Bergführer/Keck/alpinist Nanga Parbat1

 

 

 

Nationalitäten
Alpinistenteam: 1 Deutscher, 2 Schweizer, 1 Italiener, 5 Österreicher

Bergführer:
Reiner Bircher Deutschland, Stephan Keck. Österreich

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31.05.2006 – Bericht 1

Wir sind am 21.05.06 von München über Doha nach Islamabad geflogen. Am 22.05 erreichten wir pünktlich um 7 Uhr die Hauptstadt Pakistans. Der erste Tag geht voll damit auf, Ausrüstung im Lager von ATP, unserer Agentur vor Ort, zu kontrollieren und zusammenzustellen. Am 23.05 fand das Briefing beim Alpinclub Pakistan und das Briefing beim Militär wegen des Rettungshubschraubers statt. Beide sind problemlos verlaufen. Ausserder 40 ° plus war also alles bestens. Am 24.05 15 Stunden Fahrtnach Chillas über den Karakorum Highway.

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Wir kamen an den vielen zerstörten Dörfern des letzten Erdbebens vorbei. Viele Hilfsorganisationen habe ihre Lager aufgestellt, aber es herrscht nach wie vor ein Bild der Zerstörung und des Chaos. Trotzdem strahlen die Menschen dort immer noch eine Zufriedenheit aus, von der viele bei uns zu Hause nur träumen können. Am 25.05 wurde das gesamte Gepäck unseres 13-köpfigen Teams auf 89 Trägeraufgeteilt. Faul an der Sache war eigentlich nur, dass ca. 200 Träger da gewesen sind und auf Arbeit gehofft haben. Im Gegensatz zum Baltorogebiet, wo ca. 50 Expeditionen zu verschiedenen 8000ern unterwegs sind, gibt es hier nur zwischen 5 und 8 Expeditionen im Jahr. Dementsprechend gross war auch der Andrang der Träger. Das Verteilen der ganzen Lasten dauerte fast den ganzen Tag und dann fuhren wir noch ca. 2 Std. mit einem Jeep zum ersten Zeltlagerplatz in Diamir Rai. Am 26.05 um 6 Uhr gingen wir los und passierten noch einige Dörfer auf dem Weg ins Diamirtal. Grosse Hitze und extrem staubige Wege waren unsere Begleiter auf unserer ersten aktiven Etappe. Um ca. 14 Uhr erreichten wir einen Lagerplatz mit einer Quelle, sprich trinkbarem Wasser. Am 27.05 gingen wir weitere vier Stunden bis zum nächsten Lagerplatz. Mittlerweile wurden die Temperaturen etwas angenehmer und auch die Vegetation wurde üppiger;schöne Birkenwälder und grüne Wiesen lösten die wüstenartige Tieflandschaft ab. Der Lagerplatz lag nun bereitsauf 3800m eingebetet zwischen der Gletschermoräne und steilen Granitwänden. Am 28.05 starteten wir die letzte Etappe ins Base Camp und schon um 10 Uhr erreichen wir bei schönstem Wetter das BC auf 4250m. Eine grüne Wiese mit Ziegen, Pferden und Hühnernam Fusse der 4000m hohen Diamirflanke. Für mich ist das sicherlich der schönste Basislagerplatz, den ich je an einem 8000der erlebt habe. Bis alle Zelte aufgestellt waren und das Lagereingerichtet war, ging der Tag schnell vorbei. Am 29.05 wurden die gesamte Hochlagerverpflegung sowie die Ausrüstung aufgeteilt undam Nachmittag machten wir einen kleinen Akklimatisationsrundgang. Reiner ist mit einem Teil der Gruppe Richtung Lager I bis zumGletscheranfang gegangen. Ich bin mit Gianni auf den Hausberg, ca.5000m, unseres Lagers gegangen.

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Im Basislager sind bereits 2 weitere Expeditionen da; eine österreichische Bergführer-Expedition unter der Leitung von Wegmair Gerhard und ein amerikanischer Bergführer mit einem deutschen Gast. Die Öesterreicher sind bereits seit 14 Tagen da und haben schon den gesamten Weg von Lager 1 zu Lager 2 mit Fixseilen versichert. Wie üblich auf solchen Bergen hatten wir dann am Nachmittag noch ein Treffen unter allen Expeditionen und haben dabei die weitere Vorgangsweise am Berg abgeklärt. Zum Glück ist mit allen bis jetzt im Basislager vertretenen Gruppen sehr gut zusammen zu arbeiten. In diesem Zuge möchte ich gerne erwähnen,dass Gerhard Wegmaier und seine Kollegen bereits einen wesentlichenTeil der Arbeit am Berg verrichtet haben und für uns die Sache damit um einiges angenehmer wird. Danke an das gesamte Team der österreichischen Bergführer.

Am 30.05 stieg unsere gesamte Gruppe zum Lager I auf. Wir konnten auf ca. 4920m 7 Zelte aufstellen und haben bereits 550m Seil oben sowie 4 Flaschen Notfallsauerstoff. Es ging allen recht gut und wir waren schon um 2 Uhr wieder im BC bei einer guten Jause. Für den 31.05 ist ein Ruhetag geplant, um genug Kraft zu sammeln für den weiten Weg ins Lager 2. Die Verhältnisse zwischen Lager 1 und Lager 2 sollen sehr hart sein. Auf mehr als der Hälfte des Wegeserwartet uns blankes blaues Eis.

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08.06.2006 – Bericht 2

Nachdem wir das Lager 1 eingerichtet hatten, gab es am 31.05.06 einen Ruhetag für alle. Das Wetter war sehr wechselhaft und es schneite fast ein wenig. Am 01.06.06 stieg die gesamte Gruppe mit dem restlichen Hochlagergepäck ins Lager 1 auf – da es bis jetzt untertags bis Mittag immer sehr heiss war, haben wir den Start des Aufstiegs auf den Nachmittag verlegt. Inzwischen benötigen wir für die fast 900m Aufstieg nur noch 2 Std., das heisst, wir haben uns ganz gut an die Höhe von 5000 m angepasst. Alle, ausser einem Teilnehmer, erreichten das Lager 1 bis 17 Uhr. In der Nacht auf 02.06.06 hat es etwas geschneit, doch um 6 Uhr ist es klar und wolkenlos. Wir beschlossen, ins Lager 2 aufzusteigen, um dort die Zelte aufzustellen. Nach 6 Stunden erreichten wir über die gutversicherte Route das Lager 2. Die Löwrinne ist durchwegs extremsteil, doch durch den Neuschnee hatten wir guten Trittschnee und kamen gut voran. Die Kingshoferwand ist eine Geschichte für sich. Tausende Meter altes Fixseil, Aluleitern und sonstiger Müll hängen in diesen gut 100 m Fels. Die Kletterei auf fast 6000m ist auf jedenfall trotz aller Hilfsmittel nicht ganz ohne. Alle, bis auf 4 Teilnehmer, erreichten Lager 2.

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Doch damit ist noch nichts getan – um einen Zeltplatz aus dem Eis zu schlagen, benötigt man 4  Std. Der Platz ist sehr klein und wir mussten 5 bis 7 Zelteunterbringen. Fast ein Ding der Unmöglichkeit bei den Verhältnissen dieses Jahr und bei den viel zu grossen Zelten,die wir mit haben. Um 16 Uhr verliessen wir Lager 2 und hatten bis dahin nur 3 Zelte stehen und drei weitere Plattformen halb fertig. Das Abseilen bis ins Lager 1 ging innerhalb von 1 Std. problemlos und um 19 Uhr – nach einer kurzen Ess- und Trinkpause – waren wir alle wieder im BC. Am 03.06.06 war Ruhetag im BC und damit begann auch eine längere Schlechtwetterphase. Am 04.06.06 am späten Nachmittag stiegen wir bei Schlechtwetter wieder ins Lager 1 auf, um eine bessere Akklimatisation zu erlangen. Am 05.06.06 stiegen wir nach einer ruhigen und gemütlichen Nacht auf fast 5000m zum Mittagessen wieder ins BC ab. Es schneite fast den ganzen Tag und bis zum Abend hatten wir fast 20 cm Neuschnee im BC – das legte fast unsere Elektronik lahm, denn die Solarzellen brachten so natürlich nicht mehr die gewünschte Leistung. Am 06.06.06 schneite es schon wieder fast den ganzen Tag und nach dem obligatorischen BC-Kartoffelsalat, den ich nun als Standartgericht auf jeder Expedition eingeführt habe, machte ich mich am Nachmittag mit Gianni wieder ins Lager 1 auf. Der Rest der Gruppe weiss noch nicht genau, was sie machen wollen. Der Wetterbericht ist für den Rest der Woche eher schlecht, das heisst bis Freitag (9.06) wechselhaft. Für das Wochenende sind wieder ergiebige Schneefällegemeldet. Das heisst für uns abwarten. Um wieder ins Lager 2 durch die Löwrinne aufzusteigen, brauchen wir zumindest 1 Tag Schönwetter, bzw. keinen Niederschlag, da die Lawienengefahr sonst zu gross ist. Wir werden nun die nächsten Tage  im Lager 1 verbringen, um uns die Situation aus der Nähe anzuschauen und eine bessere Akklimatisation zu erlangen.

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10.06.2006 – Bericht 3

Am späten Nachmittag des 6.06.06 sind wir – Gianni, Andi, Michael und ich aufgebrochen, um einmal mehr Lager 1 zu erreichen. Schon beim Abmarsch hatten wir 15 cm Schnee und als wir im Lager ankamen, hatten wir ca. 1,5 Std. Arbeit,um die Zelte halbwegs freizuschaufeln. Im Lager 1 hatten wir ca. einen halben Meter Schnee. Eine Lawine ist ca. 50 Meter unter Lager 1 heruntergekommen, doch die Zelte stehen sehr geschützt und so ist nichts passiert. Nach dem Schneefall in der Nacht hatten wir am 7.06.06 den ganzen Vormittag Arbeit, die Zelte wieder freizulegen und aufzustellen. Bis jetzt ist noch nichts zu schaden gekommen. Am Nachmittag ist dann Rainer mit dem Rest der Gruppe gekommen und so haben wir alle eine weitere Nacht zur Akklimatisation auf fast 5000m verbracht.

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Am 8.06.06 zu Mittag waren wir wieder alle im BC angekommen. Es schneite ununterbrochen und es ist einstweilen auch keine Wetterbesserung in Aussicht.

 

10.06.2006 – Bericht 4

Am 9.06.06 war Ruhetag im BC und da am Vormittag das Wetter nicht allzu schlecht war, fand ein allgemeiner Waschtag statt. Im BC ist inzwischen ein einzelner Italiener angekommen, der es leider auch gleich am ersten Tag zustande brachte, sein Zelt abzufackeln. Seitdem sucht er bei den verschiedenen Expeditionen im BC Unterschlupf. Am 10.06.06 war wieder prächtiges Wetter am Vormittag und das beflügelte einen Teil der Gruppe, nicht mehr an den Wetterbericht zu glauben. Wir beschlossen also, wieder einmal ins Lager 1 aufzusteigen. Während des Tages kamen zahlreiche Lawinenrund um das BC herunter, nur auf unserer Aufstiegsroute der Löweisrinne nicht. Es brach zwar zwei Mal ein riesiger Eisbruchin die Rinne und räumte damit das untere Drittel aus, aber von oben kam leider gar nichts. Während Rainer mit den meistenTeilnehmern ins Lager 1 aufbrach, sass ich noch 2 Std. mit dem Fernglas vor meinem Zelt und hoffte, dabei eine Entspannung in unserer Route zu finden. Bis 5 Uhr änderte sich absolut nichts und ich beschloss, unten zu bleiben und gegebenenfalls am Morgen um 3 Uhr mit den Trägern direkt aufzusteigen. Ausser Gianni und mir waren alle im Lager 1. Am 11.06.06 um drei Uhr morgens hatten wir starken Schneefall im BC und somit war kein Aufstieg möglich. Um ca. 9 Uhr waren wieder alle zurück im BC, es schneite fast den ganzen Tag. Es sind neun Koreaner angekommen und haben ihr Lageraufgestellt. Damit gab es wieder ein wenig Abwechslung, denn mit ihnen sind ca. 90 Träger gekommen. Am 12.06.06 gab es ausser der offiziellen Begrüssung der Koreaner  und viel Schneefall nichts Neues. Was das Wetter betrifft, hatten wir heute zum ersten Mal einen aktuellen Wetterbericht für die nächste Woche erhalten – und er besagte den Rest der Woche bis einschliesslich Freitag 100 % Luftfeuchtigkeit. Also, abwarten und Tschai (Tee) trinken.

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14.06.2006 – Bericht 5

Am 13.06.06 hatten wir einen weiteren Ruhetag im BC. Das Wetter war allerdings viel besser als erwartet. Am 14.06.06 erreichten zwei weitere Bergsteiger aus Venezuela das BC. Das Wetter war nun schon 2 Tage schön und die Situation am Berg entspannte sich langsam. Das Wetter am 15.06.06 war ebenfalls gut und auch für die nächsten Tage soll ein hoch für gute Bedingungen sorgen. Die Koreaner versuchten heute Richtung Lager II zu gehen, haben aber bald aufgegeben. Wir werden heute Nachmittag geschlossen ins Lager I aufsteigen und für morgen ist dann geplant, dass alle das Lager II erreichen. Auch die 5 Österreicher werden morgen Richtung Lager II aufbrechen. Ausserdem ist auch Tom mit seinem Gast und sicher auch ein Teil der Koreaner unterwegs, das heisst viel los in der Löwrinne. Der Wettkampf um die besten Zeltplätze in Lager II hat begonnen. Unsere weitere Planung sieht vor, am 16.06 Lager II zu erreichen, am 17.06 unsere Zelte und weitere 300m Fixseilzum Lager 3 zu bringen und dann zurück Ins L II, um zu schlafen. Am 18.06 wollen wir dann alle im Lager 3 schlafen und eventuell versuchen, ein Stück des Weges zum Lager 4 zu versichern. Wenn das Wetter hält, ist eine weitere Nacht im Lager 3 geplant und am 20.06 dann wieder alle retour ins BC. In shala, wenn der Plan aufgeht, sollten wir dann alle ausreichend akklimatisiert sein und die Vorbereitungen für den Gipfelversuch wären dann bestens.

 

26.06.2006 – Bericht 6

Am 15.06.06 hatten alle Lager 1 erreicht. Ein ziemlich grosser neuer Lawinenkegel ging bis ca. 100m unter unser Lager I. Das Wetter war sehr schön und allen Teilnehmern geht es gut. Die Lawinesituation scheint sich etwas entspannt zu haben. Am 16.06.06 war schon um 3 Uhr Tagwache. Da wir noch nicht genau wussten, was uns in der Löweisrinne erwartete, beschlossen wir, um 4 Uhr aufzubrechen, um genügend Reserven zu haben. Die ersten 300m normales Gehgelände wiesen schon knietiefes Spurgelände auf. Rainer war mit 5 Teilnehmern im vorderen Bereich unterwegs und versuchte die Fixseile frei zukriegen. Auf den ersten 300m war das unmöglich, da die Seile ca.1 m unter den frischen Lawinenkegeln verschüttet waren. Ab der ersten Felsinsel in der Löwrinne auf ca. 5300m tauschten wir die Hauptspurtruppe aus und gruben uns nach oben.

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Das gesamte Team war schwer gefordert – 50 Schritte gehen in bis zu hüfttiefem Schnee und dann noch das Seil herausziehen ist mehr als mühsam in dieser Höhe. Bis wir den Einstieg zur Kingshoferwand erreichten, wechselte das Wetter und es begann stark zu schneien. In der Wand gingen mehrere kleine Schneerutscher über uns nieder. Wenn man dann senkrecht auf den Frontzacken in der Wand steht und plötzlich für eine Minute in einer Schneewolke versinkt, bleibt einem ganz schön die Luft weg. Vom Ausstieg der Felsen bis zum Lager II waren es nur 50 Hm, aber das dafür 50 Grad steil und fast bis zur Brust im Schnee. Um dieses kurze Teilstück zu spuren, brauchten wir fast eine halbe Stunde. Fixseile waren leider auch keine mehr zu finden und so haben wir uns mit Bauchweh die letzten Meter zum Lager II gekämpft. Von unseren vorbereiteten Lagerplätzen und auch von den bereits aufgestellten Zelten war nichts mehr zu sehen. 1,5 m Neuschnee hatte alles unter sich begraben. Zwei Zelte der Österreicher und das Zelt von Rainer waren unter den Schneemassen zerbrochen und um die restlichen Zelte auszugraben, benötigten wir 4 Std. Erst am Abend um 18 h hatten wir alle Zelte stehen und begannen mit Wasserschmelzen und kochen. Nur durch eine gute Zusammenarbeit aller in unserem Team und der restlichen Bergsteiger, die heute unterwegs waren (4 österr.Bergführer und Tom mit seinem Gast ) sowie der starken Leistung unserer Hochträger war es möglich, dieses Lager heute zu erreichen. Am 17.06.06 hatten wir beschlossen, nach der harten Arbeit vom Vortag einen Ruhetag im Lager II einzulegen.

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Drei der österreichischen Bergführer versuchten, den Weg insLager III zu spuren. Auch unsere 2 Träger waren unterwegs Richtung Lager III, um dort Zelte aufzustellen. Nach 4 Std. mit bis zu bauchtiefer Spurarbeit bis auf ca. 6250m kamen alle wieder erschöpft ins Lager II zurück. Unsere Träger stiegen noch am selben Tag die ca. 150m bis zum Einstieg der Kingshoferwand ab, um die restlichen 4 Zelte unserer Teilnehmer aus einem Depot zum Lager II heraufzuholen. Schönstes Wetter herrschte den ganzen Tag über und nach der kurzen Erholungsphase beschlossen wir, am nächsten Tag Richtung Lager III ohne Gepäck den Weg zu öffnen. Am 18.06.06 schon um 6 Uhr ging es los. -15°C und leichter Wind machten die ersten Meter sehr mühsam. Die meisten hatten Probleme mit der Kälte. Die ersten 200m in der Spur vom Vortag gingen recht schnell, dann der erste Steilaufschwung und wieder neu spuren und Seile ausgraben. Auf  6500m erreichten wir die 2 Zelte der Österreicher; nur noch 5 cm ragten aus dem Schnee. Seit dem letzten Aufenthalt der Kollegen waren ca 1,5m Schnee gefallen und wie durch ein Wunder waren die Zelte noch ganz. Nach einer kurzen Pause versuchten wir den Weg Richtung unseres geplanten Lager III fortzuführen. Es fehlten noch 300 Hm in hüfttiefen Schnee Spurarbeit. Wir wechselten nach allen 30 Schritten den Spurer aus und kamen so in 3 Std. auf fast 6750m. Die letzten 100m Querung wiesen dann wieder sehr viel Schnee und sehr steiles Gelände auf, auch das Wetter hatte inzwischen wieder gewechselt und es herrschte so gut wie keine Sicht und Schneefall. Gianni spurte die letzten Meter bis ins Lager III und Rainer und ich beschlossen aufgrund der Lawinengefahr, die restlichen Teilnehmer zurück zuschicken. Rainer drehte mit allen bei inzwischen sehr schlechtem Wetter um. Die 2 Hochträger und ich gingen in sehr grossen Sicherheitsabständen die letzten Meter hoch und stellten ein Depotzelt auf. 4 Zelte wurden gelagert, etwas Essen und Gas und dann ging es auf dem schnellsten Weg retour bis auf 6500m. Beim Österreicherlager wurden wir dann noch auf  einen Tee eingeladen und dann ging es retour ins Lager II. Alle waren müde, aber in guter Verfassung. Die Meinungen gingen auseinander, ob man am nächsten Tag noch einmal aufsteigen soll oder um dem Köper einen Erholungsphase zu geben, absteigen. Unsere 2 Trägerstiegen stiegen ab bis ins BC. Alle Teilnehmer blieben im LII. Am 19.06.06 gingen alle zurück ins BC und um 14 Uhr erreichten die letzten das Lager. Unsere österreichischen Freunde mussten aufgrund sehr grosser Lawinengefahr ihren Weg ins Lager IIII abbrechen. Starker Wind hatte die Situation zwischen 6500 und 7000m verschärft und ein weiterer Aufstieg in dieser Situation wäre unmöglich gewesen. Alle Teilnehmer sind abgestiegen und die Expedition ist somit abgebrochen. Der 20.06.06 war für uns ein Ruhetag und dieÖsterreicher brachen das Lager ab. Schade für alle,ein starkes Team reist ab – gute Zusammenarbeit am Berg und ein gemeinsames Ziel wurden durch die Schnee- und Lawinenverhältnisse zerstört. Für uns bleiben nun noch fast 20 Tage Zeit und wir hoffen nun auf schönes Wetter. Beim nächsten Aufstieg werden wir versuchen, den Gipfel zu erreichen.

 

03.07.2006 – Bericht 7

Am 21.06.06 um 4 Uhr morgens sassen wir alle halbverschlafen beim Frühstück. Die Rucksäcke waren gepackt für die nächsten 5 Tage. Voll motiviert, aber gemütlich, brachen wir bei sternenklarem Himmel auf Richtung Lager 2. Dank der guten Akklimatisation erreichten wir schon nach 6 Std. das 1800m höher gelegene Lager 2. Die Kletterei über die Kingshoferwand war zum ersten Mal ein Genuss, die gesamte Wand war trocken und eine richtig schön kombinierte Kletterei. Den Rest des Tages verbrachten wir mit kochen, essen und trinken. Am 22.06.06 lag Asis, unser Träger, mit schwerer Angina und hohem Fieber im Lager 2. Nachdem wir ihn mit Antibiotika  versorgt haben, beschlossen wir, beide Träger zurück ins BC zu schicken. Karim hat dann aber  zuerst noch 300m Fixseil ins Lager 3 gebracht, bevor sie dann gemeinsam abgestiegen sind. Wir sind alle mit schwerem Gepäck ins Lager 3 auf 6750m aufgestiegen.

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Während des Aufstieges hat das Wetter dann gewechselt und es hat zu schneien begonnen. Um ca. 16 Uhr hatten alle Teilnehmer das Lager 3 erreicht. In der Nacht hatte es ziemlich starken Wind gegeben und etwas Schneefall. Da der Wetterbericht für die nächsten Tage gut gemeldet hatte, beschlossen wir, am 23.06.06 einen Ruhetag in diesem Lager einzulegen und damit eine bessere Akklimatisation zu erlangen. Am Nachmittag sind wir dann noch aufgebrochen, um die Fixseile RichtungLager 4 auszugraben bzw. zu erneuern und die Spur für den nächsten Tag vorzubereiten. 4 Std. harte Arbeit bis auf eine Höhe von 7000m und der halbe Weg war vorbereitet. In der Nacht hatte es wieder sehr starken Wind gegeben, aber zum Glück keinen Schneefall. Am 24.06.06 wurden alle Zelte – bis auf ein Depotzelt- im Lager 3 abgebrochen und auf Lager 4 mitgenommen.

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Da unsere Träger ausgefallen waren, mussten alle ordentlich mit anpacken und so hatte jeder schnell einen Rucksack mit 20 kg beisammen. Auch beim Spuren und Fixseil ausgraben haben alle zusammengeholfen, sodass wir alle nach 6 Std das Lager 4 auf 7150m erreicht haben.

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Schönstes Wetter herrschte und der Gipfel war zum Greifen nahe. Alle waren motiviert. Das Lager 4 in der Bassinmulde war erreicht – wobei man nichts von einer Mulde sehen konnte, so richtig flach war es da nirgendwo. Wir beschlossen, am nächsten Tag um 1 Uhr den Gipfelversuch zu starten.

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Am 25.06 um 06 00 Uhr begannen wir mitSchneeschmelzen und uns im aufgeeisten Zelt langsam anzuziehen. Es war windstill und nicht so sehr kalt, ca. – 25 °C. Um ein Uhr standen alle voll angezogen bereit vor den Zelten. Im Rhythmus von 20 Schritten wechselten wir mit der Spurarbeit ab und kamen gut voran.Nach 2,5 Std. erreichten wir den Wandfuss des Gipfeltrapezes und querten unter den Felsen hindurch. Die 14-tägige Schlechwetterperiode machte uns dann doch noch auf 7350m einen Strichdurch die Rechung. Wir kamen immer mehr in die Flanke rein und mussten mehrere bis zu 45 Grad steile Schneerinnen queren. Unter einer 5 bis 10 cm starken Hartschneeschicht befand sich bis zuhüfttiefer Schwimmschnee, der sich durch die starken Winde abgelagert hatte. Nach mehreren Versuchen in verschiedenen Höhen das Gelände zu queren und mehreren Einblicken in die Schneedecke haben wir schweren Herzens beschlossen, aufgrund zu hoher Lawinengefahr abzubrechen.

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Bei solchen Verhältnissen würde ich zu Hause nirgendwo raufgehen und auch in Anbetracht eines möglichen Gipfelerfolges eines 8000ers steigt die Risikobereitschaft nicht ins Unermessliche für mich.

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Wir sind wieder in unser Lager 4 zurückgekehrt und haben beschlossen, bei Sonnenaufgang ins BC abzusteigen. 3000 Hm Abstieg sind nicht zu unterschätzen und so erreichten wir erst am Nachmittag Lager 2. Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter über die Loeweisrinne Richtung BC. Dabei ist uns ein gravierender Fehler unterlaufen. Wir haben die Erwärmung der letzten Tage unterschätzt und hatten während des Abseilens mit Stein-und Eisschlag zu kämpfen.

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Zum Glück ist nichts passiert und alle sind heil im BC angekommen. Am 26.06.06 hatte sich für einige Teilnehmer der Berg nun erledigt und sie haben abgeschlossen. Natürlich waren wir alle von den Strapazen der letzten Tage geschafft und mussten uns erst wieder von der Enttäuschung erholen. Wir hatten nun den ersten Ruhetag bei strömendem Regen. Am 27.06.06 hielt das Schlechtwetter an, es regnete immer wieder. Ein weiterer Ruhetag. Am 28.06.06 war das Wetter immer noch sehr wechselhaft und wir erholten uns im BC, indem wir faul herumlagen und so viel wie möglich Energie auftankten. Inzwischen blühen alle möglichen Blumen und auch die ersten Edelweisse waren zufinden. Am 29.06.06 versprach der Wetterbericht ab dem Wochenende wieder eine Stabilisierung und bis dahin haben wir noch Zeit für unsere Erholung. Dann werden wir einen weiteren und letzten Versuchstarten, den Gipfel zu erreichen.

 

09.07.2006 – Bericht 8

Am 30.06 hatten wir einen weiteren Ruhetag im BC, das Wetter war wechselhaft. Am 01.07 meldete der Wetterbericht für diesen und den darauffolgenden Tag noch viel Wind am Berg.

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Aber wir beschlossen trotzdem, am nächstenTage wieder zu starten. Noch einmal wurden die ganzen Sachen gepackt und wir waren voll motiviert, unsere letzte Chance zu nutzen. Am 02.07 um halb vier gab es Frühstück und dann brachen wir wieder auf Richtung Lager 2. Unser Team bestand dieses Mal nur noch aus 6 Leuten. Wir erreichten schon sehr bald Lager 1, das durch dieSchneeschmelze schon ziemlich in Mitleidenschaft gezogen war. Während  des Aufstieges begann es schon sehr stark zu schneien. 2 der Teilnehmer hatten starke Verdauungsprobleme und mussten im Lager 1 aufgeben. Der Rest ging über die inzwischen fast blanke Löweisrinne weiter ins Lager 2. Die Fixseile waren durch die Niederschläge alle vereist, aber das Wetter besserte sich zum Glück während des Aufstieges. Gegen Mittag erreichten wir dann das Lager 2. Den Nachmittag verbrachten wir mit Schnee schmelzenund essen. Auch im Lager 2 hatte die starke Sonneneinstrahlung die Zelte etwas schief gestellt und es war fast nicht mehr möglich, zu zweit halbwegs bequem zu schlafen. Wir vereinbarten mit drei anderen Bergsteigern, die schon im Lager 3 waren und mit einem unserer Teilnehmer, der sich ebenfalls schon in Lager 3 befand, dass sie am nächsten Tag versuchen werden, den Weg Richtung Lager 4 zu spuren und wir direkt ins Lager 4 kommen.  Am 3.7 um 8 Uhr morgens hatten wir noch einmal Funkkontakt ins Lager 3, die Nachrichten von oben waren nicht sehr gut – drei der vier Bergsteiger gaben auf und stiegen ab, nur Michael aus unserem Team versuchte, alleine den Weg zu spuren. Wir beschlossen trotzdem aufzusteigen. Starker Wind und Kälte behinderten uns auf den ersten paar 100Hm. Doch wir kamen recht schnell voran und erreichten schon nach 4 Stunden unser ehemaliges Lager 3 auf 6750m. Michael war in der Zwischenzeit schon die ganze Querung Richtung Lager 4 durch und machte Mittagspause. Unser Team wurde wieder etwas kleiner, da Rainer gesundheitliche Probleme bekam und sich ziemlich mies fühlte. Er beschloss abzubrechen. Nachdem wir die Schneeverhältnisse vor Ort beurteilt hatten und das Wetter wieder schlechter zu werden schien, beschloss ein weiterer Teilnehmer mit Rainer abzusteigen. Nun blieben nur noch Michael, der schon über 7000m war, Gianni, die 2 Hochträger und ich übrig. Für mich war zu diesem Zeitpunkt aber auch schon ziemlich klar, dass die ganze Arbeit wieder nur für eine Nacht im Lager 4 sein wird. Der Wind war inzwischen wieder viel stärker geworden und wir hatten uns weiter auf denWeg ins Lager 4 gemacht. Es war inzwischen fast 14 Uhr geworden und die Spur, die Michael am Vormittag gemacht hatte, war schon wieder zur Gänze vom Wind zugeweht und wir leisteten wieder von neuem Spurarbeit in der Querung zum Lager 4. Knietiefer Schnee macht dasVorankommen ziemlich mühsam – Michael funkte von oben und fragte nach dem Weiterweg. Die Sichtverhältnisse waren inzwischen fast null und es begann wieder zu schneien. Als wir eine Höhe von 7000m erreichen hatten, kam wieder ein Funk von oben – Michael meldete im Eingang zur Bazinmulde Schnee bis zum Bauch und er hält ein Weiterkommen für unmöglich. Wieder hatte sich oben ein windgepresster Deckel von ca. 5cm gebildet, der nichts tragen konnte und darunter war bauchtiefer Schwimmschnee. In der Zwischenzeit hatte es noch stärker zu schneien begonnen. Aufgrund der gefährlichenVerhältnisse beschlossen wir, unseren 2. Gipfelversuch schon vorerreichen des Lager 4 abzubrechen.

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Wieder wären Hänge bis 35 Grad Neigung zu queren, nur um Lager 4 zu erreichen und das ist bei dieser Schnee- und Lawinensituation für uns nicht vertretbar. Auf dem Rückweg ins Lager drei war die Spur erneut zugeweht, doch wir erreichten trotzdem recht schnell alle gemeinsam Lager 3. Wir beschlossen, so schnell wie möglich ins Lager 2 abzusteigen. Die Schneefälle wurden während des Abstiegesimmer stärker. Gegen 17 Uhr waren wir dann alle im Lager 2. Aufgrund der anhaltenden Schneefälle beschlossen wir, das gesamte Lager 2 noch am selben Tag zu räumen und zumindest über die Löweisrinne bis ins Lager 1 abzusteigen. Riesige Rucksäcke und ein zusätzlicher Seesack voll Ausrüstung waren nun über die Kingshoferwand und die gesamte Eisrinne abzutransportieren. Der Seesack erwies sich als nicht sehr transportfreundlich und so erreichten wir erst um 21 Uhr bei totaler Dunkelheit Lager 1. Wir haben die Sachen dann in diesem Lager deponiert und eine kurze Pause gemacht. Da dieses Lager zum Schlafen nicht mehr geeignet war, sind wir dann mit unseren schweren Rucksäcken noch weiter abgestiegen bis ins BC. Michael hatte irgendwo im Abstieg eine Biwaknacht verbracht und Gianni und ich erreichten um 23:30 das BC. Am 4.7 wurde noch das restliche Material vom Lager 1 heruntergeholt und wir hatten bereits mit dem Abbruch des BC begonnen.

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In den nächsten Tagen werden wir den Platz hier räumen und uns auf den Weg nach Islamabad machen.

Bergführer/Keck/alpinist Nanga Parbat24

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn alles gut geht, erreichen wir am Montag um ca.19 Uhr wieder München.

Am 5. 07 haben wir den ganzen Tag damit verbracht, alle Hochlagerzelte zu trocknen sowie die ersten Abbauarbeiten im Basislager durchgeführt. Am 6.07 sind wir zeitig am Morgen um 6:00 h aufgestanden und haben mit dem restlichen Abbau des Basislagers begonnen. Inzwischen waren auch schon die meisten Träger da und die Lasten wurden verteilt. Das ging für pakistanische Verhältnisse relativ zügig und schon um 10:00 h konnten wir das Basislager verlassen. Eine Verabschiedung bei den noch bleibenden Teams, der Bulgaren, Koreaner und Venezueler und dann machten wir uns endgültig auf den Weg nach Hause. Auf dem Abstieg teilte sich die Gruppe auf. Die meisten gingen über den Normalweg zurück bis  Ser, wo wir ein Zwischenlager errichteten. Ich konnte mit Manan auf der anderen Seite des Gletschers in sein Heimatdorf Nagadon gehen, wo er mich über die Lebensweise der Leute in diesem Tal bekannt machte. Nach einer Lagernacht in Ser begann am 7.07 der letzte Teil des Abstiegs Richtung Chilas. Je tiefer wir stiegen, umso heisser wurde es. Also hatte ich für mich beschlossen, sehr früh zu starten und war dann schon um 4:00 h losgezogen. Bereits um 10:00 h erreichten wir die Strasse nach Chilas, wo uns Jeeps in Empfang nahmen. Nach 2 h Fahrt waren wir wieder in Chilas. Bei 45 ° im Schatten war mein erster Weg in die Dusche, wo ich dachte, Abkühlung zu finden. Doch natürlich kann man sich das auch in einem guten Hotel in dieser Region bei diesen Lufttemperaturen nicht erwarten. Es war eine ausgesprochen heisse Dusche, aber trotzdem…endlich wieder sauber. Am 8.07 sind wir dann – um der Hitze zu entgehen – bereits um 4.00 h mit dem Bus Richtung Islamabad losgefahren. Trotz des frühen Aufbruches erreichten wir unser Hotel erst um 20:00 h. Die schlechten Strassenverhältnisse, verursacht durch das letzte Erdbeben – sind immer noch zu spüren. Am 9.07 hatten Rainer und ich noch das eine oder andere mit der pakistanischen Agentur zu erledigen, der Rest der Truppe hatte einen Ruhetag. Nach einem Abschlussessen im Hilton konnten wir noch das Endspiel der Fussball-WM auf unseren Zimmern anschauen. Am 10.07 flogen wir pünktlich um 7:00 h in Islamabad ab und erreichten um 19:00 h München. Wir wurden von Angehörigen unseres Teams herzlich empfangen und nach einer kurzen Verabschiedung machte sich jeder auf den Heimweg. Wir konnten unser Ziel leider nicht erreichen, hatten aber wieder einmal das Glück, alle heil nach Hause zurückkehren. Leider ist das nicht immer so. Während unserer Expedition, bzw. kurz nach unserer Rückkehr sind zwei Kollegen in den Bergen des Karakorum verunglückt.

Markus Kronthaler hat uns am 08.Juli 2006  nach dem Gipfelerfolg und um 06.00 Uhr morgens (Ortszeit) auf dem Broad Peak für immer verlassen.

Bergführer/Keck/alpinist Nanga Parbat25