News II aus Afrika – Kampala – Uganda 06.08.08

Hello aus Uganda. Nachdem wir wider erwarten nicht im Mapoto Zollhaus in Dar es Salaam versumpft sind, haben wir das nun fast in den Rwenzori Mountains in Uganda geschafft. Da wir nun schon lange nichts mehr hören lassen haben, hier ein kurzes Update. Moti ist Geschichte! Mit einem weinenden und einem lachenden Auge haben wir unseren Wegbegleiter in Dar es Salaam zurückgelassen. Im Anschluss konnten wir Wildlife im Ngorogoro Krater und im Weltkulturerbe Serengeti erleben. Auch wenn wir dem afrikanischen Elefanten fast Auge in Auge gegenüber standen und die Löwen unsere Wege kreuzten, haben wir diesen wunderschönen Teil der Erde unbeschadet und mit bleibenden Eindrücken verlassen. In der Zwischenzeit konnten wir den Queen Elizabeth Nationalpark in Uganda besuchen und haben die Rwenzori Mountains durchquert. Da haben wir es dann tatsächlich fast geschafft, im Sumpf zu versinken. Doch auch diese Anstrengung liegt nun ohne bleibende Schäden hinter uns und nun machen wir uns wieder mit einem eigenen fahrbaren Untersatz (wenn auch nur gemietet) auf, Uganda weiter zu erkunden.

Voraussichtlich werden wir Österreich am 23.08 wieder erreichen.

 

6.07.08 Dar Es Salaam
Heute haben wir die restlichen Umräum- und Packarbeiten erledigen können. D.h. alles Material vom Moti, das nach Hause soll, muss in Drums verpackt werden. Und unser weiteres Gepäck wird auf ein Minimum reduziert, was nicht gerade Anita’s Wünschen entspricht. Wobei wir feststellen müssen, Trekking- und Rucksackreisen mit 2 Kindern ist trotz Minimalgepäck sehr umständlich und fast nicht machbar. Die Windeln von Silas, Schlafsäcke, Isomatten, Gas, Kochset benötigen extrem viel Platz, dann kommt noch ein Minimum an Bekleidung und wir sind bepackt wie Lastesel. Am Anfang können wir uns überhaupt nicht vorstellen, wie wir unser Gepäck auf die wenigen Taschen und Rucksäcke verteilen können. Aber irgendwann um 16:00 h nachmittags haben wir es tatsächlich geschafft. Dann können wir mit unseren Kindern, die fast den ganzen Tag brav alleine gespielt haben, schwimmen gehen. Unsere beiden Taucher bewegen sich im Wasser inzwischen schon wie die Fische. Sina geniesst die grössten Wellen und Silas läuft ins Wasser, bis er versinkt – tauchen, hupfen, springen, usw. Nach einem gemütlichen Abendessen auf der Terrasse unseres Beach Bungalows ist es inzwischen schon dunkel und wir gehen zum Nachtschwimmen. Die Wellen sind immer noch hoch und für jemanden, der kein Wassermensch ist, braucht es Überwindung, im dunklen Meer zu schwimmen. Doch das ist alles überhaupt kein Problem für unsere 2 Wasserratten. Das Problem ergibt sich erst auf dem Weg zurück ins Zimmer und unter die Dusche, obwohl das keine 10 m sind. Da wir unseren Strandbungalow so gut wie möglich sandfrei halten möchten, habe ich zuerst Silas nach oben getragen. Während Silas schon mit Anita in der Dusche verschwindet, wird Sina noch einmal von mir durch die Wellen gezogen. Mit einem Spezial Huckepack geht es dann retour zum Zimmer. Spezial insofern, weil er mit einem doppelten Bruch von Sinas rechtem Arm endet. Zuerst denke ich, jetzt sind beide Arme gebrochen. Doch in der Dusche haben wir dann gesehen, dass „nur“ der rechte Arm eine abnormale Stellung hat. Von der Dusche raus machen wir uns dann um 8 h abends auf die Suche nach einem Taxi, um das 15 km entfernte Aga Khan Krankenhaus zu suchen. Es ist nicht möglich, ein Taxi zu organisieren. So bleibt Anita mit Silas in unserer Unterkunft, während ich mich mit Sina zur Hauptstrasse begebe, wo wir dann mit einem Sammeltaxi zur Fähre fahren. Auf der Fähre werden wir dann von einem uns schon bekannten Österreicher mitgenommen, der uns direkt zum Krankenhaus bringt. Im Krankenhaus angekommen wird erst einmal gar nicht gemacht, bevor man nicht eine Registrierung bezahlt. Nach der Registrierung schaut sich der Doktor den Patienten an. Dann muss ich wieder zur Kasse, um das Röntgen zu bezahlen. Am Röntgenbild ist dann klar zu erkennen, dass der rechte Unterarm nahe beim Ellbogen 2x gebrochen ist. Daraufhin geht es dann noch ein 3. Mal zur Kasse, um den Gips zu bezahlen. Am Schluss schafften wir es dann noch ganz knapp vor Mitternacht die Fähre zurück zum Zimmer zu kriegen. Sina ist sehr tapfer und hat es geschafft, ein privates Auto anzuhalten. Denn für mich alleine wären die sicher nicht stehen geblieben. Um 1 h nachts sind wir dann mit einem mega Gips zurück im Zimmer bei Anita und Silas. Aufgrund der Müdigkeit ist Sina dann sehr schnell eingeschlafen. Auch ich bin schnell eingeschlafen, nur Anita grübelt noch einige Zeit im Bett.

 

7.07.08 Dar Es Salaam
Diese News stellen unsere Reiseplanung vorläufig einmal in den Hintergrund. Die Zoll- und Aircargo-Abwicklung bleibt zwar gleich, doch wissen wir jetzt noch nicht ganz genau, ob und wie weit wir weiterreisen. Vorerst müssen wir erst einmal abwarten und morgen noch einmal ins Krankenhaus, um evtl. ein weiteres Röntgen zu machen und einen richtigen Gips zu bekommen. Falls der Bruch wirklich ganz gerade ist, werden wir versuchen, weiter zu reisen. Falls sich Sina nicht wohl fühlt oder der Bruch Komplikationen macht, werden wir unseren Trip abbrechen. Im Moment liegen die beiden Saubären mit Soletti und Zeichentrickfilm ruhig gestellt im Zimmer.

8.07.08 Dar Es Salaam
Nach einem Frühstück am Beach machen wir uns wieder auf den Weg in die Stadt, um Klarheit über Sinas Armbruch zu bekommen, bzw. um endlich die Zollabwicklung irgendwann fertig zu stellen. Dieses Mal haben wir den Weg ins Krankenhaus zu viert gemacht. Nach einer kurzen Wartezeit wird ein zweites Röntgenbild gemacht, welches den doppelten Armbruch bestätigt. Das einzige Positive daran ist, dass auf dem Bild eine klare Bruchlinie zu erkennen ist und das Gelenk nicht betroffen ist. Mit dem Röntgenbild werden wir von einer Abteilung in die andere geschickt zu einem gewissen Dr. Tatoo. Dieser stellt nach 2 h Wartezeit innerhalb von 5 Minuten fest, dass wir wegen der Schwellung im Moment nichts machen können und am Freitag um 13:00 h noch einmal kommen sollen, um dann endgültig einen Kunststoffgips zu machen. Auf dem Rückweg in die Stadt geht es wie schon fast üblich ins Steers für einen kleinen Snack und einen Internet Check und dann geht es noch einmal ab zum Zoll, wo ich es nun ohne Vermittler auf eigene Faust versuche. Der Labyrinthlauf beginnt von vorne, aber inzwischen kenne ich mich ja schon aus und ich kann innerhalb von kürzester Zeit 5 Büros und deren Chiefs, bzw. Direktoren abfertigen. Ohne Vermittler geht gar nichts und ich bekomme wieder einen neuen zugewiesen. Das Ansuchen für die Reduzierung der Zollgebühr wird abgelehnt. Das war ja nicht anders zu erwarten, da der Staat ohnehin jeden Cent nötig hat. Um 5 h habe ich einen neuen Agenten und da ich nun sowieso die volle Gebühr bezahlen muss, schaut es so aus, dass wir die Sache innerhalb der nächsten paar Tage tatsächlich abschliessen können. Zurück am Beach gibt es noch eine Abkühlung im Meer und einen gemütlichen Abend.

9.07.08 Dar Es Salaam
Der heutige Tag verläuft wie schon fast gewohnt – für mich im Mapato Haus mit meinem Freunden vom Zoll und für den Rest der Familie mit Strandurlaub. Allerdings durch den gebrochenen Arm Sinas mit ziemlich eingeschränktem Badespass.

10.07.08 Dar Es Salaam
Man wird es nicht glauben, aber der heutige Tag geht für mich in die Zollgeschichte ein. Nach einem weiteren Marathontag, der bei der inzwischen ausgetauschten obersten Zollinstanz endet,  ist es tatsächlich möglich, die € 1800.– Zoll zu bezahlen. Und ich habe fast alle für uns wichtigen Stempel erhalten. D.h. das Auto ist nun offiziell in Tansania eingeführt und verzollt. Was noch fehlt, ist eine Neuregistrierung vor Ort. Diese ist für uns jetzt nicht mehr so extrem wichtig, da wir alle Stempel im Carnet haben. Trotzdem erwarten wir auch davon noch ein weiteres abgestempeltes Formular. Hurra, eine grosse Hürde ist erledigt. Zurück am Strand begiessen wir den Erfolg mit einer Flasche Sekt. Zusätzlich hat sich wie aus dem Nichts jemand gefunden, der unseren Moti kaufen will. Nach einer kurzen Begutachtung war schon alles klar und wir sollen das Geld morgen bekommen. Die ursprüngliche Idee, das Auto zu verschenken, ist leider durch die hohen Zollkosten geplatzt. Allerdings wollen wir unseren Moti an die Direktion des Beach Resorts nicht unter einem gewissen Preis verkaufen und falls sie auf die Summe nicht einsteigen, werden wir in trotzdem lieber verschenken. Somit sitzen wir bei den Verhandlungen wohl am längeren Hebel. We will see – Afrika ist Afrika!

11.07.08 Dar Es Salaam
Erneut geht es heute in das Aga Khan Krankenhaus, wo wir nach einer kurzen Wartezeit in den Gipsraum kommen und Sina nun tatsächlich einen wasserfesten Kunststoffgips erhält. Die Sache ist überraschend schnell erledigt. Nachdem wir weitere US$ 150.– abgelegt haben, können wir das Krankenhaus verlassen. Eigentlich wollen wir morgen Dar es Salaam endgültig verlassen und machen uns auf den Weg, die Bustickets zu kaufen. Es wäre auch möglich, die Tickets für morgen zu bekommen, doch dann entschliessen wir uns kurzfristig, noch einen Tag länger am Strand zu verbringen, da wir uns nicht sicher sind, ob wir den Autoverkauf tatsächlich heute noch über die Bühne kriegen. Am Abend taucht dann noch einmal der Mechaniker mit 4 Gehilfen auf und wir bringen unseren lieben Moti mit Hilfe eines Abschleppseils und eines Jeeps innerhalb kürzester Zeit problemlos zum Laufen. Ein letztes Mal kann ich unser Gefährt einen Kilometer über eine holprige Piste lenken und den Mechaniker davon überzeugen, dass alles in Ordnung ist. Somit ist die Sache endgültig geritzt, das Auto ist verkauft und morgen soll das Geld auftauchen. Zum Glück haben wir die Bustickets noch nicht gekauft.

 

12.07.08 Dar Es Salaam
Der heutige Tag verläuft relaxed am Beach. Die letzten Packarbeiten werden erledigt und wir geben den Kauf der Bustickets bei der Rezeption in Auftrag, da wir nicht noch einmal in die Stadt fahren möchten. Von der Leitung des Resorts bekommen wir bestätigt, dass jemand in der Stadt ist, um das Geld für das Auto zu besorgen. Nach einem letzten Tag Sonne, Strand und Meer und den ersten Schwimmversuchen Sinas mit Gips ist um 20:00 h abends immer noch niemand mit dem Geld aufgetaucht. Nach weiteren Verhandlungen bekommen wir dann um 22:30 h den endgültigen Bescheid, bzw. das Geld. Natürlich versuchten die Herrschaften bis zuletzt zu pokern, indem sie diverse Leute nicht erreichen konnten und irgendwie den Preis noch drücken wollten. Aber nicht mit uns! Nun ist Moti tatsächlich Geschichte! Um Mitternacht liegen wir dann alle im Bett und sind froh, ein Problem endgültig gelöst zu haben.

13.07.08 Dar Es Salaam – Moshi
Schon in aller Herrgottsfrühe geht es los. Draussen ist es noch dunkel und wir laden wie schon einmal unser restliches Hab und Gut in ein Taxi und machen uns auf den Weg zum Busterminal. Am Terminal angekommen müssen wir feststellen, dass die Busgesellschaft, die wir diesmal ausgewählt haben, nicht wirklich das Gelbe vom Eis ist. Der Bus sieht aus, als ob er jede Sekunde zusammen brechen würde. Doch das Gepäck ist problemlos und schnell verladen und nach einer Stunde Wartezeit verlassen wir Dar es Salaam fast pünktlich in Richtung Moshi. Auch wenn der Bus schon etwas alt und gebrechlich aussieht, der Fahrer gibt alles und wir rauschen mit voller Geschwindigkeit an sämtlichen anderen Busunternehmen vorbei. Diese Strecke fahren wir nun schon zum 3. Mal. Doch so schnell haben wir die Distanz noch nie zurückgelegt. Schon um 16:00 h erreichen wir Moshi. Im Vergleich dazu – mit Moti brauchten wir für genau diese Strecke ganze 2 Tage. In Moshi angekommen beziehen wir das direkt an der Hauptstrasse gelegene YMCA. Somit haben wir innerhalb von 12 h unser Strandparadies in ein dunkles, sehr primitiv eingerichtetes Loch gewechselt. Doch es ist zumindest sauber, es gibt eine Etagendusche und wir liegen relativ zentral im Ort. Nachdem einchecken geht es ab in die Stadt zu einem uns gut bekannten Restaurant.

14.07.08 Moshi
Gleich nach einem extrem mickrigem, bzw. schon fast etwas grausigem Frühstück treffen wir uns mit Thomas, dem Chef unserer Agentur, um den weiteren Verlauf unserer Reise zu planen. Da es fast nicht möglich ist, als Selbstfahrer mit einem Mietauto in den diversen Nationalparks unterwegs zu sein und der Aufwand und die Kosten für Lodges, Eintrittsgebühren und Verpflegung wesentlich höher ist, als wenn man organisiert in die Serengeti fährt, beschliessen wir – vorerst widerwillig – ein preislich sehr gutes Angebot von Thomas anzunehmen. D.h. wir brechen schon morgen auf zu einem uns nur aus Film und Fernsehen bekannten Weltkulturerbe – die Serengeti. Nachdem wir den Deal mit Thomas abgeschlossen haben und auch der Flug nach Uganda bestätigt wird, geht es erneut ab in die Stadt, wo wir versuchen, eine Regenhose für Anita zu organisieren, vorausschauend auf das Trekking in Uganda, Internet erledigen und in einem italienischen Restaurant nachtessen. Das Wetter ist ziemlich regnerisch und der Kilimanjaro zeigt sicht überhaupt nicht.

15.07.08 Moshi – Ngorogoro
Schon früh breche ich auf in die Stadt, um unseren Rückflug von Uganda nach Europa zu organisieren. Doch wie sich herausstellt, ist es nicht möglich, online einen Emirates Flug von Uganda nach Europa vizu buchen. Leider haben wir es versäumt, diesen Flug schon in Dar es Salaam zu buchen, aber es war uns bis jetzt auch nicht möglich, ein Rückflugdatum fix festzulegen. Somit lassen wir die Sache auch jetzt noch offen und werden den Heimflug sofort nach Ankunft in Uganda buchen. Zurück im YMCA steht unser Safari-Fahrzeug, ein Landrover Baujahr uralt – bereits vor der Tür. Auch unsere beiden Begleiter – Emanuel der Fahrer und Eborn der Koch – sind schon da. Es dauert ein wenig, bis wir all unsere Sachen im und auf dem Auto verstaut haben. 2 Taschen können wir im YMCA deponieren und dann geht es endgültig los. Nach unserer rasanten Busfahrt vor 2 Tagen gibt Anita gleich nach den ersten Kilometern zu bedenken, ob das Auto schon in Ordnung ist, das wir so langsam fahren. Die Fahrt von Moshi zur Kudu Lodge verläuft aber problemlos. Nach einem üblichen Stopp bei einem uns schon bekannten Souvenirshop lassen wir zwar das Einkaufen aus, dafür nutzen wir die Gelegenheit, den Kuhmarkt, bzw. den Dienstagsmarkt der Masai zu besuchen. Kühe mit riesigen Hörnern, Masai mit bunten Decken, Früchte, Gemüse, Gummistiefel – alles nur Erdenkliche kann man auf diesem Mark erwerben. Nach diesem Besuch geht es weiter und wir erreichen gegen 16:00 h die Kudu Lodge. Wir checken in einem Miniraum ein, geniessen noch ein wenig die schöne Anlage der Lodge und machen uns dann auf den Weg zum Abendessen. Alles läuft problemlos ohne Pannen, ohne Reparaturen und ohne zu schwitzen, dass wir irgendwo hängen bleiben. Es ist fast schon zu gemütlich.

16.07.08 Ngorogoro
Der heutige Tag beginnt mit Regen und dichten Wolken und wir driften mit unserem Landrover über eine seifenglatte Lehmstrasse in Richtung Ngorogoro Krater. In Anbetracht dessen, dass unser Auto Reifen ohne Profil besitzt, kommen wir recht gut unserem ersten Ziel näher. Nicht alle habe soviel Glück. Auf halber Strecke kommt uns eine Horde Menschen entgegen, die aus einem hängen gebliebenen Bus die Weiterreise zu Fuss antreten müssen. Am Kraterrand angekommen erreichen wir unser erstes Camp, wo der Koch und ein Grossteil unseres Materials ausgeladen wird. Eborn bereitet das Lager und alles vor, während wir uns bei immer noch dichtem Nebel auf den Weg zum Kraterboden machen. Irgendwie schaut es so aus, als würde der Nebel gar nicht enden. Doch kurz bevor wir ganz unten ankommen, lichtet sich dann doch noch alles und wir können eine ausgiebige Rundfahrt im Krater geniessen. Gnus, Zebras, Hippos, Hyänen, Löwen, Elefanten, Strausse, Schakal und sogar ein Gepard – alles ist vertreten. Nur die Nashörner lassen sich wieder nicht aus der Nähe erblicken. Mit dem Fernglas können wir in grosser Entfernungen 2 Punkte entdecken, die angeblich Nashörner sein sollen. Emanuel erklärt uns, dass es in dieser Region, also im Krater, noch 13 Nashörner geben soll und das die letzten sind. Auch in der Serengeti werden wir keine Nashörner sehen, da sie von den Wilderer inzwischen ausgerottet sind. Nach etlichen Stunden Safari erreichen wir am Ende des Tages wieder unser Camp. Leicht schockiert über die Menschenmassen und die Zeltstadt beziehen wir unser Lager. Der Speisesaal, wo wir unser Abendessen zu uns nehmen sollen, sieht aus wie ein leerer Kuhstall. Nach einer Tasse Tee und ein paar Popcorn verlassen wir das Gebäude fluchtartig. Ich versuche, in der Abendstimmung noch ein paar gute Fotos zu machen, als ich plötzlich Anita ganz aufgeregt am anderen Ende des Camps zappeln sehe. Zuerst weiss ich nicht genau, um was es wirklich geht, doch nach einem weiteren Aufruf wird mir klar, dass 2 Elefanten im Camp zu Besuch sind. Ein ausgesprochen grosser Bulle und ein etwas kleineres Exemplar des afrikanischen Elefanten steuern gemütlich auf die Zeltstadt zu. Wir können ein paar gute Fotos machen und kommen den Riesen bis auf 10 m nahe. Gemächlich schleichen sie rund um die Camp Gebäude bis sie den Wassertank erreichen. Umzingelt von einer Horde von Touristen bewaffnet mit Fotoapparaten saufen die beiden Tiere den halben Wassertank leer. Inzwischen ist es schon fast Dunkel und die Tiere verziehen sich. Auf der anderen Seite des Camps tauchen noch ein paar Zebras auf. Nach dieser Begegnung mit den wohl grössten Landsäugetieren müssen wir wohl oder übel wieder in die Bruchbude zum Abendessen. Anschliessend geht es ab ins Zelt.

17.07.08 Ngorogoro – Serengeti
Wieder einmal müssen wir bei Dunkelheit aus den Federn. Dichter Nebel, Frost und Feuchtigkeit erwarten uns vor dem Zelt. Nach einem kurzen Frühstück brechen wir unser Lager ab und es geht mit Vollgas weiter Richtung Serengeti. Da wir für den Ngorogoro Krater nur ein 24-h-Permit haben, müssen wir das Ausgangsgate vor 8:00 h erreichen. Emanuel gibt alles und auch das Auto hält überraschenderweise die Schlaglöcher problemlos aus. Um 20 Minuten vor 8 sind wir dann tatsächlich am Eingangsgate der Serengeti. Von oben bis unten verstaubt verlassen wir kurz das Auto, um uns ein wenig umzusehen, die Permits zu bezahlen und schon geht es mit offenem Dach weiter. Schon nach kurzer Zeit kreuzt eine Wildkatze unseren Weg und mehrere Greifvögel sind zu erkennen. Zufällig entdecken wir dann auch bald 2 Geparden unmittelbar neben der Hauptpiste. Nach einer Vollbremsung geht es einige Meter retour und wir können bis auf einige Meter an die Tiere heranfahren. Die Geparden lassen sich von uns überhaupt nicht stören und liegen faul in der Sonne, während wir den Auslöser unserer Kameras fast überlasten. Eine endlos weite Graslandschaft mit vereinzelten Bäumen und Felsinseln gestalten die Landschaft. Nach unserem ersten Nahkontakt mit den Raubkatzen sehen wir schon bald den ersten Elefanten. Und nachdem wir immer wieder die Hauptstrasse verlassen und Felsinseln umrunden, finden wir tatsächlich auch ein Löwenrudel mit Nachwuchs. Auch hier können wir wieder ganz knapp an die Tiere heranfahren und unzählige Fotos machen. Auf dem Weiterweg zu unserem ersten Camp sehen wir noch viele verschiedene Gazellenarten, Hippos und Affen. Im Camp angekommen richten wir unser Zelt her und geniessen in relativer Ruhe unseren Lunch. Am späten Nachmittag geht es dann noch einmal ab zur nächsten Pirschfahrt. Wir kurven kreuz und quer über staubige Pisten, können eine wunderbare Abendstimmung geniessen und erreichen zu guter Letzt noch einen Hippo-Pool, in dem sich Hunderte Nilpferde im eigenen Dreck suhlen. Auch das ein oder andere Krokodil war zu entdecken. Zurück im Camp hat Eborn schon ein ausgezeichnetes Abendessen vorbereitet und nach dem gestrigen Elefantenbesuch im Camp sind wir auf alles vorbereitet. Doch der Abend verläuft ruhig und es gibt keine weiteren Tierbesuche in Zeltnähe.

 

18.07.08 Serengeti
Wie schon gewohnt starten wir wieder sehr früh vor Sonnenaufgang aus unserem Zelt und machen uns auf den Weg in die endlosen Weiten der Serengeti, um die Morgenstimmung zu geniessen. Schon bald begegnen wir einer Elefantenherde im ersten Morgenrot. Am Horizont sehen wir 2 Heissluftballone, die Touris transportieren. Eigentlich wollten wir das auch machen, doch als wir festgestellt haben, dass 20 – 30 Leute in einem Korb sind, haben wir dieses Abenteuer gestrichen. Auf unserer weiteren Fahrt entdecken wir wieder Geparden. Zuerst 2, die sich gerade über ihren Jagderfolg hermachen und dann noch einen einzelnen, an den wir mehr oder weniger illegal abseits der Piste bis auf 2 m heranfahren können. Auf dem Rückweg zum Lunch ins Camp besuchen wir noch das Headquarter der Ranger in der Hoffnung, ein Special Permit zum Fotografieren kaufen zu können. Leider geht das natürlich nicht, da es auch in diesem Fall einen 2 – 3-wöchigen Schriftverkehr benötigt, um das Ganze zu genehmigen. Wenn man das allerdings frühzeitig macht, kann man tatsächlich abseits der üblichen Pisten auf Pirschfahrt gehen und sich den Tieren legal bis auf 2 m nähern. Beim Headquarter gibt es auch einen tollen Infocenter und es tummeln sich unzählige Hyraxe (optische Mischung zwischen Murmeltier und Meerschwein). Es folgt eine ausgiebige Mittagspause im Camp. Am Nachmittag kurven wir dann wieder über staubige Piste durch die Gegend und entdecken neben Löwen und Elefanten auch einige Giraffen mit Jungtieren. Als wir am Abend ins Camp zurückkommen erleben wir eine Überraschung der anderen Art. Es trifft uns fast der Schlag, das Camp ist bis auf den letzten Meter mit Zelten und Menschen belegt. Neue Gruppen sind angekommen. Doch da unser Zelt sehr gut am Rande steht und es sowieso zu regnen beginnt, merken wir von dem Rummel nicht viel. Es folgt eine mehr oder weniger ruhige Nacht.

19.07.08 Serengeti
Am heutigen Tag will uns unser Fahrer einen Leoparden zeigen. Doch wir kurven mehr oder weniger erfolglos stundenlang rund um Steinhügel und entdecken diese Raubkatze nicht. Stattdessen treffen wir wieder auf eine Elefantenherde mit einem Jungtier, das erst wenige Stunden alt ist. Am Muttertier ist noch ein Stück Nabelschnur zu erkennen und das Baby hat noch ganz blutige Ohren. Doch gedeckt und geschützt von der ganzen Herde bewegt es sich schon langsam durch den Busch. Im Allgemeinen kann man sagen, dass sich die Tiere hier im Main Circuit in der Serengeti schon sehr an die ganzen Touristen und Autos gewöhnt haben und man kann an alle Tiere ziemlich nahe heranfahren, ohne dass sie nervös werden oder sich in irgend einer Form stören lassen. Auch nach der Mittagspause entdecken wir den Leoparden nicht, doch stossen wir auf eine weitere grosse Elefantenherde und finden den ersten männlichen Löwen. Direkt neben der Piste liegt ein prächtiges Männchen mit einem Weibchen zum Foto Shooting bereit. Neben zahlreichen schönen Vögeln, Giraffen und Hyänen sehen wir auch wieder Nilpferde und Krokodile auf dem Rückweg ins Camp. Dort erwartet uns wieder ein ausgezeichnetes Abendessen und die Menschenmenge ist wieder verschwunden. Die Kinder und ich geniessen eine Dusche ohne fliessend Wasser aus dem Wasserkübel. Anita verweigert das Duschvergnügen in der absolut grausigen Duschbude und stinkt weiter vor sich hin.

20.07.08 Serengeti
Obwohl Emanuel sagt, dass die Migration der Gnus inzwischen die Serengeti verlassen hat und schon im Masai Mara Park ist, können wir ihn überreden, eine Fahrt in den Norden der Serengeti zu machen. Wie üblich haben wir auch hier, wenn man 3 Leute fragt, 3 verschiedene Auskünfte zum Thema Migration. Da uns die Ranger am Gate aber sagen, dass es möglich ist, die Tiere am Klein’s Gate zu entdecken, haben wir nicht locker gelassen und Emanuel jagt den Landrover 3 h über Schotterpiste Richtung Norden. Auf dem Weg sehen wir wieder Elefanten und Giraffen und eine wunderbare Steppenlandschaft. Tatsächlich entdecken wir Tausende von Gnus und Zebras, die auf dem Weg in den Norden sind. Wir geniessen die herrliche Landschaft noch mehr als die Tierwelt in dieser Region und sind froh, dass wir die beschwerliche Fahrt auf uns genommen haben. Die Landschaft und die Vielzahl der Tiere hinterlassen eine bleibenden Eindruck. Auf einem Hügel geniessen wir dann unser Lunchpaket, unwissend dass 100 m tiefer hinter einem Busch ein Löwenrudel den Mittagsschlaf geniesst. Unser Driver beobachtet die ganze Zeit aufmerksam mit einem Fernglas die Umgebung, da eine Horde Affen auffällige Geräusche von sich gibt. Als wir dann weiterfahren, entdecken wir die Löwen und Emanuel informiert uns, dass er aufgrund der Affen gewusst hat, dass irgendwo etwas sein muss. Glück gehabt, wäre ja doch ziemlich dumm, wenn man beim Lunch von einem Löwen gefressen wird. Auf der 3-stündigen Fahr retour zum Camp entdecken wir dann noch einmal ein 1 – 2 Tage altes Giraffenbaby und kurz vor dem Ziel finden wir tatsächlich auch noch den Leoparden. Aber wie nicht anders zu erwarten, sind wir nicht die Einzigen, die dieses Tier entdecken. Der Auflauf an Jeeps und Touristen ist gewaltig. Ca. 30 Fahrzeuge umkreisen einen Baum, auf es sich das prächtige Tier gemütlich gemacht hat. Der Leopard lässt sich allerdings auch durch diesen Rummel nicht aus der Fassung bringen und beobachtet in aller Ruhe ein in ca. 150 m Entfernung liegendes Löwenrudel. Durch den grossen Andrang ist es nicht wirklich möglich, gute Bilder zu machen, doch allein die Gelegenheit, dieses Tier zu sehen, war sehr schön. Allerdings muss ich schon zugeben, dass es mich kurzfristig extrem genervt hat, keine Möglichkeit für ein gutes Bild zu finden. Um die Wahrheit zu sagen – es nervt mich immer noch und es könnte sein, dass wir irgendwann wieder in die Serengeti müssen, um mit einem Special Permit dieses wunderschöne Tier aufzustöbern. Anita amüsiert sich immer noch, wie ich wie ein gestörter Affe im Auto umherhüpfte, in der Hoffnung, ein gutes Foto schiessen zu können und wie ich über den Fahrer und all die blöden Touristen geschimpft habe. Es folgt dann doch noch ein letzter gemütlicher Abend im Camp, bei der die Kinder die Gelegenheit nutzen, die Mungos bei der Wasserstelle zu beobachten.

 

21.07.08 Serengeti – Ngorogoro
Heute brechen wir wieder sehr früh unser Camp ab und machen uns auf den Rückweg. Auf dem Weg sehen wir eine Horde Baboons mit Jungtieren und zum letzten Mal in der Serengeti Nilpferde, Strausse und natürlich wieder zahlreiche verschiedene Gazellen und Antilopen. Kurz vor dem Ausgangsgate sehen wir dann tatsächlich noch einmal Löwen. Bei der Rangerstation am Gate machen wir wieder Halt und nach einem kurzen WC-Stopp kaufen wir dann noch ein Buch über die Tierwelt der Serengeti in einem Souvenirshop. Die Kinder tollen während der Zeit alleine rund um das Auto herum. Als wir aus dem Geschäft kommen kreuzt eine Löwin ca. 30 m vor uns die Strasse. Anita reisst mir fast der Arm aus, als sie sie entdeckt. In Anbetracht dessen, dass man sich nach wie vor in der totalen Wildnis befindet, ist es vielleicht nicht die beste Idee, die Kids alleine spielen zu lassen. Doch die ganze Sache relativiert sich dann wieder. Da ich es ja wieder nicht lassen kann und der Löwin nachschleichen muss, hat sich herausgestellt, dass sie sich nach einem kurzen Blickkontakt bei einer Annäherung auf 10 m schnell aus dem Staub macht. Nach diesem Erlebnis geht es dann wieder ab in den Jeep und weiter Richtung Ngorogoro über die staubige Piste vorbei an den Weidegründen der Masai, an zahlreichen Giraffen und an einer Horde Streifenmungos erreichen wir die kalte und nebelfeuchte Region des Ngorogoro Kraters. Da wir nur noch ein Transitpermit haben, verlassen wir auch diesen Park sehr schnell und kommen schon gegen 14 h in der Kudu Lodge an. Dieses Mal schon vorgewarnt vom kleinen Zimmer unseres letzten Besuches bekommen wir nach einem kurzen Protest eine wunderschöne Suite. Wir geniessen die Anlage und den Nachmittag in der Lodge und können uns bei einem Drink die Erlebnisse der letzten Tage noch einmal in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen. Den Abend geniessen wir dann noch bei einem offenen Feuer im Vorraum unserer Suite und somit lassen wir die Serengeti und Ngorogoro ausklingen.

22.07.08 Ngorogoro – Moshi
Auf der Rückfahrt nach Moshi machen wir wieder den üblichen Halt bei der Touri-Bude, können noch einmal den örtlichen Markt betrachten und erreichen dann am späten Nachmittag unser Hotel. Erstaunlich, dass es auch andere Menschen gibt, die den Tank ihres Autos bis zum letzten Limit – und manchmal darüber – fahren. Erinnerungen kommen auf, wenn man mit einer Panne und wenn es auch nur ein leerer Tank ist, am Strassenrand steht. Doch dieses kleine Problem war schnell behoben. Im Hotel bekommen wir einen kleinen Bungalow und ich muss mit den Kindern ab in den Pool. Später gibt es dann noch ein gemütliches Abendessen in der Hotelanlage und schon bald verkriechen wir uns in unsere Betten.

23.07.08 Moshi
Wieder steht ein Tag Planungsphase vor uns und da wir das Angebot für ein Programm in Uganda nicht wirklich so wollen, wie es ist, dauert es wieder ein wenig länger, um alles abzuklären. Der Flug für morgen ist allerdings ok und nach ein paar Stunden Verhandlung haben wir alles, was wir für Uganda wollen. Den Nachmittag verbringen wir dann noch einmal in Moshi Town, packen wieder einmal alle unsere 7 Gepäckstücke und sind bereit für die Weiterreise.

24.07.08 Moshi – Kampala/Uganda
Am nächsten Morgen geht es nach dem Frühstück mit Vollgas zum Kilimanjaro International Flughafen. Mit Vollgas im wahrsten Sinne des Wortes. Der Driver glüht mit 120 kmh über die nicht gerade gute Strasse. Ca 1 km vor dem Flughafen haben wir dann noch einen Reifenplatzer. Glücklicherweise nicht mit 120 kmh. Da sich kein Wagenheber im Auto befindet, werden sämtlich vorbeikommenden Menschen angehalten und als wir dann zu zehnt sind, wird das Auto kurzerhand von allen Leuten aufgehoben und der Reifen gewechselt. 15 Minuten vor Abflug erreichen wir den Flughafen. Wie üblich in Tansania wird überall versucht, Geld zu verdienen und sofort wird unser Gepäck beanstandet, da wir scheinbar 15 kg zuviel haben. In Anbetracht des Zeitmangels wird aber nicht lange verhandelt. Wir nehmen kurzerhand einen Rucksack ins Handgepäck und ruckzuck geht es durch den Zoll und wir sitzen im Flieger nach Uganda. Unglaublich, wie einfach alles ist, wenn man voll organisiert unterwegs ist. Nachdem wir unser Visa am Flughafen bezahlt haben – natürlich auch nicht ohne den Versuch des Staates mehr zu verdienen als üblich – steht schon ein weiteres Fahrzeug mit Fahrer bereit, das uns in die Hauptstadt Kampala bringt. In der Stadt angekommen gibt es allerdings die erste Überraschung. Maestro und Bankomat funktionieren nicht und auch unsere Kreditkarten, sprich Mastercard – wird so gut wie nirgends akzeptiert. Nachdem wir 2 h kreuz und quer durch Kampala gefahren sind, schaffen wir es dann tatsächlich auch noch, unseren Rückflug nach Europa zu buchen. Auch der weitere Verlauf unserer Reise wird geklärt und wir steigen in einem Nobelhotel ab. Wieder geht es ab in den Pool, ins Internet und dann zu später Stunde ins Bett.

25.07.08 Kampala – Queen Elizabeth NP
Wenn man Urlaub mit Entspannung gleich setzt, ist unsere Art von reisen nicht das Richtige. Schon wieder geht es um 5 h morgens bei Dunkelheit los und wir verlassen Kampala Richtung Queen Elizabeth Nationalpark. Nach 9 h Fahrt und ein paar Irrwegen erreichen wir eine wunderschöne Lodge inmitten des Nationalparks. Wir werden mit feuchten Waschlappen und kühlen Drinks empfangen, aber das war’s dann auch schon. Wir sind nicht in der Lodge eingebucht. Wir verlassen die Anlage wieder und kommen dann zu einer ausserordentlichen Bruchbude. Doch auch da sind wir zum Glück nicht eingebucht. Nichts desto trotz war die Fahrt zur Lodge nicht umsonst, denn auf dem Hin- und Rückweg haben wir einen Leoparden gesehen, wenn auch nur ganz kurz. Auch ein paar Elefanten und Warzenschweine kreuzen unseren Weg. Etwas verspätet erreichen wir dann auch noch die für uns reservierte Lodge, die für unseren Geschmack noch schöner gelegen ist. Mitten in einem dichten Dschungelwald befinden sich die einzelnen Häuschen direkt am See. Auf den Bäumen tummeln sich Affen, Sina entdeckt auf dem Weg zum Pool einen Waran. Die Anlage der Lodge ist der schlichte Wahnsinn. Da das Ganze ja nicht unserem üblichen Reisestil entspricht, ist es für uns unglaublich und entsprechend geniessen wir natürlich die Umgebung.

 

26.07.08 Kampala – Queen Elizabeth NP
Schon wieder starten wir bei Dunkelheit aus unseren Betten und es geht ab zur Pirschfahrt. Aber anders als in der Serengeti kann man das hier als Pirschralley bezeichnen. Unser Fahrer kurvt mit Vollgas über sämtliche Pisten des Nationalparks und nur durch Zufall entdecken wir das ein oder andere Tier, Wasserbüffel, Antilope, eine Löwin beim Jagen und Nilpferde, direkt in einem Fischerdorf sind zu sehen. Die Fischer fahren mit ihren Booten ca. 10 m an den Tieren vorbei. Doch wie schon so oft bemerkt, lassen sich die grossen Tieren von den Menschen nicht wirklich stören. Im Dorf kommen wir auf die blöde Idee, einige unserer zuviel mitgebrachten Süssigkeiten zu verteilen. Dies artet fast in einer Rauferei zwischen den vielen Kindern aus. Nach dem Besuch im Dorf geht es vorbei an zahlreichen Fahrrädern, die riesige Mengen von Bananen transportieren, an einigen Kraterseen und schlussendlich begegnen wir wieder einer Elefantenherde. Auch diese Herde hat Jungtiere, doch anders als in der Serengeti traut sich unser Fahrer nicht, an den Tieren vorbeizufahren. Scheinbar sind die Elefanten hier die Touristen nicht so sehr gewöhnt und können, um ihre Jungtiere zu schützen, aggressiv werden. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass diese Generation von Tieren noch eine massive Wilderei und Abschlachtung durch das Regime im Lande kennen. Gegen Mittag erreichen wir wieder unsere traumhafte  Lodge, wo wir einen Nachmittag am Pool geniessen. Am Abend machen wir dann noch eine gemütliche Flossfahrt am See, wo wir die wunderschöne Abendstimmung geniessen können und von dem dichten grünen Regenwald beeindruckt werden.

 

27.07.08 Queen Elizabeth NP – Kasese
Heute geht es nicht ganz so früh los. Nach einem gemütlichen Frühstück und einer letzten Runde im Pool geht es weiter nach Kasese, dem Ausgangspunkt für das Rwenzori Trek. Am frühen Nachmittag erreichen wir das Hotel und beginnen mit den Umpackarbeiten. Dann geht es noch einmal in die Stadt, um Regenschirme und Gummistiefel zu besorgen. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir noch nicht, dass die Gummistiefel einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände für dieses Trekking sind. Zum Abendessen sind wir dann wieder zurück im Hotel, wo uns ein wunderprächtiges Essen serviert wird. Wir haben bestellt eine Suppe, einen Salat, ein Steak und eine Pizza, da wir an diesem Abend nicht schon wieder so viel essen wollen. Die Bedienung hat die Bestellung nicht wirklich so aufgenommen. Es sind 4 Suppen, 4 Steaks, und 4 Pizzas gekommen – hurra, hurra wir sind wieder einmal vollgefressen ohne Ende. Mit vollen Bäuchen verkriechen wir uns ins Zimmer und können lange nicht einschlafen, da wir fast nicht liegen können mit unseren dicken Bäuchen.

28.07.08 Kasese – Nyabitaba Hütte (2651 m)
Das Frühstück verläuft etwas geregelter als das Abendessen, doch vor unserem Fenster ist die Stimmung und das Wetter etwas düster. Wir fahren noch ca. 15 km bis zum Eingang des Nationalparks, wo wir unsere Guides, Träger und Küchenmannschaft zugeteilt bekommen. Natürlich dauert es wieder eine Weile, bis alles registriert ist, die Lasten verteilt sind und wir unsere Wanderstöcke und Regenhose für Anita organisiert haben. Da wir mit 2 Kindern unterwegs sind, wollen uns die Ranger 2 Extraträger mitschicken. Da ich Silas selber trage und der Meinung bin, dass Sina das Trekking alleine schafft, verweigere ich die Träger, worauf ich schon die ersten Anstände mit Anita bekomme. Auf dem Weg durch das Dorf leihen wir uns noch Steigeisen für die Besteigung der Margherita aus und dann geht es los in den feucht-heissen Regenwald. Schon nach einer halben Stunde erreichen wir den ersten Registrierungspunkt und die ersten Probleme bezüglich Kinder im Rwenzori tauchen auf. Die Ranger sind sehr bedacht auf die Gesundheit der Kinder und aus diesem Grund ist es vom Rwenzori Mountain Service und vom Headquarter des Nationalparkes nicht erlaubt, Kinder unter 15 Jahren auf dieses Trekking mitzunehmen. Da wir aber von unserer Agentur andere Informationen erhalten haben, bestehen wir darauf, weiterzugehen. Nach einer weiteren halben Stunde Fussmarsch erreichen wir diverse Informationstafeln über das Gebiet und unser Führer klärt uns hervorragend über den Verlauf des Trekkings auf. Währendessen tauchen wieder 2 Ranger auf, die eine schriftliche Bestätigung verlangen, dass wir die Kinder auf eigenes Risiko mitnehmen. Dies ist relativ schnell erledigt und es geht über schmale Fusswege vorbei an grünen Abgründen, durch ausgetrocknete Flussläufe und über verwegene Holzbrücken Richtung Lager 1. Auf halbem Weg erreichen wir einen Lunchplatz, wo wir unsere megafetten Pommes und Hendln herunternagen. Während des Essens taucht dann noch der Direktor des Nationalparks im Anzug und Krawatte auf, um uns erneut zu belehren, dass es gefährlich sei, mit Kindern in so grosse Höhen zu gehen. Dezidiert wird darauf hingewiesen, dass es von Seiten des Nationalparks nicht erlaubt ist, dieses Trekking mit Kindern zu machen. Erneut müssen wir ein Formular anfertigen und unterschreiben. Nun sind wir endgültig frei und dürfen tun und lassen was wir wollen. Nach weiteren 2 h Fussmarsch durch üppig grüne Wälder erreichen wir die erste Hütte auf einem Bergrücken. Feuchte, Kälte und Nebel machen sich breit. Ausser uns sind noch 2 weitere Österreicher, 2 Franzosen und 2 Norweger am gleichen Lagerplatz. Sina kann die erste Etappe problemlos erledigen und während der Koch das Essen bereitet, laufen unsere beiden Minis wie verrückt im Lager umher. Noch bevor das Abendessen kommt, beginnt es zum ersten Mal richtig zu regnen. Nach dem Essen verkriechen wir uns schnell bei Kerzenlicht in unsere Schlafsäcke.

 

29.07.08 Nyabitaba Hütte – John-Matte-Camp (3505m)
Obwohl es in der Nacht sternenklar war, starten wir bei strömendem Regen. Entsprechend motiviert war Anita und auch Silas bekommt die erste Krise als wir ihn in die mit Regenschutz eingehüllte Kraxe verpacken. Bewaffnet mit Schirmen machen wir uns bei strömendem Regen auf den Weg zum nächsten Lagerplatz. Es folgen 7 h Marsch in Gummistiefeln. Am Beginn geht es schon durch Schlamm und Morast steil bergab und über die stark mitgenommene Hängebrücke queren wir den Mubuku Fluss. Auf der anderen Seite des Flusses geht es dann extrem steil über Schlamm und Sumpf nach oben. Sina kämpft sich auf allen Vieren durch den Gatsch, während Anita die ersten Bedenken über die Machbarkeit dieses  Trekkings äussert. Silas motzt von Zeit zu Zeit aus der Kraxe. Nachdem wir den feuchten mit Flechten und Moosen bedeckten ersten Bergwald hinter uns lassen, erreichen wir eine Bambuszone. Wir kreuzen einige Bäche und versinken knietief im Schlamm. Kurz vor dem Camp geht es dann durch extrem dichten Wald über morastige Holzreste, vorbei an grundlos tiefen Sumpflöchern weiter. Ein Fehltritt und der Gummistiefel ist weg. Froh und in der Hoffnung, dass der nächste Tag ohne Regen verläuft, erreichen wir die Hütte. Sina kann auch diesen Tag mehr oder weniger problemlos bewältigen. Sie ist zwar bis zur Brust voll Gatsch und die Überhosen haben mehr Schlamm auf der Innenseite als aussen, aber sonst fehlt nichts. Auf der Hütte geben die beiden Kinder wieder Vollgas. Unser Koch bereitet zum 2. Mal Bohneneintopf und als Nachspeise Früchte zu. Nachdem das Lunchpaket nur aus 2 Toastscheiben und einer Scheibe Tomate besteht, freut man sich dann umso mehr auf das Abendessen. Wir beziehen unser sehr spärlich eingerichtetes Lager und verkriechen uns aufgrund der feuchten Kälte schnell in unseren Schlafsäcken.

 

30.07.08 John-Matte-Camp – Bujuku Hütte (3962m)
Wir starten ohne Regen in den heutigen Tag. Auch der Weg ist anfangs etwas besser als gestern. Am Anfang müssen wir zwar einen Bach ohne Brücke überqueren, aber dann geht es über super hergerichtete Stege über die Lower Bogs (Sumpfgebiet). Schon bald geht es wieder steil bergauf, aber zum Glück nicht ganz so schlammig wie gehabt. Bald kommen wir im Hochplateau an und kämpfen uns ohne Steg über die Upper Bogs. Bogs sind Grasbüschel, die vereinzelt aus dem Sumpf herauswachsen und die einzeln die Möglichkeit geben, ohne Versinken durch den Sumpf weiterzukommen. D.h. man springt von einem Grasbüschel zum andern und hofft, nicht auszurutschen oder vorbei zu springen. Falls man das nicht schafft, endet die ganze Sache ausgesprochen schlammig und nass. Nach diesem 2. Hochplateau geht es dann noch einmal ziemlich steil hinauf, wo Sina dann die erste Krise kriegt. Nach dieser Steilstufe erreichen wir den Lake Bujuku und der Schlamm und Sumpf wird wieder unerträglich. Sina versinkt fast bis zum Bauch und muss über eine Passage kurz von einem Träger getragen werden. Total verdreckt erreichen wir das nächste Camp. Schnell ist der Schlafplatz mit unseren Schlafsäcken eingerichtet und ich mache mich auf den Weg, unsere Kleidung an der nahen Wasserquelle zu waschen. Im Anschluss kommen zum ersten Mal ein paar Sonnenstrahlen durch und man kann etwas von der Umgebung erkennen. Doch schnell ist die Kurzvisite der Sonne vorbei und der schon gewohnte Nebel zieht wieder auf. Damit wird es auch schnell wieder feucht und kühl und entsprechend schnell verziehen wir uns nach dem Abendessen in die Schlafsäcke.

 

31.07.08 Bujuku Hütte – Margeritha Peak (5109m) / Ruhetag
Für die Kids und Anita gibt es einen Ruhetag auf der der nicht sehr schönen und grauslichen Hütte, während ich mich mit Johnson, unserem Guide, auf den Weg zur Margeritha Spitze mache. Am Anfang geht es wie schon gewohnt durch extremen Sumpf. Diesmal leider ohne Gummistiefel, dafür mit Knöchel hohen La Sportive Schuhen. Dementsprechend gefinkelt verläuft die Suche nach Grasbüscheln und dementsprechend anstrengend ist es, wenn man von einem rutschigen Grashaufen zum anderen hüpft und dabei nicht im Schlamm versinken will. Überraschenderweise scheint heute während der ersten 2 – 3 h die Sonne und man kann relativ viel von der Gegend sehen. Wir kommen recht schnell voran und schon nach 2 ½ h sind wir auf der Elena Hütte. Nach einer kurzen Pause geht es über felsiges Gelände leicht schneebedeckt Richtung Gletscher weiter. Gerade rechtzeitig, bevor es wieder endgültig zuzieht, erreichen wir das Stanley Plateau und dann ist es Schluss mit der Sicht, dichter Nebel hüllt wieder alles ein. Auch über die größte geschlossene Gletscherfläche kommen wir schnell voran und schon bald stehen wir mit 5 weiteren Guides und 12 Koreanern am Gipfel der Margeritha, dem höchsten Punkt Ugandas. Der Abstieg erfolgt über eine andere Route fast direkt und gerade nach unten über den gewöhnlichen Schlamm und Sumpf. Gegen 14:00 h sind wir bei strömendem Regen zurück im Lager. Es folgt ein feucht frostiger Nachmittag mit ersten Diskussionen über den Weiterweg des Trekkings. Zum Abendessen gibt es zur Abwechslung wieder einmal Bohneneintopf wie täglich.

 

01.08.08 BusukiHütte – Scott-Elliott Pass (4372m) – Kitandara Hütte (4023m)

Der heute Tag beginnt wieder mit strömendem Regen und die erste Krise von Anita zeichnet sich ab. Sie möchte umdrehen. Doch da wir schon die Hälfte des Weges haben, kann ich sie zwar nicht wirklich davon überzeugen, die Runde fertig zu machen, doch setze ich meinen Willen durch. Auch Silas motzt ziemlich, als er wieder in die Kraxe muss. Nur Sina startet tapfer in diesen Tag. Doch der Regen wird immer ärger und auch die sumpfige und morastige Landschaft und der extrem schlammige Weg macht es für sie nicht einfach. Nach einer Stunde gibt sie auf und bekommt die totale Krise. Sie will weder weitergehen noch getragen werden. Es braucht einiges an Geduld von Anita – denn meine reicht nicht aus – um sie davon zu überzeugen, dass es für alle besser ist, wenn sie sich ein Stück tragen lässt. Es folgt ein extrem steiler und nasser Anstieg zum Pass. Durch die Tränen von Sina wird bei den Trägern Panik ausgelöst. Alle waren der Meinung, dass Sina Höhenprobleme hat und so gab es einen mega Marathon ohne Pause bis zur nächsten Hütte. Diese erreichen wir schon nach 5 h. Landschaftlich wäre diese Etappe sicher wieder einzigartig, aber aufgrund des Regens und des Nebels können wir leider wieder nicht sehr viel sehen. Am Pass hat sich das Wetter etwas gelichtet und wir können kurz den Mt. Baker sehen. Auch der ein oder andere Tiefblick zu den Kitandara Lakes war zu ergattern. In der Hütte angekommen dauert es keine 5 Minuten bis Sina im Schlafsack aufgewärmt ist und die beiden springen quietschfidel durch das Lager und belästigen den Koch. Die Essensvorräte neigen sich langsam dem Ende zu, der Tee und die Milch ist schon aus und das Abendessen gestaltet sich wie immer als Bohneneintopf. Dieses Mal ausnahmsweise mit Nudeln anstatt mit Reis. Nach dem Abendessen verkriechen wir uns wieder bei Kerzenlicht in unsere Schlafsäcke.

02.08.08    Kitandara Hütte – Freshfield Pass (4282m) – GuyYeoman Camp (3505m)
Der Weg zeigt sich auch heute sehr kinderunfreundlich. Es geht extrem steil und schlammig Richtung Freshfield Pass. Der Sumpf und die Steilheitmachen es für Sina unmöglich, selber zu gehen. Widerwillig lässt sie sich auch auf dieser Etappe tragen. Wieder geht es mit einem Megamarsch über den Pass. Oben angekommen lichtet sich der Nebel für ein paar wenige Augenblicke und man kann bis in den Kongo sehen. Gleich steil wie es auf der einen Seite heraufgegangen ist, geht es nun durch Bäche und Sümpfe wieder nach unten. Heute schaffen auch wir Erwachsenen es, dass wir bis zum Bauch im Schlamm versinken.Der Weg und die Witterungsverhältnisse sind wirklich extrem und das obwohl zurzeit Trockenzeit sein soll. Nach 6 Stunden erreichen wir das nächste Camp. Völlig durchnässt vom Regen und komplett verschlammt kommen wir an. Wieder gibtes für ca. 10 Minuten Sonnenschein. Doch das reicht nicht wirklich, um unsere Sachen zu trocknen. Die letzten Essensvorräte werden verkocht und da es heute extrem ungemütlich und feucht ist, verkriechen wir uns noch früher als üblich im Schlafsack. Wenn das Wetter nicht ganz so schlecht wäre und man etwas mehr sehen könnte, wäre sicher auch diese Etappe landschaftlich wieder sehr schön gewesen.

03.08.08 GuyYeoman Camp bis Gate / Kasese
Der letzte Tag beginnt wie immer mit Regen. Nach dem Frühstück, bestehend aus einer Scheibe Toastbrot und Porridge, geht es nach unten. Nach unten im wahrsten Sinne des Wortes. Bei uns würde diese Etappe stellenweise locker alsCanyoning Tour durchgehen. Ausrutschen ist nicht erlaubt, denn wer hier ausrutscht, ist das letzte Mal ausgerutscht. So ist es auch an diesem Tag für Sina nicht immer möglich, selber zu gehen. Neben wunderschönen Wäldern, Flüssen und Bambuswäldern sehen wir heute Cameleons, Affen und eine Art Rehbock. Der ewige Sumpf und knietiefe Schlamm zermürben Anita ein wenig. Die Motivation sinkt auf den 0–Punkt. Sumpf, Sumpf, Schlamm, Regen, Sumpf und noch einmal Sumpf, irgendwann kommt der Punkt, wo einem alles egal ist und man sich nur noch ein Stück trockener Weg wünscht. Am frühen Nachmittag schliesst sich dann der Kreis und wir erreichen wieder unseren ersten Übernachtungsplatz. Alle Träger, der Koch und Guide warten versammelt auf uns. Es gibt noch einen letzten Bohneneintopf und dann werden die Trinkgelder verteilt. Die erste Tagesetappe im Abstieg geht dann ruckzuck und schon bald lassen wir den dicht grünen und nassen Regenwald hinter uns. Noch bevor wir das Gate erreichen, kommt uns unser Fahrer entgegen und wir können unseren verschlammten und nassen Sachen ins Auto verladen. Schnell haben wir aus dem Park ausgechecked und unsere Gummistiefel, Regenschirme und sonstigen Kleidungsstücke an unsere Träger verteilt. Auch die Rückfahrt zum bekannten Hotel geht schnell vorbei und wir geniessen alle ein Vollbad in zwei Durchgängen. Zuerst kommt die erste Schlammschicht weg und im zweiten Durchgang kommt die Tiefenreinigung. Für Sina ist es der grosse Tag, endlich kommt der Gips weg. Dies gestaltet sich allerdings schwieriger als erwartet. Der Kunststoffgips lässt sich nur sehr schwer entfernen. Bewaffnet mit Schere und Taschenmesser sind wir das Ding nach einer Stunde Kampf in der Badewanne los. Was herauskommt ist eine abgemagerte Biafrahand mit Ausschlägen. Aber Sina ist sehr froh, den Gips endlich los zu sein und beginnt schnell, den Arm zu strecken und beugen, mehr oder weniger problemlos und schmerzfrei. Dieses Mal schaffen wir es, in diesem Hotel tatsächlich das Abendessen in den richtigen Portionen zu bestellen. Im Anschluss geht es zurück aufs Zimmer, wo wir die verdreckte Kleidung sortieren und für die Rückreise nach Kampala packen.

04.08.08 Kasese- Kampala
Nach einem gemütlichen Frühstück steht Ali unser Driver schon bereit und wir verlassen Kasese pünktlich um neun Uhr. Zu Beginn verläuft die Fahrt nach Fort Portal noch durch hügeliges Gelände und schon bald erreichen wir unendliche Teeplantagen. Wie schon vom Trekking gewohnt, verläuft auch diese Fahrt ohne Pause und wir erreichen Kampala gegen 16:00 h. Die Arrangements mit der Agentur vor Ort verlaufen nicht ganz so glatt wie geplant und wir fallen um einige Leistungen um. D.h. wir trennen uns von der Agentur und beziehen ein nettes kleines Hotel in Zentrumsnähe. Zum Abendessen gibt es chinesisch, leider wieder einmal viel zu viel.

05.08.08 Kampala
Nach einem gemütlichen Frühstück im Garten – glücklicherweise ohne Regen– werden wir vom Hotel darauf hingewiesen, dass heute keine Zimmer mehr frei sind. Doch schnell ist ein anderes Zimmer organisiert. Fast gleichzeitig schaffen wir es, einen Jeep für die nächsten 14 Tage zu organisieren und es gelingt uns auch tatsächlich, ein Gorilla Permit für den 16.8 zu ergattern.Normalerweise muss man für diese Permits 1 – 2 Jahre im Voraus reservieren. Nachdem wir das Hotel gewechselt haben, können unsere Kinder endlich wieder einmal in einen „Winni Pool“, wie Silas so schön sagt, schwimmen. Den Nachmittag verbringen wir in Kampala mit Geld wechseln, Internet und einer Gospel Messe. Dann gibt es noch eine Pizza und es geht retour ins Hotel. Seit der Ankunft im Hotel sind wir nun beschäftigt, unsere Tagebuchaufzeichnungen nachzutragen.

06.08.08 Kampala
Auch der heutige Tag geht soweiter, wie der letzte geendet hat. Nach einem guten Frühstück sitzen wir nun schon den ganzen Vormittag am Laptop. Aber es hat sich gelohnt – wir haben es geschafft. Wenn unsere Kinder den Mittagsschlaf beendet haben, geht es ab in die Stadt auf eine Geburtstagsrundtour für Anita und morgen verlassen wir Kampala wieder auf unseren eigenen 4 Rädern, wenn auch nur gemietet. Wir planen unsere Weiterreise Richtung Jinja, Mt. Elgon, Murchinson Nationalpark, Semliki Nationalpark und schlussendlich Bwindi Nationalpark, wo wir die Berggorillasbesuchen. Da die Internetverbindungen in diesem Land sehr schlecht sind, könntees sein, dass unser nächstes Update erst von zu Hause aus folgt.Voraussichtlich erreichen wir Österreich wieder am 23.8.08.