen gekauft haben. Obwohl wir keinen Alkohol getrunken haben, ist es immer noch nicht möglich, den Rückweg ins Hotel auf Anhieb zu finden. Aber zumindest haben wir uns heute Abend nur noch 1x verlaufen.

DI 25.09.07
Strecke:           Sansibar Stone Town – Kizimkazi Beach
Kilometer: 50 km
Zeit:  2 1/2 h
Am nächsten Morgen führt uns der erste Weg zum Markt, wo wir fleissig fotografieren. Sogar frisches Brot finden wir allerdings in der Öffentlichkeit nur heimlich aus dem Sack essen können. Silas hielt ein kleines Stück Brot in der Hand und prompt werden wir darauf hingewiesen, dass Ramadan ist und in der Öffentlichkeit weder getrunken noch gegessen werden darf. Höflich haben wir den Muselmann ignoriert und Silas hat weitergefuttert. Der morgentliche Weg durch die leeren Gassen zum Autovermieter gibt unzählige Möglichkeiten für Aufnahmen von wunderschönen alten Holztoren. Am Vortag haben wir einen Suzuki-Jeep für 4 Tage um Euro 140.– aushandeln können. Wir waren sehr erfreut, dass alles so gut geklappt hat und wir bald wieder einen fahrbaren Untersatz hatten. Doch die Abwicklung, dass wir dann wirklich im Auto sassen und losfahren konnten, hat wieder die üblichen afrikanischen 3 Stunden benötigt. Der Suzuki stand zwar wie abgemacht um 9:00 h schon bereit, doch die nötigen Formulare, damit wir das Auto fahren dürfen, waren nicht da. Am Anfang haben wir nicht wirklich realisiert was los ist, denn wir mussten mit einem Fahrer irgendwohin fahren. Wir wussten weder warum noch wohin. Es hat sich dann herausgestellt, dass eine Unterschrift vom Autobesitzer fehlt. Da wir aber um 10:00 h aus dem Hotel auschecken und wir bis zum Autobesitzer ca. 20 km aus der Stadt gefahren sind, ist der ganze Zeitablauf wieder einmal ausser Kontrolle geraten. Um 5 vor 10 waren wir dann wieder bei der Agentur – natürlich ohne die benötigte Unterschrift. Ich war schon wieder soweit dass ich Sansibar mit Ramadan und Autovermietung hinter mir lassen wollte und das nächste Boot zurück zum Sunrise Beach nehmen will. Irgendwie hat es Anita dann wieder geschafft, dass ich zum Hotel sause, auschecke und mit dem Gepäck zu Fuss zur Agentur komme. Und weil wir ja inzwischen nach Souvenirkäufen nur 30 kg Gepäck haben, ist es ja überhaupt kein Problem, mit einem schweren Seesack auf dem Kopf wie die Einheimischen durch die Gassen zu irren. Nachdem ich es geschafft habe, ohne Aufpreis auszuchecken und das Gepäck auf dem Kopf kreuz und quer durch Stone Town bis zum Autovermieter zu tragen, ist es dann tatsächlich soweit, dass alle nötigen Papier vorlagen und wir uns ins Auto setzen können. Leicht verschwitzt und verdreckt machen wir uns dann gegen Mittag auf den Weg und können Stone Town Richtung Süden verlassen. Es ist für uns ganz ungewohnt, wie schnell man mit einem gut funktionierenden Auto von A nach B kommt. So erreichen wir schon um 15:00 h die Dolphins Bay, genauer gesagt den Kizimkazi Beach, ganz im Süden Sansibars. Die Fahrt dahin verlief absolut problemlos, doch das Finden eines Hotels war wieder nicht so ganz einfach. Das teuerste war für 450 US Dollar pro Person und Nacht zu haben und die günstigeren lagen bei 250. Wir haben so ziemlich alle Resorts und Hotels in der Gegend abgeklappert und wissen nun bestens Bescheid, wo man sich zum Relaxen niederlassen könnte. Da wir es nun wirklich nicht gewohnt sind, in solchen Luxus-Schuppen abzusteigen haben wir uns schlussendlich direkt am Beach in einem kleinen alten Haus niedergelassen – 20 Dollar für alle zusammen. Die Unterkunft liess natürlich zu wünschen übrig, aber der Platz war grandios. Nach einem Spaziergang am Meer und Muscheln suchen, gab es dann zur Feier des Tages (mein Geburtstag) und zur Abwechslung frischen gegrillten Fisch, der wieder hervorragend geschmeckt hat. Ausgiebige Sonnenuntergang-Fotos und eine nächtliche Wanderung bei Vollmond über den endlos weissen Strand beendeten diesen Tag.

MI 26.09.07
Strecke:           Kizimkazi Beach – Michamvi Ras Cape
Kilometer: 45 km
Zeit:  3 h
Schon um 6:00 h morgens wateten wir knietief zu den Fischerbooten, um möglichst früh, bzw. als erste auf Delphinsuche zu gehen. Nach einer halben Stunde Fahrt haben wir dann tatsächlich die ersten Delphine vor dem Bug unseres Bootes gesehen. Anita und Sina haben die Gelegenheit genutzt und sind mit den Delphinen geschwommen. Schwimmen im offenen Meer mit riesengrossen Delfinen hat bestimmt seinen Reiz, doch Sina hat es nicht lange im Wasser gefallen. Der Seegang und die nicht gerade optimal passende Schnorchelausrüstung sowie weit und breit keinen festen Grund unter den Füssen, waren nicht gerade das richtige für ein 5-jähriges Kind. Aber Anita ist trotz meine motivierenden Fragen: Wie man den hier nun einen Delphin von einem Hai unterscheiden kann“ mutig mit den Delphinen geschwommen. Irgendwie glaube ich aber trotz allem, dass Silas und ich auf dem Boot mehr gesehen haben als die beiden im Wasser. Wir sind zwar trocken geblieben, dafür können wir jetzt aber nicht damit angeben, mit den Delphinen geschwommen zu sein. Auf unserer Rückfahrt können wir dann noch einige Fischerboote beobachten. Es folgt ein Frühstück am Strand und schon haben wir unsere erste Lagerstätte hinter uns gelassen. Auf unserer Weiterfahrt schauen wir uns viele Hotelanlagen und Sandstrände an und wir erreichen schon zu Mittag den Michamvi Beach, wo wir dann wider erwarten, hängen bleiben. Eine ursprüngliche kurze Pause mit Spaziergang am schneeweissen Mehlsandstrand endet mit Mittagessen – natürlich frischer Fisch – und der Nachmittag vergeht mit Sonnenbad und Schwimmen. Wenn nicht gerade Ebbe ist, ist es an diesem Platz wie im Paradies. Zahlreiche Fotos in einer fast kitschigen Abendstimmung und ein weiteres gemütliches Abendessen direkt am Meer folgen. Die Unterkunft war zwar ordentlich und sauber. Doch trotz allem folgte eine mehr oder weniger schlaflose Nacht, weil wir fast ununterbrochen mit der Flugwildjagd beschäftigt waren – Mücken ohne Ende.

DO 27.09.07
Strecke:           Michamvi Ras Cape – Matemwe Beach
Kilometer: 100 km
Zeit:  4 h
Am nächsten Tag haben wir dieses Mückenparadies frühzeitig ohne Frühstück verlassen. Wir möchten früh am morgen im Jozani-Forest ankommen. Dieser Mini-Dschungel ist bekannt für die Red Kolobus Affen. Doch nach 2 Stunden Dschungelforschen mussen wir feststellen, dass ausser uns Affen nicht wirklich viel los war in diesem Wald. Nichts desto trotz wollen wir erwähnen, dass wir die Affen sehr wohl gesehen haben, wenn auch nur auf grosser Entfernung. Im Anschluss geht es weiter mit der Insel-Ralley, wir bzw. ich geniesse in vollen Zügen wie es sein kann, wenn man mit Vollgas über Sandpisten düsen kann. Gegen Mittag erreichen wir schon wieder einen schönen Platz am Strand, allerdings haben wir wieder einmal das übliche Hotelproblem. Inzwischen sind wir allerdings soweit, dass wir uns ein Luxushotel mit Luxuspreis gönnen wollen, doch Überraschung, das von uns gewählte Resort ist doch tatsächlich ausgebucht. So ein Glück! Später müssen wir feststellen, dass das kleine italienische Hotel etwas weiter am Strand die viel viel viel bessere Wahl war. Wir haben einen kleinen sauberen Bungalow bezogen und konnten wir einmal einen Nachmittag am Strand geniessen. Wobei man feststellen muss, dass Sansibar für Strandurlauber nicht wirklich das Gelbe vom Ei ist. Entweder man hat Ebbe und 5 km Fussmarsch bis zum Wasser und wenn dann die Flut kommt, geht das Ganze recht schnell und es ist gar nichts mehr vom Strand übrig, sogar die Liegen stehen im Wasser. Und das ist nicht nur an diesem Strand so, sondern in ganz Sansibar so. An die gemütlichen Abendessen am Strand könnte man sich wirklich gewöhnen.

FR 28.09.07
Strecke:           Matemwe Beach – Mnarani Beach Ras Nungwi
Kilometer: 35 km
Zeit:  1 1/2 h
Zum ersten Mal auf Sanisbar schaffen wir es, wirklich ausgezeichnet zu frühstücken. Danach machen wir uns auf den Weg ganz in den Norden hinauf – nach Ras Nungwi. Auf dem Weg dahin haben wir es tatsächlich geschafft, in eine Polizeikontrolle zu geraden. Da ich meinen internationalen Führerschein im Moti liegen lassen haben, wurde eine beschränkte Fahrlizenz auf Anita ausgestellt, denn sie hatte zum Glück ihren Führerschein mit. Der Gandarm forderte mich höflich auf, den Führerschein zu zeigen. Silas sitzt bei Anita auf dem Beifahrersitz auf dem Schoss und Sina kramt uns aus dem Gepäck das Papier mit der Fahrgenehmigung heraus. Der Polizist studiert genauestens, was auf dem Papier geschrieben ist und fragt mich: „Your are Mister Anita? Ich sage natürlich:“Yes“. „You are from Germany?“ Ich erkläre ihm natürlich, dass wir aus Österreich sind. Da will er wissen, ob es in Österreich erlaubt ist, ohne Sicherheitsgurt zu fahren und mit einem Kind auf dem Beifahrersitz zu sitzen. Irgendwie ist die ganze Situation schon etwas komisch, wenn man dann ein paar Minuten später an einem Motorrad mit 2 Erwachsenen und 2 Kindern vorbeifährt. Aber nichts desto trotz, wir werden ausführlich belehrt und Anita muss mit den Kinder auf die Rückbank. Wenn auch nur für die nächsten 3 km. Gegen Mittag erreichen wir Ras Nugwi. Und es stimmt tatsächlich, was im Führer geschrieben stand, hier sind die meisten Sansibar-Strandtouristen zu finden. Irgendwie unsympathisch! Aber ganz extrem witzig wird es erst, als Anita versucht, am Strassenrand Bananen zu kaufen. Irgendwie ist es hier wie üblich in Afrika auch nicht anders als in Kenia, Tansania oder Ethiopien. Man verkauft den Touristen für blöd und will nur abzocken. Anita hat schon einen Ast Bananen in der Hand und will den üblichen Dollar für 10 Bananen zahlen. Doch der Junge, der das Obst verkauft, will Anita weismachen, dass eine Banane einen Dollar kostet. Daraufhin legt Anita die Bananen lachen hin und wir fahren ohne Bananen weiter. Auch der Versuch eines Einkaufes in einem Geschäft war nur erschwert möglich, da der einzige Angestellte oder Besitzer mehr schlafend als arbeitend auf einem Sessel hinter der Theke kauerte. Es folgen wie schon üblich mehrere Besichtigungen von Hotels bis wir dann am frühen Nachmittag auf der Hotelanlage eines Österreichers endeten. Wir können wieder den wirklich wunderbaren Strand geniessen und weil Ebbe war, hatten wir auch genug Zeit, Muscheln zu sammeln. Zum Abendessen verwöhnte uns ein französischer Haubenkoch mit einem ausgezeichneten Menü. Ausser uns gab es im Hotel nur ein deutsches und ein Schweizer Paar. Aufgrund unserer Kinder konnten wir uns nicht vollständig tarnen.

SA 29.09.07
Strecke:           Mnarani Beach Ras Nungwi – Stone Town
Kilometer: 65 km
Zeit:  4 h
Schon gehen die 4 Tage Automieten dem Ende zu und die letzte Etappe nach Stone Town beginnt. Nach einem super Frühstück machen wir uns auf den Weg und wollen die Gelegenheit nutzen, um eine auf dem Weg gelegene Gewürzfarm besuchen. Wie sich aber herausstellt, ist auch das – wie soll es anders sein – mehr oder weniger nur eine Touristenabzocke. In der Zwischenzeit kosten uns aber solche Vorfälle wirklich nur noch ein Lachen und als der Junge am Eingang zur Farm für eine halbe Stunde 30 Dollar will, steigen wir gelassen in unser Auto ein und kehren ohne Gewürztour zurück nach Stone Town. Eigentlich wollten wir uns zum Abschluss unserer Insel-Ralley ein gutes Hotel mit Swimming Pool Stone Town leisten. Doch wir haben es versäumt, zu reservieren und da Wochenende ist, sind alle guten Häuser ausgebucht. So enden wir wieder in einer ziemlich miesen Absteige im Hostel St. Monica, das vor langer Zeit der Sklavenmarkt in Sanisbar war. Der Rest des Tages geht wieder mit Souvenir schauen und dem obligatorischen Abendessen am Fischmarkt vorüber.

SO 30.09.07
Strecke:           Stone Town – Dar es Salaam
Kilometer: Bootsfahrt
Zeit:  2 h
Der letzte in Stone Town begann zwar mit Frühstück, doch das Frühstück in der St. Monica Kirche muss man nicht unbedingt gesehen haben. Nachdem wir unser Gepäck beim Fährunternehmen im Hafen abgegeben haben, machten wir noch einen Ausflug zur Prison Island. Eine private Insel, die ca. 5 km vor Sansibar liegt. Dieses wunderschöne Resort wird fast zur Gänze von einer Hotelanlage genutzt. Neben einem wunderschönen Strand ist die Hauptattraktion ein Gehege mit Seyschellen Riesenschildkröten. Sina ist ganz begeistert von den Riesen, Silas hingegen ist sehr zurückhaltend, um nicht zu sagen ängstlich. Aber ist ja auch nicht wirklich verwunderlich, wenn die ein oder andere Schildkröte viel grösser ist als er. Nach dem Besuch bei den Schildkröten geht es noch einmal ab aufs Meer zum Schnorchel. Dieses Mal bleibt Anita bei Silas im Boot. Und da wir fast keinen Seegang haben, schaffen es Sina und ich, im Korallengarten zu schnorcheln. Abgesehen von den vielen Quallen ist dieser Schnorchlerei ganz nett. Dieses Mal war Sina kaum mehr aus dem Wasser zu bringen. Nach unserer Rückkehr in Stone Town bleibt uns noch genügend Zeit für ein Mittagessen in der Livingston Bar. Im Nachhinein muss ich sagen,dass es für mich vielleicht besser gewesen wäre, dieses Mittagessen auszulassen. Die Zollformalitäten beim Verlassen von Sansibar sind wieder einmal übergenau und ich muss sogar unsere Taschen öffnen. Dann ging es ab auf das Schnellboot nach Dar es Salaam. Wieder einmal muss ich auf dieser Bootsfahrt alle meine Sünden abbüssen, bzw. habe ich das Gefühl, für alle kommenden Sünden in den nächsten 5 Jahren vorausgebüsst zu haben. Anita und die Kinder haben keine Probleme, doch ich bin nach der Ankunft in Dar es Salaam für eine Stunde ko. Es ist für mich nicht möglich, aus der Liegeposition, die ich auf einer Bank eingenommen habe, aufzustehen und zu gehen. Als Anita mit dem ganzen Gepäck mit den Kindern vom Boot kommt und mich auf der Bank liegen sieht, kann sie sich das Lachen nicht verbeissen. Und alles was sie zu meiner halbtoten Situation sagt, ist: „Ich habe immer geglaubt, das gibt es nur im Film oder in Büchern, wenn Menschen vor lauter Übelkeit ganz grün im Gesicht sind.“ Nach einer Stunde haben wir es dann doch noch geschafft und konnten das Hafengelände verlassen. Anita ist mit den Kindern und mit dem Gepäck mit dem Taxi zum Fährhafen gefahren und hat dort im ganzen Getümmel auf mich gewartet während ich den Weg zu Fuss zurücklege. Aufgrund meiner Seekrankheit hätte ich dem Taxifahrer wahrscheinlich ins Auto gekotzt. Es folgt dann nur noch die 5-minütige Überfahrt über die Hafenbucht, die zum Glück schnell vorbei war und eine Taxifahrt zurück zum Moti. Hurra, endlich wieder zu Hause!

MO 01.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Diesen Tag haben wir in vollen Zügen genossen, die Kinder toben am Strand und im Meer und wir haben einfach nur die Ruhe genossen. Während unserer Abwesenheit haben wir neue Nachbarn bekommen, ein älteres französisches Paar, das nicht weiters stören. Lesen, relaxen, futtern und sonst gar nichts.

DI 02.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Da die Zeit nun langsam knapp wird, müssen wir endlich eine Lösung für unseren Moti finden. Da ich von Danzas nichts mehr gehört habe, bleibt mir nichts anderes übrig, als wieder einmal nach Dar zu fahren, um Maersk, eine Sea Chargo Company, aufzusuchen. Das Büro in Hafennähe war bald gefunden und der Typ, der die Daten aufnahm, hat mir erklärt, dass ich am Donnerstag ein Angebot abholen kann. Neben Internet und Einkäufen, um unsere Futtervorräte aufzustocken, habe ich mich an dem Tag nicht länger in der Stadt aufgehalten und war gegen 16:00 h wieder zurück am Strand. Schwimmen, Filmen, Fotografieren und ein Abendessen unter Sternenhimmel folgt.

MI 03.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Heute gab es wieder ein Frühstück mit frischer Kokosnuss. Dieses Mal hat Sina die Nuss besorgt. Im Anschluss habe ich versucht, das Elektroproblem von Moti zu reparieren und alle möglichen Überbrückungen ausprobiert – wie sich am Abend herausstellte leider ohne Erfolg. Der Strand ist wie immer menschenleer und wir geniessen die Ruhe, die Sonne und das Meer. Zum Abendessen lassen wir uns zur Abwechslung wieder einmal mit indischen Speisen verwöhnen.

DO 04.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nach dem Frühstück gehen wir wieder einmal alle gemeinsam in die Stadt. Bus- und Bootsfahrt verlaufen inzwischen schon routinemässig und problemlos, doch der Kauf eines Eises für unsere Kinder im Internet Cafe wird für mich dann schon wieder etwas komplizierter. Obwohl der Manager des Lokals selber bedient, stehe ich wieder einmal wie bestellt und nicht abgeholt an der Theke. Ein Einheimischer nach dem anderen wird bedient, bis es mir dann irgendwann zu bunt wird und wir das Lokal ohne Eis verlassen. Da war es wieder, mein Problem, als Weisser in der Heimat der Schwarzen. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie werde ich den Eindruck nicht los, dass es auf der ganzen Welt Rassisten gibt. Wir machten uns auf den Weg zum Maersk Büro, wo ich feststellen muss, dass mein Angebot immer noch nicht vorhanden ist. Der zuständige Typ ist nicht aufzufinden und ein anderer junger Herr hat sich um mein Anliegen gekümmert. Das hat zur Folge, dass ich am nächsten Tag wieder in die Stadt muss. Nach Einkauf und Internet erreichen wir erst gegen Abend wieder unseren Moti.

FR 05.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nachdem uns wieder das wie schon zur Gewohnheit gewordene Meeresrauschen aufweckt, gib es ein Frühstück mit Kokosnuss und im Anschluss hiess es wieder einmal ab in die Stadt für mich. Marsk kostet mich noch einen Tag mehr Zeit, bis ich schlussendlich tatsächlich ein Angebot erhalten habe, das uns den Heimtransport für unseren Moti einen Heimtransport für US$ ermöglicht. Bezüglich Logistik muss allerdings noch einiges abgeklärt werden. Positiv gestimmt wegen des guten Angebotes machte ich mich zurück auf den Weg zum Campingplatz. Auf dem Rückweg besorgte ich noch etwas Brot beim Franzosen und am Fischmarkt frische Kingsprawns fürs Abendessen. Es folgte ein gemütlicher Abend mit ausgezeichnetem frischen Seafood. Ausser dem herrlichem Strandplatz am Meer, traumhaftem Wetter und der schönen Campinganlage haben unsere Kinder noch einen indischen Freund dazugewonnen. Francis, der Manager der Clubanlage und des Campingplatzes kommt mehrmals täglich bei uns vorbei und verwöhnt unsere Kids oder nimmt sie mit sich mit zum Cola trinken. (Trotzdem Silas beim ersten Treffen mit Francis sein grosses Geschäft auf seinem Arm verrichtet hat – und das ohne Windel!)

SA 06.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Sonne, Strand und Meer und die ersten Versuche, unser Reisegepäck in den Griff zu kriegen.

SO 07.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Sonne, Strand und Meer und wir haben es tatsächlich geschafft, unser Reisegepäck in den Griff zu kriegen. Viele Sachen haben wir verschenkt sowohl an das Personal vom Campingplatz als auch an unsere französischen Nachbarn. Dafür wurden wir am Abend von den Franzosen zum Krabben essen eingeladen.

MO 08.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nach dem üblichen Strandfrühstück musste ich nun noch einmal zu Marsk, um die letzten Details für den Abtransport unseres Autos abzuklären. Als ich wieder mehrere Stunden bei Maersk verbrachte, stellte sich dann heraus, dass das Angebot nur die Frachtkosten enthält und kein Handling dabei ist. D.h. alles in allem hätten wir dann mehr als € 5000.– für den kompletten Transport zu zahlen. Damit sind wir kurz vor unserem Heimflug wieder an dem Punkt, an dem wir wieder nicht wissen, wie es mit unserem Auto weitergehen soll. Nichts desto trotz geniessen wir wieder ein vorzügliches Abendessen mit frischem Fisch vom Markt. Wir entschliessen uns, unser Auto auf dem Landweg zurück bis Nairobi zu bringen und es da auf einem uns bereits bekannten Campingplatz einzustellen. Beim

DI 09.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nach dem Frühstück versuche ich, wieder einmal, die elektrische Anlage unseres Autos in Gang zu bringen. Leider erfolglos. Das veranlasst uns, die Karte noch einmal genauer zu studieren, damit wir auch sicher gehen können, dass wir mit der ein oder anderen Panne trotzdem reichtzeitig Nairobi erreichen. Doch als wir die Karte so lesen, fällt uns auf, dass es vom jetzigen Standpunkt bis nach Pakistan oder den Iran auch nicht sonderlich weit ist und somit haben wir schon wieder neue Reisepläne und das Problem mit dem Auto hat sich blitzartig erledigt. Moti muss nicht mehr verschifft werden und wir werden ihn nächstes Jahr wieder nutzen. Das elektrische Problem ist aber trotzdem noch nicht gelöst. Wir verbringen den Tag am Strand und lassen uns am Abend wieder von der hervorragenden Küche des Hotels verwöhnen.

MI 10.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Nachdem wir unser letztes Frühstück am Meer genossen haben, bringen uns die Arbeiter des Campingplatzes unsere Batterie zurück, die wir über Nacht laden lassen haben. Nach dem Einbau der Batterie versuchen wir dann mehr als eine halbe Stunde das Fahrzeug zu starten…..und dann war die Batterie wieder leer. Irgendwie will unser Auto hier nicht mehr weg. In Anbetracht dessen, dass nicht nur die Batterie im Arsch ist, sondern auch beide Federungen der Hinterachse, kam uns dann die Idee, dass wir das Auto evtl. doch besser hier am Campingplatz lassen sollen und mit einem öffentlichen Bus zurück nach Nairobi fahren. Das war mit Francis schnell abgeklärt und für € 250.– darf unser Moti bleiben. Wieder eine neue Situation, wieder ein neuer Weg in die Stadt und abchecken, ob wir vielleicht die Flüge umbuchen können – Rückflug direkt von Dar es Salaam und nicht von Nairobi. Doch das hat sich schnell erledigt. Da wir etwas spät dran sind und wie eh schon bekannt Ramadan-Zeit, war das Büro bereits um 15:00 h geschlossen und wir bekommen keine Auskunft mehr. Da wir am nächsten Tag – unser letzter am Meer – nicht noch einmal in die Stadt fahren wollen, haben wir uns kurzerhand Bustickets nach Nairobi besorgt. Das läuft zum Glück völlig problemlos ab. Auf dem Rückweg haben wir uns dann noch „frischen“ Thunfisch auf dem Markt gekauft und sind zum Campingplatz zurück gefahren. Beim genaueren Betrachten des frischen Thunfisches hat sich dann aber herausgestellt, dass er nicht mehr ganz so frisch wie angepriesen war, da uns schon die Würmer aus dem Sack entgegen kamen. Daraufhin gab es halt nur Gemüse zum Abendessen. Es folgte wieder eine gemütliche Nacht am Strand.

DO 11.10.07
Strecke:           Dar es Salaam
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Da unser Moti ja weg vom Strand muss, kommen schon sehr früh die Arbeiter vom Resort mit einem Jeep und versuchen, unser Monster anzuziehen. Nach 20 min. hat es tatsächlich funktioniert und der Motor läuft wieder. Wir parken Moti direkt beim Eingang des Beach Resorts unter einen grossen Baum. Es folgen die letzten Packarbeiten und zum lezten Mal faules Herumhängen am Beach. Da wir nun keine Stromversorgung und kein Wasser mehr haben, lassen wir uns noch einmal vom Restaurant verwöhnen. Am nächsten Morgen geht es bereits um 5:00 h los. Daher verabschieden wir un  schon heute Abend von sämtlichem Personal, vor allem natürlich auch von Francis. Der Abschied fällt uns fast schon ein bisschen schwer.

FR 12.10.07
Strecke:           Dar es Salaam – Nairobi
Kilometer: ca. 800 km
Zeit:  16 h
Pünktlich um 5:00 h steht das bestellte Taxi bereit. Wir verladen unser Gepäck auf dem Pick-up und veralssen den Campground und unseren Moti bei sternenklarer Nacht. Es folgt eine unendlich lange Busfahrt zurück nach Nairobi. Wir starten um 7:00 h in Dar es Salaam, erreichen erst gegen 16:00 h die Grenze zu Kenia und erreichen Nairobi erst um 22:00 h. Schnell wird uns wieder bewusst, wie schön es ist, wenn man mit dem eigenen Auto fahren kann. Nach so einer Busfahrt ist uns auch die eine oder andere Panne egal. In Kenia angekommen, merken wir, dass wir das kenianische Geld im Moti vergessen haben. Super! Beste Voraussetzungen, um in Nairobi ausgeraubt zu werden. Wenn man bedenkt, dass es überall heisst, man soll sich ab Dunkelwerden nicht mehr in der Stadt aufhalten, ist es ja wieder einmal hervorragend geplant von uns. Ca. 70 kg Gepäck, 2 todmüde Kinder, keinen Shiling in der Tasche, keine Ahnung, wo das nächste Hotel ist und kein Geld für ein Taxi und das um 22:00 h in einem nicht gerade belebten Viertel Nairobis. Nachdem wir nun den Plan, die letzen beiden Nächte in einem super guten Hotel zu verbringen, beginnen wir in unseren Taschen nach dem Reiseführer zu kramen, finden wir heraus, dass es unweit von der Bushaltestelle eine halbwegs brauchbare Absteige geben soll. Also endten wir anstatt in einem Nobelhotel in einer der miesesten Absteigen seit dem Sudan. Da wir das ganze Gepäck nicht so einfach tragen können, muss Sina mit mir und dem ersten Seesack zum Hotel mitgehen, während Anita mit dem Rest des Gepäcks aufpasst. Sina muss dann alleine im Hotel auf den Seesack aufpassen, während ich Anita, Silas und den Rest des Gepäckes holte. Schlussendlich übernachten wir in einem 8 qm2 Zimmer, vollgestopft mit 4 Betten uns unserem Gepäck. Also nichts mit sauberer Dusche und Fernseher, stattdessen eine Gemeinschaftsdusche auf dem Gang.

SA 13.10.07
Strecke: Nairobi
Kilometer: 0 km
Zeit:  0 h
Unser ersten Gang führt zum Bankomaten und der 2. zum Frühstück in einem netten Kaffeehaus. Im Anschluss irren wir duch die Stadt, um ein Mietauto für den letzten Tag zu finden. Jedoch erfolglos. Darauf streichen wir den Plan endgültig, wenigstens noch die letzte Nacht in einem wirklich guten Hotel zu verbringen. Auch das Mietauto für den Safaripark ist gestrichen. Wir gehen zurück ins Hotel, richten ein paar Sachen zusammen und machen uns auf den Weg mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Giraffenzenter. Der Besuch ist für die Kinder ganz lustig und auch die Krokodilfarm, die wir im Anschluss besuchten, ist ganz ok. Als wir wieder zurück in die Stadt kommen, versuchen wir unser Glück noch ein letztes Mal beim Hertz Büro. Doch es ist immer noch geschlossen. Statt dessen findet uns Tour Operator. Nach einer Stunde Preisverhandlung haben wir dann ein Safariprogramm für den morgigen letzten Tag gebucht. Nachdem wir schon ein ziemlich mieses Hotel haben, beschliessen wir, wenigstens in einem noblen Restaurant Abend zu essen. Doch auch das Essen in der uns schon bekannten Trattoria ist nicht mehr so umwerfend wie beim ersten Besuch nach 2 Monaten Sudan und Ethiopien.

SO 14.10.07
Strecke:           Nairobi – Dubai
Pünktlich um 6:00 h wartet unser Fahrer vor dem Hotel und machen uns auf den Weg zum Nairobi National Park, wo wir die üblichen Zebras, Giraffen, Gnus und tatsächlich auch noch Nashörner vor die Linsen bekommen haben. Auch der Abstecher bei einem Elefanten-Hilftsprojekt war vor allem für die Kinder ganz nett. Zum Abschluss einer typischen gebuchten Toui-Tour besuchen wir dann auch noch ein künstliches Massai-Dorf mit Aufführung von traditionellen Tänzen. Sina findet es zwar toll, wir eher ätzend. Am Abend bringt uns der Fahrer dann direkt zum Flughafen. Dort angekommen, erwartet uns noch eine letzte Überraschung. Wie kann man es auch erwarten, problemlos Afrika zu verlassen. Die Dame am Schalter war leider nicht in der Lage, die Kreditkarten-Nr. korrekt einzugeben, um unsere Buchungsbestätigung zu überprüfen und somit dauert es fast eine Stunde bis wir unsere Boarding Karten bekommen und wir verlassen Afrika.

MO 15.10.07
Strecke:           Dubai – München – Kramsach
Der Zwischenstopp in Dubai führt uns seit langem wieder einmal zu McDonalds. Nach 4 ½ Monaten Reise erreichen wir innerhalb von 20 h wieder Österreich. So schnell könnte es gehen!

In der Zwischenzeit sind wir nun schon wieder lange genug zu Hause und die Aergernisse in den einzelnen Ländern relativieren sich sehr schnell. Momentan Problemsituation wie z.B. in Ethiopien und die Konstellation der neugierigen Leute vor Ort sind zwar manchmal wirklich nicht sehr angenehm, doch im Nachhinein betrachtet, wahrscheinlich völlig normal und erklärbar. Für uns war die ganze Reise trotz vieler Autopannen ein wunderschönes Erlebnis. Manchmal erkennt man den Wert so einer Tour erst im Nachhinein. Wir bedanken uns bei allen, die in Gedanken mit uns unterwegs waren.
Anita und Stephan mit Sina und Silas

TRANSAFRIKA TOURENPLAN

 

Quer durch Afrika, von Österreich bis Uganda 12000 Km mit einem 40 Jahre alten Hanomag, im Gepäck Freerideski vom feinsten. Ziel ist es nicht nur das Land zu durchqueren, sondern auch in jedem Land eine Schiabfahrt zu machen und einige Klettergebiete zu erkunden. Tunesien, Libyen, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Ruanda und Uganda – die typischen Freeride Destinationen! Man nehme dazu einen fetten Freeride Ski, die passende Bindung und etwas Fantasie. Rule the Mountain – wenn man wirklich will, kann man überall schifahren. Quer durch Wüsten, Savannen, Dschungel und auf Berge über 5000m führt uns unsere Route.

Das Ganze wird ein harter Test für Material und Mensch. Abseits von üblichen Routen wollen wir versuchen, unsere Ziele auf uns allein gestellt zu erreichen. Das Durchqueren der Sahara, Länder mit politisch schwierigen Situationen, tage- und monatelang unterwegs auf schwierigen Pisten sowie das Erkunden wenig erschlossener Alpinlandschaften wird uns hart auf die Probe stellen. Diese Expedition soll aber auch Brücken zwischen Kulturen schlagen. Umwelt, Mensch und Kultur ist wie auf allen unseren Expeditionen ein sehr wichtiger Punkt. Auch auf dieser Tour wollen wir wieder möglichst viele Einblick in fremde Kulturen erlangen und Eindrücke sammeln. Solange ich Träume habe, lebe ich! Um Träume umzusetzen, brauche ich das Vertrauen meiner Familie. Vertrauen stärkt! Deshalb wird mich auf dieser Expedition meine Frau Anita und unser 2 Kinder Sina (5 Jahre) und Silas (1,5 Jahre) begleiten.

 

Auf der TRANSAFRIKA – Rule the Mountain Tour 2007  sollen neue Ziele erreicht werden, wir wollen Erstbefahrungen mit Schi machen und neue Routen auskundschaften.

Ablauf:
Wir werden am 12 Mai 2007 in Kramsach starten. Unser Weg führt uns zuerst nach Genua ans Mittelmeer. Von da aus werden wir verschifft und betreten in Tunis den afrikanischen Kontinet.

Route:
Von Tunesien über Libyen, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Tansania, Ruanda bis Uganda.

Gebirgsregionen und Gipfel:

Tunesien
Ausläufe der algerischen Gebirgsketten Tellatlas und Sahara, höchster Berg Jabal ash Shanabi1544 m,
Schibefahrungen von Wüstendünen der Sahara

Libyen
Der höchster Berg Bikuku Bitti 2267m liegt in der libyschen Wüste, diesen Berg zu erreichen wird vor allem eine diplomatische Herausforderung, Hauptgebirgskette sind die Swada Berge

Ägypten
Höchster Berg Mount Catherine mit einer Höhe von 2637 m, es gibt in Ägypten keine nennenswerten Gebirgsgruppen. Wieder einmal werden sich unsere schifahrerischen Ziele in der Wüste finden.

Sudan
Der höchste Berg ist der Sudan Kinyeti, 3178 m hoch. Dieser Berg liegt leider in einem für uns zu fast 100% nicht zugänglichen Krisengebiet zwischen Äthiopien, Kenia, und Sudan. Im Allgemeinen wird das für uns sicher der schwerste Teil im Bezug auf Genehmigungen und dem Umfahren von krisengeschüttelten Regionen.

Äthiopien
Der höchste Berg ist der Ras Dashan Terara mit einer Höhe von 4.620 m. Der Berg ist nicht sehr weit von der Grenze zu Eritrea entfernt und somit auch in einer kritischen Region. Wir werden versuchen, einen Weg zu finden, ihn zu besteigen und mit Schi abzufahren. Rund die Hälfte der Landesfläche liegt in Hochebenen. Die Landschaft ist außerdem durch Gebirgszüge, Steilhänge, Savanne und Wüstenvegetation geprägt.

Kenia
Der höchste Berg ist der Mount Kenia mit einer Höhe von 5.199 m. Diesen Berg werden wir besteigen und mit Schi abfahren. Der Mount Kenia ist der 2. höchste Berg Afrikas.

Tansania
Der Kilimanjaro mit einer Höhe von 5.895 m ist der höchste Berg Afrikas und wird auf dieser Expedition von uns mit Schi befahren.

Ruanda
Karisimbi mit einer Höhe von 4.507 m ist der höchste Berg und liegt im Akagera Nationalpark. Man startet im Dschungel mit der Besteigung und endet dann auf einem 4507m hohen Gipfel. Wenn es die Behörden zulassen, werden wir auch diesen Berg besteigen.

Uganda
Im Ruwenzori-Gebirge und dem gleichnamigen Nationalpark liegt der Peak Margherita mit einer Höhe von 5.110 m. Auf diesem Berg gibt es Schnee und das heisst für uns, wir werden unser Bestes geben, Spuren im Schnee zu hinterlassen.

Zeitlicher Ablauf

12.05.2007 bis 15.10.2007
Der zeitliche Ablauf ist für uns sehr schwierig zu planen. Im allgemeinen ist es sehr von den politischen Gegebenheiten und dem Entgegenkommen der Behörden abhängig, wieweit wir unsere Ziele erreichen können. In der Planung ist alles einfach zu überschauen – Abenteuer ist, wenn man sich in ein neues für sich selber noch unbekanntes Gebiet begibt und die Folgen nicht absehbar, beziehungsweise nicht vorhersehbar sind. Das heisst laut Planung sollten wir in der Lage sein, innerhalb von 5 Monaten unsere Route zu bewältigen. Insofern führt uns unsere Unternehmung trotz sorgfältiger Planung ins Ungewisse.

Technische Daten zur Strecke

Länge der Strecke:         ca. 12000Kilometer
Fahrzeit:             bei durchschnittlich 40 Kmh und 5 std. pro Tag ca. 60 Tage
Schwierigkeit der Strecke:     Wir rechnen mit schwierigen Verhältnissen – von Wüstenpiste bis Krisengebiet, vom Hochland bis Dschungel, von brütender Hitze und Sandstürmen bis sinnflutartigen Regenfällen. Wir sind mit der besten Sicherheitsausrüstung und einer speziellen Notfallapotheke ausgerüstet. Neben GPS und Satellitentelefon haben wir auch auf sämtliche Nebensachen wie Wasseraufbereitung und Insektenschutz achten müssen
Berge:      Das Hauptziel der Tour wird sein, möglichst viele Berge mit Schi zu
besteigen und abzufahren. Natürlich machen wir uns auch auf die Suche nach dem einen oder anderen Klettergebiet.

Geplante Besteigungen:

Tunesien Jabal ash Shanabi            1544 m
Libyen Bikuku Bitti                2267 m
Ägypten Mount Catherine            2637 m
Sudan Kinyeti                    3178 m
Äthiopien Ras Dashan Terara            4620 m
Kenia Mount Kenia                5199 m
Tansania Kilimandscharo            5895 m
Ruanda Karisimbi                4507 m
Uganda Peak Margherita            5110 m
Höhenmeter:                    34957 m

Ausserdem:
Die Strecke führt uns durch zahlreiche Wüsten wie Sahara, Grosse Sandsee, Libysche Wüste, Nubische Wüste sowie zahlreiche Nationalparks, Hochebenen und Dschungelregionen.

Wir werden auf dieser Tour von folgenden Partnerfirmen unterstützt:

 

 

 

 

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