Paul und Stephan nach 5 Tagen zurück im BC

25.04.

Tagwache um 03:15 h, Purna und Sandra haben verschlafen, aber Paul hat alles im Griff und weckt uns alle. Um 03:30 h sitzen wir im Esszelt bei Nutella Brot und heissen Kartoffeln.Um 04:00 h sind wir startbereit. Wir haben Essen für mehrals 6 Tage dabei, noch etwas an fehlender Bekleidung, Firnanker und Fixiermaterial und so machen wir uns wieder auf den Weg ins Lager 1. Ausser uns starten zeitgleich 4 Sherpas der Schweizer Gruppe. Diese treffen wir beim Einstieg am Eiger. Wir sind zum Glück etwas schneller und können vor ihnen in den Geröll und Eis Steilhang einsteigen. Zum Glück deshalb, da ich keinen Helm habe. Wir kommen gut voran. Beim Hellwerden haben wir die erste Steilpassage bereits hinter uns. Wir machen fast den gesamten Weg gemeinsam mit den Sherpas. Kurz vor Lager 1 hat sich dann der Weg überraschend geändert. D.h. dieAufstiegsspur ist nicht mehr vorhanden, da sich eine riesige Serac Zone gelösthat und den Weg mit 5-7m Eis verdeckt hat. Dazu haben wir zufällig ein Foto vorher/nachher. Wir erreichen Lager 1 nach 5 Std. Den Rest des Tages nutzen wir zum Faulenzen, Wasser kochen und essen. Auch für den nächsten Tag ist nur ein Ruhetag im Lager 1 auf ca. 5800m geplant.

Aufstieg kurz vor Lager 1 beim 1. Aufstieg 

Aufstieg kurz vor Lager 1 beim 2. Aufstieg                                                        

27.04.

Wie vereinbart weckt mich Paul um 4:00 h. Der Kocher wird angelassen und das übliche für mich extrem grauslige Trinken und Essen beginnt. Paul kann irgendwie zu jeder Tages- und Nachtzeit essen und trinken, so auch heute – Müsli und Tee. Ich würge 4 Stück Manner und etwas Flüssiges runter und dann können wir starten. Wir tragen 2 Zelte, Gas, Essen und Fixiermaterial hinauf. Um 6 Uhr gehen wir bei starkem Wind los. Der Wind entwickelt sich je weiter wir gehen zu einem Sturm. Die Sonne scheint und es stürmt. Es ist saukalt. Wenn Paul nicht eine 2. VAUDE Jacke dabei hätte, wäre es wohl zum Umdrehen für mich geworden.Doch so haben wir nach 6 Std. Spurarbeit Lager 2 erreicht. Wir haben Glück, ein iranisches Team hatte gestern Gipfeltag und wir können einen Zeltplatzübernehmen. Allerdings müssen wir eine Stunde warten, bis die Jungs fit zumAbsteigen sind. Total ausgekühlt und im Sturm stellen wir unser BLACK DIAMOND SingleWall Zelt auf. Dann machen wir uns auf schnellstem Weg zurück ins Lager 1. Müde schlüpfen wir ins Zelt und beginnen wie üblich mit dem Schnee schmelzen, essen, trinken und schlafen.

Auf dem Weg ins Lager 2

 Abstieg zwischen Lager 2 und Lager 1

28.04.

Wieder steigen wir Richtung Lager 2 auf. Dieses Mal starten wir erst um 8:00 h. Es ist sehr schön und windstill. Einige der Schweizer steigen auch auf und 4 Sherpasder Gruppe bringen Material nach oben. So müssen wir dieses Mal nicht spuren.Es ist sehr heiss und der Weg ins Lager 2 zieht sich wieder ewig. Doch dieses Mal erreichen wir das Lager 2 schon nach 5 Std. Wir beziehen unser Mini Zelt und Paul beginnt sogleich mit dem Schnee schmelzen. Das war auch wirklich gut so, denn bei aufkommendem Wind ist es nicht mehr so angenehm zum Schnee schmelzen.Wie wir am nächsten Morgen sehen, müssen wir die Abspannung der Apsis noch verbessern, um in dieser halbwegs windgeschützt kochen zu können. Wir verbringen eine sehr enge, aber doch gute Nacht auf 6650m.

Lager 2

Kurz unter Lager 1 im Abstieg

29.04.

Bereits um 07.00 h sind wir abmarschbereit. Heute geht es für uns endlich wieder retour ins Basislager. Einige Ruhetage sind geplant. Doch zuerst wird noch vor Sonnenaufgang Schnee geschmolzen. Während wir Schnee schmelzen geht die Sonne auf. Dieser Anblick entschädigt uns wieder einmal für eine nicht so bequemeNacht. Es ist ein wunderschöner Tag, herrlicher Sonnenschein und am frühen Morgen so gut wie kein Wind. Dann müssen wir unsere Sachen sturmsicher verstauen und unser Zelt noch einmal neu fixieren. Bald sind wir startklar und wir spuren bei 15 cm Neuschnee und einem herrlichen Panorama Richtung Lager 1 runter. Im Lager eins angekommen packen wir einige Sachen um, trinken etwas und schon geht es weiter Richtung Basislager. Nach 2,5 Std sind wir von Lager 2 im Basislager angekommen. Wie immer geht es zuletzt quer über den Gletscher auf und ab, bis wir endlich bei unseren Zelten ankommen. Müde und zufrieden sitzen wir im Esszelt und lassen uns von Purna und Sandra bewirten. So wie esausschaut, sind wir nun vorbereitet für den Gipfelgang. Jetzt brauchen wir einige Tage Ruhe und dann ein gutes Wetterfenster mit wenig Wind für denGipfelgang. Die nächsten Tage werden wir nutzen, um unsere Reserven wieder aufzufüllen und auszuruhen. Wir melden uns bestimmt noch einmal vor unserem nächsten Aufstieg.

 

Aus dem BC, am 29.04.

Paul und Stephan

 

WeitereBerichte zu finden unter: www.netzathleten.de

 

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