Team:             Stephan Keck / Paul Gürtler

BCCrew:        BC Manager und Koch Purna Tamang

Ziel:                Dhaulagiri Normalweg
2er Team ohne Sherpa Unterstützung
Kein Sauerstoff
Schiabfahrt

French Col 5360m

12.04.

Startum 18:30 – Fahrt nach München. Nachdem wir alles verpackt haben, bringen uns Anita, Sina und Silas an den Flughafen. Es ist wie immer alles gut gelaufen, ausser, dass beim Auto der Turbo ausgefallen ist. Wir erreichen den Flughafen trotzdem pünktlich und es bleibt sogar noch Zeit für ein Interview mit den Netzathleten. Im Anschluss treffen wir noch Kollegen aus der Schweiz und Deutschland, die auf dem Weg zum Cho Oyu sind. Der Flug nach Abu Dhabi verläuft problemlos.

13.04.

Nach einigen Stunden Aufenthalt in Abu Dhabi verlassen wir den Flughafen pünktlich, doch beim Landeanflug auf Kathmandu kommen wir in ein schweres Gewitter und müssen 2 Std. kreisen. So viele Blitze aus der Nähe haben wir noch nie gesehen.Im Flughafen angekommen verläuft die Zollabwicklung wie immer problemlos und schon nach kurzer Zeit haben wir unsere Ausrüstung und verlassen den Flughafen bei totalem Stromausfall. Ausser, dass es stockdunkel ist, fällt den Jungs am Flughafen nur auf, dass wir ein Fahrrad ohne Sitz und Pedale dabei haben. Das ist unser Skyver, mit dem wir diverse Downhillstrecken bewältigen wollen. Wir wohnen dieses Mal mitten in Thamel und haben es dementsprechend einfach, noch ein offenes Restaurant zu finden. Es ist sehr warm hier und wir fallen müde ins Bett.

14.04.

Nach einem gemütlichen Frühstück geht es ab nach Thamel, um die letzten fehlenden Sachen zu besorgen. Pinkelflaschen, Reservepacktasche, Gebetsfahnen, Grusskarten…die Karten schreiben wir dann auch gleich im Innenhof einesKaffees. Um 13:30 geht es dann wieder zum Flughafen und wir fliegen weiter nachPokhara. Pokhara ist abgesehen vom Dreck, den es hier leider in den meisten grösseren Städten gibt, sehr nett. Wir machen einen Spaziergang am See und geniessen die Wärme. Es hat bestimmt +35°C. Im Moment läuft alles noch sehr gemütlich.Nach dem Abendessen haben wir noch die Gelegenheit von Internet und Skypegenutzt und dann geht es ab auf das Zimmer. Es ist drückend warm und ziemlichlaut – Autos , Motorräder, Discosound… Ab in die kalte Dusche und dann ins Bett. Morgen geht es dann weiter nach Jomson und von da endlich zu Fuss Richtung Dhaulagiri.

15.04.

Die Nacht war sehr schwül und um 5:00 h gab es dann den Wake- up-call. Nach einem kurzen Frühstück war unser Gepäck schnell verladen und dann ging es mit 2 Taxisweiter zum Flughafen. Jogendra von der nepalesischen Agentur hat bereits unsere Tickets und wir bekommen einen neuen Begleiter – Zering. Er ist der Kameramann für die Schweizer Gruppe. Am Flughafen erregt unserer Skyver wie schon üblich einiges an Aufsehen, was das Einchecken erleichtert, da das restliche Gepäck nur Nebensache ist. Der Flug von Pokara nach Jomson dauert nur 45 min und wir sind endlich am Ausgangspunkt. Jomson ist inzwischen auch durch eine Strasseerschlossen und ist ein sehr staubiges Nest. Purna erwartet uns schon amFlughafen. Unserer Gepäck wird auf einen Bus verladen und wir machen uns zu Fuss auf den Weg nach Marpha, bzw. Paul und Zering gehen zu Fuss und ich rolle. Nach halber Strecke überhole ich eine Mutter mit ihrer Tochter. Das Mädchen ist gleich begeistert vom Roller und fährt den Rest der Strecke mit mir mit. In Marpha angekommen kriegen wir zuerst einmal Mittagessen und haben dann genügend Zeit, den kleinen Ort anzuschauen. Die Strasse hat dem Ort nicht sehr gut getan, denn alle Touristen die aus Mustang oder von der Ansporn Runde kommen, steigen in Jomson in den Bus und lassen den Rest der Strecke aus. Somit werden wir fast in jeden Shop im Ort hineingeschliffen und natürlich haben wir aucheingekauft. Xi-Steine, Gebetsfahnen,… Am Nachmittag werden dann noch das Gepäck auf unsere Träger aufgeteilt und dann sind wir endgültig bereit zum Abmarsch. Die Nacht in Marpha ist vom Komfort her wesentlich schwächer als in Pokara, aber dafür ist das Klima hier schon wesentlich angenehmer.

16.04.

Nachdem Frühstück verlassen wir Marpha in Richtung Dhaulagiri BC. Am Anfang geht es noch einige Minuten durch den Ort, doch schon bald lassen wir die Zivilisation hinter uns und es geht in steilen Serpentinen nach oben. Die Landschaft ist abgesehen von einem recht guten Waldbestand sehr karg und wüstenhaft. Auch die Temperaturen sind sehr heiss. Einige Lizards queren unseren Weg und wir kommen gut voran. Gegen Mittag erreichen wir einen Lunchplatz auf ca. 3600m. Hier treffen wir einen einzelnen russischen Trekker mit seinem nepalesischen Team. Laut unserer Karte und unserem Höhenmesser kann es ja nun nicht mehr sehr weit bis zu unserem ersten Lagerplatz sein. Jak Karkha ist eine Alm auf ca  4000m, laut unserer Karte. Diesen Platz haben wir auch sehr schnell erreicht. Nur unser Team will noch etwas weiter hinauf, da es dort oben besser ist, um Wasserzu holen. So steigen wir entgegen allen Akklimatisationsgesetzen bis 4200m auf. Oben angekommen ist es schon etwas kalt und wir warten einige Zeit bis alle Trägerda sind. Das Lager steht schnell und nach einem guten Abendessen verkriechenwir uns müde in unseren Schlafsäcken.

Marpha: Ausgangspunkt für unseren Weg ins Basislager

17.04.

Für heute haben wir einen Ruhetag eingeplant. Die Nacht verlief trotz der Höhe sehr gut. Ich habe den Vormittag in der Sonne liegend verbracht, während Paul eineAkklimatisationsrunde gedreht hat. Nach dem Mittagessen hat sich das Ganze dann umgedreht. Unsere Träger haben den Tag genutzt, um Lasten vorauszutragen.

18.04.

Sehr früh starten wir Richtung Dhampus Pass 5258m. Die Landschaft ist hier sehr schön und wir sind, so wie es ausschaut, die einzigen Touristen, die diesen Weg gehen. Wir kommen gut voran und nach etwa 2 Std. sehen wir zum ersten Mal den Dhaulagiri vor uns stehen. Während des Tages ziehen immer wieder Wolken auf und die Sicht wird von Zeit zu Zeit etwas schlechter. Der Weg Richtung Dhampus Pass zieht sich in einem ewigen Auf und Ab. Gegen 14:00 h erreichen wir das Dhampus BC 5000m und sind wirklich froh, dass wir unser Tagesziel erreicht haben. Haben wir uns zumindest gedacht. Purna schlägt vor, dass wir noch 3 Std. weiter gehen und unser Lager in der Nähe des French Col aufschlagen. Somit würden wir einenTag später das BC Dhaulagiri erreichen und auch um 200 Hm tiefer schlafen können. Das klingt für uns sehr gut und wir machen uns auf den Weg. Eine Stundespäter um 15:00 h erreichen wir den Dhampus Pass auf 5258m. Es scheint die Sonne und es ist sehr warm, bis auf den Pass kamen wir fast schneefrei durch. Doch auf der NW Seite des Passes, Richtung Hidden Valley, liegt sehr viel Schnee und der Schnee trägt überhaupt nicht. Wir können aber von oben sehen, dass es eine Möglichkeit gibt, auf trockenes Gelände zu kommen und von da aus weiter abzusteigen. Das versuchen wir auch. Wir spuren ca. 300m hüfttief im nassen Schnee nach unten. Dafür benötigen wir fast 2 Std. Unten angekommen warten wir auf unsere Mannschaft. Langsam geht die Sonne weg und es wird unangenehm kalt. Wir sind nach wie vor fast auf 5100m. Unsere Träger brauchen auch sehr lange, um uns zu folgen: Mit 30 kg am Rücken und extrem schlechterAusrüstung ist das nicht unbedingt verwunderlich. Knapp vor Sonnenuntergang tauchen sie dann auf. Paul geht ihnen entgegen, um beim Tragen der Lasten zu helfen und ich gehe nach unten, um den Weg zu suchen. Langsam wird es dunkel.Ich warte etwas weiter unten auf die Träger und Paul und dann müssen wir nocheinen letzten Bach überqueren, bis wir endlich im Trockenen sind. Beim Überquerendes letzten Schneefeldes sinken wir wieder hüfttief im Nassschnee ein. Auf dem Weg nach unten können wir ein Teil des Flugzeuges, das im Zuge der Erstbesteigung vor 50 Jahren abgestürzt ist, sehen. Beim Dunkelwerden errichten wir unseren Lagerplatz im Hidden Valley auf 5050m. Ich bin müde und verzichte auf das Abendessen, bzw. beschränke mich auf einige Löffel Reis. Paul ist noch einige Zeit bei den Trägern und Purna im Kochzelt, doch schon bald liegen wir beide in unseren Schlafsäcken.

19.04.

Die Nacht verläuft überraschend gut und den heutigen Tag nutzen wir wieder einmal als Ruhetag. Unsere Träger brauchen den Tag, um das gestern zurückgelassene Material zu holen, bzw. weiter Richtung French Col zu tragen. Im Laufe des Tages stellt sich bei mir Kopfweh ein und am Abend kommt dann noch massiver Durchfall dazu. Paul geht es bestens und er verhandelt mit Purna und den Trägern die weitere Vorgehensweise. In der Nacht räumt es mich dann vollständig aus. Es kommt nur noch Wasser. Das Kopfweh wird durch den Flüssigkeitsverlust auch nicht wirklich besser. Kurz gesagt, es geht mir Scheisse. Paul kramt aus seinen Medikamenten ein spezielles Antibiotikum für mein Problem heraus. Immer, wenn ich was trinke, stehe ich fünf Minuten später mit heruntergelassener Hose im Schneesturm vor dem Zelt. Antibiotikum und Aspirin helfen mir durch dieNacht. Zeitenweise sind wir uns nicht sicher, ob es nun damit schon vorbei ist und wir durch das Hidden Valley ins Nirgendwo absteigen müssen. Von der Höheher liegen wir bereits mehr als hoch genug, um ein massives Höhenproblem zu kriegen.

Auf dem Weg zum Dampus Pass  mit Dhaulagiri im Hintergrund

20.04.

Nach einer mehr als qualvollen Nacht hat sich das Kopfweh eingestellt. Total müdeund kraftlos krieche ich aus dem Zelt. Paul kann mit den Trägern abmachen, dass wir versuchen, über den French Col das 300 – 400 Hm tiefer liegende Dhaulagiri BC zu erreichen. Das einzige Problem, das wir dabei haben, der French Col ist 5360m hoch und wir müssen wieder über ein grosses Schneefeld. Da ich kein Frühstück brauche, starte ich als erstes mit meinem Rucksack und meiner Kamera los. Paul hilft noch beim Abbau des Lagers, holt mich dann aber schon bald ein. Es geht mir ziemlich schlecht, doch ich weiss, dass es nur diese Lösung gibt. Ich muss über diesen Pass, um dann im wesentlich tiefer liegenden Basislager Erholung zu finden. Paul nimmt mir meinen Rucksack ab, somit wird es schon wieder etwas besser für mich. In einem Wechsel aus Schneesturm und ein paar wenigen Sonnenstrahlen kommen wir sehr langsam voran. Wir folgen einem Bachbett und die Landschaft gleicht extrem der Tibetanischen Hochebene. Das Wasser im Bach ist gefroren und es schneit bei einem unangenehmen Wind. Gegen 9:00 herreichen wir dann gemeinsam mit unseren Trägern den Punkt, wo wir wieder auf den Schnee müssen. Die letzten 200 Hm müssen wir wieder ein Schneefeld queren.Wir haben dieses Mal Glück, da wir sehr früh dran sind, trägt der Schnee noch.Gegen 11:30 h erreichen wir den French Col 5360m und von nun an geht es nur noch nach unten und das fast schneefrei. Die Aussicht am Pass ist sehr schön, wir stehen direkt vor dem Dhaulagiri. Er wirkt mächtig und vor allem erschreckend gefährlich. Riesige Hängegletscher warten fast über den gesamtenWeg ins Lager I auf uns und auch der sogenannte Eiger wirkt in der Frontalansicht sehr einschüchternd auf uns. Stein und Eisschlag sind wohl nicht auszuschliessen. Wir beschliessen, hier immer sehr früh hochzugehen, um durchdie nächtliche Kälte die Gefahr auf ein Minimum zu reduzieren. Bei viel Schneeist der Weg ins Lager I und auch weiter bis zum Gipfel, lawinentechnisch sicher sehr anspruchsvoll. Das ist ja eine schöne Begrüssung, denken wir, doch am Anfang schaut alles immer viel wilder aus als es dann ist. Nach einer kurze Pause am Pass machen wir uns auf den Weg nach unten. Ich kann leider immer noch  nichts bei mir behalten, aber zumindest kann ich nun meinen Rucksack wieder selber tragen. Wieder einmal müssen wir feststellen, dass nur nach unten auch sehr lange werden kann. Es ist extrem heiss und der Weg zieht sich durch eineSteinwüste nach unten. Nach mehreren Pausen erreichen wir den Talboden und somit die Gletschermoren, auf der wir unser Basislager errichten werden. Wir glauben, schon da zu sein und dann geht es immer noch fast 45 min am Toddgletscherauf und ab, bis wir die ersten Zelte der anderen Gruppen entdecken. Im Basislager angekommen ist es 14.30 h. Zum ersten Mal bleibt der Tee in mir und das Antibiotika wirkt scheinbar. Da wir mit derselben nepalesischen Agentur wie unsere Schweizer Freunde arbeiten und diese schon alle Zelte stehen haben, können wir für die erste Nacht im BC eines ihrer Zelte beziehen. Purna undSandra bauen mit Hilfe von Zering und den Trägern schnell ein Küchen und Esszelt auf. Wir liegen bereits vor dem Abendessen im Schlafsack, kommen dann zum Essen noch einmal kurz raus und geniessen dann eine sehr erholsame Nacht.

21.04.

Nach dem ersten Frühstück im BC geht es ans Arbeiten. Die Medikamente wirken hervorragend und ich kann bis auf etwas Müdigkeit keine Nachwirkungen mehrfeststellen. Wir errichten zwei Plätze für unsere Zelte und bauen unsere Wohnungen für die nächsten Wochen auf. Das ganze wird dann noch eingeräumt. Im Laufe des Vormittags kommen dann auch die Bergsteiger und Trekker des Schweizer Teams an. Den Rest des Tages verhängen wir mit Faulenzen und Essen – ja ich kann auch wieder essen. Was das Wetter betrifft, ist es meistens am Morgen sehr schön und im Laufe des Tages wird der Wind dann stärker und es wird wolkig bzw es beginnt zu schneien.

22.04.

Nach einem sonnigen Frühstück im BC geht es weiter mit Aufbauarbeiten. Eine weiterPlattform entsteht im Eis. Viele Steine und nasser Sand müssen transportiertund gesammelt werden, um eine flache Stelle am Eisrücken der Moräne entstehenzu lassen. Auf dieser Flachstelle errichten wir unser Material- undKommunikationszelt. Den Rest des Tages verbringen wir damit, die Solaranlage und die ganze Verkabelung zu installieren bzw. Internet und Telefon einzurichten. Wir schaffen es tatsächlich, die ersten Bilder und ein kurzes Mail nach Hause zu schicken. Im Anschluss packen wir unsere Rucksäcke, damit wir am nächsten Tag zum ersten Mal ins Lager I auf 5700m aufsteigen können. Wir tragen bei diesem ersten Aufstieg drei Hochlagerzelte, 2 Daunenschlafsäcke, 2Isomatten, 1 Seesack, 2 Gaskartuschen, 2 Firnanker, 1 Kochgeschirr, Tee,Feuerzeug, 30m Seil, 20m Reepschnur, 2 Erstehilfepakete, 1 Notfallapotheke, 2Pinkelflaschen, diverse Eisschrauben und Sicherungsgeräte sowie sonstigen Kleinkram nach oben. Zum Abendessen hat uns Purna und Sandra dann noch mit Speckknödeln überrascht. Es folgt eine kurze Nacht.

kurz vor Lager I – Blick Richtung BC 

    Spalte 200m unter Lager I

23.04.

Pünktlich um 3:30 h weckt uns Purna. Nach einem Chapatti für Paul und heissen Kartoffelnfür mich geht es mit vollgeladenen Rucksäcken zum Fusse des Eigers. Der Weg dahin ist überraschend einfach zu finden und schon bald stehen wir im 40° steilen Gelände. Es ist noch dunkel und wir kommen sehr gut voran. Schon bald haben wir die ersten 150 Hm hinter uns und kommen in eine kleine Felsgrotte. Paul lässt an diesem Punkt seinen Helm hängen. Wesentlich flacher queren wir dann über eine gute Spur weiter unter dem Eiger Richtung Gletscher. Es folgt dann noch ein etwas steilerer Aufschwung, bevor wir in ein riesiges flaches Gletscherbecken kommen. Es ist inzwischen hell und wir sind knapp unter 5000m. Wir kommen sehr gut voran und schon bald haben wir das lange flache Gletscherbecken mit den darüber thronenden Hängegletschern hinter uns. Bei einer kurzen Pause müssen wir aber schnell erkennen, wie schnell sich hier oben alles ändern kann. Ein kleines Teil des Hängegletschers löst sich hinter uns.Am Anfang sehen wir nur eine kleine Schneewolke vom Berg ins Tal rauschen, diese Wolke entwickelt sich zu einer richtigen Staublawine. Mit extremer Geschwindigkeit und einer immer grösser werdenden Staubmenge kommt die Lawine Richtung Talboden. Ich bin am fotografieren. Während ich mein Objektiv ständig nachkorrigieren muss, bemerkt Paul, das Ding wird uns auch noch einstauben. Uns erwischt es nicht mehr, aber die Lawine rauscht über den ganzen Gletscherboden und somit auch über die Aufstiegsspur auf der wir 15 Minuten vorher auch noch waren. Als sich der Staub legt, können wir erkennen, dass es auf der gegenüberliegenden Seite des Gletscherbodens auch noch 200 Hm hinauf frisch weiss ist. Eine Verschüttung der Spur ist aber nicht erkennbar. Es war also eine Staubwolke, die relativ wenig Material mit sich führte. Auf der einen Seite beruhigt und auf der anderen Seite bestätigt (früher Aufbruch), machen wir uns auf den Weg weiter Richtung Lager I. Es folgt eine weiter Steilstufe zwischen Hängegletschern bis wir endlich in flacheres Gelände und in die Sonne kommen. Wir machen eine Trinkpause, bevor es langsamen Schrittes weiter nach oben geht. Nun ist eine mögliche Eisschlaggefahr hinter uns, ein mässig steiler Gletscher mit einigen Spalten zieht Richtung Lager I. Nach 6,5 Stunden erreichen wir ziemlich müde den Lagerplatz. Mit uns zu gleich kommen 2 Sherpas des chinesischen Teams an. Wir teilen unsere restliche Flüssigkeit mit ihnen und beginnen dann, unser Zelt auf einem bereits vorhandenen flachen Platz aufzustellen. Wie sich etwas später bei der Ankunft weiterer Sherpas herausstellt, müssen wir unser Zelt wo anders hinstellen, da sie den Platz scheinbar einen Tag vorher vorbereitet haben. Das ist allerdings kein Problem, da wir weiter oben einen weiteren schönen Platz finden können. Schnell ist das Zelt aufgebaut. Wir verstauen unsere Sachen im Seesack und diesen im Zelt und machen uns bei langsam einsetzendem Schneefall wieder auf dem Weg nach unten. Wir haben uns 10 m von unserem Seil abgeschnitten, damit wir im Abstieg durch die Spalten sicher unterwegs sind. Auf dem Rückweg kommen wir auch an der Stelle, an der die Lawine abgegangen ist, vorbei und müssen feststellen, dass es nicht nur Staub war. Einige kleinere Eisbrocken sind bis zur Aufstiegsspur gerollt und könnten jemanden verletzen. Der Abstieg geht alles in allem in 1,5 Std. Dann sind wir wieder im BC. Das Resümee des Tages lautet: Sehr langer, anstrengenderWeg ins Lager 1 – frühere Aufbruch notwendig. Gutes Essen von Sandra und etwas Musik hören im Zelt beenden den Tag. Purna müssen wir heute mit Medikamenten versorgen, da er starke Rückenschmerzen und Fieberstösse hat. Wir haben ihm Bettruhe verordnet, welche er mit grösster Wahrscheinlichkeit nicht einhalten wird.

Lawine 1

Lawine 2

24.04.

Heute können wir gemeinsam mit der Kobler Gruppe die Puja Zeremonie feiern. Es werden über das gesamte BC Gebetsfahnen aufgehängt und die Ausrüstung geweiht. Der Rest des Tages geht damit drauf, endlich das Tagebuch nachzuschreiben und dieSachen für die nächsten 5 Tage am Berg vorzubereiten. Das heisst, wir planen, morgen wieder ins Lager I aufzusteigen. Da wollen wir 2 Nächte verbringen. Im Anschluss wollen wir direkt ins Lager 2 aufsteigen und da noch 2 Nächte auf 6600m verbringen. Am 5. Tag kommen wir dann wieder retour ins BC. Wir werden uns aller Voraussicht nach am 29.04 wieder melden.

Zeremonie BC

Aus dem BC, am 24.04.

Paul und Stephan

WeitereBerichte zu finden unter: www.netzathleten.de

 

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